Beiträge von Tom123

    Okay, wie denn? Eine typische Klassenfahrt geht bei uns 5-6 Tage. Sind das dann 5 mal 24 Std, also 120 Arbeitsstunden, also ca. 3 Wochen Arbeitszeit eines Arbeitnehmers. Es gab schon Jahre, da war ich auf zwei solchen Fahrten mit...

    Du arbeitest also tatsächlich 5 Tage 24 Stunden durch? Mein Kompliment. Das schafft nicht jeder. Und nein, Bereitschaftszeiten sind nicht automatisch gleich Arbeitszeiten. Und ja, wenn man mit mehreren Kollegen unterwegs sind, darf man auch mal frei machen.

    Ich habe auch das Gefühl, Tom123, du möchtest einfach durchsetzen, dass alle Kollegen fahren müssen - und bist nicht bereit, zu akzeptieren, dass das momentan die Verordnung deines Bundeslandes nicht hergibt. Deshalb pochst du darauf, dass es verpflichtend sein sollte.

    Statt zu sagen, okay, ist freiwillig, ich überlasse die Entscheidung den betroffenen Lehrkräften.

    Ich will gar nichts durchsetzen. Wir haben übrigens auch kein Schülermangel. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass Freiwilligkeit das Problem nicht löst. Stelle dir mal einen Abschlussjahrgang vor, wo 7 Klassen wegfahren und die 8. Klasse bleibt zu Hause, weil die Lehrkraft nicht möchte. Oder an den Klassenfahrtstreik vor ein paar Jahren. Wenn das alles so unproblematisch ist, warum wurde sich damals darüber so aufgeregt?

    Ich bin zwar nicht an der Sek 1, aber bei uns kämpfen die auch ganz schön um die Kinder. Dazu noch die Politiker, da die Schulen unterschiedliche Träger haben ...


    @O.Meier: Liese dir doch mal den Beitrag von Ratatouille und deine Antwort darauf durch. Aufgrund deines Profils war ich vom BK aus NRW ausgegangen. Wenn dein Profil falsch ist, ist es natürlich was anderes. Ändert aber nur wenig an der Sache.

    Warum die Freiwilligkeit das Problem löst, habe ich versucht auf den letzten Seiten darzustellen. Ich möchte jetzt nicht wieder von vorne anfangen. Um es noch mal kurz zu machen: Es gibt Freiwilligkeit, wenn parallel die Schulen unter Druck stehen / gesetzt werden, Klassenfahrten zu machen. Deswegen ist es keine gute Lösung. Man schiebt lediglich den "schwarzen Peter" weiter.

    Ratatouille


    Rightyright. Ich formuliere es mal etwas anders. Solche Schulleitungen (wahlweise Abteilubgsleitungen oder andere Strukturelemente) sind ein echtes Problem. Sie wollen es allen recht machen. Nur ihren Kolleginnen nicht, die werden verheizt.


    Die angebliche Konkurrenz zwischen Schulen ist ohnehin eine völlig absurde Idee. Keine Ahnung, warum man sich so etwas einreden lässt.

    Wau, du bist nicht nur Experte für Grundschulen sondern kennst auch unsere Schule gut. Ich glaube, dass an unserer Schule sehr viel sehr gut läuft. Bei uns wird auch niemand verheizt. Wie kannst du es dir rausnehmen aus der Entfernung aufgrund einiger Forenbeiträge so etwas zu beurteilen?


    Der Ausgangspunkt der Aussage war die Aussage, dass die Freiwilligkeit in Nds. das Problem der Klassenfahrt löst. Du kannst als Berufsschullehrer aus NRW sicherlich besser beurteilen aber bei uns Niedersachsen löst es das Problem nicht. Das hat auch überhaupt nichts mit der konkreten Situation an der Schule zu tun. Die Frage ist, ob eine politische Entscheidung in Nds sinnvoller ist.


