Beiträge von Maylin85

    da zum Beispiel nachgewiesenermaßen Schüler und Schülerinnen heute komplexere Abituraufsätze in Deutsch schreiben als vor 30 oder 40 Jahren, insbesondere was den Satzbau und den Wortschatz betrifft

    Wo genau ist das nachgewiesen? Ich stelle eher fest, dass auch Oberstufenschüler gängige Begriffe (Ökonomie, Antithese, sekundär, exemplarisch...) nicht mehr kennen, absolut sprachlich flach formulieren und man froh sein darf, wenn wenigstens jeder zweite Satz auch ein Verb hat. Ich habe mich so manches Mal arg gewundert, wenn Schüler, die in Sachen Sprache und Textaufbau in meinem Fach absolut defizitär unterwegs waren, in Deutsch dann eine 2 hatten.

    Bezieht sich auf Erfahrungen im Ruhrgebiet.


    Ansonsten: ich finde es wenig verwunderlich, dass leistungsorientiertere Bundesländer wie Bayern, in denen das System dank Leistungsselektion ein sinnvolles Unterrichten ermöglicht und in denen auch nicht ständig das Anforderungsniveau gesenkt wird, in Leistungsmessungen besser abschneiden. Alles andere wäre ja auch relativ sensationell.

    Natürlich hat beispielsweise NRW auch Probleme durch die Bevölkerungszusammensetzung, aber die Durchhofiererei durch ein Schulsystem ohne Leistungsanforderungen erhöht eben auch höchstens die gewünschte Abschlussquote und nicht das Kompetenzniveau der Schüler. Wer springt schon höher, als er muss..

    Seid ihr eigentlich auch neidisch auf die ganzen Leute mit richtig viel Knete, die gar nicht mehr arbeiten müssen?

    Absolut. Ein Leben ohne die Notwendigkeit zu arbeiten,in dem man sich einfach Dingen zuwenden kann, die einen interessieren oder einem am Herzen liegen, würde ich jederzeit gegen einen langweiligen Berufsalltag eintauchen wollen.

    Wenn ich sage, dass ich neidisch rüberschiele, meine ich das aber in wohlwollender und gönnender Art und Weise und nicht neidzerfressen. Nur, falls das falsch rüberkam. Auch wenn es für mich umständehalber nicht vorstellbar wäre, kann ich gut verstehen, dass man seine Lebenszeit nicht in Vollzeit an irgendeinen Job verschwenden möchte und andere Modelle wählt - egal, ob die mit mehr Abhängigkeit oder geringerer Pension einhergehen.

    Und was hält dich davon ab, deinen Lebensstandard runter zu Schrauben und in Teilzeit zu gehen?

    Selbst, wenn du nur einen Lebensabschnittspartner hast, kann er doch die Hälfte deiner/eurer Miete etc. zahlen. Und wenn er dann irgendwann wieder geht, kannst du ja direkt wieder aufstocken. Das ist doch das Schöne an unserem Beruf, dass wir so flexibel sind.

    Ich hatte tatsächlich vor auf 75% zu gehen, bin aber angesichts der Inflation gerade recht froh, dass ich es nicht gemacht habe. Lebensstandard runterschrauben ist so einfach gesagt... ich hab teure Viecher, muss jeden Tag 80 km pendeln mit den entsprechenden Kosten (nein, Bahn ist keine Option) und ich würde nie nie niemals jmd mit in meine Bude ziehen lassen. Partner dürfen gerne zu Besuch kommen, müssen aber dann irgendwann wieder gehen 😊

    ...also nein, für mich passt das alles nicht.

    Aber ich schiele trotzdem etwas neidisch auf die 50%-Kolleginnen, die nur 2 oder 3 Tage arbeiten, einen Haufen Hobbies haben und so gut durchs Leben kommen 😊

    Ich beneide ja insgeheim die "Teilzeitlehrerinnen" und jeden, der sich mehr oder weniger auf einem "Versorger" ausruhen kann. Meins wäre das auch nicht, weil ich auch nicht an den langfristigen Bestand von Beziehungen glaube und es mir zu heikel wäre. Aber ein ziemlich angenehmes Leben haben die ja trotzdem unbestrittenerweise.

    ... und wenn nicht: ist doch egal.
    Was heißt denn "gerecht werden"?
    Jede*r kann ja entscheiden, was ihr/ihm wichtig ist und was seine/ihre Maßstäbe sind.

    Auch richtig. Trotzdem sollte man beides schon auch vernünftig hinkriegen. Kollegen, die sich mit Verweis auf Kinder ständig um Dinge gedrückt haben, gab es halt genauso.

    Ich hatte mal eine in Vollzeit arbeitende Kollegin mit 3 recht kleinen Kindern, die unglaublich effizient arbeiten konnte. Wir haben an einigen Stellen enger zusammengearbeitet und sie war einfach so beeindruckend schnell und gut organisiert, dass bei ihr alles 3x schneller ging, als bei mir. Ich denke, wer so gestrickt ist, schafft es vielleicht auch in Vollzeit gut, beidem gerecht zu werden. Ich könnte es auch nicht 😊

    Also mir ist keine Lehrerin bekannt, deren Partner weniger verdient.

