Beiträge von Maylin85

    Ich hatte am WBK einen Schüler, der vorher beim griechischen Militär war und sagte, die Zeit sei absolut beschissen gewesen, aber ohne den Militärdienst hätte er - als chronischer Schulabstinenzler - die Kurve nicht gekriegt irgendwas regelmäßig zu machen. So richtig toll klappt es mit dem Schulbesuch immer noch nicht, aber es reichte letztlich fürs Abitur.

    Also wieso nicht... vielleicht profitiert der eine oder andere von Struktur und regelmäßigen Routinen.

    Nachwischen mache ich aus Prinzip nicht, das konterkariert ja den Sinn der Anschaffung. Ein Upgrade auf einen eckigen Roboter wäre aber eine Überlegung wert 😊

    Viel blöder als Streifen und Ecken finde ich, dass die (fest installierten) Fliegengitter absolute Staubfänger sind und irgendwie auch nicht richtig sauber werden, wenn man von innen drüberwischt. Fensterputzen ist ziemlich witzlos, wenn je nach Sonnenstand dahinter das verstaubte Fliegengitter jede Durchsicht trübt.

    Muss die Schulleitung ein erarbeitetes Teilzeitkonzept denn abnicken? An Schule A wurde zum allgemeinen Frust der Teilzeitler alles mögliche als "geht nicht" abgeschmettert, was nach meinem Schulwechsel an Schule B völlig problemlos gelebt wurde (bis hin zur anteilig korrekten Zuteilung von Zweitkorrekturen). Dass die Entlastungen von Teilzeitlern letztlich komplett willkürlich von Schulen erfolgen (oder eben nicht) und keine verbindlichen Regelungen auf Landesebene existieren, ist ein ziemliches Unding.

    Abgesehen davon ist Abstimmung von Teilzeitkonzepten in der GLK an Schulen mit hohem Vollzeitanteil (den wir allein durch die umfangreiche Verweigerung der anlasslosen Teilzeit nunmal haben) auch so eine Sache. Kein Vollzeitler stimmt für irgendwas, womit er selbst letztlich mehr belastet wird.

    Also über Schulfeste etc. kann bei uns die Gesamtkonferenzen entscheiden.

    Aber der andere Hebel ist doch die Arbeitszeit. Wie Anna Lisa das schreibt, haben die ja jede Woche eine Großveranstaltung. Aber auch wenn nicht. Wenn das Kollegium mehrheitlich feststellt, dass sie mit ihrer Arbeitszeit nicht hinkommen, mache ich erstmal eine Personalversammlung. Dann bespricht man, dass alle ihre Arbeitszeit erfassen sollen. Dann sucht man erstmal nett das Gespräch mit der Schulleitung. Ist sie nicht einsichtig, stellt man eine Überlastungsanzeige auf Basis der aufgeführten Stunden. Gleichzeitig sagt man der SL, dass die Mehrarbeit in Zukunft schriftlich angeordnet werden soll. Parallel schaltet man den Bezirkspersonalrat und ggf. die Gewerkschaft ein. Der nächste Schritt ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Schulleitung wegen einer Verletzung der Fürsorgepflicht.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass eine normale SL das solange eskalieren lässt. Wenn das Kollegium auf einer DV der SL gemeinsam deutlich macht, dass es so nicht weitergeht, werden 90% der SL sich einsichtig zeigen. Das geht aber nur, wenn man als Kollegium zusammenarbeitet. Wenn sich 2-3 beschweren und alle anderen sagen, dass das kein Problem ist, klappt es natürlich nicht.

    Unsere Schulleitung hat auf meiner letzten LK dort - wo ich glücklicherweise schon auf dem Absprung war und mir das entspannt anhören konnte - verkündet, sie habe sich die Termine und Belastungen angeschaut und sie zu dem Ergebnis gekommen, bei uns finde nicht mehr statt, als anderswo. Wer sich davon überlastet fühle, möge bitte seine Belastungsfähigkeit reflektieren. Das war vor 4 Jahren und ich höre, es ist eher schlechter als besser geworden.

    Du hast aber Recht, dass der Schritt zur Überlastungsanzeige nicht ausreichend gegangen wird und dass der Anteil derer, die aus karrieretaktischen Gründen (junges Kollegium) die Füße still halten, zu hoch ist.

    ... und ein Kollegium hat, dass das mit sich machen lässt.

    Inwiefern hat ein Kollegium da großes Mitspracherecht? Als wir die regelmäßigen pädagogischen Konferenzen "versuchsweise" gegen den Willen eines signifikanten Teils des Kollegiums eingeführt haben, hat man die Ergebnisse der anschließenden Evaluation seitens der Schulleitung beispielsweise unter den Tisch fallen lassen und einfach mal verfügt, dass die nun halt jedes Halbjahr einmal an 2 Nachmittagen stattfinden, weil sie sich ja angeblich bewährt hätten. Welchen Hebel hat ein Kollegium, das zu verweigern? Oder unsinnige TOPS von der GLK-Tagesordnung streichen zu lassen? Oder überflüssige Dienstbesprechungen abzuwehren?

