Beiträge von Maylin85

    Naja de facto passiert da überhaupt gar nichts außer einer Empfehlung zum Abstandhalten. Für mich sind das alles hohe Phrasen, die man da halt reinschreiben muss.


    Kris24
    Okay, dann habe ich das misverstanden. Menschenansammlungen würde ich tendenziell auch gerne länger aus dem Weg gehen.

    Kris24, welches Risiko siehst du denn für dich persönlich?

    Als Beamter mache ich mir recht wenig Sorgen. Ich hab nächste Woche den Notartermin für meinen Immobilienkauf und meine einzigen Bedenken gehen in die Richtung, dass man das nächstes Jahr evtl. auch billiger bekommen könnte und evtl. warten sollte. Aber um z.B. meine Ratenzahlungsfähigkeit mache ich mir wenig Gedanken.

    Ich verstehe aber, dass es Menschen mit wackeligerem beruflichen Fundament aktuell so gehen mag.

    Die den Bach runtergehende Wirtschaft hab ich sehr wohl im Auge, die rettet aber auch keine Wiedereröffnung der Schulen, sondern dafür dürfte primär das Wiederhochfahren des gesamten stillgelegten Dienstleistungssektors maßgeblich sein. Und im Prinzip macht es auch nur Sinn, beides parallel anzugehen. Solange man es nicht verantworten kann, dass Leute zusammen in einem Kinosaal oder Restaurant sitzen, kann man auch keine Zusammenkünfte in Schulklassen schlüssig legitimieren.

    Wenn man bei zunehmendem gesellschaftlichen Unmut über die aktuellen Maßnahmen zu dem Schluss kommt, dass man das Wohlergehen der Wirtschaft höher priorisiert/priorisieren muss als die Verminderung des Drucks auf unsere medizinischen Infrastrukturen, dann ist das ja völlig in Ordnung. Allerdings sollte man die Alternative ehrlicherweise auch klar benennen und den Bürgerüber die Konsequenzen aufklären. Denn im Ernstfall wird es dann bei Überlastung des Gesundheitssystems dazu führen, dass man einem Teil der Bevölkerung von vornherein keine Behandlung mehr zukommen lassen kann und wird, so dass wir zwar vielleicht wirtschaftlich besser durch diese Phase kommen und uns schneller bis zur Herdenimmunität durchseuchen, aber auf der anderen Seite auch sehr sicher mit höheren Todeszahlen dafür bezahlen.

    Ich bin immer noch der Meinung, dass wir keine Betreuungseinrichtung sind, sondern eine Bildungseinrichtung. Überlegungen zur Wiedereröffnung müssen sich am Infektionsschutz orientieren und nicht an Kinderbetreuungsbedarfen, das wäre imo das völlig falsche Motiv. Auch bei den Abschlussjahrgängen finde ich die Notwendigkeit einer zeitnahen Präsenzbeschulung äußerst fragwürdig.

    Ich kann auch in keiner Weise nachvollziehen, wieso ein Lehrerverband sich an Spekulationsdebatten zur Wiedereröffnung beteiligt und sogar ein Modell inkl. angestrebtem Zeitrahmen skizziert. Jede Äußerung in diese Richtung befeuert die gesellschaftliche Erwartungshaltung und erhöht den Druck, möglichst schnell wieder zu öffnen. Das kann wohl kaum im Interesse der Lehrerschaft sein.

    Wie man sich die Berücksichtigung des Infektionsschutzes vorstellt, würde mich auch brennend interessieren. Das klappt ja bereits in der Notbetreuung nur sehr alibimäßig. Wenn der Arbeitgeber mit Plexiglas um alle Tische, Abstandsmarkierungen bei klarer "wer sich nicht dran hält, wird sofort nach Hause geschickt"-Prämisse, Masken, Desinfektionsmitteln, täglicher Reinigung des Gebäudes usw. aufwartet - meinetwegen, dann sieht man zumindest ein Bemühen. Dass das völlig lächerliche Utopie ist, wissen wir allerdings auch alle.


