Beiträge von Tom123

    Oder man kommt ganz ohne FöS-Lehrkräfte aus, weil es keine Stunden gibt oder die FöS-Lehrkräfte selbst erkranken und nicht ersetzt werden oder die bisherige Abordnung nicht erneut möglich ist, weil die FöS-Lehrkraft an ihrer Stammschule benötigt wird - um die fehlende Lehrkraft zu ersetzen und dort den regulären Unterricht zu übernehmen. Inklusion heißt Differenzierung.

    Das sollte extrem selten passieren. Ich persönliche kenne vielen Schulen und sitze auch regelmäßig auf den entsprechenden Versammlungen. Das eine Förderschullehrkraft ausfällt, kann natürlich passieren. Auch das sind nur Menschen. Das Grundschulen insbesondere mit Bedarf über längere Zeit (sprich mehr als ein Schuljahr) keine haben, kann nur extrem selten passieren. Insbesondere sollen die Stunden doch ganz offiziell dann im Sek 1 Bereich gekürzt werden.

    Die Schule bleibt also besonders belastet, alle haben viele Kinder mit zusätzlichen Bedarfen in den Klassen, schwierige Kommuniktion mit den Eltern, viel Differenzierung. Aber die entlastenden Stunden fallen weg, sie werden ersatzlos gestrichen. Und erst danach wird ermittelt, ob die Schule weiteren Bedarf hat - also für die Pflichtstundentafel - und ob eine Abordnung oder eine Stellenausschreibung oder die Bewilligung einer Vertretungsstelle (für Studierende) erfolgt.

    Es sind zusätzlich Stunden, die es bisher gar nicht gab. Und diese zählen selbstverständlich zur Unterrichtsversorgung. Und es bekommen auch nicht nur besonders belastete Schulen. Wir sind Mittelmaß und bekommen auch welche. Fairerweise muss man sagen, dass der Dienstherr hier eine Entlastung schafft, aber nicht genug Lehrerstunden hat um sie überall umzusetzen. Aber letztlich ist es an den Schulen, wo die Stunden fehlen nicht anders als vorher. Die zusätzlichen Stunden für die sichere Basis hast Du sicherlich vergessen. Das ist auch eine Entlastung für diese Kinder. Und die gibt es an jeder Schule.

    Diese Stunden gibt es nicht pauschal für alle Schulen, sondern immer für bestimmte Schulen aus einem Topf, der ausreichen muss - ansonsten gibt es weniger oder keine Stunden. Die Aufgaben bleiben aber zumeist, weil man ja in dem "Programm" steckt und die Sachen nicht einfach wegfallen und man die Kinder dennoch fördern muss oder möchte. Die entlastenden Stunden fallen also weg, man regelt es über: Differenzierung.

    Oder weit weniger, weil kaum etwas genehmigt wurde und diese Stunden dann eben ersatzlos gestrichen werden. Sie werden nicht durch eine ausgeschriebene Lehrerstelle ersetzt. Manchmal kann man irgendwann jemand anderen dafür einsetzen. Aber die Stunden sind weg. Man regelt es über: Differenzierung im Unterricht.

    Da geht gerade einiges durcheinander. Grundsätzlich hast Du Recht, dass es die Projekte nicht für alle Schulen gibt, sondern dass man sich bewerben muss. Aber bei vielen Projekten werden Schulen gesucht. Wir sind selbst bei verschiedenen laufenden Projekten erst spät eingestiegen. Und wenn es nicht genug Stunden gibt, finden diese Projekte nicht statt. Wir haben u.a. Plattdeutsch. Wir könnten das nun einfach streichen und dann wären wir auch bei 100%. Begabungsverbünde gibt es auch landesweit in allen Regionen. Auch da gilt, dass nur so viele Angebote gemacht werden, wie Stunden vorhanden sind. Wenn wir eine Stunde weniger bekommen, gibt es halt ein Angebot weniger. Außerdem können die Stunden zwischen den beteiligten Schulen frei verteilt werden. Wenn eine Lehrermangel, kann man die Stunden anders verteilen. Dann macht Schule A halt ein Angebot mehr und B eines weniger. Die sollen sowieso schulübergreifend sein.