    Es gibt keine Konkurrenz zwischen den Schulen? Du bist vollkommen weltfremd. In den Grundschulen mag das noch teilweise hinbekommen. Aber auch da haben wir schon Schulen, die sich beschweren, wenn ihnen die Schüler abhanden kommen. Spätestens in den Sek I Bereich gibt es oft Konkurrenz um die Schüler. Zu mindestens dann, wenn Schülerzahlen zurück gehen und man um seine Schule fürchtet. Wenn Du natürlich die einzige SEK 1 Schule weit und breit bist oder eine BBS ist das etwas anderes. Aber beispielsweise dort, wo IGSen und Gymnasium und Realschulen aufeinandertreffen sieht das ganz anders. Oder meinst du den ganzen Kram mit Tag der offenen Tür, Schnupperwoche, Schnupperunterricht, Bläserklassen, ... macht man nur um die Schüler ausreichend zu informieren? Sobald die Zahlen sinken und die ersten Kollegen vor der Abordnung stehen, sieht das ganz schnell anders aus. Oder wenn Schulen geschlossen werden sollen. Aber das ist wahrscheinlich nur eine absurde Idee von mir. In Wirklichkeit gibt es so etwas natürlich überhaupt nicht.

    Naja, die Landesschulbehörde reagiert ja erst wenn sich Eltern beschweren. Aber wir haben tatsächlich schon das Problem, dass der Schulelternrat auf der Matte steht, wenn eine Klasse nicht fahren will. Außerdem stehen viele Schulen auch im Wettbewerb mit den anderen Schulen um die Schüler.

    Tom123

    Die Feuerwehr hat 12 Stundenschichten. Innerhalb dieser Zeit werden auch Wartumgearbeitet etc. erledigt. Sind diese erledigt und liegen keine Einsätze vor, kannst Du Dich auch Mal aufs Ohr legen, speziell in den Nachtschichten. Die gesamten 12 h zählen als Arbeitszeit. Im Monat hast Du dementsprechend ca. 15 Schichten.

    Ähm, anscheinend sind das überwiegend 24h Dienste. Mein Nachbar hat das zu mindestens auch.

    https://www.mdr.de/nachrichten…itteldeutschland-100.html

    Das mit den alle 4 Jahe habe ich in der Sek 1 anders erlebt. Da Du nicht nur mit der eigenen Klasse fährst, sondern auch als zusätzliche Unterstützung bei anderen KuKs mitfährst, erwischt es Dich alle zwei Jahre. Je nachdem wie das Kollegium zusammengesetzt ist (z.b. bei vielen Schwerbehinderungen im Kollegium) auch öfter. Du erlebst es als Erholsam. Im späteren Alter kann sich dieses Blatt ganz schnell wenden, weil vielleicht irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo Du nicht mehr mehrere Tage durchmachen kannst, sondern auf Erholungsphasen dringend angewiesen bist.

    Ich mache nicht, die Tage durch. Ab Zeitpunkt x ist Nachtruhe. Wer meint, dass er die Nächte durchmachen muss, fährt am nächsten Tag nach Hause. Ich finde es auch vollkommen ok, wenn Kollegen aus gesundheitlichen Gründen z.B. Alter nicht fahren können. Dazu ist auch eine Frage der Rahmenbedingungen. Gibt es Bufdis, die mitfahren? Gibst es Elternteile, die man sinnvoll mitnehmen kann? Aber wie bereits gesagt, ich fänd es überhaupt nicht schlimm, wenn man sagt, dass man nicht auf Klassenfahrt fährt. Mein Problem ist, dass das Land Klassenfahrten fordert ohne das Personal bereitzustellen. Am Anfang der Diskussion kam die Aussage, dass es in Nds. total toll wäre, dass es freiwillig ist. Aber das ist es halt nicht. Es führt nur dazu, dass man mehr oder minder genötigt wird trotzdem zu fahren und sich einzelne Lehrkräfte aber nicht beteiligen. Und zu sagen, wir fahren nicht oder nur mit manchen Klassen, ist auch keine gute Lösung. Man zieht sich den Unmut von Eltern und Landesschulbehörde zu.

