Beiträge von Tom123

    Wenn ich während des Frühstücks (das ich privat nicht einnehme) nicht durch die Stadt latschen darf, ist es keine Freizeit.

    Wenn eine Lehrkraft die Aufsicht führt, können die anderen Lehrkräfte in dieser Zeit auch durch durch die Stadt latschen. Oder ausschlafen ...

    Wenn ich während der "Schülerfriezeit" zwei Mädels ständig bei mir habe, weil die Eltern das Schreiben nicht unterschreiben wollten, dass sie in Kleingruppen frei laufen dürfen, dann ist es mir egal, wie viele belgische Waffel ich vor ihrer Nase esse, es ist KEINE Freizeit.

    Wenn ich aber mit X Lehrkräften unterwegs bin, reicht es nun mal, wenn sich eine Lehrkraft um die Kinder kümmert und gleichzeitig als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Dann hätten die anderen Lehrkräfte auch mal Zeit für sich. Das ist natürlich nicht alles optimal, aber ich finde, dass man solche Fahrten so planen muss, dass auch eine Lehrkraft sich mal einen Vor- oder Nachmittag rausnehmen kann.

    Und wenn Grundschulleute den Lehrkräften der weiterführenden Schulen weiterhin vorwerfen wollen, keine Ahnung von der Grundschule und ihrer Herausforderungen zu haben, sollten sie das auch für die älteren Schüler*innen genauso umsetzen. 15jährige SuS sind - im Durchschnitt, in der Gruppe und in der Dynamik - wirklich wirklich dumm. Wenn einige sich nachts rausschleichen, um in eine Shisha-Bar zu gehen, wenn einige tagsüber versuchen, Alkohol zu kaufen, wenn nachts Energydrinks auf Zimmer konsumiert werden, usw.. dann ist es keine Freizeit, wenn ich meinen Wecker stellen muss, um einen Gang über den Flur zu stellen.

    Also
    A) studiert man in Nds. GHR also Grund-, Haupt- und Realschule. Ich persönliche habe bereits neben der Grundschule auch an zwei Hauptschulen und einer Realschule gearbeitet. An der Realschule regulär mit voller Stundenanzahl und damals auch eine Abschlussfahrt begleitet. Außerdem fahre ich regelmäßig aufgrund unserer Kooperationen mit Schülergruppen zu Wettbewerben. Das ist natürlich nur bedingt vergleichbar. Ich bin allerdings auch privat öfters mit älteren Jugendliche unterwegs.

    B) reicht es normalerweise wenn eine Lehrkraft die Abendaufsicht führt.

    C) ist es normal nicht notwendig nachts um 2 Uhr Kontrollrunden zu machen. (Gehst Du dann in jedes Zimmer und guckst, ob die Kinder im Bett liegen oder wir macht ihr das?) Sobald die Kinder im Bett sind und Nachtruhe herrscht, darfst Du dich auch hinlegen. Ausnahme wäre nur, wenn es konkrete Anhaltspunkte gibt. Hier wäre es aber auch die Frage, warum ihr solche Kinder nicht direkt nach Hause schickt. Wenn 15jährige versuchen Alkohol zu kaufen oder nachts das Hotel verlassen, würde ich sie direkt abholen lassen.

    Es mag sein, dass man bei höherer Personaldecke sich auch mal rausziehen kann, aber weder bei uns noch bei befreundeten Kollegen anderer Schulen ist das der Fall. Wir haben auch Klassenfahrten mit Teambilding-Aktionen von Externen, aber auch da sind (in meinen Augen auch nachvollziehbar) immer alle Kollegen anwesend (weil nur 3 bei ü 60 Schülerinnen und Schülern)

    Wenn das so ist, läuft doch etwas in der Planung und im Personalschlüssel falsch. Wenn die Klassenfahrt bei euch Pflicht sind, muss die SL genügend Personal zur Verfügung stellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwo tägliche 14 Stunden Schichten ohne Pause erlaubt sind. Vielleicht bei unabsehbaren Notfällen. Und was macht ihr, wenn eine Lehrkraft plötzlich erkrankt? Und womöglich gibt es dann noch ein Problem mit einer Schülerin, wo sich eine Kollegin alleine drum kümmern muss. Dann steht plötzlich eine Lehrkraft mit 60 Schülern alleine da, die man noch nicht mal eine Person alleine beim Frühstück beaufsichtigen kann.