    Stimmt. Keine Förderung durch Förderschullehrkräfte, keine DaZ-Förderstunden, keine Sport-Förderstunden, keine Begabtenförderung durch Förderstunden und eine ausgedünnte Stundentafel, da die Lücken in der Pflichtstundentafel durch Betreuung per Pädagogische Mitarbeiterin aufgefüllt werden, bis eine weitere Lösung gefunden werden kann - WENN sie gefunden werden kann. Und solange die PM im regulären Stundenplan steckt, fehlt sie für ad-hoc-Vertretungen, das fängt man dann eben miteinander auf (Klasse aufteilen oder ...)

    Dafür bieten diese Schulen eine doppelte Klassenführung, eine weitere Fachkonferenz für Berufene und eine kleine Sammlung an zusätzlichen Aufgaben für jede in einem ausgesprochen guten Team, da man sich hinsichtlich aller Probleme untereinander hilft und sämtliche Expertisen selbst besetzt.

    Ja, so kann man das natürlich auch umschreiben.

    Genau das ist das Problem. Du konstruierst Fälle, die extrem selten sind und tust so als ob es normal ist. Bevor Du den die normale Stunden nicht geben kannst, brauchst Du eine Versorgung von unter 85%. Wie viele Grundschulen gibt es Niedersachsen, die solche Probleme haben und keine Hilfe bekommen? Ich kenne keine. Wir hatten mal einen Fall. Da war an einer einzügigen Nachbarschule mit nur 5 Lehrkräften eine Person ausgefallen. Aber auch da wurde dann zeitnah abgeordnet.

    Wie gesagt: Es fehlen Lehrkräfte. Viele Lösungen sind nicht optimal. Aber deine Darstellung ist weit entfernt jeglicher Realität. Dazu muss man auch sagen, dass die Landesregierung in den letzten Jahren viel gemacht hat, um die Schulen zu unterstützen. Es gab zusätzliche Stunden für die Schulen. Alleine die 2 Stunden für die ersten Klassen und 1 Stunde für die zweiten Klassen. Die Lehrkräfte bekommen A13. Es wurden zusätzliche Stellen geschaffen. Es gibt zusätzliche Gelder für weiteres Personal. Die Schulsozialarbeit wurde massiv ausgebaut. Aktuell bekommen bei uns viele Schulen weitere DaZ-Stunden. Natürlich sind nicht alle Schulen optimal versorgt. Aber oft mangelt es dann an Stunden für die neuen Erleichterungen. Und wenn die Schülerzahlen an den Grundschulen nun zurückgehen, wird das auch eine Erleichterung bringen. Es gibt noch ganz viele Baustellen. Aber es ist schon viel passiert und deine Horrorgeschichten sind absolute Ausnahmefälle und nicht die Regel.

    Also sind Grundschulen schon unterversorgt, wenn alle Lehrkräfte immer 100% einsatzbereit sind.

    Ja, normal wäre eine Versorgung von 105 % sinnvoll. Allerdings heißt 98% nicht, dass der Betrieb zusammenbricht. Für den normalen Unterricht brauchst du irgendwie 85%. Dann kommen die Zusatzbedarfe. Als erstes kürzt Du beim Ganztag oder nimmst externe Partner dazu. Da kann schon ein paar Stunden einplanen ohne dass der Laden zusammenbricht. Ein Problem sind die fehlenden Förderschullehrkraft. Ein GE-Kind hat z.B. ein Anspruch auf 5 Stunden Förderschullehrkraft. Die kommen dann aber nur 3 oder 4 Stunden. Oder eine nimmt für ein paar Stunden 2 Kinder zusammen. Da bricht auch nicht das System zusammen aber es erzeugt Fehlstunden. Dann gibt es noch ganz viele Zusatzbedarfe. Einmal für Schulen, die besonders belastet sind. Bei fehlen ES-Kindern oder vielen Kindern aus sozialschwachen Familien oder bei Migrationshintergründen. Aber auch viele Sonderprogramme. Es gibt Stunden für Plattdeutsch, für bestimmte Musikprojekte, Sportförderunterricht, Begabungsförderung. Da gibt es schon eine Menge in Niedersachen. Wenn man entsprechend engagierte Lehrkräfte hat, kann man da schon bei vielen Projekten mitmachen. Dann kommt noch der normale DaZ-Unterricht. Da kann man auch statt 20 Stunden dann nur 15 machen. Und man kann auch relativ einfach kürzen, indem PMs etwas übernehmen. Gerade im Nachmittag.

