Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • ... und ein Kollegium hat, dass das mit sich machen lässt.

    Wir machen genau die vorgeschriebene Zahl an LK, die vorgeschriebene Zahl an Zeugniskonferenzen und Fachkonferenzen. Nicht mehr. Was soll man sich da wehren?

    Aber Elternsprechtag, Elterninformationsabende, DBs etc. kommen halt auch noch dazu. Da kann man nichts streichen wirklich.

  • Warum macht ihr so viele Aktionen alle in einem Monat?

    Weil in den anderen Monaten die anderen Aktionen liegen?

    Es war doch genannt, dass es in den anderen Monaten nicht besser ist.

    Auch wir haben so eine Art Jahreskalender und sind darum bemüht, alles möglichst gleichmäßig zu verteilen. Das ist aber nur mäßig möglich. Wenn die vielen Sachen auf die Monate verteilt werden, ist es eben in allen Monaten voll.

    Wir haben manches reduziert, aber es gibt genug anderes, das Zeit benötigt.

    Es ist so, dass die Bettdecke immer zu kurz ist, egal, wo man zieht.

    Ich finde es nicht richtig, das den Lehrkräften vorzuwerfen und ihnen zu sagen, sie müssten einfach mehr hingucken oder bitte,bitte sagen dann würde es schon passen.

  • Ich habe eine Vertretungsbereitschaft, wo ich wirklich jede Woche auch eingesetzt werde. Wenn nicht, bin ich ja verpflichtet, mich im LZ aufzuhalten. Dann habe ich 2 Aufsichtsstunden (60 Minuten), die mir aber nur halb (22,5 Minuten) angerechnet werden.

    Wird die Vertretung bei euch nicht ausgeglichen? Bei uns gibt es dafür dann wieder eine Stunde zum Abfeiern.

    Bei den Aufsichtsstunden fällt dafür die Vor- und Nachbereitung weg. Sollte also kein Nachteil sein.

    Ich bin jetzt von 41 Stunden Wochenarbeitszeit ausgegangen. Alles darüber hinaus zähle ich als Überstunden und bummel die in den Ferien ab.

    Du bummelst ja generell in den Ferien die Überstunden ab. Du hast 12 Wochen Ferien. Davon ist rund die Hälfte dein Erholungsurlaub. Wenn Du dann noch 40 h arbeitest, bleiben immer noch rund 200 h, die du in der Schulzeit arbeiten müsstest. Verteilt auf die Schulwochen bist Du dann rund bei 46:38. Das war zu mindestens der Wert für Niedersachsen aus der Studie. D.h. du bist bei Vollzeit dann drüber, wenn Du mehr als diesen Wert arbeitest. Das ganze verschiebt sich natürlich, wenn Du in den Ferien viel korrigierst oder vorbereitest. Letztlich zählt dann nur die Jahressumme. Aber 41 h für Vollzeitlehrer in NRW passt natürlich nicht. Dann müsstest außerhalb deines Erholungsurlaubes in den Ferien auch immer 41 h pro Woche arbeiten. Das macht ja keiner.

  • ... und ein Kollegium hat, dass das mit sich machen lässt.

    Und einen Schulleiter der einem erklärt, dass der Weg nicht zur Arbeitszeit zählt. Und dass man mal schneller vorbereiten soll. Und dass Konferenzen nicht viel Zeit kosten. Und dass die Vorgaben leider von anderen gemacht werden. Und dass man selber auch gerne länger frühstücken würde.

  • ... und ein Kollegium hat, dass das mit sich machen lässt.

    Inwiefern hat ein Kollegium da großes Mitspracherecht? Als wir die regelmäßigen pädagogischen Konferenzen "versuchsweise" gegen den Willen eines signifikanten Teils des Kollegiums eingeführt haben, hat man die Ergebnisse der anschließenden Evaluation seitens der Schulleitung beispielsweise unter den Tisch fallen lassen und einfach mal verfügt, dass die nun halt jedes Halbjahr einmal an 2 Nachmittagen stattfinden, weil sie sich ja angeblich bewährt hätten. Welchen Hebel hat ein Kollegium, das zu verweigern? Oder unsinnige TOPS von der GLK-Tagesordnung streichen zu lassen? Oder überflüssige Dienstbesprechungen abzuwehren?

