Beiträge von Tom123

    Nicht jeder, der eine Kur außerhalb der Ferien macht, handelt berechnend oder böswillig.

    Sicherlich gibt es viele Fälle, wo es sinnvoll ist. Beispielsweise wenn es gerade ein akutes Problem gibt. Diese Ferien = Urlaub Argumentation greift da aber nicht. Kein anderer Arbeitnehmer hat 12 Wochen Urlaub zur Erholung. Und natürlich arbeiten wir auch in den Ferien. Aber am Ende kann der Dienstherr besser in den Ferien als in der Schulzeit auf dich verzichten.

    Beides ist ein Problem. Es gibt genug Lehrkräfte, wo eine Mutter/Vater-Kind Kur medizinisch notwendig sind. Es gibt auch Lehrkräfte, die sich bemühen so etwas in den Ferien zu machen.

    Aber es gibt leider auch Menschen, die so was als zusätzlichen Urlaub missbrauchen. Ich habe selbst so einen Fall im Bekanntenkreis. Die Kur wird so beantragt, dass zu mindestens die Sommerferien möglichst raus sind. Und dann wird mit der Klinik gesprochen, damit der Termin gut liegt. Am Ende geht es einfach drum alle paar Jahre einen kleinen extra Urlaub zu machen. Eine passende Diagnose findet man doch immer...

    Problem ist natürlich, dass die erste Gruppe unter der zweiten leidet.

    Ich bin da bei Quittengelee (Was selten passiert). Suche für deinen Hund etc. eine Lösung. Das Ref ist so oder so anstrengend und außerhalb der Ferien auch zeitintensiv. Du solltest möglichst dich nur auf das Ref konzentrieren können. Wenn Du dann Zeit übrig hast, freue dich. Aber solltest in den Phasen wo es stressig wird, dich noch Gedanken um deinen Hund machen müssen. Ideal wäre irgendein Hundesitter, der notfalls kurzfristig einspringen kann.

    Letztlich ist das Ref wie ein Vollzeitjob +x. Wenn Du in der Woche 40-45 h mit Schule beschäftigt bist, plus Fahrtzeiten ist das eher normal.

    Bei wem denn, der Schulleitung ist das doch bekannt, sie sagen es ja denen gegenüber auch offen.

    Und das lässt die Schulleitung mit sich machen? Spätestens diese müsste es an den Dienstvorgesetzten melden. Wir reden hier nicht von irgendwelche Kleinigkeiten. Im Zweifel kann das zur Entlassung aus dem Dienstverhältnis führen.

    Also ja, solche haben wir auch, wobei nicht viele (und bei uns weiß man erst morgens, welche Vertretung man hat, der Plan wird erst morgens gemacht), aber von denen, die dann einfach gar nicht kommen, wenn die Stadtautobahn zu voll ist o.ä. haben wir einige und das sagen sie z.T. auch ganz offen bzw. haben inzwischen pensionierte Kolleginnen ganz offen gesagt und ja, die lassen sich dafür dann eben auch eine Woche krank schreiben, wenn sie eine Krankschreibung brauchen.

    Da stellt sich mir tatsächlich die Frage, in wie weit es unsere Dienstpflicht wäre das Verhalten anzuzeigen.

    Wo behaupte ich, dass ich dies tue. Ich weiß aber von diverse Kollegen, die dies tun, weil sie eben keine Lust auf Minusstunden haben und genau das kann man eben damit verhindern, wenn man bei einmaligen Sachen darüber gekonnt hinwegsieht.

    Mit der Argumentation kannst Du aber alles erwarten. Der Stundenplan gefällt nicht? Krank melden. Ich soll morgen Vertretung machen? Krank melden. Ich bekomme eine Klasse, die ich nicht möchte? Krank melden.

    Mir ist durchaus bewusst, dass es solche Menschen im Schuldienst gibt. Nur darauf kann man keine Rücksicht nehmen. Letztlich kann man nur hoffen, dass sie schnell entdeckt und aus dem Dienst entfernt werden.

    Das ist deine Interpretation. § 34 BeamtStG ist auch eine Vorschrift, nach der man sich beim "Dienst nach Vorschrift" natürlich richtet. Über die konkrete Ausgestaltung lässt sich so oder so streiten.

    Das ist doch keine Interpretation sondern die allgemeine Vorstellung von Dienst nach Vorschrift. Wenn jemand im Frust sagt, dass er nur noch Dienst nach Vorschrift macht, meint er genau das Verhalten, das Seph darstellt.

    Das sind zwei verschiedene Punkte. Wenn der SL merkt, dass er seine Aufgaben nicht in der vorgesehenen Zeit erledigen kann, muss er das beispielsweise durch eine Überlastungsanzeige melden und dann mit seinem Vorgesetzen klären, wie weiter zu verfahren ist. Die Kritik im Urteil ist doch gerade, dass er eigenmächtig Überstunden geleistet hat ohne dass sie angeordnet waren.