    Am Ende ist das alles nicht gut, aber die Schulen laufen trotzdem. Niedersachsen hat auch erst 2 Stunden Basiskompetenzen für Klasse und 1 Stunde Klasse 2 neue eingeführt. Hätte man das nicht gemacht, wäre die Versorgung besser.

    Warte ab, bis du selbst betroffen bist, weil eine Vollzeit-LK oder mehrere ausfallen und ihr doppelte Klassenführungen verteilt, die Aufgaben der ausgefallen LK untereinander aufteilt, die Bachelor-Studierenden als Vertretungen je Halbjahr einarbeitet, immer wieder Referendar:innen ausbildet, obwohl ihr im Mangel seid, auf DaZ- und alles andere verzichtet und den Eltern erklärt, warum die PM so viel Betreuung übernehmen (und entsprechend Unterricht ausfällt), obwohl ihr euch an vielen Stellen um zusätzliches Personal bemüht.

    Ich bin seit vielen Jahren im Dienst. Ich habe das alles schon erlebt. Ich bin selbst schon mehrere Monate ausgefallen. Es gab gute und schlechte Lösungen. Ich weiß auch, dass es Schulen gibt, die größere Probleme haben. Einige können nichts dafür, andere schon. Aber was mich bei deiner Aussage stört ist, dass Du immer so tust als ob an allen Schulen der große Lehrermangel herrscht. Das sind Einzelfälle und nicht der Normalfall. Und das sagen auch die Zahlen.

    Beispielsweise haben wir gerade weitere DaZ-Stunden bekommen, weil noch Mittel übrig sind. Dann sind wir fast bei 100%. Und das obwohl wir eine Stelle ausgeschrieben haben, die nicht besetzt werden konnte.

    Entsprechend kannst Du auch nicht aus den offenen Stellen bei eis auf die Lehrerversorgung kommen. Natürlich sind offene Stellen ein Hinweis, dass Lehrkräfte fehlen. Und das tun sich auch. Aber trotzdem sind wir bei Grundschulen bei 98% Versorgung. Die Daten von Eis haben nur begrenzte Aussagekraft. Die Hälfte der Stellen sind keine Stellen an Grundschulen. Dann rechnet das Ministerium bei der Ausschreibung Stellen nie damit, dass alle in VZ belegt werden. Ein Teil wird immer in TZ wahrgenommen oder auch erst in TZ ausgeschrieben. Dann werden offene Stelle auch durch andere Maßnahmen ausgeglichen. Es sind vielleicht 400 Stellen offen aber an den Schulen sind dann vielleicht Lehrkräfte abgeordnet worden und der Bedarf ist aktuell gar nicht da. Oder es wurden Feuerwehrlehrkräfte verpflichtet. Auch die neuen Referendare müssen noch dazu gerechnet werden. Wie bei meiner Schule auch, heißt eine offene Stelle nicht automatisch, dass dort nun 28 Lehrerstunden fehlen. Wir hatten z.B. "nur" ein Minus von 19 h und haben trotzdem eine Stelle ausschreiben können. Hätten wir die Person in VZ bekommen, hätten wir also wahrscheinlich abordnen müssen. Dann kommt auch noch hinzu, dass die Stellen auf Basis der Prognose ausgeschrieben werden. Und fast jede SL schreibt dann im Zweifel ein paar Kinder mehr oder eine Klasse mehr auf. Dann hat man 55 Erstklässler auf der Liste, dann meldet man natürlich erstmal 3 und nicht 2 Klassen. Kommen noch 2 hinzu passt es. In der Regel werden es aber eher weniger und am Ende kann man dann doch nur 2 Klassen machen. Aber für die Prognose geht natürlich keiner ein Risiko ein. Gleiches gilt auch für den Ganztag oder DaZ oder Sonderbedarfen etc.. Man geht immer eher von vielen Kinder aus. Mit der Statistik kommen dann erst die echten Zahlen.
    Daher würde ich auch nur die offiziellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung ansehen. Ich sehe auch nicht, dass die nicht stimmen. Wir haben auch immer mal Abweichungen, aber in beide Richtungen und meisten erklären sie sich dann. Dann hat das GE-Kind doch nur einen Förderbedarf lernen bekommen und sofort ist mein Soll 5 Stunden niedriger, da die GE-Kraft mir nicht mehr zusteht.