    Wir hatten einen sehr engagierten Lehrerrat, der schließlich geschlossen zurückgetreten ist, weil er nicht weiter kam. Einmal war der Personalrat in der GLK und hat versucht zu vermitteln. Sehr schwierig alles.

  • Auch wir haben so eine Art Jahreskalender und sind darum bemüht, alles möglichst gleichmäßig zu verteilen. Das ist aber nur mäßig möglich. Wenn die vielen Sachen auf die Monate verteilt werden, ist es eben in allen Monaten voll.

    Sorry aber welche Schule macht in der Abivorbereitung noch das Schulfest und dann noch Projekttage und noch Elterninformationsabend und noch weitere Veranstaltungen und das noch für alle Lehrer verbindlich?

    Das ist doch keine gute Planung? Kein Wunder, dass die Lehrkräfte auf dem Zahnfleisch gehen, wenn die jeden Monat so ein Programm haben.

  • Wird die Vertretung bei euch nicht ausgeglichen? Bei uns gibt es dafür dann wieder eine Stunde zum Abfeiern.

    Bei den Aufsichtsstunden fällt dafür die Vor- und Nachbereitung weg. Sollte also kein Nachteil sein.

    Du bummelst ja generell in den Ferien die Überstunden ab. Du hast 12 Wochen Ferien. Davon ist rund die Hälfte dein Erholungsurlaub. Wenn Du dann noch 40 h arbeitest, bleiben immer noch rund 200 h, die du in der Schulzeit arbeiten müsstest. Verteilt auf die Schulwochen bist Du dann rund bei 46:38. Das war zu mindestens der Wert für Niedersachsen aus der Studie. D.h. du bist bei Vollzeit dann drüber, wenn Du mehr als diesen Wert arbeitest. Das ganze verschiebt sich natürlich, wenn Du in den Ferien viel korrigierst oder vorbereitest. Letztlich zählt dann nur die Jahressumme. Aber 41 h für Vollzeitlehrer in NRW passt natürlich nicht. Dann müsstest außerhalb deines Erholungsurlaubes in den Ferien auch immer 41 h pro Woche arbeiten. Das macht ja keiner.

    Glaube mir, ich verrechne das ganz genau. Kriege leider keine Plusstunden raus. Da ich ja IMMER über der Sollarbeitszeit bin.

    Ja, ich habe keine Vorbereitung bei den Aufsichtsstunden. Aber es führt dazu, dass ich sehr lange in der Schule bin und dann für Vorbereitung und Korrekturen fast gar keine Zeit mehr habe, wenn man noch die Sonderveranstaltungen berücksichtigt.

    Ja, die Jahresarbeitszeit mag stimmen. Aber ich habe als Teilzeitlehrer wirklich Null Zeit, mal richtig schöne Stunden vorzubereiten. Außer ich arbeite über meiner Quote. Ich habe auch Null Zeit, mich in Arbeitsgruppen, Steuergruppen etc zu engagieren und irgendetwas für die Karriere zu tun. Da haben Vollzeitlehrer einfach viel mehr Spielraum.

  • Sorry aber welche Schule macht in der Abivorbereitung noch das Schulfest und dann noch Projekttage und noch Elterninformationsabend und noch weitere Veranstaltungen und das noch für alle Lehrer verbindlich?

    Das ist doch keine gute Planung? Kein Wunder, dass die Lehrkräfte auf dem Zahnfleisch gehen, wenn die jeden Monat so ein Programm haben.

    Na, meine offensichtlich.

    Was soll ich jetzt dazu sagen? Es ist eine Tatsache und ich kann sie nicht ändern. Genauso wenig wie meine 120 Kollegen.

  • Sowas wie "Elterninformationsabend WP Fächer" könnte meiner Meinung nach entfallen. Es reicht, einen Infozettel an die Eltern herauszugeben. Nichts ist an WP Fächern so komplex, dass es dafür extra einen Informationsabend braucht.

