Beiträge von Maylin85

    Warum nicht? Das frage ich ganz ernsthaft. Ich würde augenblicklich den kantonsärztlichen Dienst anrufen und wenn ich es nicht täte, dann die Schulleitung. Quarantäne bzw Isolation ist eine behördliche Anordnung die rechtsverbindlich ist.

    Das wäre auch der absolut richtige Weg. Warum das nicht passiert ist: weil sowohl Kollege als auch Schulleitung das nicht für nötig befunden haben. Wäre ich der betroffene Fachlehrer gewesen, hätte ich es definitiv agezeigt.

    Bei uns stand diese Woche eine Mutti samt Quarantäne-Kind auf dem Gang vor der Klasse um zu fragen, ob das Kind denn wenigstens die Klassenarbeit mitschreiben dürfe - es habe sich ja so toll vorbereitet und vielleicht könne man ja einen Tisch auf den Gang stellen? Sie sehe ja ein, dass es Abstand zur Klasse halten solle, aber alleine auf dem Gang sei doch sicher möglich?

    Manche Leute raffen anscheinend einfach gar nicht, was Quarantäne überhaupt bedeutet.

    Wurde übrigens auch nicht angezeigt, sondern nur mit deutlichen Worten des Gabäudes verwiesen.

    Wir starten mit Einführungstagen und mit Rallye durch das Schulgebäude, Einheiten zu Selbstorganisation und Lernen lernen, regelmäßigen Kontakten zu Mentoren aus höheren Jahrgängen usw. Meinem Eindruck nach werden die Kinder recht nett abgeholt und (möglichst) sichergestellt, dass sie keine Orientierungsschwierigkeiten haben.

    Die Stofffülle ist allerdings für viele überfordernd und es ist nicht selten, dass bereits in der ersten Runde Klassenarbeiten 5en geschrieben werden. Wenn man sich anschaut, mit welchen Noten und Empfehlungen die Kinder aus der Grundschule kommen, verwundert das aber halt auch nicht. Ein gutes Drittel ist bei uns eigentlich falsch. Sieben wir aus? Nein, leider nicht wirklich. Wir würden gerne, aber da Schulplätze an anderen Schulformen hier rar sind, geben wir am Ende der Unterstufe meist nur (bei sechszügigem System) 10-12 Kinder ab. Besser wären für alle Beteiligten deutlich höhere Quoten, aber faktisch ziehen wir viele mit 4er Schnitt irgendwie haarscharf durch. Nichtsdestotrotz müssen die Kinder aber natürlich die geforderten Leistungsnachweise bringen und das ist für viele eine Umstellung. Die Zahl der Klassenarbeiten ist festgeschrieben (bei uns in jedem Halbjahr 3 pro Hauptfach), zusätzlich werden wöchentlich Vokabeltests in Englisch geschrieben und Tests in den diversen Nebenfächern. Ich persönlich wäre auch kein Fan davon, die Frequenz der Tests runterzusetzen - gerade bei unserem Klientel ist es wichtig, dass sie regelmäßig am Ball bleiben und Nachlässigkeiten sofort in Noten sichtbar werden (auch und gerade für die Eltern).

    Ach ... Wir haben bei uns im Land ja die europaweit (weltweit?) einzigartige Situation, dass in Teilen Restaurants, Fitnesstudios, etc. geschlossen sind, in anderen Teilen aber nicht. Fast allen Kantonen gemeinsam ist jedoch, dass der Schulbetrieb uneingeschränkt fortgesetzt wird (die Tertiärstufe ist landesweit im Fernunterricht). Es gibt eine einzige Ausnahme, der Kanton Neuchâtel hat die Sek II in den Fernunterricht geschickt, die vernachlässigen wir jetzt mal beim folgenden Vergleich, denn die haben nur 176000 Einwohner.

    Zunächst sah es so aus, als gäbe es bei der Veränderung der Fallzahlen gar keinen markanten Unterschied, die gingen einfach überall im Land runter. Unterdessen sieht man aber ganz deutlich, dass der Sinkflug der westschweizer Kantone deutlich steiler ausfällt als im Rest des Landes. Geschlossene Restaurants und Freizeitbetriebe haben also einen signifikant positiven Einfluss auf die Entwicklung der Fallzahlen (Bars und Clubs sind überall geschlossen). Die Region Basel entwickelt sich leider gerade besonders schlecht, wird aber auch besonders von Menschenmassen aus der näheren Umgebung (hier auch aus dem benachbarten Ausland) zum vorweihnachtlichen Shoppen und Chillen überrannt.

    Okay - das ist natürlich interessant, wenn man landesintern Quervergleiche aufgrund unterschiedlicher Bedingungen ziehen kann.

    Meine 5 positiv getesteten Kollegen haben jeweils ein positiv getestetes Familienmitglied zu Hause, rein übers Ausschlussverfahren kann man mit recht hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass es nicht im Schulhaus passiert sein kann denn es gibt keine "passenden" positiv getesteten Schüler dazu.

