Beiträge von Maylin85

    Schmidt Okay, das macht Sinn. Aber dann wird zumindest ganz offensichtlich gegen das Testen von Kindern priorisiert - was angesichts der schwächeren Krankheitsverläufe sicherlich verständlich ist, aber eben dazu beiträgt, dass wir vom Infektionsgeschehen in den Schulen überhaupt keine Ahnung haben. Dazu passt es nicht sich vor die Presse zu stellen und zu erzählen, dass sich kaum jemand in Schulen infiziere und es kein nennenswertes Infektionsgeschehen gäbe. Ich würde mir wünschen, dass dann zumindest klar kommuniziert wird was Sache ist. Und endlich ernsthafte Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

    Roswitha111

    Das geht wirklich gar nicht. Wir hatten auch Fälle von Kindern, bei denen die Kinderärzte mit dieser Begründung nicht testen wollten, und das scheint ja auch eher die Regel als die Ausnahme zu sein (genau deswegen empfinde ich die Zahl der Treffer bei Kindern nebenbei bemerkt auch als vergleichsweise hoch, denn faktisch wird ja kaum getestet). Aber dass die Kollegen mit Symptomen bei dieser Ausgangslage nicht getestet werden, ist wirklich grob fahrlässig. Ich wünsche dir, dass du und dein Kind davon nicht betroffen sein werden - das sind exakt die Gründe, wieso ich jeden Risikogruppenkollegen verstehe, der sich aktuell aus dem Präsenzunterricht rauszieht.

    Es ist einfach wahnsinnig schwer und ein Balanceakt. Bei uns sind die ersten 2 Infektionen jetzt auch in der Lehrerschaft angekommen (Tests in der 1. Ferienwoche), nachdem wir ja seit der ersten Schulwoche nach den Sommerferien immer wieder positiv getestete Schüler hatten. Natürlich kann niemand nachweisen, ob die Infektion in der Schule stattgefunden hat oder irgendwo extern. Unser Inzidenzwert liegt bei über 70, also weiß der Geier, wo man sich das Zeugs gerade alles überall einfangen kann... allerdings handelt es sich um sehr vorsichtige Kollegen und wir haben alle gesehen, wie die "Maskenmoral" unserer Schüler aussah und dass sowohl von Quarantäneanordnungen als auch von Mitschülertests nur sehr minimalistisch Gebrauch gemacht wurde, also liegt zumindest die Vermutung nahe, dass es bei uns an der Schule ein verdecktes Infektionsgeschehen gibt.

    Ich verstehe den Wunsch, die Schulen offen zu halten. Ich finde den Umgang mit Corona in der Schule aber dennoch sehr problematisch, wenn man nicht endlich mal anfängt, das tatsächliche Infektionsgeschehen auch aufdecken zu WOLLEN. Das würde für mich zu einem transparenten, vernünftigen Umgang dazu gehören und Vertrauen in die Vorgehensweise der Gesundheitsämter und die erlassenen Maßnahmen schaffen. Statt dessen bekommt man zunehmend den Eindruck in ein Minenfeld geschickt zu werden und ist genötigt, Schüler maximal auf Abstand zu halten und unter den Bedingungen endlosen Dauerfrontalunterricht durchzuziehen, der alle Beteiligten nicht zufrieden stellt und bei dem ich zunehmend das Gefühl habe, nicht mehr alle zu erreichen. Ich würde mir angesichts der Gesamtsituation sehr wünschen, wieder in ein vernünftiges Rotationssystem zurückzuschalten, in dem man mit kleineren Lerngruppen vernünftigen Unterricht machen kann und einen sinnvollen Wechsel von Präsenz- und Heimbeschulung anleiern kann.

    Hm, dieses Rauslotsen lassen per Anruf ist eher nicht so mein Ding. Wenn ich kein Interesse habe, sage ich das lieber freundlich und direkt geradeaus 😊 War auch nie ein Problem. Mir geht es tatsächlich eher um den Sicherheitsaspekt und mein Gegenüber weiß auch, dass jemand sich deswegen zwischendurch mal melden wird.

    Wie - ich schicke einfach jemand anderes zu dem Date, der dann je nachdem an meiner Stelle knattern oder sich abmurksen lassen kann? Das ist mal clever und zeitsparend!

    Wat? Nee 😄 Du organisierst dir einfach jemanden, der weiß, wo du bist, und der in fest vereinbarten Abständen mal anruft und nachfragt, ob alles in Ordnung ist. Ich finde schon, dass das Sicherheit gibt. In gewissen Szenen ist das eine völllg normale, seit Jahrzehnten etablierte Praxis. Mich wundert, dass es bei "normalem" Tindern anscheinend nicht so arg üblich ist.


