Beiträge von Maylin85

    Und selbst in NRW haben die Gesamtschulen einen schweren Stand.

    Bei uns präsentierten sich alle SEK. 1 Schulen zusammen in der Stadthalle. Dabei erwähnte der Schulleiter einer der beiden Realschulen, dass sie in den letzten Jahren überlaufen waren, weil niemand sein Kind zur Gesamtschule schicken will, die Stadtverwaltung aber die Realschulen zweizügig gedeckelt hat, um sie Schüler auf die politisch gewollte Gesamtschule zu bekommen.

    Exakt so ist es an meinem alten Arbeitsort auch. Was sehr schade ist, denn die Realschulen leisten offensichtlich sehr gute Arbeit und die Schüler, die zur Oberstufe zu uns gekommen sind, sind in der Regel sehr gut klargekommen. In den örtlichen Gesamtschulen herrschen dagegen vom Hörensagen her teils katastrophale Zustände.

    Inwiefern ein Gesamtschulsystem einem selektiven System mit guter Durchlässigkeit vorzuziehen ist, erschließt sich mir ohnehin nicht.

    Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Asien. Scheint also logisch für mich.

    Sicher. Der Großteil davon entfällt allerdings auf die drei Länder China, Japan und Korea. 2012 waren es übrigens noch 40%.

    Man kann diese Verschiebung so hinnehmen oder man könnte halt versuchen daran zu arbeiten, sich möglichst nicht allzu arg den Rang ablaufen zu lassen. Dass das Bildungssystem hier nennenswert mit am Strang zieht, ist eher nicht zu erkennen.

    Ich finde es immer irritierend, wenn reflexartig die überdurchschnittlichen Leistungen ostasiatischer Schüler relativiert werden. Ja, schulischer Drill und eine Fokussierung auf Fachwissen sind natürlich furchtbar ungemütlich und entsprechen mal so gar nicht den hiesigen Prioritäten. Auch die Lernkultur finden wir befremdlich und sicherlich tragen die Schüler doch irgendwo massive Schäden davon. Fakt ist aber, das sind die Weltregionen, mit denen wir im Wettbewerb stehen und gegen die wir zunehmend abstinken werden, wenn die Entwicklungen sich so fortsetzen. Mehr als die Hälfte der internationalen Patentanmeldungen kamen im vergangenen Jahr aus Asien. Man muss sich vielleicht auch mal irgendwann überlegen, ob wir uns den aktuellen Luschikurs weiter leisten können und wollen - oder vielleicht doch mal schauen, was die anderen besser machen.

    "Füße still halten" ist leider viel zu oft die Reaktion. Dadurch kommen solche Leute damit durch. Allerdings wüsste ich auch nicht, ob ich selbst in so einem Fall die Motivation hätte mich da groß zu streiten. Ich hätte allerdings an der Stelle im Gespräch direkt nachgefragt, ob er mir vorwirft blau zu machen und wie er das begründet. Gerade wenn in den entsprechenden Fällen die Beweise vorhanden sind. Wenn man dann ganz konkret nachfragt, ist das in der Regel schnell geklärt: Es geht Ihnen also um den Krankheitstag am XX. Da hat die KiTA XY aufgrund von Corona geschlossen und ich musste daher zu Hause bleiben. Das ist in Erlass ZZ geregelt. Soll ich Ihnen das noch mal von der Kita bestätigen lassen? Gibt es noch andere Tage, die problematisch sind?

    Ich war ja nicht dabei, aber es fielen wohl Sätze wie "hat das Kind auch einen Vater" und sie möge sich bitte anders organisieren. Letztlich war das wohl die Quittung für andere Konflikte mit der Schulleitung und verletzte Eitelkeiten. Sie hat die Schule zeitnah verlassen.

    Was absolut inakzeptabel ist. Die Kollegin hätte das Gespräch abbrechen sollen und bitten es gemeinsam mit dem Personalrat und ihrem Anwalt fortzuführen. Gegen solche Dezernenten sollte man vorgehen.

    Der Personalrat war dabei, durfte aber wohl "nur" zuhören und sich selbst nicht äußern. Und signalisierte ihr anschließend, besser die Füße still zu halten. Man warf ihr "Muster" bei den Fehltagen und letztlich Blaumachen vor in Fällen, wo in den 2 Wochen nach einer längeren Konferenz oder Elternsprechtag ein Fehltag kam ("Ausgleichstag genommen"). Gerade in einer Zeit, in der Coronafälle noch zu (nachweislichen) KiTa-Schließungen führten, ziemlich abstrus alles.