    Du gehst von eurer guten Versorgung aus und von BuFdis und SozialpädagogInnen und PMs, die du alle einsetzen möchtest und zur Verfügung hast, zudem Entlastungsstunden, weil das Land damit angeblich so großzügig ist.

    Wenn es so üppig ist, kann eure SL (und du gehörst dazu) selbst organisieren, dass alles gerecht verteilt wird.


    Aber weil ihr es trotz bester Ausstattung nicht schafft, das, was vorhanden ist, gerecht zu verteilen, forderst du eine Dienstpflicht, damit auch ja jedeR auf Klassenfahrt fahren muss, womöglich ohne Ausgleich und auch an Schulen, die nicht im Mindesten eure Ausstattung haben.


    Ich glaube, dass du gerade zwei Dinge komplett durcheinander wirfst.


    Zu 1) Der Unterrichtsversorgung

    Mir ist durchaus bewusst, dass es momentan landesweite Probleme gibt. Aber die letzten 10 Jahre war keineswegs so, wie von dir dargestellt. Wir hatten an den Grundschulen in den letzten 10 Jahren fast durchgehend eine Unterrichtsversorgung von rund 100%. Das reguläre Unterricht von PMs erteilt wird, ist weder erlaubt noch vorgesehen. Wir haben momentan durch Corona rund 15 zusätzliche PM Stunden. Dazu noch die 4 Stunden für die Schulleitung. Die PM-Stunden sind natürlich von der Größe der Schule abhängig.

    Förderunterricht ist vom Land sowieso nur begrenzt vorgesehen. Und auch in den Bereichen fehlen uns natürlich Stunden. Selbstverständlich bin ich komplett bei dir, dass wir zu wenig Stunden bekommen.


    Zu 2) Klassenfahrten

    Die Frage der Klassenfahrten ist doch unabhängig von der Frage der Stunden. Wenn eine Schule keine Stunden hat, findet halt keine Klassenfahrt statt. Da sind wir doch einer Meinung. Das Problem ist aber doch, dass die Landesregierung die Schulen auffordert Klassenfahrten zu machen aber nicht das Personal bereit stellt. Es hilft auch nichts, wenn wir eine gute Unterrichtsversorgung haben aber Lehrkräfte nicht bereit sind mitzufahren. Es muss ja auch keine Klassenfahrten geben. Dann soll das klar sagen, dass Klassenfahrten nur Bonus sind. Statt dessen werden die Schulen unter Druck gesetzt, auf Klassenfahrt zu fahren. Da es aber keine Pflicht ist, zieht man sich entweder den Unmut von Schülern und Eltern zu oder einige müssen freiwillig Extraaufgaben übernehmen.

    Meine Bereitschaft wird dann quasi aktiviert, wenn ein Kind mich nachts weckt, oder wie soll ich mir das vorstellen? Und wenn nix ist, dann hatte ich keine Bereitschaft? Ist doch Quatsch. Während meiner zwei letzten Klassenfahrten wurde ich jeweils in zwei von vier Nächten von Kindern mit berechtigten Anliegen geweckt. Auf der einen Klassenfahrt hatte ich zusätzlich ab Nacht zwei ein Kind als "Mitschläfer" im zweiten Bett in meinem Zimmer. Tagsüber ist man bei den Kurzen eigentlich auch fast immer Ansprechpartnerin. Ausgleichen im Rahmen der ungebundenen Arbeitszeit? Keinen Unterricht vorbereiten? Hefte nicht nachgucken? Elterngespräche reduzieren? Ich war in den letzten 20 Jahren alle zwei Jahre auf Klassenfahrt (keine Dienstpflicht) und hab da noch ne Rechnung offen.. Mir fällt als realistische Ausgleichsmöglichkeit echt nur der Verzicht auf aufwändige AGen und Fortbildungen ein. Damit baue ich gerade eigenverantwortlich meine Corona-Überstunden ab.

