Beiträge von Maylin85

    Ich tippe mal ins Blaue: gut betuchtes Einzugsgebiet mit komplett überbehüteten Kindern und absurd sensibler Elternschaft, die viel Zeit und Muße hat, eine ausführliche Empörungskultur zu pflegen. Da muss man im Sinne des Schulfriedens vermutlich auch bei Lappalien schonmal "wir nehmen das sehr ernst" signalisieren und die Schulpsychologie einschalten.

    Mir fehlt jede Phantasie dafür, wie ein Film aussehen müsste, der so hochtraumatische Reaktionen auslöst, dass noch Tage später Interventionen erforderlich sind (denn ich vermute mal, das pädagogisch wertvolle Zusammensetzen hat sich nicht direkt noch am gleichen Abend abgespielt). Jedenfalls ein schönes Beispiel, mit welch absurdem Zeugs man sich in diesem Job ständig befasst. Konsequenzen für die verantwortliche Mitarbeiterin und eine schriftliche Entschuldigung per Mail hätten es wohl auch getan.


    Aber ich finde immer interessant, wie unterschiedliche Perspektiven es auch unter Lehrern zu solchen Meldungen gibt. Erklärt, warum Schule so ist, wie sie heute ist.

    Klingt schon besser 😉 Bei uns gibts die mit Weißkohl oder Wirsing, mag ich beides nicht.


    Ich hab gestern noch sinniert, wie toll meine Oma an Weihnachten eigentlich war. Für einen Teil der Familie gabs Rouladen, für einen anderen Sauerbraten, und für mich Fisch - in dieser Miniküche mit 4 Herdplatten und Ofen und ohne die ganzen fancy Geräte, die man heute hat, und alles war perfekt und gleichzeitig fertig. Dinge, die man erst mit 25 jahren Verspätung sieht 😊

    Mailyn, jetzt bin ich irgendwo zwischen Danke, Verwirrt und Traurig.

    Das tut mir leid 😄

    Ich mag keine kalten Kartoffeln (muss ich vielleicht tatsächlich mal warm probieren, wie von Kris beschrieben).

    Und ich mag nicht sehr gerne Fleisch und schon gar keinen Kohl, der ja meist in Rouladen drin ist, also sind Rouladen auch raus.

    Picky eater^^

    Kartoffelalat ist für mich überhaupt gar kein Essen, sondern eine Grillbeilage, die andere Menschen zu Mitbringbuffets anschleppen. Bei uns gabs das nie und ich kenne auch niemanden, der das an Weihnachten isst. Aber wer es mag, ja mei... ich würde auch die Rouladen nicht essen, gleiches Level von "mäh" 😄

    Am Ende alles ein Mix aus Geschmack und Gewohnheit/Tradition.

    Nun ja. Wer einen Elternabend benötigt, um dem Filmtrauma seines Kindes angemessen zu begegnen, hat wohl eigentlich ein anderes Problem. Für alles andere würde auch eine sorry-Mail reichen. Außer, man möchte Eltern unbedingt Raum einräumen, ihre Empörung persönlich abzuladen - das wäre dann aber wohl eher eine Art pädagogischer Begleitung der aufgewühlten Helikoptereltern und nicht der Kinder, was wiederum ja gar nicht unser Job ist.

    Es bleibt kurios 🙃

    Nee, für normal halte ich Horrorfilme nicht. Für so traumatisierend, dass man deswegen fuzz veranstalten muss, aber auch nicht.


    Was macht man auf so einem Elternabend? Ist der gedacht, um entschuldigend zu Kreuze zu kriechen oder setzt man sich da in einen Stuhlkreis und erörtert, wie man x Tage später einen Horrorfilm aufarbeitet? Beides stelle ich mir ein bisschen lustig vor.

    Ein sehr unangenehmer Bildungsgang jedenfalls, der mit Unterricht nichts mehr zu tun hat.

    Voraussetzung ist auch kein Abschluss, es ist nicht so, dass die alle mit Hauptschulabschluss ankämen. Die meisten kommen mit nichts.

    Ah krass, das wusste ich nicht. Ich bin davon ausgegangen, dass der Erste Schulabschluss Eingangsvoraussetzung ist.

