Beiträge von Maylin85

    Ich hatte in der letzten Klausurrunde in einem Kurs 6 Schüler, deren comment unter Garantie von chatGPT verfasst worden ist. Zwei Kandidaten waren so dämlich nur die pro/con Stichwortliste abzuschreiben und es nichtmals in einen Fließtext umzuwandeln (ChatGPT formuliert ja manchmal Texte, manchmal nur Stichworte - die beiden hatten wohl Pech).

    Ich hab noch keine Ahnung WIE sie das gemacht haben, denn eigentlich habe ich durchaus Aufsicht geführt, aber es war absolut offensichtlich, dass das KI-generierte Texte waren. Beweisen mag schwierig sein, aber man merkt den Unterschied tatsächlich sofort.

    Wenn man unterstellt, dass der primäre Sinn von Fremdsprachenunterricht in der Ermöglichung des persönlichen Austauschs von Mensch zu Mensch liegt, sehe ich in der KI keine Bedrohung für das Sprachenlernen. Für unsere Prüfungsformate allerdings schon. Vielleicht ist es an der Zeit mal grundlegend neu zu sortieren, welche Kompetenzen der Mensch noch primär selbst erlernen muss und welche durch KI obsolet werden.

    Die Dissonanz entsteht deswegen, weil es jeder Kollege anders handhabt und die SoMi-Bewertung somit subjektiver als alle anderen Leistungsüberprüfungen ist. Wenn ich wirklich stichhaltige Noten zusammensammeln möchte, muss ich erheblich mehr Aufwand betreiben (durch zu bewertende Tests, Portfolios, Protokolle, Projekte, Referate etc.) als jemand, der sich auf den Standpunkt zurückzieht, dass es eine Note für "mündliche Mitarbeit" sei und dessen Notenskala auch ohnehin nur bis 3 oder 4 geht.

    Eine meiner vergangenen Schulleitungen wies übrigens gerne darauf hin, dass man sich auch in der Oberstufe nicht einfach auf die Bringschuld der Schüler zurückziehen und nach dem Motto "sagt nichts = 0 Punkte" verfahren könne. Man muss schon sehr genau überlegen, wie man solche Noten widerspruchsfest begründet.

    Diese Noten sind schon deswegen Blödsinn, weil sie - habe ich mal so gelernt - Qualität, Quantität und Kontinuität berücksichtigen sollen. Was mache ich also mit einem Kandidaten, der ständig wiederholt, was irgendwer anders schon in anderen Worten gesagt hat? Qualitativ ist das Murks, die anderen beiden Kriterien werden aber durchaus erfüllt und wenn es sich um eine Fremdsprache handelt, sehe ich ja irgendwo auch noch bewertbare Sprachkompetenzen. Also kommt am Ende irgendeine mittelmäßige SoMi Note dabei heraus, die eigentlich strenggenommen nicht spiegelt, dass die Unterrichtsbeiträge meist wenig wertvoll waren. Eine 5 oder 6 in der SoMi ist bei jemandem, der sich qualitativ schlecht beteiligt, aber eben beteiligt, schwer begründbar und somit verfälschen die Mitarbeitsnoten im Endeffekt bei den meisten Kandidaten die Gesamtnoten nach oben hin, so dass diese das tatsächliche Kompetenzlevel eben oftmals NICHT mehr wiedergeben.

    Es gibt Schüler, die einfach keinen korrekten/verständlichen Satz aufs Papier kriegen, mündlich aber sehr aktiv sind und es irgendwie auch schaffen, sich hier dann verständlich zu äußern. Oder die in Klausuren schlichtweg regelmäßig Teilaspekte vergessen, bei der enger geführten Unterrichtsarbeit aber zu allem etwas beitragen können. Da kommt es dann durchaus zu großen Unterschieden in der Klausurnote und in der Note der Sonstigen Mitarbeit. Als jemand, der sein Leben lang alle Noten durch SoMi halbiert hat, nervt mich das auch sehr, weil eben nirgends ersichtlich wird, wie die Noten in den einzelnen Teilbereichen aussehen. Hätte ich was zu sagen, würde ich es wenigstens getrennt ausweisen.