    Grundsätzlich sollte die Arbeitszeit ja schon in deiner wöchentlichen Arbeitszeit mit eingerechnet sein. Du müsstest also nichts reduzieren. Dass das in der Praxis vielleicht nicht stimmt, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Dann wäre aber auch genau das, das Argument nicht zu fahren.


    Zur Dienst-Bereitschaft: Weißt du eigentlich wie das bei Feuerwehrleuten, Ärzten, etc. läuft? Wir reden hier von 5 Tagen vielleicht alle 4 Jahre. Das wäre dann ein Tag pro Jahr. Außerdem habe ich durchaus genug entspannte Klassenfahrt erlebt. Die meisten Klassenfahrten waren in der Summe deutlich entspannter als eine Woche Unterricht.

    Zu Teil 1: Wenn es freiwillig ist, was ich gut finde, fährt Kollege A mit Klasse A einmal, und wenn er möchte, freiwillig mit Klasse B ein zweites Mal. Wenn er nicht möchte, und der Klassenlehrer B auch nicht (aus welchen Gründen auch immer, die interessieren erstmal auch nicht, denn es ist a freiwillig!), dann fährt Klasse B eben dieses Jahr nicht auf Klassenfahrt. Dafür macht Kollege B vielleicht mehr Ausflüge, einen Leseabend, einen Tag Erlebnispädagogik im Wald o.ä.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich alles irgendwie ausgleicht. Und dass jede Klasse irgendwie und irgendwann mal eine Klassenfahrt macht. Mit Lehrern, die das gerne machen und bei denen keine Gründe (egal welche!) dagegen sprechen.

    Wenn das so ist, ist das sicherlich toll. Leider gibt es aber den Type Lehrkraft, der weder das eine noch das andere macht ...

    Ich wüsste gar nicht, wo eine SL im Ansatz Entlastungen hernehmen sollte.

    Die gibt es doch gar nicht!

    Davon wird immer geredet, aber umgesetzt wird nichts, vor allem nichts, das Geld kostet oder zusätzliches Personal braucht.

    Also wir haben sowohl Entlastungsstunden als auch Sozialpädagogen. Dazu PMs. Gerade in der Corona-Zeit hat das Land nun wirklich im Bereich Personal viel möglich gemacht.

    Aber bei der Entlastung geht es doch auch darum, Aufgaben fair zu verteilen. Wenn jemand auf Klassenfahrt fährt, bleibt er vielleicht bei anderen Aufgaben außen vor. Es gibt doch eine gewisse Anzahl von Aufgaben, die erledigt werden müssen und alle zusätzlichen Arbeiten kann man versuchen möglichst gerecht zu verteilen. Der eine fährt auf Klassenfahrt, der andere erstellt das Konzept XY. In der Theorie klappt das super. Gute Schulleitungen schaffen es aber zu mindestens zum Teil umzusetzen...

    Jetzt seid aber auch nicht ganz so böse mit Minimaus. Sie hat eine üble Zeit hinter sich. COVID-19 bei allen Kindern, die Sorge um das Baby, da ist es auch irgendwie menschlich, wenn sie jetzt mit sich nicht auch noch mehr Stress haben will.

    Das ist doch keine Entschuldigung? Zu mindestens in Nds wäre sie bei einem positiven Selbsttest verpflichtet diesen dem Gesundheitsamt und Arbeitgeber zu melden. Alles andere gefährdet andere Menschen. Darf ich auch mit 100 durch die Stadt fahren, weil ich einen anstrengenden Tag habe?

    Über eine Dienstpflicht wird nicht mehr Personal bereitgestellt, sondern das vorhandene Personal mehr belastet.