    Für mich wäre eine Wiedereröffnung vor Ende Mai auch eher ein unverantwortliches "an die Front stellen". Man darf nicht vergessen, dass das RKI immer noch vom Anfang der Epidemie spricht.

    Die Pressemitteilung von Herrn Meidinger ist ein riesiger Skandal!

    Ich habe ihm das persönlich am seine offizielle E-Mail Adresse rückgemeldet (hp.meidinger@rokodeg.de) und vielleicht finden sich noch ein paar KuK, die das tun möchten. Eines Lehrerverbandsvorsitzenden (und er war auch im Philologenverband aktiv) nicht würdig die Gesundheit der KuK so hinten an zu stellen.

    Danke für die Mailadresse. Hab ich auch direkt gemacht.

    Ich bin wirklich entsetzt, wie man sich in dieser Funktion so konträr zu den Interessen der Berufsgruppe äußern kann, die man vertritt.

    Die kurzen Korrekturfristen betreffen ja die allermeisten Bundesländer, von daher wüsste ich nicht, wieso nicht auch deutschlandweit eine Verlängerung der Einschreibungsfristen an den Unis umsetzbar sein sollte. Aber nun gut, es ist so, wie es eben ist.

    Der Vorschlag von Moebius wäre eine viel zu praxisorientierte Variante als dass sie realistisch in Betracht gezogen werden könnte^^ Würde ich aber gut finden!

    Mein Kollege hat dieses Jahr zwei LKs in Englisch und mein aufrichtiges Beileid.

    Möglicherweise muss man in der Praxis einen gangbaren Mittelweg finde, der formal alle Vorgaben erfüllt, aber intern etwas flexibler gehändelt wird.

    Ich verstehe, dass die Situation eine besondere ist und dass auch wir uns auf den Hintern setzen müssen, aber diesen kurzen Korridor empfinde ich dennoch als ziemliche Zumutung. Man hätte sich keinen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn auch die Zeugnisse halt ein paar Wochen später ausgestellt werden würden.

    Oh krass. Ich hab einfach ungefragt alle Klausurnotennrausgeschickt und gesagt wenn sie mehr Infos wollen sollen sie sich melden. Das haben in den 3 GKs immerhin 40% in Anspruch genommen.

    Zum korrigieren hat mir niemand irgendwas geschickt bisher. Vielleicht hätte ich es nicht freiwillig und offen stellen sollen (alte Abiaufgaben selbst lösen, wenn sie zu was speziellem Bedarf haben sollen sie sich melden). Aber ganz ehrlich? Sie sind auch echt mal alt genug...

    Bei uns hieß es, dass sowohl Noten als auch Klausur nur auf explizite Nachfrage der Schüler geschickt werden dürfen.Die Sinnhaftigkeit erschließt sich mir auch nicht ganz, aber nun ja.

    Mein Austausch mit meinen Schülern ist ehrlich gesagt auch sehr begrenzt. Wir stellen die Aufgabe wochenweise in die Schulcloud rein, ich versuche, möglichst genaue Bearbeitungshinweise dazu zu formulieren, und schreibe zu jedem Aufgabenpaket einen Satz darunter, dass sie mich bei Unklarheiten oder Problemen jederzeit der Mail kontaktieren können bzw. dass sie mir Arbeitsergebnisse gerne für ein Feedback zusenden dürfen. Von beidem wird bisher eher spärlich Gebrauch gemacht. Zum Großteil meiner Schüler habe ich keinen Kontakt - in Anbetracht der Tatsache, dass die Aufgaben ja sowieso laut offiziellen Angaben freiwilligen Charakter haben, suche ich den auch nicht aktiv. Ich sehe aber auch zu, dass die Aufgaben eher wiederholenden/festigenden Charakter haben und niemanden überfordern sollten, von daher gehe ich davon aus, dass schlichtweg keine größeren Schwierigkeiten auftreten und seitens der Schüler kein großer Kommunikationsbedarf besteht.