    Private Freizeit?

    Was gibt es denn noch für Freizeit? Dienstliche Freizeit? Das ist ja schön für den Dienstherren ;)

    Und: subjektiv? Objektiv ist es frei und subjektiv Dienst oder was?

    Gibt es subjektive Freizeit?

    Wenn dein Arbeitgeber dich für deine Mittagspause vom Dienst freistellt, ist das für dich vielleicht keine private Freizeit aber halt auch keine Arbeitszeit. Auch wenn Du 10 min Frühstückspause hast, kannst Du die Zeit nicht wirklich nutzen. Aber trotzdem ist es keine Arbeitszeit.

    Wenn Du nun auf Klassenfahrt bist und 3 h frei hast, weil die Klasse anders beschäftigt ist oder die anderen Lehrkräfte die Aufsicht alleine führen, hilft es dir wahrscheinlich recht wenig und du wirst die Zeit wahrscheinlich trotzdem mit Schule verbringen. Aber das kannst Du deinem Dienstherr schlecht ankreiden.

    Also ich weiß nicht, wie das bei dir ist, aber ich persönlich frühstücke dann auch. Irgendwo und irgendwas muss ich ja essen. Und tatsächlich unterhalten wir uns mit unseren Schülern, sind Ansprechpartner für unsere Schüler, gehen mit dem Co den anstehenden Tag durch.

    Das heißt nicht, dass es extrem anstrengend ist und wir nicht durchatmen können. Es heißt aber auch nicht, dass es private Freizeit ist. Nicht jede Arbeitszeit muss ja extrem und fürchterlich anstrengend sein.

    Das ist schon ok so, aber es ist trotzdem Arbeitszeit. Auch Arbeitszeit darf ja ok sein. ;)

    Du schmeißt da gerade ganz viele Sachen durcheinander.

    Also erstmal nur weil 60 15-16jährige in einem Raum zusammen frühstücken, warum diese von mehreren Lehrkräften dabei beaufsichtigt werden müssen. Dass vielleicht eine Aufsicht als Ansprechpartner fungiert, kann ich verstehen. Aber was machen die anderen beiden Lehrkräfte in der Zeit?

    Ob Arbeit Spaß macht oder nicht, ist kein Argument dafür, ob es Arbeitszeit ist.

    Hier geht es um zwei Dinge: a) Hast Du einen Anspruch auf Pausen. Du musst dich auch mal hinsetzen können ohne permanent deine Schüler zu bespaßen. Ob Du deine Pausen nun zusammen mit den Schülern verbringst oder in dein Zimmer gehst, ist egal. Aber die Fahrt muss so organisiert sein, dass das möglich ist.

    Private Freizeit ist das vielleicht subjektiv nicht. Aber es ist halt keine Arbeitszeit.

    Du musst da zwei Sachen unterscheiden: Was empfinden wir (oder Du) subjektiv als fair und was ist objektiv. Fast jede Lehrkraft wird sagen, dass man auf der Klassenfahrt gefühlt 24 h im Dienst. Aber das heißt nicht, dass es objektiv alles Dienstzeit ist. Und wenn es so wäre müsste die SL dafür Sorge tragen, dass entsprechende Erholungspausen für Lehrkräfte drin sind. Entweder indem die Fahrt anders organisiert wird oder indem mehr Personal mitfährt. Oder ihr müsst halt überlegen, ob wirklich immer alle Personen notwendig sind.
    Ich fahre auch regelmäßig mit älteren Weg. Das ist zwar über den Sportverein und damit ein anderes Klientel aber bei unseren Meisterschaften gehen die älteren alle alleine zu den Mahlzeiten. Manchmal geht der Trainer mit, weil er auch gerade essen will. Aber nicht, weil er die Leute beim Essen beaufsichtigen muss.

    Auch wenn das jetzt nicht an mich ging: Klassenfahrten sind Pflicht, aber es werden keine zusätzlichen Kollegen dafür freigestellt. Ein Lehrer pro Klasse, Punkt. Wenn sich eine Lehrkraft mittags mal 2 Std aus dem Programm nimmt, hieße das dann 2 Kollegen mit ca 60 Schülern in Berlin und 20 davon sind ihm nicht bekannt. Das geht absolut nicht.