    Derzeit sind über 400 Stellen nicht besetzt und das sind Planstellen, Neuausschreibungen für Jan 27 kommen erst noch.

    Wo finde ich diese Zahlen?

    Der LER bemängelt öffentlich:

    Der LER ist eine Interessengemeinschaft. Sie vertreten ihre Interessen und das ist in der Regel auch gut für uns. Aber sie sind sicherlich keine objektive Quelle. Auch wenn wir morgen 1.000 Lehrkräfte einstellen, werden sie in einem Jahr etwas kritisieren.

    Dass an allen diesen Schulen dann alle Zusatzbedarfe gestrichen werden, dauerhaft für das Jahr, also Förderung im sozialen Brennpunkt, HBG, DaZ, und dass die PM auch längerfristig als Betreuung in den Unterricht gehen müssen, wenn man keine Vertretungskraft findet, ist dir ja sicher bekannt. Dass FöS-Stunden, die entfallen, nicht ersetzt werden, solltest du auch wissen, dass die Schulen in der Regel nicht einmal die Grundversorgung erhalten können, ist kein Geheimnis.

    Das sind in Niedersachsen absolute Einzelfälle. Das müssen Schulen sein mit einer Unterrichtsversorgung von deutlich unter 90%. Und solche Grundschulen gibt es natürlich aber nur sehr wenige. Viele mit einer solchen Versorgung erhalten dann Abordnungen oder andere Lösungen. Nur sehr wenige stehen am Ende mit solchen Problemen alleine da. Bei uns im Landkreis gibt es meines Wissens zur Zeit keine, die so extrem betroffen ist.

    ... Hinzu kommen Daten darüber, wie viele pensionierte Lehrkräfte unterrichten - das findet man in einer kleinen Anfrage im Landtag. ...

    Dass es zudem weiterhin Stellen gibt, die eine Abordnung über 3 Jahre in einen anderen Ort beinhaltet, zeigt doch auch, wie schlecht versorgt manche Regionen und Schulen sind

    Pensionierte Lehrkräfte müssen nicht per se schlecht sein. Ich habe schon viele Lehrkräfte kennen gelernt, die trotz Pension gerne noch ein paar Stunden gemacht haben. Warum muss das pauschal negativ sein ihnen diese Möglichkeit zu geben? Es ist eine Win-Win-Situationen. Die Schülerzahlen an den Grundschulen werden ab sofort runtergehen. Also helfen diese Kollegen einen Hochpunkt zu überstehen.

    Natürlich sind solche Abordnungen blöd. Aber das gehört halt zum Beamtenleben. Das gab es schon immer. Früher wollte keiner auf die Inseln. Bestimmte ländliche Regionen sind unbeliebt. Brennpunktschulen sind unbeliebt. Und vor allem gibt es auch Schulen, die einfach unbeliebt sind, weil die Schulleitung und/oder das Kollegium blöd sind. Da kenne ich selbst genug, wo keiner hin will. Aber das gehört halt dazu, solche Probleme mit Abordnungen zu lösen. Das wirst auch bei einer guten Versorgung nicht besser machen.

    Ich bin auch ganz bei dir 5% mehr Unterrichtsversorgung wären super. Aber es ist halt keineswegs so, dass die Mehrheit der Schulen in Nds am Abgrund stehen und deswegen keine Klassenfahrten mehr machen können.

    Das sind ja wahrscheinlich nur die offiziellen Planstellen. Jetzt kommen aber noch die Krankheitsausfälle und Ausfälle wegen Schwangerschaft, die reduzieren die offiziellen Zahlen noch mal deutlich.