    Und das ist jetzt schlimm, weil...?

    Das trifft übrigens auf die überwiegende Zahl an Paaren zu und ist kein exklusives Lehrerding.

    Ob man Vollzeit oder Teilzeit arbeitet, ist doch jedem, der es sich leisten kann, selbst überlassen.

    Das berührt aber nicht die Tatsache, dass es einen Zuschlag für einen Ehepartner gibt (auch dann, wenn dieser sich alleine "unterhalten" kann). Gegenüber einem unverheirateten Paar ohne gegenseitige Unterhaltsverpflichtungen ist das ein klarer Vorteil.

    Ich habe an 2 Schulen in kirchlicher Trägerschaft gearbeitet, an einer 3. Schule arbeitet jemand aus meinem familiären Umfeld. Die Bezahlung ist im Kirchenbeamtentum (oder wie immer sich das schimpft) identisch.

    Ich meine, dass bestimmte Prozentsätze an Schulplätzen für anderskonfessionelle oder konfessionslose Schüler vorzuhalten sind. Es stehen aber insgesamt weniger Plätze für diesen Personenkreis zur Verfügung als für entsprechend christlich getaufte Kinder.

    Drei meiner vier Großeltern kommen aus ehemaligen Ostgebieten, die hatten hier keinerlei Integrationsprobleme. Ich finde den Vergleich auch etwas komisch. Es ist aber sicher ein Unterschied, ob man ins Rheinland bzw. nach Westfalen gewandert ist oder in den Schwarzwald. Dort war mein Ex Abkömmling von Vertriebenen aus Ostgebieten und sogar er wurde er im Dorf teilweise noch nicht als Einheimischer angesehen, obwohl er dort geboren ist. Auch in Deutschland sind Mentalitäten und der Umgang mit Zugewanderten regional höchst unterschiedlich.

    Ich kenne auch alle Varianten.

    Es stimmt aber schon, dass es teilweise noch verschrobene Ansichten gibt. Meine Freundin und ihr Partner hatten sich eigentlich für ihren Namen entschieden, was seine Oma so sehr aufgeregt hat, dass sie nicht zur Hochzeit kommen und das Testament ändern wollte und die ganze Familie in Streitereien versetzt hat. Sie haben das Projekt Hochzeit jetzt erstmal aufgeschoben.

    Maylin85

    Verwirrend für den zweiten Teil, Teil 1 war bei mir als Kind ähnlich ;)

    Verstehe ich, und ja, ist inkonsequent. Der Unterschied war für mich aber deutlich und da wir diese Schulen eh maßgeblich über unsere Steuergelder finanzieren, finde ich, dass man im Fall des Falles auch die Vorteile mitnehmen und eigene Kinder dort anmelden könnte. Ungetauft sind die Chancen da meines Wissens nach etwas geringer.

    Ich gebe ehrlich zu, ich hab mich nur konfirmieren lassen wegen der "Zuwendungen". Da kam ein vierstelliger Betrag bei raus (was eigentlich verrückt ist, wenn man mal genau darüber nachdenkt) und ich konnte mir meinen ersten PC leisten.

    Inzwischen bin ich in keiner Kirche mehr, was aber für Taufen und Kirchenmitgliedschaft spricht (zumindest, wenn man Kinder hat) sind die meines Erachtens die sehr viel besseren Schulen in kirchlichen Trägerschaften. Ich würde hier kein Kind an einer staatlichen Schule anmelden wollen, nachdem ich beides gesehen habe.

    Ich kenne es auch so, dass der Montag danach frei ist. Sowohl von mir selbst als auch von "heutigen" Schülern. Das ist der Tag, an dem man traditionell alle Nachbarn zum Kaffeetrinken einladen muss, die einem Geld geschenkt haben... oder jedenfalls war das bei mir so... in unserer Ministraße gab es damals 5 Konfirmationen am gleichen Tag und die Nachbarn mussten wandern 😄

    Die Ukrainer an meiner alten Schule waren extrem diszipliniert und "pflegeleicht" und haben bei der Teilintegration in Regelklassen unsere eigenen Schüler leistungstechnisch teilweise ganz schön alt aussehen lassen. Das war erschreckend in völlig anderer Weise, als man es hier liest.

    Ich denke, wer wirklich gut und leistungsstark aus der Schule geht, wird einen Beruf mit höheren Augstiegsmöglichkeiten, besserer Bezahlung und mehr Sozialprestige anstreben. Wer wiederum eher mit Ach und Krach durchgekommen ist, den zieht es wohl eher weniger zurück in die Schule und der zweifelt vielleicht auch daran, die nötigen Voraussetzungen dafür zu haben. Bleibt eigentlich nur einen kleiner Teil Absolventen, der realistisch fürs Lehramt angeworben werden kann.

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