    Und ja, es sind mehrere Aufsichten beim Essen von 60 10-Klässern nötig....

    Was habt ihr für Schüler, die in der 10. Klasse nicht alleine frühstücken können? Also eine Aufsicht finde ich sinnvoll. Aber was machen mehrere Lehrkräfte dort? Achtet ihr darauf, was die Kinder essen?

    Wenn eure Klassenfahrt so gestaltet ist, dass ihr täglich 14+ h im Einsatz seid und euch nicht mal für 2h rausziehen könnt, muss entweder der Personalschlüssel oder das Programm angepasst werden. Das kann doch niemand von euch erwarten.

    Die Zeit genießen mache ich mit meiner Familie, dem Hund oder Freunden. Aber doch nicht auf Klassenfahrt! In Hessen muss ich diese als Lehrkraft durchführen, wenn ich es freiwillig anbieten könnte, würde ich es lassen.

    Das machen andere Menschen auch. Aber wenn dein Interesse ist die Arbeitszeiten fair zu erfassen, gehört diese "Freizeiten" halt nicht zur Arbeitszeit. Auch wenn Du sie nicht so nutzen kannst, wie du möchtest. Die Frage ist halt dann, wo zwingend alle drei Lehrkräfte Aufsicht führen müssen und wo eine Lehrkraft reicht. Auf meiner damaligen Klassenfahrt gab es beispielsweise auch einen freien Nachmittag, wo wir alleine/in Gruppen in die Stadt durften. Wenn Du eine faire Berechnung haben willst, kannst Du solche Sachen dann halt auch nicht als Arbeitszeit für alle Lehrkräfte rechnen. Daher auch meine Aussage, dass es oft nicht so viele Stunden mehr als Vollzeit sind. Wir nehmen es als Lehrkräfte natürlich anders wahr.

    2

    Bei uns fährt jede Klasse einzeln. Ist so, finde ich auch gut so und möchte ich auch nicht diskutieren.

    Wenn du tagsüber in Berlin unterwegs bist, kann wohl schlecht eine von uns in der JH bleiben.

    Und selbst wenn die Klasse mal zwischendurch 2 Stunden Freizeit hat, dann gehe ich schon mit meiner Kollegin einen Kaffee trinken, aber wir besprechen dann, wie es gelaufen ist, was wir für Maßnahmen ergreifen müssen, wie der nächste Programmpunkt ist, was wir noch für Ansagen machen müssen, checken noch mal Fahrpläne etc. Und wenn mir mal 30 Minuten privat quatschen, ist das trotzdem Arbeitszeit, denn ich MUSS ja da an diesem Ort warten und kann eben nicht frei entscheiden, was ich machen möchte und wo ich mich aufhalten möchte.

    Also ich mag das aus der Ferne nicht beurteilen. 2 Personen bei einer Klassenfahrt finde ich schon wenig. Und eigentlich muss du auch zwischendurch mal 2h Freizeit haben. Dass Du dich dann mit Schule beschäftigst, ist ja dein Ding. Aber Du könntest auch einen Kaffee trinken gehen oder was anderes machen. Permanent als verantwortliche Aufsicht zur Verfügung stehen, kann doch nicht die Lösung sein. Entweder muss dann eine dritte Person mit oder ihr müsst es so organisieren, dass ihr Zeiten habt, wo eine Person ausreicht. Aber wie gesagt, dass müsst ihr natürlich selbst wissen. Aber auch bei Essenszeiten kannst Du mir doch nicht erzählen, dass bei einer zehnten Klasse zwei Aufsichten notwendig sind? Die können ohne Aufsicht im Hotel/Jugendherberge essen.

    Ja, machen wir.

    Meine letzte Klassenfahrt war eine 10er Abschlussfahrt nach Berlin. Jeder Programmpunkt selbst gebucht. Wir waren in der Regel nach dem Frühstück bis zum Abendessen in Berlin unterwegs. Beim Programm waren meine Kollegin und ich selbstverständlich beide anwesend.

    Also bei einer 10. Klasse muss es doch am Tag Zeiten geben, wo eine Lehrkraft pro Klasse reicht. Wir fahren mit Grundschülern. Wie viele Lehrkräfte habt ihr denn dabei?