    Ich würde übrigens auch nie zu Hause daten, weder bei mir noch beim Gegenüber. Ich handhabe es so, dass man sich erstmal auf neutralem Boden im Cafe oder in ner Bar trifft, die gegenseitige Sympathie abcheckt und dann weiterschaut, ob es passt oder halt nicht. Wenn das Gefühl auf beiden Seiten stimmig ist, sucht man sich halt ein Hotel. Wenn nicht, dann halt nicht. Ganz unkompliziert und ergebnisoffen 😊

    Tja, so unterschiedlich sind Menschen 😀 Ich würde genau andersherum vorgehen... wenn ich abgesehen von den üblichen Banalitäten über nichts reden kann und das Gegenüber nicht auf meiner Wellenlänge ist, kann ich auf die Nacht auch verzichten. Wenn mich z. B. jemand nicht mal zum Lachen gebracht hat und umgekehrt, ist alles weitere sinnlos.

    Edit: Mit Kinderwunsch und Familienplanung sollte man grundsätzlich nicht in die Kennenlernphase einsteigen 😉

    Ich habe mal vorausgesetzt, dass man sich schon irgendwie sympathisch war und den Eindruck hatte, dass die Wellenlänge passen könnte 😊 Es gab auch mal ein Treffen, wo die Chatphase echt nett war, beim Treffen aber irgendwie sofort klar war, dass das nichts wird. Da wurde dann auch aus der Nacht nix, sondern wir haben beide drüber gelacht, 2 Bierchen getrunken, uns nett unterhalten und das wars dann. Ich denke, man sollte generell immer ohne allzu fixe Erwartungen in jede Art von Treffen gehen. Ohne eine gewisse zwischenmenschliche Chemie geht es nunmal nicht und ob die besteht oder nicht, merke man eben erst so richtig bei der realen Begegnung.

    Ich finde Apps wie Tinder oder Lovoo weniger schlecht als ihren Ruf. Das Grundproblem bei Onlinedating ist unabhängig von der Plattform halt grundsätzlich, dass es kein natürliches Kennenlernen ist und sich daher (für mich) immer irgendwie seltsam und unrund anfühlt. Fängt schon damit an, was man sich überhaupt schreiben soll, wenn doch eigentlich beide wissen, dass es nur um ein Abchecken auf Kompatibilität im Schnellverfahren geht.. insofern fand ich den Ansatz, erstmal für eine Nacht zu schauen und DANN zu überlegen, ob auch darüber hinaus was gehen könnte, immer recht pragmatisch und aufrichtig 😄 Seit Corona habe ich allerdings auch alles in der Richtung eingestellt.

    Ganz nett finde ich auch den Ansatz über interessensgeleitete Singlegruppen in sozialen Netzwerken. Ich habe z.B. Hunde und hatte nette Kontakte und auch Spaziertreffen über Singles-mit-Hund-Gruppen; sowas geht meines Erachtens nach auch in Coronazeiten. Meinen Ex habe ich seinerzeit in einem Motorsportforum kennengelernt. Es ist halt generell einfacher, wenn man sich einander über ähnliche Interessen annähert, statt direkt über Parameter wie Kinderwunsch und Familienplanung zu sprechen.

    Flurfunk!

    Wo die Info her kam, macht sie in diesem Fall aber nicht falscher. Es wurde nicht offiziell kommuniziert, aber die Schüler haben auch kein Staatsgeheimnis daraus gemacht, als sie wieder da waren.

    Aber ich werde das mal zum Anlass nehmen, etwas relativierender zu formulieren. Ich dachte bisher, dass die Verwendung von "ich denke", "es erscheint", "nicht unwesentlich", "zum Teil" usw. ausreichen, um zu verdeutlichen, dass ich hier weder absolute Wahrheiten noch monokausale Ursachenzuschreibungen kund tun möchte. Mache ich zukünftig deutlicher.

    Ich unterstelle hier nichts, ich stelle fest.

    Auch wenn es sich "quer durch die Gesamtbevölkerung" zog, DAS musstest du dann doch nochmal explizit dazuschreiben. :daumenrunter:

    Weil es ja auch faktisch so ist 🤷‍♀️ Wieso man dieser Aussage direkt eine Wertung zuschreiben muss, erschließt sich mir nicht. Ich habe damit jedenfalls ausdrücklich keine indirekte Kritik am Reiseverhalten oder dergleichen verbunden.


    Bei uns ist es übrigens so, dass ich bei meinen eigenen Schülern sehr genau wusste, wer positiv getestet wurde oder gerade in Quarantäne aufgrund einer positiven Testung eines Familienmitgliedes war. In ersterem Fall hat sich das Gesundheitsamt gemeldet und sehr genau nach Kontakten und Abständen gefragt (weil hier eben nicht pauschal alle in Quarantäne gehen) und im zweiten Fall muss ich ja distanzbeschulen, also bekomme ich auch die entsprechende Quarantäneinfo. Bei Schülern aus Klassen, die ich nicht beschule, werden wir nur darüber informiert, dass es in Jahrgang x einen Fall gibt, aber ohne Namen. Da tut aber natürlich der Flurfunk sein übriges.

