Die Praktikanten, mit denen ich zuletzt zu tun hatte, haben völlig andere Fragen gestellt, als ich damals. Nichts zu pädagogischen und didaktischen Überlegungen, sondern wie viel Vorbereitungszeit steckte in der Stunde, wie lange dauerte die Korrektur des LK-Stapels, wie viele außerschulische Termine finden so statt, wie viel Mehraufwand bedeutet Inklusionn usw. usw. Das sind kluge Fragen und allen Fragenden war gemeinsam, dass sie unsicher sind, ob sie sich dem aussetzen wollen. Ich selbst rate - gefragt oder ungefragt - immer eindringlich von diesem Beruf und mehr noch dem Lehramtsstudium ab, da ich der Meinung bin, dass man Leute nicht guten Gewissens in diese Einbahnstraße rennen lassen kann.
Das Kippen des Sozialverhaltens empfinde ich neben der Übergriffigkeit des Terminplans vieler Schulen auch als den größten abstoßenden Faktor. Daran ändern wir aber nichts aus der Schule heraus, sondern es bräuchte gesamtgesellschaftliches Umdenken.