    Genauso eigenmächtig wäre es bestimmte Pflichtaufgaben einfach wegzulassen. Auch hier müsste die klare Absprache oder Ansage an den Dienstvorgesetzten erfolgen. Nach dem Motto: Ich kann Aufgabe xy nicht erledigen, wie sollen wir fortfahren.

    Andererseits ist auch die Frage, ob unbedingt die Schulleitung mit auf Klassenfahrt fahren sollte. Da gibt es vielleicht bessere Lösungen.

    "Wir kürzen hier und dort, streichen den Ganztag, müssen rumjonglieren um Religion irgendwie abgedeckt zu bekommen, Kollegen machen unbezahlte Mehrarbeiten um wenigstens ein paar Angebote machen zu können." Klar, das klingt danach als liefe bei euch stundenmäßig alles rund. Du redest dir die Mangellage schön. So mags die Politik.

    Du interpretierst etwas darein, was da nicht steht.
    Kein Kollege macht unbezahlte Mehrarbeit. Warum sollten sie auch? Wenn ich beispielsweise 3 h für plattdeutsche Angebote bekomme, mache ich 2-3 Angebote. Wenn ich nur 1h bekomme, mache ich z.B. nur eine AG.
    Und im Zweifel sagt das Land ganz klar, dass der Ganztag gekürzt werden soll. Dann gibt es halt weniger Ganztage. Auch dadurch leistet keine Lehrkraft Mehrarbeit.

    Palim schreibt davon, dass der reguläre Unterricht gekürzt werden muss, Lehrkräfte mehre Klassenlehrerschaften haben, etc.
    Davon sind wir weit entfernt. Und wir sind auch weit davon entfernt, dass man nicht auf Klassenfahrt fahren kann, weil so viele Stunden fehlen.
    Das heißt nicht, dass alles wunderbar ist. Aber es halt auch nicht alles eine riesige Katastrophe. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es in den letzten Jahren immer mehr zusätzliche Stunden sind. Würde man die zusätzlichen Stunden der letzten Jahre rausrechnen, hätten wir natürlich eine viel bessere Versorgung.

    Natürlich ist nicht alles gut, was die Politik machen. Aber gerade wenn es aufwärts geht, darf man das auch durchaus positiv erwähnen.

    Dass wir eigentlich eine Versorgung von 105% bräuchten, sehe ich auch so. Aber Palim schrieb davon, dass keine Klassenfahrten stattfinden können, weil der reguläre kaum erteilt werden können, Kollegen zwei Klassen übernehmen müssen und die Schule mehr oder minder kurz vor dem Zusammenbruch steht. Das ist keineswegs der Normalfall.

    Beispielsweise bei uns. Jetzt gab es gerade aktuell für viele Schulen zusätzliche Stunden vom Land (die nicht in der Statistik erfasst wurden) also das Beispiel vorher:

    Wir waren irgendwo zwischen 96-98%. Also noch unter dem Landesdurchschnitt. In Stunden fehlten uns 6 oder 7 Stunden.
    Wir bekommen Zusatzbedarfe für 4 Sachen, an denen wir teilnehmen. Wenn wir diese Stunden nicht haben, finden die einfach nicht statt. Beispielsweise gibt es Stunden für zusätzliche Angebote im Bereich Plattdeutsch. Wenn wir dafür keine Stunden haben, gibt es diese halt einfach nicht. Oder im Bereich Begabungsförderung. Wenn wir 3 h statt 7 h nehmen, gibt es nur 1-2 Zusatzangebote. Andere Schulen haben gar keine. Oder Sportförderunterricht. Wenn die Sportlehrkraft mal eine Zusatzausbildung gemacht hat, bekommt man Stunden für einen zusätzlichen Sportförderunterricht. Wenn nicht genug Stunden da sind, gibt es den halt nicht.
    Die meisten Stunden stecken im DaZ und im Ganztag. Dann gibt es halt statt 15 Stunden DaZ nur 13. Natürlich ist beides zu wenig.
    Offiziell soll zuerst am Ganztag gekürzt werden. Eine normale Schule hat so 20-30 Stunden im Ganztag. Wenn ich jetzt zu wenig Lehrerstunden habe, machen die Lehrkräfte weniger Angebote und wir geben entweder mehr an die Pädagogischen Mitarbeiter ab oder in die externen. Im Zweifel darf ich auch den Ganztag kürzen, um Stunden zu sparen. Dann gibt es z.B. nur 2 statt 4 Tagen Ganztag und dann habe ich bereits 15 Stunden eingespart.

    Bei uns war es so, dass wir überall ein bisschen gekürzt haben. Das ist nicht schön aber es hat auch keine riesigen Auswirkungen, dass es nun wirklich schlechter geht. Im Ganztag haben wir 2 h gespart, weil eine PM an 2 Tagen ein Angebot macht. Ob sie das nun wirklich schlechter macht als eine Lehrkraft?
    Dann haben wir noch 2-3 Stunden bei den Zusatzbedarfen gekürzt. Alle bekommen etwas für ihre Projekte aber halt nicht die volle Zahl. Und eine Kollegin hat noch um eine Stunde erhöht. Nicht wegen der fehlenden Stunden, sondern weil sie sonst eine Deutsch oder Mathematikstunde in ihre Klasse hätte abgeben müssen.