    Und ob es die DB WP Wahl wirklich braucht? Die WP-Wahl findet doch jedes Jahr statt - was muss da jedes Jahr aufs Neue besprochen werden? Man legt einmal die grundlegende Vorgehensweise fest und dann gilt diese, ehe äußere Umstände Vetänderungen nötig machen.

    Warum braucht es Projekttage + Schulfest im selben Monat? Es sollte sich auf eine Option fokussiert werden.

    Die ZAA-Vorbereitung würde ich in die Lehrer- oder Fachkonferenz integrieren.

  • Inwiefern hat ein Kollegium da großes Mitspracherecht?

    Also über Schulfeste etc. kann bei uns die Gesamtkonferenzen entscheiden.

    Aber der andere Hebel ist doch die Arbeitszeit. Wie Anna Lisa das schreibt, haben die ja jede Woche eine Großveranstaltung. Aber auch wenn nicht. Wenn das Kollegium mehrheitlich feststellt, dass sie mit ihrer Arbeitszeit nicht hinkommen, mache ich erstmal eine Personalversammlung. Dann bespricht man, dass alle ihre Arbeitszeit erfassen sollen. Dann sucht man erstmal nett das Gespräch mit der Schulleitung. Ist sie nicht einsichtig, stellt man eine Überlastungsanzeige auf Basis der aufgeführten Stunden. Gleichzeitig sagt man der SL, dass die Mehrarbeit in Zukunft schriftlich angeordnet werden soll. Parallel schaltet man den Bezirkspersonalrat und ggf. die Gewerkschaft ein. Der nächste Schritt ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Schulleitung wegen einer Verletzung der Fürsorgepflicht.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass eine normale SL das solange eskalieren lässt. Wenn das Kollegium auf einer DV der SL gemeinsam deutlich macht, dass es so nicht weitergeht, werden 90% der SL sich einsichtig zeigen. Das geht aber nur, wenn man als Kollegium zusammenarbeitet. Wenn sich 2-3 beschweren und alle anderen sagen, dass das kein Problem ist, klappt es natürlich nicht.

  • Förderpläne sind bei uns verpflichtend. Es wundert mich, dass ihr so was nicht habt.

    Das machen die Sonderpädagogen

    Genau, die machen bei uns in der Regel nur die Sonderpädagogen mit den Klassenlehrkräften.

    Aber auch da haben wir welche in Teilzeit.

    Und nein, bei uns macht es keinen wirklichen Unterschied bei Konferenzen mit Teilzeit oder Vollzeit nur bei den Fachkonferenzen, da haben wir nur eine, die drei bis viermal im Jahr stattfindet und nicht zwei, wie die Vollzeitkollegen. Aber Stufenkonferenzen wären rein rechtlich alls zu besuchen und da ist es egal, in wievielen Stufen du bist, du wirst in eine eingeteilt, die findet 4x im Jahr satt. Gesamtkonferenzen finden mindestens viermal im Jahr statt, auch egal ob Vollzeit oder Teilzeit, DBs, 4x im Jahr, sind wir schon bei 16 Konferenzen mit mindestens 1,5h und das bei Teilzeit, bei Vollzeit sind es dann meist ca. 20 Konferenzen und wo liegt dann die Proportionalität dabei?!?

  • Ja, die Jahresarbeitszeit mag stimmen. Aber ich habe als Teilzeitlehrer wirklich Null Zeit, mal richtig schöne Stunden vorzubereiten. Außer ich arbeite über meiner Quote. Ich habe auch Null Zeit, mich in Arbeitsgruppen, Steuergruppen etc zu engagieren und irgendetwas für die Karriere zu tun. Da haben Vollzeitlehrer einfach viel mehr Spielraum.

    Aber das ist doch genau richtig. Du wirst für unteilbare Aufgaben entlastet, indem Du weniger in Arbeitsgruppen und Steuergruppen aktiv bist. Und wenn deine Jahresarbeitszeit am Ende passt, ist auch alles im grünen Bereich.

    Das Teilzeit für die Karriere Nachteile hat, wird sich nicht vermeiden lassen. Man ist halt einfach weniger da und macht weniger Sachen. Aber die große Karriere macht man doch in der Schule sowieso nicht, oder?