    Wir hatten einen sehr engagierten Lehrerrat, der schließlich geschlossen zurückgetreten ist, weil er nicht weiter kam. Einmal war der Personalrat in der GLK und hat versucht zu vermitteln. Sehr schwierig alles.

    Ich hatte am Gymnasium auch irrsinnig viele Konferenzen, Dienstbesprechungen, Extratermine. In der Regel nicht unmittelbar an den Unterricht andockend, sondern mit Wartezeiten verbunden. Oder Unterbrechungen, wenn die pädagogische Konferenz der 6a um 15 Uhr stattfindet, die 9c aber erst um 17.30 oder sowas. Die fehlende Deckelung von Konferenzen empfinde ich als eines der größten Übel in diesem Job und ist letztlich (neben der Existenz der Unterstufe^^) auch der zentrale Grund, warum ich nicht mehr zurück an eine Kinderschule wollte. Man hat überhaupt gar keine Vorstellung davon, für welchen Sch... alles Konferenzen einberufen werden, wenn man ein gerne konferierendes Schulleitungsteam hat.

    Quittengelee

    Ich erteile keine Absolution, lies bitte richtig.

    Hast du den geposteten Link der AfD-Anfrage überhaupt selbst mal gelesen? Wenn ja, magst du mir erklären, inwiefern er inhaltlich dem Eindruck entgegenwirken soll, ausländische Staatsbürger würden nicht ausreichend abgeschoben? Erstens geht es in der Anfrage ausschließlich um "ausreisepflichtige Personen", das ist also bereits ein auf abgelehnte Asylbewerber eingeschränkter Personenkreis. Zweitens tragen die fehlenden Daten zu Frage 2, 3, 4, 10, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 22, 23 und eine Liste mit absurden Abschiebehindernissen wohl kaum dazu bei, angemessene Transparenz und Durchsetzungsfähigkeit zu demonstrieren. Auch die Zahl der gescheiterten Abschiebungen ist gestiegen.

    Jenseits aller Statistiken entsteht der Eindruck fehlender Kontrolle nachvollziehbarerweise aber wohl primär bei - beispielsweise - Meldungen über 115.000 tatverdächtige Syrer in der Kriminalstatistik vs. nach aktuellem Stand beeindruckenden 4 Abschiebungen. Vier Personen, wohlbemerkt. Nicht Flüge.

    Ich wähle nicht die AfD, dass die gewählten Regierungen im Punkt Straftäterabschiebungen bisher einen ziemlich miesen Job machen, sehe ich aber auch so. Zumal man sich in diesem Land ja schon viel leisten muss, um überhaupt mal verurteilt zu werden und offiziell Straftäter zu werden.

    Interessant, betrifft mich nicht, was bedeutet das? Dass Eigentum unerschwinglich ist?

    In jedem Falle: es betrifft sicher nicht den beispielhaften Marxloher, der immer herhalten muss und schon gar nicht ist der Syrer oder die Roma-Familie dran Schuld. Es geht ums Narrativ.

    Auf die SPD sauer sein kann man allemal trotzdem, wenn man eintritt, kann man sogar mitmischen und sich wählen lassen.

    Es bedeutet, mit welchem Hebesatz dein Grundstück besteuert wird. Und es betrifft gerade den Arbeiter in Marxloh oder Neumühl oder Hochfeld, der sich ein bescheidenes Häuschen erarbeitet hat, eh schon einen beispiellosen Wertverlust aufgrund der "Zuwanderung mit problematischen Verhaltensweisen" in diese Stadtteile hinnehmen muss und für dieses Häuschen nun auch noch den höchsten Grundsteuersatz aller deutschen Großstädte abdrücken darf. Exakt so geht Wohlstandsverlust. Häuser in diesen Stadtteilen sind quasi unverkäuflich geworden bzw. kann man nur noch verramschen.

    Schwierig wird es, wenn der Eindruck entsteht, dass diejenigen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, nicht mehr ausreichend handlungsfähig sind. Weiter vorne wurde angemerkt, die AfD kümmere sich nicht um Regeln und Gesetze, ganz nach dem Vorbild Trump, Putin, Orban... das ist korrekt und sehe ich auch so. Genau das stört viele AfD Wähler aber nicht, wenn ein Trump gleichzeitig fragwürdig oder gar nicht legitimiert medienwirksam Abschiebungen realisiert, während unsere Regeln und Gesetze es nichtmals erlauben, Intensivstraftäter des Landes zu verweisen oder offensichtliche und gezielte Einwanderung in die Sozialsysteme zu unterbinden.

    Wie geht man mit dieser Diskrepanz aus legitimen Interessen und gesetzlichen Grenzen des Handlungsspielraums um? Das muss irgendwie gelöst werden, wenn man einen weiteren Rechtsruck verhindern möchte.