    Das ist alles doof und ich wünsche es mir anders. Aber es weit davon entfernt, dass wir keine Klassenfahrten mehr machen können oder wir jetzt auf den Zahnfleisch gehen. Da gibt es ganz andere Probleme. Haben wir genug Lehrkräfte für Religion? Wer macht den Schwimmunterricht? Wer kommt als weitere Begleitperson mit? ...

    Die "offiziellen Zahlen" müsstest du natürlich verstehen, genauso wie den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Tip: dass eine Schule auf dem Papier eine Versorgung von 95% hat, heißt nicht, dass sie diese Versorgung auch in der Praxis hat. Im Realität wegdiskutieren bist du richtig gut.

    Also wir reden von 98% offiziell, die 85% in der Praxis sind und das dann noch im Durchschnitt. Welche Realität an den niedersächsischen Grundschulen kennst Du denn? Wie sind deine Erfahrungen? Ich meine ich bin fast jedes Jahr auf den entsprechenden Dienstversammlungen gewesen. Ich kenne zu mindestens für meinen Landkreis, die offiziellen Zahlen. An einigen Schulen bin ich jedes Jahr aufgrund meiner Landestätigkeiten. Wie viele niedersächsische Grundschulen hast Du in den letzten 12 Monaten besucht?

    Dann ist doch alles gut. Wenn die Grundschule gerade so den Kernunterricht, vielleicht mit ein paar Abstrichen im Mathe Unterricht hier und da, durchführen kann, ist alles in Butter. Gut zu wissen, dass das deine Vorstellung davon ist, was eine Grundschule leisten soll.

    Das habe ich doch nie geschrieben. Ich dachte eigentlich, dass Du als Informatiklehrkraft ein wenig Verständnis von Mathematik und Zahlen hast.
    Wenn ich im Schnitt eine Unterrichtsversorgung von 98,X % habe und diese auch alle möglichen Entlastungs- und Zusatzstunden drin hat, können rein rechnerische die meisten Schulen nicht eine Versorgung haben wie sie Palim schildert. Damit der Regelunterricht nicht stattfinden kann, wirst Du in der Regel eine Unterrichtsversorgung von unter 85% brauchen. Das ist von Schule zu Schule natürlich unterschiedlich, weil die Zusatzbedarfe anders sind. Und ich kann dir auch zusagen, dass wir hier nicht etliche Schulen mit einer Versorgung von 110% oder mehr haben. Die Mehrheit der Grundschulen wird sich schon rein rechnerisch irgendwo zwischen 93% und 103% finden.

    Nur weil es an der eigenen Schule nicht läuft, kann man nicht darauf schließen, dass es überall nicht läuft. Die Zahlen sind doch alle öffentlich. Sogar auf Landkreis und Schulebene. Und diese Zahlen geben nun mal die Darstellung von Palim nicht her.
    Ansonsten wäre schön, wenn Du einfach sachlich erklären könntest, wie Du mit den offiziellen Zahlen die von Palim dargestellten Zustände erklärst. Sind die alle gelogen? Haben wir irgendwo die ganzen Schulen mit 115% Unterrichtsversorgung versteckt?

    Die Berechnung von Stellenbedarfen orientiert sich an rein rechnerischen Vorgaben, so dass reale Bedarfes von den theoretischen Bedarfen abweichen. Auch der Umstand, dass manche Klassen praktisch nur in Doppelbesetzung zu handeln sind, wird in der Bedarfsberechnung nicht berücksichtigt. Damit ist die Planung schon für den A. .

    Das mag an Brennpunktschulen in NRW der Fall sein. In Nds. gibt es an Grundschulen keine regulären Doppelbesetzungen.

    Tom123
    Auch wenn du es in Abrede stellst und mich damit der Lüge bezichtigst:

    Ich muss da nichts konstruieren. Ich arbeite an einer Schule, wo genau das zutrifft.

    (Den Rest des Beitrag lösche ich, du glaubst mir ja ohnehin nicht.)

    Ich bezichtige dich nicht er Lüge. Ich glaube auch, dass Du an deiner Schule solche Zustände hast und kann da auch dein Frust verstehen.
    Aber das ist nicht typisch. An den meisten Grundschulen in Niedersachsen herrschen andere Zustände. Und natürlich gibt es auch weitere Grundschulen wie deine. Und das ist auch blöd. Ich weiß auch nicht, warum es euch so schlecht geht. Habt ihr eine schwierige geografische Lage, habt ihr ein schlechtes Einflussgebiet, habt ihr einen schlechten Ruf. Vieles ist einfach doof und lässt sich selbst nur schwer ändern. Aber trotzdem muss man auch ehrlich sein, dass das halt die Ausnahme und nicht der Regelfall ist.

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