Beiträge von Tom123

    Alles andere war aus Sicht der Schulleitung nicht tragbar, weil wir personell gut aufgestellt sind und ausfallender Unterricht in der Regel vertreten werden muss.

    Das ist doch letztlich der entscheidende Punkt. Wenn genug Lehrerstunden verfügbar sind, muss auch kein Unterricht ausfallen. Da gibt es dann auch wenig Argumente dafür. Wenn nicht genug Stunden da sind, muss man sich überlegen, wo man die Prioritäten setzt. Das ist aber eigentlich der Normalfall.

    In der Schule im Unterricht iPad. Überall Apple-TV, schnell einsatzbereit, gute Unterstützung, Touch, ...

    Für Office, Büroarbeiten, etc. zu Hause den "richtigen" PC.

    Das passiert doch aber heute auch schon. Politische Bildung haben sich alle Bildungsministerien auf die Fahne geschrieben.

    Hier geht es aber nicht darum, Parteipolitik zu machen. Es geht darum die Werte unserer Grundgesetzes zu verbreiten / zu stärken.

    Was die AfD erinnert mich an die NSDAP. Die Jugend von den eigenen nationalen Vorstellungen zu überzeugen.

    Dann wäre das aber ein anderes Thema. Das wäre dann eher das kaputte Schulsystem in NRW. Aber nur weil das System in NRW kaputt ist, wäre das für mich kein Grund deswegen die Schulpflicht aufzuheben. Die Frage wäre eher, wie man darauf reagieren sollte und was man machen könnte, um das System NRW zu retten. Wenn es denn wirklich flächendeckend so kaputt ist.

    Zu 1) Wie willst Du diese Zahlen für Deutschland ermitteln? Wir haben doch eine Schulpflicht.

    Zu 2) Ich kenne mich mit dem Schulsystem im Ruhrgebiet nicht aus. Es wäre schlimm, wenn es dort keine normalen Schulen mehr gibt. Vielleicht mögen sich da andere zu äußern.
    Die Mär, dass starke auch von schwachen profitieren, entspricht meinen Erfahrungen. Man müsste mal prüfen, ob es dazu Forschungsergebnisse gibt. Wichtig sind natürlich die Rahmenbedingungen und wie die Lehrkraft es umsetzt. Wenn ich eine Klasse mit 19 Problemfällen und da einen starken Schüler reinsetze, wird das sicherlich nicht klappen.

    Meine Schwester zittert jetzt schon, was sie machen, wenn der Neffe in 2 Jahren keinen Platz an der einzigen konfessionellen Schule im Ort bekommen sollte. Hier mit Homeschooling eine ergänzende Option zu schaffen, fände ich sinnvoll. Wir sollten doch alle ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Kinder möglichst gute Grundlagen mit auf den Weg bekommen - wo auch immer das dann passiert.

    Wenn das so ist, dann läuft bei euch in der Gegend einiges falsch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das die normale Situation in Deutschland ist. Ich kenne natürlich auch Schulen, wo ich mein Kind nicht haben wollte. Aber sicherlich 2/3 der Schulen sind vollkommen ok.

    Also ist die Konsequenz, dass bitteschön alle schlechte Bildung zu erdulden haben? Wem genau hilft das denn? Gesamtgesellschaftlich sicherlich auch keine Sternstrategie.

    Den zweiten Absatz verstehe ich aus Lehrersicht, nicht aber, wenn du auf das Wohl des einzelnen Kindes schaust. Denn das wird genötigt, ggf. unter seinen Möglichkeiten zu bleiben und auf bessere Beschulung zu verzichten, um Zugpferdchen und sozialen Prellbock für Mitschüler zu spielen. Es muss erlaubt sein, dass auch leistungsstarke und sozial in der Spur laufende Schüler eine für sie adäquate Lernumgebung bekommen..