  • Sorry aber welche Schule macht in der Abivorbereitung noch das Schulfest und dann noch Projekttage und noch Elterninformationsabend und noch weitere Veranstaltungen und das noch für alle Lehrer verbindlich?

    Ich kann das für andere Schulformen gar nicht überblicken, was da in den anderen Monaten auch noch ansteht. Gerade darum ist der Austausch im Forum spannend, weil jeder auf etwas anderes blickt.

    Wenn die anderen Monate auch voll sind, dann sind da Berufs-Messen oder Sportfeste, Klassenfahrten, Kursfahrten, Schnuppertage für die Neuen, Prüfungen für die 10. Klassen … alles andere eben.

    Du weißt doch selbst, dass es von außen vorgegebene Termine und Daten gibt. FöS-Gutachten bitte nicht vor Februar beginnen, aber zu Ostern fertig abgeben. Ähnliches wird es auch an anderen Schulformen geben.
    Es ist doch nicht der Fehler der SL oder der LK, dass das System überlastet und mit Aufgaben überfrachtet ist.

  • Sowas wie "Elterninformationsabend WP Fächer" könnte meiner Meinung nach entfallen. Es reicht, einen Infozettel an die Eltern herauszugeben. Nichts ist an WP Fächern so komplex, dass es dafür extra einen Informationsabend braucht.

    Und ob es die DB WP Wahl wirklich braucht? Die WP-Wahl findet doch jedes Jahr statt - was muss da jedes Jahr aufs Neue besprochen werden? Man legt einmal die grundlegende Vorgehensweise fest und dann gilt diese, ehe äußere Umstände Vetänderungen nötig machen.

    Warum braucht es Projekttage + Schulfest im selben Monat? Es sollte sich auf eine Option fokussiert werden.

    Die ZAA-Vorbereitung würde ich in die Lehrer- oder Fachkonferenz integrieren.

    WP Veranstaltungen: gebe ich dir recht, ich kann es aber nicht ändern. Aber unsere Belastung muss ja anerkannt werden.

    Schulfest: macht absolut Sinn zu diesem Zeitpunkt, möchte ich aber aus Anonymitätsgründen nicht näher erläutern. Ist ja aber auch nur alle paar Jahre mal.

    Projekttage: bräuchte ich gar nicht. Aber s.o.

    ZAA Vorbereitung: Das ist quasi die Zeugniskonferenz der Q2, die hat 2 Stunden gedauert. Kann absolut nicht in dei Lehrerkonferenz gelegt werden. Außerdem sitzen da ja jede Menge Leute, die nur Sek I unterrichten, was haben die damit zu tun???

    Und FK: Da sitzen bei uns nur 6 Leute. Wovon über die Hälfte die aktuellen Q2 Schüler gar nicht kennt. Wie sollen die also die Konferenz abhalten???


    Das alles hilft mir jetzt auch nicht weiter.

  • Susannea : So wie ich das verstehe, habt ihr von der Anzahl her schon auf ein Minimum an Konferenzen reduziert. Ihr könntet ggf. noch die Dauer der Konferenzen von mindestens 1,5h auf maximal 1h reduzieren. Das wären auch noch einmal 16 * 0,5h = 8h Zeiterparnis im Teilzeitfall.

  • Genau, die machen bei uns in der Regel nur die Sonderpädagogen mit den Klassenlehrkräften.

    Das finde ich ja schwierig. Wenn ich das Kind in Mathematik habe, wie machen die das ohne mich?

    Und nein, bei uns macht es keinen wirklichen Unterschied bei Konferenzen mit Teilzeit oder Vollzeit nur bei den Fachkonferenzen, da haben wir nur eine, die drei bis viermal im Jahr stattfindet und nicht zwei, wie die Vollzeitkollegen. Aber Stufenkonferenzen wären rein rechtlich alls zu besuchen und da ist es egal, in wievielen Stufen du bist, du wirst in eine eingeteilt, die findet 4x im Jahr satt. Gesamtkonferenzen finden mindestens viermal im Jahr statt, auch egal ob Vollzeit oder Teilzeit, DBs, 4x im Jahr, sind wir schon bei 16 Konferenzen mit mindestens 1,5h und das bei Teilzeit, bei Vollzeit sind es dann meist ca. 20 Konferenzen und wo liegt dann die Proportionalität dabei?!?