    Was mich ärgert, sind meine Abiturienten. Ich hab das Vorabitur durchkorrigiert und eine Mail rausgeschickt, dass sie gerne ihre Noten erfragen können und ich ihnen die Klausuren & Feedbacks auf Nachfrage gerne einscanne und zusende. EINER hat das bisher in Anspruch genommen. Dieses demonstrative Desinteresse so kurz vorm Abitur macht mich ein wenig sprachlos und ich frage mich, wozu ich mich überhaupt stundenlang hinsetze und seitenlang individuelle Rückmeldungen schreibe.

    Genau der Kinder- und Jugendnotdienst bzw. das Jugendamt ist auch dafür zuständig.

    Genauso wie Laien nichts als Lehrer vor Klassen zu suchen haben, ist die Schule kein Ersatz für eine Inobhutnahme durch das Jugendamt.

    Natürlich achtet auch die Schule auf Anzeichen, die eine Einschaltung des Jugendamts erfordern und handelt gegebenenfalls.

    Kinder müssen aber zur Schule um etwas zu lernen und nicht um von Lehrern auf häusliche Gewalt begutachtet zu werden oder um als Inobhutsnahme light zeitweise aus problematischen häuslichen Verhältnissen genommen zu werden. Insofern ist die Argumentation die Schule wieder zu beginnen, um das Kindswohl wegen häuslicher Gewalt zu sichern, kein wirklich gut geeignetes Argument.

    Das sehe ich absolut genauso. Die Frage ist nur, in welcher Funktion und Verantwortung die Gesellschaft uns hier sieht und ob unsere Sichtweise im Zweifel irgendwen interessiert. Vermutlich nicht. Meine Schwester, die beim Jugendamt arbeitet, hat z.B. einen völlig anderen Standpunkt als ich und befürwortet, dass viele Träger aus Kinderschutzgründen den Zugang zu den Notbetreuungen bereits jetzt großzügiger gestalten. Man darf bei der Thematik auch nicht vergessen, dass auch das Jugendamt oft nur begrenzten Handlungsspielraum hat und z.B. viele Inobhutnahmen von Familiengerichten wieder aufgehoben werden, obwohl die Jugendämter die Kinder in den Familien als gefährdet einstufen.


    Roswitha111

    Dass die Verhältnisse in Förderschulen völlig anders sind, glaube ich sofort! Und ja, daran denkt niemand. Noch ein Grund, wieso ich denke, dass wir an den weiterführenden Regelschulen noch vergleichsweise gut wegkommen.


    Eben -> alles Sollvorgaben und " ist anzustreben" und die Abweichungsmöglichkeit ist direkt schon mit berücksichtigt.

    Susannea, auch im Kindergarten sind Risikogruppen von der Notbetreuung freigestellt, was das verfügbare Personal ordentlich zusammenschrumpft. Und in NRW ist der Zugang inzwischen so niedrigschwellig, dass im Prinzip fast jeder seine Kinder wieder bringen kann. Weniger Stunden -> nein, hier muss die reguläre Öffnungszeit abgedeckt werden. Ich könnte mir vorstellen, dass es regional große Unterschiede in der Beanspruchung gibt, aber bei meiner Freundin sind die Zustände so, dass seit letztem Montag immer mehr als 10 Kinder in der Gruppe waren. Was soll man machen, wenn halt nicht mehr Erzieher da sind...

    Bei uns sind die Betreuungszahlen auch gestiegen, aber noch nicht so hoch, dass man 12-15 Kinder in einer Gruppe hat.. wie ich es aus Kindergärten höre...

    Ich will das auch nicht schönreden, ich sehe den vermutlich auf uns zukommenden Umgang im Schulbereich auch kritisch. Ich erfreue mich nur daran, dass ich meine Schüler immerhin nicht auf die Toilette begleiten muss oder es mit angelutschtem Spielzeug zu tun haben werde.

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