    Nein, aber die Lösung ist nicht eine Option für die Reichen zu schaffen, die gleichzeitig noch massive Nachteile hat. Nämlich die Eltern, die ihr Kind aus idiologischen Gründen und nicht aus Bildungsgründen rausnehmen. Sind wir doch mal ehrlich. Die Eltern, die ihr Kind aufgrund der besseren Bildungschancen zu Hause betreuen wollen, sind relativ wenige. Diejenigen, die mit unserem Wertesystem nicht einverstanden sind oder bestimmte Werte vermittelt haben wollen, sind doch die große Mehrheit der Home-Schooling-Nutzenden.

    Zu 2)
    Das ist eine Sicht, die dann passiert, wenn die Schule schlechte Arbeit leistet oder die Situation an der Schule schon problematisch ist. Im Idealfall sind die Leistungsträger Vorbild für die anderen Kinder und tragen positiv zum Klassenklima bei. Und trotzdem werden sie gefördert und gefordert. Ich würde sogar behaupten, dass das in meinen Klassen zu 90% funktioniert. Und diese Kinder werden sogar besser gefördert als im Homeschooling. Einerseits lernen sie im Kontakt mit schwächeren Schülern Dinge, die sonst nicht lernen. Einem schwächeren Kind etwas zu erklären, bringt auch für das leistungsstarke Kind Vorteile. Dann profitieren leistungsstarke Kinder auch von anderen leistungsstarken Mitschülern. Vielleicht gibt es auch mal Kinder, die in Sprachen schlecht aber in Mathematik gut sind. Und letztlich haben wir als Schule viel mehr Forder- und Fördermöglichkeiten als die Eltern Zuhause. Auch sind wir in der Regel besser ausgebildet. usw.

    Das wirst du aber nicht ändern können. Wer Geld hat kann sich immer Bildung kaufen, da kannst du die Millionärskinder auf die schlimmste Brennpunktschule schicken, das wird nichts daran ändern, dass die Eltern dann private Tutoren, Nachhilfe, Geigenunterricht oder sonst was finanzieren.

    Aber ich muss daran arbeiten die Unterschiede zu reduzieren und nicht die Möglichkeiten schaffen, die Ungleichheiten noch zu verstärken.
    Das geht übrigens dann auch gleich bei den Lehrkräften weiter. Dann werben die Homeschooling-Eltern mit viel Geld um die guten Lehrkräfte ....

    Die hiesigen Grundschulen leisten das nicht mehr und viele Kinder bleiben unter ihren Möglichkeiten, weil sie in den gegebenen Strukturen untergehen. Wenn diese Eltern sich dazu entscheiden, lieber auf häuslichen Unterricht zu setzen, ist das meines Erachtens verständlich. Die Schulen wiederum können angesichts der heterogenen Schülerschaft mit unterschiedlichsten Förderbedarfen froh sein um jeden Schüler weniger und damit kleinere Lerngruppen.

    Das ist doch gesellschaftlich ein riesiges Problem. Wer Geld hat, kauft sich gute Bildung. Und wer kein Geld hat, bekommt nur das Standardprogramm. Das fördert doch gerade die soziale Ungleichheit, die schon jetzt ein großes Problem in Deutschland ist. Dann ist die Bildung noch stärker vom Elternhaus abhängig.

    Und das die Schulen dann froh sind, klappt auch nicht. Erstmal brauchst du in deiner Lerngruppe eine Menge X an guten Schülern, die dein Unterricht vorwärts bringen und auch das Klassenklima beeinflussen sowieso als Vorbild dienen. Ich habe noch keine Lehrkraft erlebt, die es gut fand, wenn Leistungsträger die Klasse verlassen.
    Und das wir dann kleinere Klassen bekommen, ist doch wohl utopisch. Am Ende spart sich das Land ein paar Lehrerstellen und freut sich.

    Also was bringt uns Homeschooling:

    Die "guten" Kinder bekommen mit reichlich Unterstützung der Eltern gutes Homeschooling und lernen gut.

    Kinder aus "problematischen" Familien werden nur noch durch ihre Familie indoktriniert. Werte, die wir nicht unterstützen, können dadurch problemloser weitergeben werden. Beispielsweise eine Lerngruppe für national eingestellte Familien. Unterstützung für die AfD-Propaganda. Kein Kontakt zu Migranten. Super!