    Das finde ich angesichts der vielen symptomlosen jungen Leute jetzt allerdings auch nicht sonderlich überzeugend - zumindest nicht, solange man bei den jeweils positiv getesteten Familienmitgliedern keine Anhaltspunkte hat, dass sie die Infektion zuerst hatten.

    Ich denke auch, dass das digitale Know-how, das bei der Onlinebeschulung nötig ist, so rudimentär und selbsterschließend ist, dass man es nicht unnötig problematisieren sollte.

    Meine Schüler hatten die größten Probleme damit, dass ich keine Fotos mehr annehme, sondern ihre Ergebnisse als PDF Dokument haben möchte. Das musste ich tatsächlich etwas ausführlicher erklären, aber alles andere haben sie auch ohne Unterstützung hinbekommen. Auch die Mittelstufe.

    Ich lüfte nach wie vor dauerhaft. Heute war es schon arg unangenehm, aber bisher hat noch kein Schüler gefragt, ob wir das Fenster schließen können. Die sehen das Infektionsgeschehen bei uns ja auch und haben da keinen Bock drauf.

    Davon hatten wir es auch schon ein paar Mal. Ja, fühlt sich doof an, aber das Gesundheitsamt entscheidet nun mal. Und genauso, wie wir hier abkotzen, wenn Hinz und Dr. Kunz ganz genau wissen, was Lehrer alles (nicht) tun wird es auch den Gesundheitsämtern gehen. Dort arbeiten Ärzte, die Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen treffen.

    Was würdest du eigentlich machen, wenn du wüsstest, dass Karl in Quarantäne sitzt? (ich schätze, es war Karl, hab ich zumindest irgendwo gelesen8)).

    Ich saß übrigens dienstlich bedingt (privat is ja nich mehr) schon dreimal mit Erwachsenen im Raum, die vorher inzwischen positiv getestete Kinder unterrichtet haben. Fand ich auch nur mäßig witzig. Aber: Von uns ist niemand erkrankt. Eventuell sind all die Regeln ja doch nicht für die Katz.

    Ob Karl als Kontaktperson in Quarantäne sitzt, ist mir recht egal. Ob Karl selbst der Positivfall war, nachdem ich mindestens 3 Stunden mit Karl in einem Raum verbracht habe in der vergangenen Woche, eher nicht. Das möchte ich wissen,insbesondere, wenn es nicht nur um einen Karl geht, sondern um mehrere Jahrgangsstufen und Karls. Möglicherweise würde mich das veranlassen, doch mal einen der kostenlosen Tests in Anspruch zu nehmen. Ganz sicher aber würde es mich veranlassen, meine Wochenend- und Freizeitgestaltung zu überdenken und tatsächlich mal zwei Wochen komplett niemanden zu treffen. Und ebenfalls sicher würde es nach sich ziehen, dass ich in die betreffende Klasse vorerst nur noch mit FFP2 Maske gehe. Über den kompletten Schultag "schaffe" ich die leider nicht und versuche daher sinnvolle Schwerpunkte zu setzen, in welchen Situationen ein höherer Schutz vermutlich notwendiger ist als in anderen - eine Klasse mit einem bestätigten Positivfall wäre so eine Situation.

    Und ganz abgesehen von diesem Dingen geht es letztlich auch einfach um Vertrauen und Transparenz. Es arbeitet sich für mich sehr unangenehm, wenn man über das Infektionsgeschehen gezielt im Dunkeln gelassen wird.

    Genau so sehe ich es auch gerade. Aber ich finde es schon arg bedenklich, wenn jegliche Information eingestellt wird - nicht nur für mich, sondern auch für Klassenkameraden, die viel näher im Infektionsgeschehen sitzen und völlig ahnungslos sind.

    Bei uns heute 2 neue Fälle in 2 unterschiedlichen Jahrgangsstufen unter den Schülern, bei denen das Gesundheitsamt "keinen Handlungsbedarf" sieht. Wir erfahren nichtmals mehr wer. Ist das die neue offizielle Kommunikationsrichtline? Bis vor Kurzem wusste man wenigstens noch, ob man die Schüler selbst unterrichtet hat.

    Ohne Worte, echt.

    @laleona

    Aushang an der Uni gemacht, Anzeige in der Lokalzeitung oder in entsprechenden Onlineportalen geschaltet? Ich hbe ja auch Leute mit Kleinkindern im Freundeskreis und die haben jedenfalls wenig Probleme gehabt willige Stundenten zu finden. Präsenzveranstaltungen finden derzeit doch kaum statt.


    Ich sehe die Betreuungsproblematik grundsätzlich ja durchaus auch, es kann aber nunmal auch nicht sein, dass diese Interessen höher gewichtet werden als Gesundheitsschutz. Letztlich müssen sich die Familien da selbst was überlegen. Oder vielleicht auch mal die Arbeitgeber, falls sie ein Interesse daran haben ihre Mitarbeiter zu halten.