    Klar, insbesondere kurzfristige Krankheitsausfälle von wenigen Tagen werden gar nicht ausgeglichen. Dafür bekommen Grundschulen im Vorfeld eine Menge X an PM-Stunden. Das soll dann reichen. Ist das Kollegium jung und gesund, ist das super und man hat Stunden für andere Sachen über. Hat man aber viele angeschlagenen Kollegen und einen hohen Krankenstand, hat man Pech. Es gibt zwar die Möglichkeit die Vertretungsstunden zu erhöhen aber das muss auch erstmal genehmigt werden und dann muss man auch jemanden dafür haben.

    Muss allerdings auch beachten, dass die Statistik alles was nach dem ersten Schultag passiert nicht berücksichtigt. Einerseits ziehen Krankheiten und Schwangerschaften, die nach dem 1. Schultag kommen die Zahlen weiter runter, andererseits kommen aber auch Abordnungen, Feuerwehrstellen und Einstellungen nach dem 1. Schultag noch hinzu. Am Ende gleicht sich das wahrscheinlich wieder ein wenig aus.

    Du gibst die Theorie wieder, die Praxis sieht anders aus.

    Die Zahl (93%) habe ich mir nicht ausgedacht. Dann musst du mal mit Dezernent:innen oder Personalvertretungen sprechen.

    Also sind die offiziellen Zahlen falsch? Das kannst Du auch belegen? Das Land veröffentlicht diese Zahlen seit Jahren und bricht sie sogar auf Landkreisebene und teilweise auf Schulebene runter. Und diese Zahlen sind bei 98% bei Grundschulen.

    Wenn über 400 Stellen in NDS unbesetzt bleiben, davon auch mehrere an einer Schule, dann ist die Schule unterversorgt.

    Stand 23.01.2026 spricht das Ministerium vom 314 offenen Stellen. Landesweit an allen Schulformen. Dabei sind besonders Hauptschulen und Förderschulen schlecht versorgt. Danach kommen die Realschulen und Oberschulen. Lass die Hälfte der offenen Stellen an den Grundschulen sein. Dann sind das aber nicht automatisch fehlenden Stunden. Dann gibt es noch Feuerwehrverträge, Abordnungen etc.. Und bei 150 offenen Stellen wird es nicht zahlreiche Grundschulen mit mehreren offenen Stellen.
    Und trotzdem gibt es sie Grundschulen mit miserablen Versorgung. Vielleicht weil die Lage schlecht ist oder das Schülerklientel oder einfach Schulleitung oder Kollegium einen schlechten Job machen. Aber das sind wenige selbst bei deinen 300 Schulen wären das weniger als 20% alle Grundschulen. Alleine die öffentlichen Grundschulen sind über 1600. D.h. an der Mehrheit der Schulen sind die Zustände nicht so extrem. Es tut mir leid, wenn ihr dort über Jahre hinweg Probleme habt. Aber du tust jedes Mal so als, ob alle Schulen davon betroffen sind. Ich war auch oft genug auf der Schulleiter-DV zur Personalsituation. Wir hatten auch immer wieder kritische Schulen. Eigentlich gab es aber immer eine Lösung. Und auch wir haben Schulen, die immer wieder Probleme haben, weil sie einfach kein Personal finden. Das ist blöd. Aber das sind die Ausnahmen und nicht die Regel.

    93% ist der Standard, wer mehr hat, ordnet ab an Schulen, die weit darunter liegen. DaZ und weitere Zusatzbedarfe werden zudem immer gestrichen, es zählt allein die Pflichtstundentafel.

    Vorneweg: Ich will nicht sagen, dass die Unterrichtsversorgung gut oder in Ordnung ist.

    Aber die Zustände an deiner Schule sind keineswegs allgemein. Die Unterrichtsversorgung ist landesweit nicht 93% sondern 98,x%. Es wird sicherlich nur wenige Schulen mit einer Unterrichtsversorgung von 110% und mehr mehr geben. Aber es wird sicherlich ein paar Schulen mit einer schlechten Versorgung geben. Aber sicherlich nicht die Mehrheit, denn käme ich nicht auf einen Schnitt von 98,x%.