    Da scheint es in Berlin mal wieder anders zu laufen als bei uns.
    Wir haben keine Stufenkonferenzen an den Grundschulen. Wir haben Klassenkonferenzen und da kommen auch nur die, die in der Klasse unterrichten. Wenn ich in weniger Klassen oder Kursen unterrichte, habe ich auch weniger Konferenzen.
    Fachkonferenzen gehe ich auch nur dahin, wo ich aktuell auch unterrichte. Theoretisch müsste ich auch in die studierten Fächer aber da stellen wir die Kollegen, die das sowieso nicht mehr unterrichten frei.
    Gesamtkonferenzen haben wir 1 aber 6-7 DVs.
    Ich habe nichts von Proportionalität geschrieben. Da ging es um das Stundendeputat. Das ist proportional zur Arbeitszeit.
    Laut Arbeitszeitstudie hast in Nds. rund 100 min Konferenzen pro Woche. Mit einer halben Stelle, müsstest Du nur 50 min haben. Ein paar Minuten sagen wir 20 min hast du durch weniger Konferenzen wirklich weniger. Bleiben also rund 30 min, die anders ausgeglichen werden müssen. Aber selbst wenn die Schule sie nicht ausgleicht, sind diese 30 min nichts gegen den Aufwand bei den unterrichtsnahen Tätigkeiten.
    Das Problem sind nicht die rechnerisch 30 min sondern die ganzen anderen Tätigkeiten. Es meckern immer alle über die Konferenzen aber die Probleme entstehen durch den Rattenschwanz an Aufgaben, die am Unterricht hängen.

    Das sind jetzt natürlich alles Werte aus der Arbeitszeitstudie. Es gibt sicherlich Lehrkräfte die deutlich mehr Konferenzen haben und wo das Problem da liegt. Genauso wird es aber auch welche mit weniger geben. Aber für den Durchschnitt passt es. Es geht mir auch nur um die Aussage, dass nicht die Konferenzen das Hautproblem sind.

  • Aber das ist doch genau richtig. Du wirst für unteilbare Aufgaben entlastet, indem Du weniger in Arbeitsgruppen und Steuergruppen aktiv bist. Und wenn deine Jahresarbeitszeit am Ende passt, ist auch alles im grünen Bereich.

    Das Teilzeit für die Karriere Nachteile hat, wird sich nicht vermeiden lassen. Man ist halt einfach weniger da und macht weniger Sachen. Aber die große Karriere macht man doch in der Schule sowieso nicht, oder?

    Ich werde nicht entlastet. So etwas machen bei uns Leute freiwillig, die gerne eine A 14 Stelle hätten. Haben bei uns recht viele. Ich werde sie wohl nie bekommen. Ist auch ok. Ich werde nur schief angeguckt, weil ich das alles nicht mache. Eine Entlastung ist das nicht.

    Was nicht okay ist, dass ich viel weniger Zeit bekomme, schönen Unterricht vorzubereiten. Das trägt doch sehr viel zur beruflichen Zufriedenheit, zur Entspannung und psychischen Gesundheit bei.

  • Wenn die anderen Monate auch voll sind, dann sind da Berufs-Messen oder Sportfeste, Klassenfahrten, Kursfahrten, Schnuppertage für die Neuen, Prüfungen für die 10. Klassen … alles andere eben.

    Du weißt doch selbst, dass es von außen vorgegebene Termine und Daten gibt. FöS-Gutachten bitte nicht vor Februar beginnen, aber zu Ostern fertig abgeben. Ähnliches wird es auch an anderen Schulformen geben.
    Es ist doch nicht der Fehler der SL oder der LK, dass das System überlastet und mit Aufgaben überfrachtet ist.