    Ich schrieb nichts von "okay", sondern von "nachvollziehbar". Je länger ich in Brennpunktnähe lebe und arbeite, desto mehr verstehe ich ein solches Wahlverhalten. Wenn es linear munter bergab geht, warum dann weiterhin diejenigen wählen, die sich bisher als unfähig erweisen haben gegenzusteuern? Wer ist denn die Alternative?

    Bei uns gab es bei der letzten Bundestagswahl ein recht enges Rennen zwischen AfD und SPD, wobei sich die SPD knapp durchgesetzt hat. Auch deswegen, weil viele aus rein verhinderungstaktischen Gründen SPD gewählt haben. Kurz danach ist es maßgeblich die SPD, die auf kommunaler Ebene eine Grundsteuererhöhung von eh schon hohen +800% auf fast 1200% durchsetzt. Mir ist schon klar, dass da Sachzwänge hinter stecken, es braucht sich aber wirklich niemand wundern, wenn es angesichts einer solchen Politik zu Wählerwanderungen kommt.

    Mir ist das auch zu einfach gedacht. Ganz nüchtern betrachtet würde eine Umsetzung von Punkten wie Remigration oder der Absicht, wieder russisches Gas zu beziehen, das Leben der Menschen in einkommensschwachen und AfD-starken Wahlbezirken vermutlich durchaus erstmal verbessern, denn die leben dort, wo sich das Politikversagen der letzten Jahrzehnte ganz direkt auf der Straße und in der Nachbarschaft abbildet - Migration, Wirtschaft, Infrastruktur, Preisentwicklung, das trifft quasi alle Lebensbereiche. Dass das alles unrealistische Versprechen sind, ist klar, wenn es aber niemanden gibt, der eine attraktivere Perspektive schaffen kann, dann wird eben dennoch so gewählt, denn schlimmer geht ja subjektiv empfunden kaum noch. Ich hab keine Ahnung, wie es in RP aussieht, aber bei einem Ausflug durch Duisburg Hochfeld oder Neumühl kann ich dem nichtmals widersprechen. Die Menschen dort sind bereits ganz unten angekommen und wurden im Abstieg begleitet von ihrer traditionellen politischen Interessensvertretung, der SPD. Und deswegen wählen dort eben zuletzt über 50% AfD, weil wen denn sonst, aus ihrer Sicht?

    Vielleicht sollte man mal aufhören, AfD Wähler pauschal zu diskreditieren, und sich endlich um die Themen kümmern, die die Menschen zu dieser Partei treiben.

    Englisch Sek I am Gymnasium ist vermutlich auch unschlagbar unaufwändig, weil einfach die Bücher durchgejallert werden und wenig bis gar nicht differenziert wird (hab ich seinerzeit jedenfalls nicht gemacht). Das geht notfalls auch mal in 3 Minuten oder auf der Türschwelle. "Hübsche" Stunden sind das dann allerdings meist nicht unbedingt.

    Ob das auf andere Fächer und Stufen so übertragbar ist, weiß ich nicht.

    Wenn in NRW irgendwo stünde, eine Oberstufenkorrektur in meinem Fach dauert 20 Minuten, dann würde sie bei mir 20 Minuten dauern. Kurz überfliegen, gar nichts oder wenig anstreichen, 5 Minuten über Punkte nachdenken, fertig. Tatsächlich würde ich eine solche offizielle Aussage als Entlastung empfinden, denn das entbindet mich faktisch von der Verpflichtung zu einer sauberen Korrektur.

    Ich würde meinen: was notwendig ist, wird vom Arbeitgeber finanziert (weil es ja sonst nicht stattfinden kann) - daraus lässt sich dann auch sehr zweifelsfrei und stichhaltig ableiten, was zur Arbeitszeit gehört und was nicht.

    Wenn das Osterhasen umfasst, dann ist es doch prima und unstrittig 😊

    Zu mindestens an den Grundschulen haben wir unwahrscheinlich viel Freiheit unsere Arbeit zu gestalten. Eine Lehrkraft hat jetzt 20 Osterhasen für ihre Klasse als Geschenk gebastelt. War sicherlich eine nette Aktion, aber war das nun Arbeitszeit? Wenn wir über Arbeitszeiterfassung reden, müssten auch Aufgaben klar sein. Ich kann schlecht selbst entscheiden, welche Aufgaben ich mache und das dann der Schule als Überstunden verkaufen.

    Hat die Dienststelle das Material bezahlt und verfolgt das Ganze einen pädagogisch-didaktischen Zweck? Dann ist es Arbeitszeit.

    Hat die Kollegin die Osterhasen aus eigener Tasche gezahlt? Dann ist es privates Engagement und ihr persönliches Hobby, also konsequenterweise auch keine Arbeitszeit.

    Möglicherweise würde eine Arbeitszeiterfassung ja als Nebeneffekt auch zu einer Professionalisierung der Berufsausübung beitragen 😊

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