    Und an den "problematischen" Schulen bleibt dann der Rest. Wenn ich also ein Gymnasium oder eine IGS oder eine Hauptschule habe, die nicht "läuft". Gehen die oberen 10% ins Homeschooling und dann läuft es sicherlich mit dem Rest an der Schule deutlich besser....

    Ich sehe tatsächlich nur wenige Argumente für Homeschooling. Es gibt so bestimmte Lebensformen, wo es sinnvoll ist. Vielleicht möchte Familie Müller mit den Kindern eine Weltreise machen. Da finde ich die Option auf Homeschooling nachvollziehbar. Aber in der breiten Masse finde ich nicht gut.

    Und nur weil es andere Länder haben, müssen wir es nicht nachmachen. Vielleicht sollten wir eher mal über die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems nachdenken.

    Palim, ich würde so gerne mal Screenshots aus Abiturprüfungen in die Welt schicken. Was hier für ein Abitur ausreicht, kann sich niemand auch nur ansatzweise vorstellen. Und es ist eben das Ergebnis davon, dass jedes ungeeignete Kind sich anmelden darf, wo es die Eltern halt möchten, und keinerlei Auslese mehr stattfindet -> das Gesamtniveau crashed ins Bodenlose.

    Das Problem ist doch dann, dass ihr die Kinder nicht rechtzeitig auf eine andere Schule schickt. Das Problem ist doch, dass das Abitur dann zu einfach ist. Aber deswegen brauche ich eine Quote. Dann muss ich halt das Niveau erhöhen.

    Gymshark, da hast du Recht aber wir müssen doch eine andere Perspektive annehmen. Hier geht es in erster Linie um Menschen, die in 10-20 Jahren auf dem Arbeitsmarkt tätig sind. Die gehen dann vielleicht in 50 Jahre in Rente. Und da ist die Frage, welche Fähigkeiten und Kompetenzen diese Menschen brauchen.

    Es ist tatsächlich schwer gegen Heimbeschulung zu argumentieren, wenn Schulen gleichzeitig ihrem Bildungsauftrag nicht mehr adäquat nachkommen und es nicht gelingt, eine (räumlich und sozial) lernförderliche Umgebung zu schaffen.

    Das Verbot der Heimbeschulung sorgt dafür, dass alle Kinder im öffentlichen Schulwesen beschult werden. Auch losgelöst von irgendwelchen rechtsradikalen Gruppen, gibt es etliche Menschen mit sehr komischen Einstellungen, die diese liebend gerne an ihre Kinder weitergeben wollen. Nur durch ein staatliches Schulsystem können wir sicherstellen, dass diese Kinder zu mindestens alternative Meinungen und Lebensformen kennen lernen.

    Auch die 25% Quote macht überhaupt keinen Sinn. Mal davon abgesehen, dass ich eher ein Freund von Gesamtschulen bin, warum gerade 25%? Ich könnte es verstehen, wenn man sagt, dass man die Anzahl von Kindern auf dem Gymnasium verringern möchte. Vielleicht setzt man bestimmte Noten voraus oder macht einen Aufnahmetest. Aber warum gerade eine Quote von 25%? Vielleicht sind nur 20% der Kinder deutlich intelligenter als der Rest? Vielleicht sind es aber auch 35%?

    Und dann die gesellschaftliche Frage. Was brauchen wir für Menschen für die Zukunft? Ist es sinnvoll eher weniger auf hochausgebildete Menschen mit Studium zu setzen und mehr auf Menschen mit mittlerer Schulbildung? Aber sind das nicht die Jobs, die durch KI und Automatisierung immer mehr weg fallen? Müssen wir nicht im Gegenteil darauf setzen, dass mehr Kinder ihr Abitur machen, da wir vor allem gut ausgebildete Menschen für die Zukunft brauchen? Und das heißt natürlich, dass wir nicht auch gut ausgebildete Handwerker etc. brauchen. Aber in der Tendenz werden diese Jobs weniger und die anderen mehr.

Werbung