    Ja, aber das sind keine Termine von außen. Wenn ich in der Abivorbereitung bin, muss ich nicht parallel noch ein Schulfest machen. Und wenn ich trotzdem mache, muss ich nicht noch parallel eine Projektwoche machen. Und dann noch einen Elterninformationsabend und dann noch über die WP-Wahl, die jedes Jahr ist, beraten usw...

    Und nein mir fehlt tatsächlich die Phantasie, was sonst noch in den anderen Monaten sein soll. Ich meine wir reden hier von 8-10 Monaten und wenn ich ständig so ein Programm fahre, was machen ich dann? Noch ein 2. und 3. Schulfest?

    Vor allem auch, warum sind die Sachen für alle Pflicht. Den Elterninformationsabend können 2-3 Lehrkräfte machen, 2-3 andere kümmern sich um die WP-Wahl und 20 andere machen die Abivorbereitung. Dann hat jeder ein Termin und nicht 3.

  • Also über Schulfeste etc. kann bei uns die Gesamtkonferenzen entscheiden.

    Aber der andere Hebel ist doch die Arbeitszeit. Wie Anna Lisa das schreibt, haben die ja jede Woche eine Großveranstaltung. Aber auch wenn nicht. Wenn das Kollegium mehrheitlich feststellt, dass sie mit ihrer Arbeitszeit nicht hinkommen, mache ich erstmal eine Personalversammlung. Dann bespricht man, dass alle ihre Arbeitszeit erfassen sollen. Dann sucht man erstmal nett das Gespräch mit der Schulleitung. Ist sie nicht einsichtig, stellt man eine Überlastungsanzeige auf Basis der aufgeführten Stunden. Gleichzeitig sagt man der SL, dass die Mehrarbeit in Zukunft schriftlich angeordnet werden soll. Parallel schaltet man den Bezirkspersonalrat und ggf. die Gewerkschaft ein. Der nächste Schritt ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Schulleitung wegen einer Verletzung der Fürsorgepflicht.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass eine normale SL das solange eskalieren lässt. Wenn das Kollegium auf einer DV der SL gemeinsam deutlich macht, dass es so nicht weitergeht, werden 90% der SL sich einsichtig zeigen. Das geht aber nur, wenn man als Kollegium zusammenarbeitet. Wenn sich 2-3 beschweren und alle anderen sagen, dass das kein Problem ist, klappt es natürlich nicht.

    Unsere Schulleitung hat auf meiner letzten LK dort - wo ich glücklicherweise schon auf dem Absprung war und mir das entspannt anhören konnte - verkündet, sie habe sich die Termine und Belastungen angeschaut und sie zu dem Ergebnis gekommen, bei uns finde nicht mehr statt, als anderswo. Wer sich davon überlastet fühle, möge bitte seine Belastungsfähigkeit reflektieren. Das war vor 4 Jahren und ich höre, es ist eher schlechter als besser geworden.

    Du hast aber Recht, dass der Schritt zur Überlastungsanzeige nicht ausreichend gegangen wird und dass der Anteil derer, die aus karrieretaktischen Gründen (junges Kollegium) die Füße still halten, zu hoch ist.

  • Ich werde nicht entlastet. So etwas machen bei uns Leute freiwillig, die gerne eine A 14 Stelle hätten. Haben bei uns recht viele. Ich werde sie wohl nie bekommen. Ist auch ok. Ich werde nur schief angeguckt, weil ich das alles nicht mache. Eine Entlastung ist das nicht.

    Was nicht okay ist, dass ich viel weniger Zeit bekomme, schönen Unterricht vorzubereiten. Das trägt doch sehr viel zur beruflichen Zufriedenheit, zur Entspannung und psychischen Gesundheit bei.

    Aber das ist doch alles deine private Entscheidung. Wenn deine Arbeitszeit nicht für schönen Unterricht reicht, dann gibt es halt nur das Notprogramm. Ich mache ab und zu ein paar unbezahlte Überstunden, weil ich gerne was schönes machen will. Das ist dann meine persönliche Sache. Letztlich sagt mein Dienstherr was ich machen soll und wenn ich das alles in der vorgegebenen Zeit schaffe, ist das für mich ok.

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