    Ich hab keine Ahnnung von Klassenteilern o.ä., ich bin ja noch sehr neu dort. Ich nehme es wahr als "Verwahrung Schulpflichtiger", nicht mehr, nicht weniger (auch wenn es so vermutlich nicht angedacht ist).


    s3g4

    Spaß macht mir da überhaupt nichts - ich werde bezahlt für Fachunterricht, nicht für "unterhalten" über "hat oft nichts mit dem Unterrichtsthema zu tun" 😕 Passt leider absolut nicht zu meinem Berufsverständnis.

    Ich würde meinen, wer Abendrealschule macht, hat zumindest ein Minimuminteresse an einer Fortsetzung seiner Bildungskarriere. Das kann ich in der Ausbildungsvorbereitung bei einem signifikanten Teil der Schüler leider absolut überhaupt gar nicht feststellen.

    Und: meine Ausbildungsvorbereitung ist inzwischen auf 36 Schüler angewachsen. Solche Kursgrößen, die bei dieser ohnehin bildungsfernen Klientel eine absolute Zumutung sind, halte ich am WBK eher für die Ausnahme.


    Kafka

    Ich würde die Schule anrufen, wenn möglich einen Vorabtermin machen und all deine Fragen persönlich stellen. WBKs sind meist sehr kleine Systeme, wo man oft Zeit für sowas hat 😊

    ...der Teil der Ausbildungsvorbereitung, der die Ausbildungsvorbereitung geschafft und mit Abschluss verlassen hat 😉

    Ich vermute stark, das ist besser, als sich mit der Gesamtgruppe rumzuschlagen^^

    Ich war am WBK, bin jetzt am BK (mit einem allgemeinbildenden Fach und einem Zweitfach, was an meinem BK gar nicht unterrichtet wird) und würde WBK immer vorziehen. Die Unterrichtszeiten wären mir mittlerweile auch völlig egal.

    Ich finde die Klientel schon sehr anders, mein WBK hatte allerdings auch keinen Realschulbildungsgang.

    Den Vorkurs gibt es immer noch, der ist freiwillig. Das Mathematische Propädeutikum sind z.B. in Essen verpflichtende 6SWS. Und da werden Dinge wie Pythagoras, Bruchterme und Trigonometrie behandelt, das ist SI Wissen...

    Die Uni Essen hat inzwischen auch einen verpflichtenden Onlinesprachtest zu Sicherstellung von Mindestkompetenzen im Schreiben und Lesen zur Einschreibungsvoraussetzung in einen Lehramtsstudiengang gemacht. https://zlb.uni-due.de/2018/04/anmeld…sessment-skala/ (edit: ich sehe gerade, das Ergebnis ist egal - noch besser).

    Diese Uni bekommt das, was wir hier mit tippitoppi Abiturdurchschnitten aus den Schulen entlassen, und mich wundert kein Stück, dass sowohl im sprachlichen als auch mathematischen Bereich solche Maßnahmen dringend nötig sind. Das Ruhrgebiet ist einfach nur noch eine einzige Bildungskatastrophe.

    Wir haben alle 45 Minuten, in seltenen Fällen alle 90 Minuten Pausen. Wer da präventiv aufs Klo geht (so wie ich beispielsweise 😄), der muss in den paar Minuten dazwischen nicht superhyperdringend. Die Argumentation über "Müssen" ist einfach kompletter Blödsinn. Diese Toilettenrennerei haben wir nur, weil sie als salonfähig gilt und Schüler ihre Pausen folglich lieber anders nutzen.

    Die ganze völlig selbstverständliche Rumrennerei im Klassenraum - angefangen bei Papierkorb und Waschbecken - gabs früher überhaupt nicht und das alles funktioniert nur, weil es irgendwann aufgehört hat, dass dieses Verhalten als abweichend wahrgenommen wird. Nehme ich zur Kenntnis und ist halt so, aber als Notwendigkeit kann man das alles nun wirklich nicht einstufen. Der Schultag ist bewusst so strukturiert, dass eigentlich jeder außerhalb der Unterrichtszeit ausreichend Zeit für seinen Privatkram (Toilette, Händewaschen, Zeugs wegschmeißen) finden sollte.

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