    Ich kenne es sowohl aus meiner eigenen Schulzeit als auch von sämtlichen Schulen, an denen ich gearbeitet habe, so, dass alle 2 Jahre ein Lehrerwechsel stattfand. Finde ich auch für beide Seiten besser. Oftmals hat man sich nach einer Weile einfach gegenseitig über und ein frischer Neustart tut auch vielen Schülern gut. Ist aber eine gänzlich andere Debatte. In Bezug auf Klassenfahrten sehe ich die Vorteile.

    Früher Schluss machen war an ausnahmslos allen Schulen mit minderjährigen Schülern, an denen ich gearbeitet habe, ein absolutes no go. Und es gab da auch mal diesen Schulleiter, der vor den Sommerferien 10 Minuten vor Unterrichtsschluss hinter einer großen Pflanze in der Pausenhalle versteckt stand und vorbeilaufenden Schüler gefragt hat, wer sie gerade gehen lassen hat. Hätte ich es nicht selbst gesehen, ich hätte es nicht geglaubt.

    Ich selbst habe ganz frisch nach dem Ref mal eine 7. Klasse 5 Minuten früher gehen lassen und als ich das Gebäude verlassen habe (war so ein Containerübergangsgedöns), standen 2 Schüler auf dem Dach und haben den wohl in der Pause hochgeschossenen Fußball gesucht. Wäre da jetzt - immer noch in der Unterrichtszeit - einer runtergefallen und hätte sich verletzt, wäre das für mich sicherlich unschön geworden. Habs nie wieder gemacht.

    Darf ich fragen, warum manche eine halbe Stunde oder gar 1,5 Stunden vor Schulbeginn da sind? Kopiert ihr noch, oder besprechen euch mit Kolleg*innen oder braucht ihr das zum Ankommen? An den Schulen, an den ich tätig war, kannte ich das Phänomen auch schon. Es gab aber auch Lehrkräfte die erst kurz vorher da waren (was mMn eigentlich ausreicht). Und dann so Spezialfälle, die eigentlich immer zu spät kamen.

    An der alten Schule: ab 7.10h wurde es mit Parkplätzen eng.

    Momentan: fahre ich 10 Minuten später, brauche ich 20-30 Minuten länger, weil sich die Autobahn zuzieht.

    Ich muss aber tatsächlich auch meistens noch kopieren und trinke ganz gerne noch in Ruhe einen Kaffee.

    Ich fahre mit dem Auto immer gleich los und bin manchmal 45 Minuten vor Unterrichtsbeginn da, manchmal 10. Einmal war es eine Punktlandung. Die Strecke ist verkehrstechnisch bescheiden.

    Mit der Bahn würde zur ersten Stunde nur eine Verbindung mit einem einzigen Puffer funktionieren, das ist mir zu unsicher. Habe ich später, nehme ich die Bahn und fahre so, dass ich eine Stunde vor Unterrichtsbeginn da bin.

    Aber meine Varianten starten alle ab Haustür um 6.30 Uhr - bei 5 Uhr wäre ich definitiv raus.

    Zur Pünktlichkeit zum Dienst bei unpünktlichem ÖPNV: Die Lehrkraft ist verpflichtet, pünktlich zum Dienst zu erscheinen. Da ich auch häufiger Bahn fahre, fahre ich zwei Takte vor meinem Arbeitsbeginn (also ab 5.00 Uhr), da mit der Unpünktlichkeit der Bahn zu rechnen ist

    Würde ich normalerweise auch so machen. Bei Zwangsabordnung nicht.

    edit: also die zwei Verbindungen früher würde ich machen. Losfahren um 5 sicherlich nicht. Wann steht man da auf, um 4? Wie lebt man auf Dauer so??