    Meine Ex-Kollegin hatte 2021 etwas über 20 "gut verteilte" Fehltgage, der Großteil zurückzuführen auf Kinderkranktage und KiTa-Schließungen (also keine längeren Phasen am Stück, sondern überwiegend jeweils 1-2 Tage). Das reichte für eine Vorladung beim Dezernenten und ein gefeffertes Gespräch, in das sie etwas irritiert, aber ruhig, reingegangen ist und aus dem sie fix und fertig wieder raus kam. Will sagen, ich habe den Eindruck, dass Leuten bereits in weit weniger gravierenden Fällen auf den Zahn gefühlt wird, wenn die Schulleitung sich entsprechend dahinter klemmt.

    Das Problem ist doch eher, dass man entweder konsequent gliedern sollte oder gar nicht. Wir stochern hier irgendwo in der Mitte rum und entwerten damit die Schulformen, die eigentlich für die Förderung der Leistungsstarken angedacht sind.

    Aber Hauptsache wir feiern die steigenden Abiturientenzahlen und Durchschnittsnoten 👍

    Obligatorisches telefonisches Krankmelden kenne ich von der letzten Schule auch noch, weil es angeblich nicht zumutbar ist, dass morgens in die Mails geschaut werden muss. Ab dem Zeitpunkt der Telefonfreischaltung liefen dann die Drähte heiß (Krankmeldungen von Kollegen und Schülern über die gleiche Leitung) und manchmal probierte man es 20 Minuten in Endloswahlwiederholung, bis man endlich durch kam. Wenn es einem wirklich mies geht und man eigentlich nur weiterschlafen möchte, superätzend.

    Ich hab nie verstanden, wieso das Vertretungsmaterial per Mail pünktlich zur Kenntnis genommen wurde, es bei der Krankmeldung aber angeblich nicht möglich war.

    Ein runtergefahrener Winterdienst ist auf jeden Fall etwas, was man stellenweise merkt und zu Unannehmlichkeiten führt. Von streikenden Lehrern bekommt kein Mensch was mit und es interessiert auch keinen, sofern Betreuung sichergestellt ist und der Prüfungsbetrieb nicht gestört wird.

    Aber ja, umsetzungstechnisch bei uns schwierig. Man könnte ja ein bissi kreativ werden und Prüfungen alternativ auch sprengen, indem der angestellte Teil der Lehrerschaft gebündelt für entsprechende Lärmbelästigung durch lautstarken Vortrag von Missständen im Prüfungsumfeld ausgewählter Aktionsschulen oder dergleichen sorgt, statt die Demonstration am Landtag oder sonstwo, wo es niemnden stört, durchzuführen^^

    Wenn mir jemand ungefragt seine Mitschriften nachtragen würde, wäre ich tatsächlich etwas irritiert.

    Sie tun das ja nicht einfach so, sondern ich biete das an. Als jemand, der wohl in seiner gesamten Schulzeit keine einzige Wortmeldung vorzuweisen hat, habe ich absolut Verständnis für introvertierte Schüler. Aber ich habe und hatte genauso Verständnis für meine Lehrer, die einfach SoMi 6 gesetzt und meine Noten einfach halbiert haben, statt mir hinterherzurennen und Leistung zu "suchen". Hätte mir jemand angeboten, auf schriftliche Weise meine Mitarbeit nachzuweisen, hätte ich das vermutlich auch in Anspruch genommen. Aus Lehrersicht geht es mir ja nur darum, die Mitarbeit und Leistungen irgendwie mitzukriegen - ob jemand seine Arbeitsergebnisse im Unterricht vorträgt oder ich kurz selbst drüberlese, ist mir doch egal. Erbracht wurde sie in beiden Fällen und zur Kenntnis genommen habe ich sie auf die eine oder andere Weise dann ebenfalls.

    Beim Herumgehen sieht und hört man doch wer was macht. Das bekommt man doch immer mit, wenn jemand nicht mitarbeitet. Mitarbeit bedeutet aber doch nicht, dass man sich der Lehrkraft extra sichtbar machen muss. Das ist doch deine Aufgabe herauszufinden wer was macht. Die Schüler sollen was lernen und nicht um die Aufmerksamkeit der Lehrkraft geiern müssen.