    Wie soll das gehen? Die Arbeit wird nur anders verteilt. Es würde ja nur dann Mehrarbeit entstehen, wenn du parallel mehr Fahrten anbietest. Davon spricht aber keiner. Momentan fährt Kollege A zweimal und Kollege B gar nicht. Dann würde Kollege A einmal fahren und Kollege B einmal. Wo entsteht dabei Mehrarbeit? Oder siehst du es momentan als Privatvergnügen, wenn jemand auf Klassenfahrt fährt?


    Eine gute Schulleitung müsste das auch schon jetzt berücksichtigen. Wenn Kollege A auf Klassenfahrt fährt, würde sie ihn in anderen Aufgaben stärker entlasten und dort verstärkt Kollege B einsetzen. Klappt natürlich in der Praxis nicht so einfach.

    Aber du argumentiertest doch mehrfach damit, dass andere auch freiwillig fahren sollen, weil du nicht alleine freiwillig fahren willst.


    Wenn du ein Problem mit der Art deiner SL hast, Klassenfahrten zu bewerben, dann sag(t) doch dieser Person, dass das überdacht und neu abgestimmt gehört.

    Ich habe kein Problem mit meiner Schulleitung. Ich bin ein Teil der SL. Ich habe ein Problem mit dem Umgang der Landesregierung mit dem Thema. Auf der eine Seite bewirbt sie Klassenfahrten, auf der anderen Seite stellt sie nicht das Personal zur Verfügung. Daher habe ich darauf hingewiesen, dass die Lösung "freiwillige Teilnahme" auch viele Nachteile hat.

    Ich wünsche mir, dass die Landesregierung entweder sagt: Klassenfahrten sind Bonus und wenn eine Schule nicht fährt, ist das kein Problem oder das nötige Personal bereitstellt. Über eine Dienstpflicht wie auch immer. Momentan ist so, dass es auf der einen Seite freiwillig ist, auf der anderen Seite es aber erwartet wird.

    Was für eine Einstellung: Meckern was das Zeug hält, aber bloß nicht den Aufwand auf mich nehmen, mich mal für ein paar Stunden hinzusetzen, was auf die Beine zu stellen und sich womöglich wählen zu lassen.

    Du hast aber schon mitbekommen, dass ich kein Problem mit Klassenfahrten habe? Ich bin auch im SV und komme damit klar. Aber wenn mir ein Kollege droht, dass ich doch bitte für das oder das stimmen soll, weil ich sonst nicht wiedergewählt werde, würde ich einmal herzhaft lachen. Erstmal wäre mir der Posten nicht so wichtig und zweitens müsste es erstmal einen Gegenkandidaten geben, der die gewünschte Meinung vertritt, bereit ist mitzuarbeiten und auch noch gewählt wird.

    Diese Vergleiche mit Bäckereien immer. Nun gut, wenn der Kunde sich also über die langweiligen Brötchen beklagt, obwohl der Deutsche Bäckerverband mit Weltmeisterbrötchen wirbt, findest du also, der Angestellte einer Bäckereienkette sollte schnell noch Weltmeisterbrötchen backen, die Zutaten selbst kaufen und Sonntags dafür einen Stand aufmachen?

    Blödsinn. Wer hat das denn gefordert? Ich habe doch mehrfach geschrieben, dass ich kein Problem damit hätte, wenn das Land keine Klassenfahrten macht. Es stört mich, dass mein direkter Chef mit Klassenfahrt wirbt ohne das Personal dafür bereitzustellen. Ich kann doch wohl schreiben, dass das nicht gut ist, wenn hier die Meinung vertreten ist, dass das eine gute Lösung ist.

    Hm, ’ne Schulkonferenz muss ja auch gewählt werden. Und die Kolleginnen, die da drin sitzen, wollen vielleicht mal ’was von jemandem.

    Vielleicht solltest du dich mal erkundigen, wie es in Grundschulen wirklich zugeht. Die meisten Kollegen haben nicht wirklich Interesse and einer Mitarbeit im Schulvorstand. Außerdem gibt es ja sicherlich auch genug Kollegen, die das gut finden.