    Als ob alle Eltern Geringverdiener sind. Ich finde das Betreuungsargument auch extrem schwach - dann muss man eben mal SELBST Verantwortung für die eigenen Kinder übernehmen, ein paar Euros in die Hand nehmen und Betreuung organisieren und bezahlen. Wo nachgewiesen werden kann, dass das partout nicht drin ist, weil beide Elternteile Geringverdiener sind oder was auch immer, könnte immer noch Notbetreuung greifen oder ein Zuschuss bezahlt werden (gefühlt alles andere wird ja gerade auch subventioniert). Auf den Großteil wird das aber sicher nicht zutreffen.

    Mir wurde heute als schwangere Lehrerin von der SL mitgeteilt, dass ich Mehrarbeit und Pausenaufsichten zu leisten habe aufgrund der Situation. Ich finde das absolut bedenklich und frage mich, ob man aufgrund der Situation einfach das Mutterschutzgesetz außer Acht lassen kann. Ich finde es sowieso schon vom Dienstherrn unverantwortlich, Schwangere ohne jeglichen Schutz im Präsenzunterricht einsetzt. Kann man da irgendwas machen? Ich mache mir ernsthaft Sorgen! Bundesland NRW

    Unsere Schwangeren sind komplett raus. Ich hab das nicht so genau verfolgt, aber ich meine, dass sie nach einem Positivfall sowieso 14 Tage nicht im Unterricht eingesetzt werden dürfen. Das führt bei den ständigen Fällen zu totalem Chaos und daher wurde angeraten, dass sie sich ein Beschäftigungsverbot besorgen, damit zumindest Vertretung ausgeschrieben werden kann.

    Deshalb verstehe ich auch nicht, warum hier plötzlich alle Fernunterricht so geil finden. Wir haben ernsthaften Unterricht gemacht. Meine Erstis haben die komplette Bindungslehre zu Hause gemacht, die Zweitklässler Gleichgewicht und Protolyse - die anwesenden Chemiker wissen, was das heisst. Per Definition können die das jetzt und es ist auch abgeprüft. Fernunterricht ist ewig aufwändig wenn er gut gemacht sein soll und das ist er nur, wenn es auch Lernzuwachs gibt und den muss ich dann wohl auch überprüfen können.

    Weil mir dieser Mehrwaufwand lieber ist als das Risiko, dem man sich aussetzt, wenn man sich tagtäglich mit vollbesetzten Klassen durch den Schulalltag schiebt. Da es ja nun eine verpflichtende Teilnahme am Fernlernen gibt, sehe ich die Probleme aus dem Frühjahr auch nicht so sehr. Wer nicht mitzieht, kriegt dieses Mal eben die Quittung dafür. Und ganz ehrlich, ich empfinde den Präsenzunterricht momentan auch nicht als sonderlich effektiv. Das Dauerfrontalgedöns, das man dort seit Monaten durchexerziert, kann man auch 1:1 in den virtuellen Raum verlegen. Meine Schüler sind jetzt zu den regulären Unterrichtszeiten zur Videokonferenz einbestellt und sofern das so klappt, wie es soll (von der technischen Seite her), stelle ich es mir durchaus praktikabel vor. Ich bin gespannt!

    Du ... Ich habe im August alles abgeprüft, was ich im Fernunterricht gemacht habe. Das Wort endet ja auf Unterricht und nicht auf sinnlose Beschäftigungstherapie.

    Da gebe ich dir Recht. Hier gab es im letzten Schuljahr ja keine Verbindlichkeit mitzuarbeiten, von daher waren die Ergebnisse durchwachsen. Dieses Mal sieht es anders aus. Ich mache mir dennoch Sorgen, weil das das denkbar ungünstigste Thema ist für eigenes Rumwerkeln. Mein Gedanke war ja, zu den regulären Unterrichtszeiten Videokonferenzunterricht zu machen, aber wie ich sehe, scheitert das in den kommenden 2 Stunden bereits an Vertretungseinsatz.


    Was mich zur nächsten Frage bringt: wie ist es eigentlich offiziell geregelt, wenn Schüler in Quarantäne sind - mache ich dann Minusstunden oder zählt Distanzbeschulung gleichtwertig zur Präsenzbeschulung? Wenn ich in den durch die Quarantäne entfallenen Stunden nun in irgendwelchen anderen Klassen vertrete, wäre ja interessant, ob ich ne Chance auf Bezahlung habe oder nicht.

    Es wird langfristig sowieso so sein, dass sich in den Innenstädten nur halten kann, wer ein Angebot mit einem deutlichen Mehrwert gegenüber Onlineangeboten schaffen kann. Da das preislich schwierig bis unmöglich sein dürfte, müssen die Läden oder Dienstleistungen entweder exklusivere Angebote machen, die der Kunde im Web nicht findet, oder der "atmosphärische" Mehrwert muss so viel höher sein, dass die Menschen dafür auch gerne extra den Weg in die Innenstädte auf sich nehmen. Die xte austauschbare Mode-, Buchhandlungs- oder Restaurantkette wird da langfristig nichts mehr herausreißen können. Vielleicht beschleunigt Corona hier einfach einen Wandel, der sich ohnehin schon lange abzeichnet.

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