    Dazu kommen noch ein paar statistische Aspekte. Der Stichtag für die Statistik ist direkt nach den Sommerferien. Oft ändern sich sich danach noch etwas. Beispielsweise werden erst anschließend Feuerwehrlehrkräfte eingestellt, die aber nicht mehr in der Statistik drin sind. Oder Kollegen erhöhen ihre Stundenzahl um das Minus auszugleichen. Auch das ist nicht in der Statistik enthalten. Oder es werden die PM-Stunden erhöht. Damit kann der Nachmittag entlastet werden und die Lehrkräfte können dann im Vormittag eingesetzt werden. Oder die zweite Lehrkraft beim Schwimmunterricht kann eingespart werden. Oder eine PM macht den DaZ-Unterricht. Außerdem sollen Lehrkräfte von den Sek 1 Schulen abgeordnet werden, um die Unterrichtsversorgung an den Grundschulen sicherzustellen.

    Alleine DaZ und Ganztag sind bei uns über 10% der Versorgung. Dann kommen noch die Zusatzbedarfe und die Extrastunden hinzu. Meines Wissens ist landesweit die Vorgabe, dass diese Stunde erstmal wegfallen bevor der Unterricht gekürzt werden darf. Wir müssten also unter 85% Unterrichtsversorgung liegen, damit der reguläre Unterricht nicht mehr gegeben werden kann.

    Es gibt solche Schulen wie deine sicherlich mehrfach in Niedersachsen. Aber das ist keineswegs normal. Bei einer durchschnittlichen Unterrichtsversorgung von 98% ist das sicherlich die Ausnahme.

    Aber trotzdem ist die Versorgung natürlich zu schlecht. Es fehlt eine Reserve für Krankheit. Die Förderstunden sind zu gering und und und...

    Du, Tom123 , hast jedes Mal eine sehr individuelle Lösung eurer Schule und eures Schulträgers, der etwas ermöglicht.
    Aber das ist eben nicht das Personal, das das Land zur Verfügung stellt.

    Nicht wirklich. Höchstens bei den Bufdis. Aber die gibt es inzwischen auch an vielen Schulen. Förderschullehrkräfte und Sozialpädagogen sind beim Land angestellt. PMs ebenfalls. Ich bin mir recht sicher, dass auch eure Schüler Eltern haben. Außerdem gibt es sicherlich auch bei euch Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren würden. Die Frage ist, ob ich das überhaupt möchte und ob ich mir die Arbeit mache.

    BuFDis gibt es nicht überall und ich frage mich, wer die Versicherung gewährleistet, wenn sie freiwillig und ohne Dienstverhältnis mitfahren. Das ist ja schon bei Praktikant:innen oder Ehrenamtlichen schwierig.

    Sind ganz normal versichert. Ist auch bei Praktikanten und Ehrenamtlichen nicht wirklich schwierig. Wo siehst Du das Problem?

    Schulhelfer, gemeint sind vermutlich I-Hilfen, sind für einzelne Kinder zuständig, nicht aber für andere, und haben nach gesondertem Antrag genau 8h Arbeitszeit, die restlichen Stunden des Tages eben nicht, also fehlt die gesonderte Begleitung des beeinträchtigten Kindes zu 2/3 der Zeit.

    Genau. Und wenn das nicht passt, muss das Kind halt Zuhause bleiben. Den Eltern steht der Klageweg frei. Ich vermute, dass das Jugendamt da in Erklärungsnot kommt.

    Teilzeitlehrkräfte fehlen ihre Teilzeit in der Schule und arbeiten Vollzeit plus die Mehrarbeit der Klassenfahrt, die hinterher nicht abgegolten werden kann.

    Teilzeitkräfte werden in Niedersachsen finanziell abgegolten. Zu mindestens die Angestellten. Bei den verbeamteten Teilzeitkräfte muss es durch weniger Zusatzaufgaben ausgeglichen werden.

    Das nur Lehrkräfte fahren können, die privat dazu in der Lage sind, ist doch logisch. Das gilt doch genauso für Klassenlehrkräfte. Brauchen wir nicht zu diskutieren, oder?