    Ich hab auch mal eine Klausur für meine beste Freundin geschrieben. Und gerade dieses Jahr hatte ich einen Schüler, der angeboten hat, seine 2 mit der 5 von jemand anderem in einen Topf zu schmeißen und doch einfach für beide eine Mittelnote zu bilden.Ist ja irgendwie süß.


    Im vorliegenden Fall würde ich mir je nach Rahmenfaktoren überlegen, ob ich das überhaupt bemerkt haben will. Wenn ja, dann beide Schüler zum Gespräch laden und die Leistung bzw. das veränderte Schriftbild von A erklären lassen. Wenn alles abgestritten wird, die Klausuraufgabe durch A ggf. vor Ort direkt spontan noch einmal schreiben lassen und abgleichen, ob die inhaltliche Qualität übereinstimmt. Entsprechend werten. Bei B kann man meines Erachtens nichts machen, außer eben die unvollständige Klausur sachgerecht korrigieren und benoten.

    Sicherheitshalber kann man sein Vorgehen evtl. auch mit der Abteilungsleitung oder Schulleitung abstimmen.

    Okay, so kompliziert wie bei chilli war es bei uns nicht. Wenn ich mich richtig erinnere, brachte eine Klassenleitung in 5/6 z.B. 0,5 Entlastungsstunden, Englisch LK Korrekturentlastung 0,3 (pauschal, egal wie groß der Kurs war) und so hatte eben alles seine Bepreisung. Man musste auch nix extra einreichen, sondern das haben direkt die Stundenplaner gemacht.

    Jetzt nichts gegen dich, aber es ist immer interessant, was Kolleginnen und Kollegen vom Gymnasium als sehr betreuungsintensiv empfinden.

    Im Vergleich zu einer Mittelstufenklassenleitung ist die Erprobungsstufe definitiv betreuungsintensiver. Allein schon, weil die Eltern dort noch öfter auf der Matte stehen und mehr Konferenzen anfallen. Wenn es um die Verteilung von Entlastung geht, kann man ja nur innerhalb der eigenen Schule schauen, wo eben die meiste Zeit verbraten wird 😊

    Ich finde es schon deswegen richtig, Entlastungspunkte für Klassenleitungen zu geben, weil gar nicht jeder eine hat. Wer z.B. Französisch und Latein unterrichtet, was an manchen Schulen beides im klassenübergreifenden Kurssystem läuft, hat praktisch nie Klassenleitungen. Kollegen mit periodischen Fächern meist auch nicht. Dagegen sind gerade Hauptfachlehrer, die ohnehin die höheren Korrekturbelastungen haben, hier oft dauerhaft betroffen und haben selten mal ein Jahr ohne.

    Gerade in der sehr betreuungsintensiven Erprobungsstufe finde ich Entlastung für Klassenlehrertätigkeiten absolut angemessen.

    Zum Thema: an meiner letzten Schule gab es ein Punktesystem für fest definierte Tätigkeiten und man hat jedes Jahr eine Übersicht bekommen, wie viel Entlastung einem gerade auf dem Papier zusteht. Alle paar Jahre gab es die dann auch im Stundenplan. Ich meine, die Liste für das Gesamtkollegium war auch transparent einsehbar.

    Auch am Gymnasium sind die Noten und die Schulformempfehlung bei Anmeldung in Klasse 5 eigentlich egal, denn Eltern dürfen ja anmelden, wo sie wollen. Bei mehr Anmeldungen als Kapazitäten durfte an meinem alten Gymnasium auch nicht auf Basis der Schulformempfehlungen ausgewählt werden, sondern es wurde gelost. Ich weiß nicht, ob das überall so ist, aber hier konnte sich wirklich absolut jeder anmelden und hatte im Prinzip gleiche Chancen.

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