    Eine Kindergeldkürzung ist sicherlich nicht so einfach durchführbar. Aber es trifft den Kern. Wenn man den Familien Geld wegnimmt, trifft man sie. Ich bin erstaunt, dass so viele davon ausgehen, dass das Kindergeld wirklich den Kindern zu gute kommt. Das entspricht nicht meiner Erfahrung. Da geht alles ins Familienbudget und wenn die Reparatur des Autos gerade ansteht oder Papa Zigaretten braucht, hat das Priorität.

    Eltern, die keine Stifte/Bücher/Sportsachen kaufen können, weil kein Geld da ist. Den brauche ich nichts von Kindergeld erzählen. Vielleicht kann man in Zukunft die Kindergeldzahlung bei auffälligen Eltern an einen Verwendungsnachweis knüpfen. Per App werden die Rechnungen hochgeladen und dann wir das Geld ausgezahlt ...

    Aber mal im Ernst: Wenn Quittengelee eine bessere Möglichkeit weiß, wie man solche Eltern zur Mitarbeit motiviert dann bitte her damit.

    Das mag ein wenig anders sein, wenn man mit Programm bucht (was wir eigentlich nie tun, unter anderem um Geld zu sparen), aber einmal hatten wir was mit Programm, aber das ging dann nur eine Stunde und war für die Hälfte der Kinder (Bogenschießen), so dass sich da auch keine Aufsichtsperson einsparen ließ.

    Ihr macht auf der Klassenfahrt 24h Programm selbst? Das ist sportlich und sicherlich anstrengend.

    Von nur 10 h Arbeitszeit auf einer Klassenfahrt würde ich träumen! Ich schlafe im Schnitt auf Klassenfahrten zwischen 2 und 6 Stunden pro Nacht und bin hauptverantwortlich zuständig für 24 bis 28 6- bis 8 Jährige während der kompletten Tage. Selbst wenn ich es da hin kriegen würde, eine Stunde pro Tag echte Pause zu haben (weil meine Kollegin alleine betreut) würde das die Arbeitszeitbilanz nicht retten können.

    Also erstmal hast Du selbst Anspruch auf eine Pause. Wie läuft denn das Essen bei euch ab, dass man mehr als eine Person als Aufsicht braucht? Wir besprechen das vorher gemeinsam, dann holen sich die Kinder ihr essen und gut ist. Ab und zu schimpft man mal oder es gibt eine Rückfrage. Aber eigentlich essen wir da selbst. Der Bedarf an Betreuung ist da schon sehr gering. Danach haben wir meistens erstmal Freizeit. Wir sind meistens mit 2 Klassen unterwegs. Dann 2 Lehrkräfte/PMs pro Klasse und ggf. noch Schulbegleiter oder andere Personen. Wenn die Kinder auf dem Geländer Freizeit haben, reichen 2-3 Erwachsene vollkommen aus. Ausnahme sind natürlich die Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Aber dafür haben wir dann die Schulbegleiter. Letztlich läuft man zwischendurch mal rum und ansonsten brauchen die Kinder einen Ort, wo sie einen Erwachsenen finden. Dann kann sich aber auch 1-2 Erwachsenen mal für eine Stunde zurückziehen und das tun sie auch.

    Abends ist bei uns zwischen 21:00 Uhr und 22:00 Uhr Bettruhe. Irgendwann ab 21:00 Uhr machen das eigentlich die Klassenlehrkräfte, dass sie ihre Klassen ins Bett schicken. Danach reicht auch eine Person, die die Nachtruhe überwacht. Tagsüber haben wir sonst Programm oder Aktivitäten. Wenn ich an unsere letzte Klassenfahrt zurückdenke, haben die Kinder am ersten Tag erstmal eine Erkundungs-Rallye durch die JH gemacht. Da laufen die auch alleine in Gruppen. Wir saßen irgendwo auf der Terrasse und sind mal zwischendurch rumgelaufen. Aber eigentlich ist auch der Sinn für uns, dass die Kinder selbstständig werden. Da muss nicht 24 h ein Erwachsener daneben stehen. An anderen Tagen gab es ein Programm von der JH. Das übliche Team-Building etc. Das waren drei Bausteine a 3 h und die Gruppen haben abwechselnden jeden Baustein einmal gemacht. Die Bausteine wurden von einem Teamer der JH gemacht. Theoretisch hätte gar keiner von uns dabei sein müssen. Ich war dabei, weil ich es spannend fand und selbst mitmachen wollte. Aber auch da hätte zu mindestens 1 Erwachsener pro Gruppe gereicht. Kann auch gut sein, dass da jemand von uns mal eine Stunde frei gemacht hat. Dann waren wir einem Freilichtmuseum. Da gab es auch einen Workshop. Hätte auch 1 Person pro Klasse gereicht. Freizeitpark zum Abschluss sind die Kinder die meiste Zeit in Gruppen alleine gelaufen.

