Beiträge von Maylin85

    Okay, hagelnde Absagen sind natürlich ein Problem.

    Ansonsten bin ich mir recht sicher, dass die meisten unserer Schüler gar keine Lebensläufe geschrieben haben (was soll da bei 8./9.klässlern auch drinstehen), sondern mündliche Anfragen reichten.

    Wie habt ihr das denn früher gemacht? Ich hab mir ein Telefonbuch genommen und Firmen angerufen, keine Eltern haben da überhaupt gar nichts gemacht. Meine Freundin ist persönlich hingegangen und hat geklingelt und angefragt, ich hab um die Ecke gewartet.

    Das ist mit heutigen Informations- und Kommikationsmöglichkeiten doch alles 1000x einfacher.

    Keine Ahnung, ich habs damals nur zur Kenntnis genommen. Lernfortschritt ist egal, den gibts bei einer Suspendierung auch nicht. Wir hatten auch so lustige Maßnahmen wie "Schüler muss 2 Wochen mit der Klassenleitung durch alle Lerngruppen tingeln, Fachlehrer stellen Material, an dem währenddessen dann gearbeitet werden kann".

    (für die betroffene Klassenlehrkraft übrigens auch extrem "schön")

    Ist es rechtlich denn tatsächlich zulässig, den Tag dann zum Praktikumstag zu machen? Ich bin ziemlich sicher, dass unsere Schüler, die ein paar Tage die Woche im Praktikum sind, gestern auch frei hatten. Sagte Freitag jedenfalls jemand.

    So oder so, für die Schüler ist das echt unverschämt - würde ich auch nicht hingehen^

    Nein, müssen sie nicht. Es gibt keine Notwendigkeit, das in einer bestimmten Rangfolge zu durchlaufen. Die ergriffenen Maßnahmen müssen nur schlicht verhältnismäßig zum Vorfall sein. Mal als Extrembeispiele:

    1. Schüler kaut entgegen der Schulordnung Kaugummi. -> das ist wohl eher ein Fall für ein passendes Erziehungsmittel und keine Ordnungsmaßnahme

    2. Schüler prügelt auf einen anderen Schüler ein -> hier ist ein reines Erziehungsmittel daneben, das kann man auch direkt mit einer passenden Ordnungsmaßnahme beantworten (mind. vorübergehende Suspendierung)

    Bei "ausreichend schweren" Taten kann man Erziehungsmaßnahmen sicherlich überspringen. Bei Gewalt gibts bei uns auch sofort Teilkonferenzen und deutliche Konsequenzen.

    An einer vorherigen Schule wurde nach Besuch einer entsprechenden Fortbildung aber explizit auf die Notwendigkeit der zuvor dokumentierten Erziehungsmaßnahmen hingewiesen, um Ordnungsmaßnahmen für Standardfälle rechtlich abzusichern. Störendes Verhalten direkt mit Suspendierung oder temporärer Überweisung in die Parallelklassen zu sanktionieren oder dergleichen ist bei Widerspruch schwierig, wenn vorher nichts dokumentiert wurde.

    Ich halte Erziehungsmaßnahmen auch überwiegend für wirkungslosen Quatsch, formell müssen sie einer Ordnungsmaßnahme aber nunmal vorgelagert sein, wenn der Beschluss widerspruchsfest sein soll.

    Es muss aber ja nicht zwingend immer ein Elterngespräch sein (gerade, wenn die Eltern eh uneinsichtig sind), sondern das Fehlverhalten kann auch schriftlich (Mail, Brief) gerügt werden. Wenn man das 3x dokumentiert hat, hat man auch eine Basis für eine Ordnungsmaßnahme.

    Ich führe keine Projektarbeiten mehr durch, wo es nicht zwingend nötig ist. Eigentlich finde ich nach wie vor, dass insbesondere gesellschaftswissenschaftliche Fächer sich dazu eignen, eigenständig an problemorientierten Themen zu arbeiten. Wenn aber etwas, das für 4-5 Wochen angelegt war, einmal durch die KI gejagt wird und in Woche 2 "fertig" ist, wird das Ganze witzlos. Dann schaut man sich Ergebnisse an, bespricht, warum diese Ergebnisse teilweise unpassend und oftmals unzureichend sind, startet den nächsten Versuch und es läuft wieder exakt auf das gleiche heraus. Fazit, mit diesen Schülern funktioniert es offensichtlich nicht. Und es ist an dieser Schule völlig egal, was gemacht werden soll, ich kriege zu jedem einzelnen Aufgabenformat von 3/4 der Lerngruppen KI Ergebnisse hingeklatscht. Mühsam.


    Zu den Begrifflichkeiten: es mag sich regional ja auch unterscheiden, aber mir sind hier im schulischen Kontext noch keine Hausarbeiten begegnet. Facharbeiten haben wir.

    Vielleicht werden die Begriffe auch regional unterschiedlich verwendet. Wie würdest du es nennen, wenn die Schüler (m/w/d) zum Thema X einen mehrseitigen Aufsatz schreiben sollen? Bei deinen Fächern kann das in der Sek II ja durchaus mal vorkommen.

    Hausaufgabe.


    Quittengelee

    Nee, eher andersrum. Ich mache jetzt mehr Buchunterricht, als jemals zuvor, und da reicht vorbereitend häufig auch die Pause vor der Stunde. Oder ein Viertel davon.

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