    Die Erkrankung einer Lehrkraft ist weder auf der Klassenfahrt noch in der Schule ausgeschlossen, während andere auf Klassenfahrt sind.

    Wenn ich Jahr um Jahr rotiere, den Pflichtunterricht überhaupt irgendwie zu besetzen, also permanent die Notsituation auffange, dann sind Klassenfahrten Luxus.
    Und wenn es keine Arbeitszeiterfassung gibt und der Ausgleich für eine 24/5-Klassenfahrt nicht gegeben ist, weil man auch im Alltag keinen Ausgleich hat, dann sind Klassenfahrten eben nicht möglich.

    Wenn der Ausfall einer Lehrkraft die Schule bereits vor Probleme stellt, ist das ein ganz anderes Problem. Normal müsste so etwas durch PMs etc. ausgeglichen werden. Es mag sicherlich noch mehr Schulen geben, die über Jahre so schlecht versorgt sind wie ihr. Aber ich denke doch, dass es die Ausnahme in Niedersachsen ist. Wir sind im Schnitt in den letzten 4 Jahren unter 100% und zwar irgendwo zwischen 98% und 100%. Darin enthalten sind aber auch Sachen wie DaZ oder der Ganztag oder weitere Zusatzbedarfe drin. Das wird dann eigentlich zuerst gekürzt. Das wären bei uns gut 15% der Versorgung, die erstmal wegfallen bevor wir an den Pflichtunterricht müssten.

    Aber letztlich bin ich ganz bei dir. Wenn es schulisch nicht passt, gibt es halt keine Klassenfahrt. Das kann auch einfach sein, dass es nicht genügend Lehrkräfte gibt, die dazu bereit sind.

    Aus pädagogischen Gründen gehen wir nicht mal ohne Zweitkraft ins Kino oder ähnliches.

    Unsere SL würd uns schön was husten, wenn wir auf die Idee kämen, alleine auf Ausflug zu gehen.

    Schulbegleitungen zählen dabei nicht mit, da sie nur für ihr eigenes Kind Verantwortung übernehmen dürfen.

    Das ist doch genau das, was ich sage. Wenn der Personalschlüssel nicht passt, kann die Klassenfahrt nicht stattfinden. Das ist doch bei einer Übernachtung noch viel wichtiger als bei einem Kinobesuch.

    Weil Bundesregierung oder Bundesrat oder Bundestag keinen Antrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt haben, alle sind mit CDU - Mehrheit. Es dauert dann noch Jahre und ich fürchte daher, es ist zu spät.

    Naja, gerüchteweise regiert die SPD aktuell mit. Es gab soll sogar mal eine Ampel-Regierung ohne CDU und mit einem SPD-Kanzler gegeben habe. Das sind natürlich alles nur Gerüchte. Es ist viel einfacher die Schuld einer einzelnen Partei zuzuschieben.

    Im Grundsatz ist es doch so, dass die Mehrheit in den Parteien denkt, dass man mit einem Verbotsverfahren nicht durchkommt und es daher die AfD nur noch stärken würde. Diesen Gedankengang gibt es zu mindestens in allen demokratischen Parteien. Wie richtig das ist, mag ich nicht beurteilen.

    Palim: Aber letztlich ist es genau so richtig. Ich würde mir auch nicht zutrauen nach 72h Dauereinsatz noch die Verantwortung für fremde Kinder zu übernehmen.

    Wir sind auch schon mehrere Jahre unter 100%. Wir fahren trotzdem. Meine letzte Klassenfahrt war: 2 Klassenlehrkräfte, 1 Fachlehrkraft, 1 Schulhelferin, 2 ehemaliger Bufdi.
    Das ganze lässt sich schulisch auch relativ gut umsetzen. Es fehlen zwei Klassen und die meisten Lehrkräfte haben keine Vollzeit. Entsprechend fehlte der Schule nur eine halbe Lehrkraft. Das wurde halt vertreten. Muss auch klappen, wenn mal eine Lehrkraft krank ist.
    Schulhelferin ist extra und wird entsprechend auch über das Amt bezahlt. Darf aber offiziell auch nur 8h pro Tag arbeiten. Naja.
    Unsere ehemaligen Bufdis kommen immer gerne mit zur Klassenfahrt. Teilweise kennen sie die Klassen schon aus ihrem Freiwilligendienst. Die kommen da gerne mit. Vorteil: Sie sind nicht im Landesdienst. Wenn die Eltern einverstanden sind, (was sie immer sind) dürfen die Freiplätze für ihre Finanzierung genutzt werden. Ansonsten hätten wir auch ein Finanzierungsproblem. Am Ende waren 6 Erwachsene für 2 Klassen. Wir sind auch eine relativ normale Schule. Wie haben normale Kinder aber sicherlich auch je nach Jahrgang 20-80% bildungsferne Familien.