    Sicherlich gibt es auch mal Hochzeiten, wo wir über jede Person froh sind. Ankunft und Zimmer beziehen und Abreise z.B.. Oder wenn irgendwie gerade die Stimmung kippt. Aber normale Grundschulklassen brauchen bei einer Klassenfahrt nicht permanent 2 Personen als Aufsicht. Da gibt es immer Zeiten, wo man sich auch mal zurückziehen kann. Wie macht ihr das denn mit dem Essen etc.? Wenn Du da wirklich 14 h am Tag unter Spannung stehst, ist das ein Problem eure Klassenfahrtsorganisation. Das kann niemand von dir erwarten. Unserem Chef gefällt es auch nicht, dass wir mit relativ vielen Erwachsenen fahren. 2 pro Klasse ist bei uns absolutes Minimum. Gerne kommen auch ehemalige Bufdis oder wenn notwendig Schulbegleitungen mit. Dann sind wir auch mal 5-6 Personen für 2 Klassen. Wobei die Schulbegleitungen offiziell nur für ihr Kind verantwortlich sind. Aber in Notfälle sind sie natürlich trotzdem da. Wenn ich irgendwo durch die Stadt laufe oder wandern gehe würde ich auch immer auf 2 Personen pro Klasse bestehen. Aber man ist halt auch in der JH oder hat Programmpunkte.

    Bezogen auf die Deputatsstunden? Ja...jedenfalls weitgehend. Bezogen auf die Arbeitszeit? Nein. Und genau dafür ist das Tracking ja da...um eben auch die Arbeit abseits der regulären Unterrichtsstunden zu erfassen.

    Das setzt aber auch voraus, dass man aus arbeitsrechtlich vernünftig trackt und auch unter den Aspekt der Arbeitszeiten plant.

    Also ich meine damit, dass wenn wir auf Klassenfahrt fahren, sind wir halt alle immer da. Man genießt im gewissen Maße die Zeit und ich hätte gar kein Interesse an einer großartigen freien Zeit, die ich sowieso nicht sinnvoll nutzen kann. Vielleicht lese ich mal ein Buch, wenn die Kinder Programm haben oder wir Lehrkräfte trinken zusammen einen Kaffee. Wenn ich wollte könnte ich sicherlich auch mal für ein paar Stunden weg. Aber ich hätte gar kein großes Interesse. Wir waren mal in der Heide. Da hat eine Schulhelferin dann mal mit einer Kollegin einen Wandernachmittag gemacht.
    Wenn ich das ganz jetzt unter dem Aspekt Arbeitszeit rechne, müsste ich meinem Arbeitgeber auch die Chance geben, diese Arbeitszeiten möglichst effektiv zu gestalten. Dann hätte halt eine Lehrkraft beim Essen die Aufsicht und die anderen hätten Pause. Oder wenn die Kinder Programm haben oder frei spielen, reichen auch 1-2 Lehrkräfte für die Aufsicht. Wir sind aber in der Regel 2 Erwachsene pro Klasse. Gerade weil es dadurch auch für alle entspannender ist. Wenn ich das natürlich dann alles als Arbeitszeit einrechne, komme ich am Ende auf utopische Ergebnisse. Wir kriegen für eine 5tägige Klassenfahrt 5 Überstunden. Am letzten Tag kommen wir Mittags wieder. D.h. Ich habe 46 Arbeitsstunden verteilt auf 4,5 Tage. Also rund 10 h pro Tag. Das passt schon. Wenn die Kinder abends im Bett sind, sitzen wir auch einfach gemütlich zusammen. Natürlich kann ich auch sagen, dass das Arbeitszeit ist, weil es könnte ja auch jederzeit ein Kind kommen. Aber das passt auch irgendwie nicht. Vielleicht wenn ich dann dort Arbeiten korrigiere..