    Irgendwelches Coronamobbing gab es meines Wissens nach bei uns aber auch nicht. Die Schüler haben anschließend selbst sehr offen erzählt und es wurde nie stigmatisiert oder dergleichen.

    Und sowas wird dann zur Basis stimmungsmachender Postings - nicht nur in Lehrerforen. Kopfschüttel! :daumenrunter:

    Ernsthaft jetzt?! Ich verfasse keine "stimmungsmachenden Postings", sondern schreibe, wie es bei uns verlaufen ist. Wenn du eine "stimmungsmachende" Wertung reininterpretieren möchtest, ist das wohl eher ein Rezeptorenproblem. Ich verbitte mir jedenfalls Unterstellungen, ich würde gegen irgendwen "Stimmung machen". Es ging im Ursprung darum, woher das Virus denn nach dem Sommer wohl hergekommen sein mag und das ist nunmal EIN Weg gewesen. Genau wie Spreadingevents, die sprunghaft zu hohen Fallzahlen geführt haben, hier sehr oft klar zuzuordnen waren.

    Vermutlich gab parallel auch es den demgegenüber weniger beachteten latenten Schwelbrand überall quer durch die Gesamtbevölkerung, aber mir war nicht bewusst, dass ich das der politischen Korrektheit wegen nochmal explizit dazuschreiben muss 🙄

    Das wird bei euch so "öffentlich" kommuniziert? Oder hast du es von den Schülern selbst erfahren im Nachhinein?

    Nein, natürlich wird das nicht so öffentlich kommuniziert. Aber die Mitschüler tratschen, ich kenne die Schüler und ihren Hintergrund, teilweise haben sie auch selbst was erzählt, nachdem sie wieder da waren (nein, ich frage nicht aktiv).

    Ich hoffe übrigens, dass mein Posting nicht weniger wertfrei klang, als es gemeint war. Ich finde es sehr verständlich, dass in den Ferien Omas und Opas bzw. generell die Verwandtschaft besucht wird. Es hat nur (ganz faktisch) den Anschein, dass das hier in der Region auch maßgeblich zum Eintrag des Virus beigetragen hat. Bei uns hatten bisher ausnahmslos alle positiv getesteten Schüler Migrationshintergrund und ja, das mag anekdotische Evidenz haben, aber die Vermutung liegt eben nahe, dass es einen Zusammenhang gibt. Auch erscheint es so, als ob es das Virus aufgrund der größeren und engeren Familienverbünde und deren "Aktivitäten" (Hochzeiten, religiöse Feste) in einigen communities leichter hat.

    Wie gesagt, das soll kein Fingerzeigen sein, sondern einfach eine Erklärung für den Anstieg hier in der Stadt. Trotz Grenznähe spielen die Niederlande keine große Rolle, sonst würde sich das Infektionsgeschehen nicht (noch) schwerpunktmäßig so punktuell auf nur wenige Stadtteile konzentrieren.

    Dafür muss aber erst mal Virus von irgendwo kommen, damit er auf einer grossen Feier vermehrt werden kann.

    In NRW spielt hier der Heimattourismus der vielen Migranten keine unwesentliche Rolle, denke ich. Der erste Coronafall in unserer Schülerschaft war direkt in der ersten Schulwoche nach den Sommerferien jemand, der bei den Großeltern im Kosovo war. Bei Fall Nr. 2 hat der Vater das Virus aus Serbien mitgebracht.

    Ich glaube nicht, dass der Grenzverkehr hier im westlichen Ruhrgebiet und Rheinland das Problem ist. Es gab zwar Einkaufstourismus in die Niederlande, aber unsere Hotspots hier waren soweit bekannt überwiegend private Feiern und insbesondere Großhochzeiten. In Duisburg sind die Stadtteile mit den höchsten Zahlen z.B. Marxloh und Hochfeld. Dass man dort zuvor viel in die Niederlande gereist ist, bezweifel ich^^

    Inwiefern die Einstellung der Heizung relevant ist, erschließt sich mir auch nicht. Ob die voll an ist oder nicht, veeinflusst höchstens die Raumtemperatur, aber nicht die Aerosolkonzentration.

    Ehrlich gesagt liest sich das für mich insgesamt aber auch alles etwas drüber. Will ich lüften, dann lüfte ich. Zumindest, bis irgendwo eine Verordnung herauskommt, die mir das ganz klar verbietet. Damit ist das Thema für mich eigentlich erledigt und was die Kollegen vorber oder nachher machen, ist mir relativ wumpe.

    Ich gehöre nicht zur Risikogruppe und lebe auch nicht mit Zugehörigen zu eben jener zusammen, ich möchte mich trotzdem nicht anstecken und fühle mich an der Schule derzeit nur begrenzt wohl. In der beschriebenen Situation möchte ich nicht stecken, das klingt sehr belastend.

    Was man machen kann: FFP2 oder FFP3 Masken und möglichst am geöffneten Fenster stehen bleiben. Schüler auf Abstand halten. Mehr Möglichkeiten sehe ich nicht.

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