    Sehe ich eigentlich nicht so. Es liegt ja im Eigeninteresse, seine Leistung auch sichtbar zu machen - ob nun durch Teilnahme an der Besprechung oder eben Abgabe von Ergebnissen. Letzteres machen auch viele introvertiertere Schüler, oft auch schon während der Arbeitsphase. Andere wiederum stellen ihre Stundenmitschriften und Ausarbeitungen online zur Verfügung, auch das empfinde ich als zu würdigendes Engagement, von dem der ganze Kurs profitieren kann. Welchen Weg sie wählen, ist mir eigentlich egal, aber grundsätzlich ist "Mitarbeit" für meine Begriffe nichts, dem ich aktiv hinterherlaufen muss.

    Davon unbenommen nehme ich natürlich auch Leute dran, die sich notorisch nie melden, oder frage nach, wie der Stand der Dinge in einer Arbeitsphase ist usw. Aber der Schwerpunkt der Mitarbeitsbewertung liegt halt woanders und muss vom Schüler aktiv erbracht werden.

    [Davon abgesehen nervt mich sowieso, dass ich das überhaupt bewerten muss. Ich wäre fein damit, wenn Leute ihre Leistung in Prüfungen abrufen können und sich darauf dann auch die Bewertung beschränkt.]

    ...indem du es beobachtest oder erfragst? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei euch eine 6 erteilen darf, weil einer sich nicht von selbst gemeldet hat und die Lehrkraft nicht in der Lage ist zu erkennen, ob jemand Briefchen schreibt oder arbeitet. Man muss doch überprüfen, welche Leistungen einer erbracht hat.

    NRW:

    "Die Leistungsbewertung bezieht sich auf die im Unterricht vermittelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Grundlage der Leistungsbewertung sind alle von der Schülerin oder dem Schüler im Beurteilungsbereich „Schriftliche Arbeiten“ und im Beurteilungsbereich „Sonstige Leistungen im Unterricht“ erbrachten Leistungen. Beide Beurteilungsbereiche werden bei der Leistungsbewertung angemessen berücksichtigt."

    Also welche Leistung hat Fritzchen erbracht, wenn er still vor sich hinarbeitet, wie bekommst du das heraus?

    Es liegt in Fritzchens Verantwortung, mir seine Leistung zugänglich zu machen. Ich renne (In Einzelarbeitsphasen, sonst sieht man es ja eh) sicher nicht rum und frage jeden, was er gerade macht. Grundsätzlich erwarte ich schon, dass in Arbeitsphasen auch am Thema gearbeitet wird - wie genau und in welcher Qualität sehe ich aber nur, wenn der Schüler es entsprechend sichtbar macht, und das ist sein Job.

    Viele stillere Schüler geben ihre Ergebnisse hin und wieder ab, das finde ich dann in Ordnung.

    Ich mache nach jeder Stunde im Schnellverfahren Noten.


    Aber was ist mit denen, die einfach da sitzen und keinen mündlichen Beitrag leisten? Denen kann man ja eigentlich keine 5 o.ä. geben. Zumal sie dann die schriftliche Übungsaufgabe bearbeiten (die, die weder einen mündlichen Beitrag leisten noch in der Stunde schriftlich/Partnerarbeit mitmachen kann man dann schon mit 5 bewerten finde ich).

    Warum kannst du denen keine 5 geben? Ich sage meinen Schülern immer, dass sie dafür verantwortlich sind, ihre Leistung für mich auch irgendwie sichtbar zu machen. Was weiß ich denn sonst, ob jemand Übungsaufgaben macht oder Briefchen schreibt? Und wer wirklich gar nichts tut, also weder mündlich mitarbeitet noch in Partnerarbeiten noch irgendwas Schriftliches tut, der bekommt auch keine 5 mehr, sondern eine 6. Anwesenheit sollte eine Selbstverständlichkeit sein und nichts, wofür man per se schonmal eine 4 bekommt.

    Siehst du, so unterschiedlich kann es sein, das war eine tolle Zeit, kleine Gruppen, endlich genug Zeit für alle Schüler und vor allem endlich wieder Kontakt zu ihnen und sie haben viel viel mehr gelernt als in Distanz (logisch bei 1/2./3. Klasse) und vor allem auch mehr als vor der Pandemie durch die bessere Gruppengröße.

    Ja, das glaube ich bei Grundschülern gerne.

    Ich hatte damals nichts unter Klasse 9, das klappte alles in Distanz ziemlich gut.

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