    Man kann das beklagen, oder die Realitäten anerkennen und es einfach freiwillig machen, dann würde man sich jedenfalls nicht länger in die Tasche lügen. Ich kann diese Scheinheiligkeit nicht ertragen. Enweder man setzt eine Pflicht durch oder lässt es und macht es freiwillig. Das schließt ja nicht aus, dass man für solche Fahrten bei den Kindern und deren Eltern werben darf, denn sie sind in den allermeisten Fällen ja eine Bereicherung für die Kinder.

    Dein Beitrag klingt sehr resignierend. Es gibt viele Bereiche in der Schule, die Pflicht sind, die wir aber nicht durchsetzen können.

    Hausaufgaben sind Pflicht aber einige machen sie nicht.

    Die Teilnahme am Sportunterricht ist Pflicht aber einige sind oft krank oder haben keine Sportsachen.

    Die Teilnahme an Schwimmunterricht ist Pflicht aber ein passenden Attest ist zu leicht besorgt.

    Bestimmte Kinder sind bei jeder Exkursion krank.

    Beim Sexualkundeunterricht sind SchülerInnen krank.

    Arbeitsmaterialien werden nicht mitgegeben usw..

    Nur weil wir etwas nicht durchsetzen können, müssen wir die Pflicht nicht abschaffen. Wir schaffen es auch nicht, dass alle Menschen ordentlich Parken. Aber sollen wir deswegen die Vorgaben abschaffen?

    Bei Fahrten gibt es aus meiner Sicht sogar ein paar gute Argumente für die Freiwilligkeit. In Niedersachen ist es freiwillig. Das hat erstmal für mich als Lehrkraft den großen Vorteil, dass ich ohne Begründung auch nein sagen kann. Aber auch bei den Kindern haben wir inzwischen immer mehr Kinder mit großen und kleineren Problemen (Diese Entwicklung macht mir viel mehr Sorgen). Daher halte ich es für sinnvoll, dass die Eltern das entscheiden sollen.

    Zur Frage der Vorschriften: Natürlich kannst Du als Staat versuchen, alle Vorschriften durchzusetzen bzw. die Nichteinhaltung zu sanktionieren. Das bindet aber so viele Ressourcen, dass an anderer Stelle eingespart werden muss. Dann wird auch schnell wieder über den "autoritärem Staat" gemeckert.

    Es gibt kaum eine "Vorschrift", die freiwillig von allen Bürgern anerkannt wird. Wenn es keine Verkehrskontrollen geben, würde nicht jeder rasen aber vielleicht 20%. Wenn es keine Parkkontrollen gibt, würden viele nicht bezahlen. Wenn Diebstahl nicht strafbar wäre, würden sich einige im Supermarkt bedienen.
    Mir fällt tatsächlich keine einzige Vorschrift, die alle einfach so befolgen würden.

    Und hier geht es nicht um eine Kleinigkeit: Hier geht es um Bildung und Schulpflicht und am Ende um die Zukunft unserer Gesellschaft. Da sollte sich der Staat doch vielleicht ein wenig mehr Mühe geben.

    Um die Eltern zu maßregeln, den Kindern das Geld kürzen- der Plan hätte auch von Gymshark sein können.

    Du glaubst, dass das Kindergeld 1:1 an die Kinder geht? Letztlich fließt doch alles ins Haushaltsbudget ein. Aber Du kannst natürlich auch das Kindergeld nicht kürzen und eine Strafgeldzahlung von 100 € an die Eltern pro Monat verhängen. Ändert allerdings nicht viel

    Bei uns muss man 6 Wochen lang einen Tag zur 1. statt zur 3. kommen. Ja, man sitzt im besten Fall in der Schule herum bzw. arbeitet dort, meist hat man Vertretung. Wer dank Stundenplan keine Frühbereitschaft hat, muss eine Aufsicht mehr machen. Da ist mir die Bereitschaft morgens da begrenzt lieber.

    Reicht es nicht, wenn man zuhause ist und losfährt wenn der Anruf kommt? Also sofern man einigermaßen nahe an der Schule kommt. In der Regel melden sich die Kollegen doch 1h vor Dienstbeginn krank.

Werbung