    Früher hatten wir statt den Bufdis oft eine vierte Lehrkraft mit. Oder andere Leute. Ich hatte schon eine Mutter mit, die wir aber vorher schon kannten, da sie beruflich auch an Schulen zu tun hat. Wir hatten unsere Sozialpädag:in mit. Wir hatten die Förderschullehrkraft mit. Und auch schon andere, die Lust haben. Die Tochter/Sohn des Kollegen, der gerade studiert usw.. Letztlich haben wir immer eine Lösung gefunden und notfalls ist eine PM mitgefahren. Weniger als 2 Personen pro Klasse plus Schulhelfer habe ich noch nie erlebt. Ich denke, dass es fast immer eine Lösung gibt. Frage ist halt auch was man will. Am Ende ist konsequent zu sagen ich fahre nicht, weil die Rahmenbedingungen nicht passen.

    Das is ja mal eine Idee! 💡

    Das ist immer witzig, wenn man als Lehrkraft so tut als ob das alles von Gott gegeben ist.

    Du würdest als Förderschullehrkraft dich wahrscheinlich weigern alleine zu fahren? Geht gar nicht.

    Aber letztlich gilt es für alle anderen Schulen genauso. Wenn nicht genug Personal da ist, kann die Fahrt entweder nicht stattfinden oder es muss anderes Personal her. Wenn ich hier lese, dass anscheinend manche Lehrkräfte auf Klassenfahrt 24 h am Stück Dienst machen und keine Möglichkeiten für Pausen haben, ist schlicht nicht in Ordnung. Da muss man sich dann gegen wehren. Ich würde das sicherlich nicht machen.

    Kinder zuhause lassen. Auch da ist die Hürde sehr hoch, es ist schließlich eine Pflichtveranstaltung. und diese ungesiebte SuS-Gruppe mit ausgewählten AGs oder Vereingruppen zu vergleichen, geht an die Realität vorbei.

    Auch da ist die Hürde gar nicht so hoch. Wenn es dir nicht zumutbar ist, die Kinder zu betreuen, müssen sie Zuhause bleiben. Kein Richter wird von dir 24 h Schichten erwarten. Die SL muss davon ausgehen können, dass das Kind unter normalen Umstanden im üblichen Rahmen beaufsichtigt werden kann. Dazu gehört sicherlich nicht, dass es Alkohol trinkt, dass es nachts die Unterkunft alleine verlässt oder Diebstähle. Ich wundere mich echt, dass du das mit dir machen lässt. Klar schicken wir auch nicht jedes Kind nach Hause, dass irgendwelche Probleme hat. Aber ich würde im Traum nicht daran denken, dass ich nun die Nächte durchmache und anschließend den ganzen Tag arbeiten muss, weil wir einzelne Kinder nicht nach Hause schicken (wollen).

    Einen Vor- oder Nachmittag rausnehmen. Muhahaha.

    Das ist doch keine Wunschvorstellung? Wenn eure Betreuungssituation inzwischen so schwierig ist, dann muss halt mehr Personal mitfahren.
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass 24 h Dienste in NRW rechtskonform sind. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendein Verwaltungsgericht das absegnet. Das kollidiert doch schon alleine mit den 11 h Ruhepause zwischen zwei Arbeitstagen. Meines Wissens gilt das auch für Beamten. Wenn die Situation so ist, dass das Personal notwendig ist, muss die Schulleitung halt mehr Personal mitschicken.

Werbung