    Ächt? Muss ich?


    Quelle?

    Wenn du meine Beiträge nicht richtig lesen möchtest / kannst / willst, findest du alle Quellen durch einfaches Googeln.


    Aber ich glaube, dass es auch keinen Sinn macht hier weiter zu diskutieren. Es gibt halt noch ein wenig mehr als nur Verordnungen und Erlasse.

    Wenn ein Bäcker seinen Angestellten vorgibt, dass nur normale Brötchen gebacken werden aber er gleichzeitig mit Weltmeisterbrötchen wirbt, werden die unzufriedenen Kunden bei seinen Angestellten auflaufen. Diese werden sich dann zurecht über ihren Chef beschweren. So ähnlich ist es auch bei uns. Natürlich ist es freiwillig und ich kann keinen zwingen. Trotzdem ist die Situation nicht gut.

    Deine Argumente gelten doch für Vollzeitkräfte genauso. Es gibt doch auch genug Vollzeitkräfte, die Pferde oder Haustiere zu betreuen hat. Oder die ihre Eltern versorgen müssen. Oder alleinerziehend sind. Bei der Frage von Teilzeit- oder Vollzeit spielen ja auch finanzielle Gesichtspunkte mit rein.

    Für mich stellt sich dann halt die Frage, was ist ein wirklicher Grund. Der gilt dann für alle. Und was nicht. Die Mutter von einem zweijährigen Kind kann sicherlich nicht mitfahren. Wenn ich aber im Sommer 4 Wochen nach Mallorca fliegen kann und dann 2 Wochen später meine Pferde versorgen muss, würde ich schon nachfragen, warum es da keine anderen Möglichkeiten gibt.


    Was du auch nicht vergessen darfst ist, dass an Grundschulen oft fast alle Teilzeit arbeitet. Bei uns arbeitet nur die Schulleitung Vollzeit.


    Letztlich ist es ja auch keine Dauerbelastung. Bei uns fährt man in der Regel einmal. D.h. alle 4 Jahre. Da wir immer mehr als die beiden Klassenlehrkräfte mitnehmen, fahren einige alle 2 Jahre. Wenn man dann mit 50% der Stunden wirklich nur alle 4 Jahre fährt, ist doch wirklich auch für viele möglich, dass zu organisieren. Und wenn ich mal nicht mitfahre und dann 4 Jahre später sage, jetzt geht es aber, ist doch auch keiner böse.


    Die Frage ist doch, was ist mit denen, die einfach keine Lust haben. Ist das ok oder nicht? Wenn man sagt, dass ist ok, dann kann man auf der anderen Seite nicht sagen, wir wollen aber das ihr auf Klassenfahrt geht.

    Gut, dann stellst du dir jetzt 20 harte Halbjahre vor ...


    Wenn alles immer so locker-flockig wäre, wie es bei dir klingt, dann wären Klassenfahrten vielleicht gar kein so großes Problem,

    aber es soll ja Schulen geben, da fehlen Lehrkräfte, Schulleitungen etc.

    ...

    Ja, aber grundsätzlich sollten Schulen in Niedersachsen auch zu mindestens annähernd gleich ausgestattet sein. Wir haben seit Jahren an den Grundschulen eine Unterrichtsversorgung um die 100% gehabt. Und das PMs Unterricht erteilen war vor Corona schlicht und einfach verboten. Das kann man natürlich von außen nicht beurteilen aber letztlich liegt es dann auch an Schulleitung und Referenten das zu lösen. Aber das ist bei einer durchschnittlichen Unterrichtsversorgung von 100% sicherlich nicht der Regelfall. Und wenn an einer Schule Probleme sind, ist es doch klar, dass dann Sachen nicht gehen.


    Selbst wenn es eine Dienstpflicht ist, muss es auch da Ausnahmen geben, wenn die Person nicht belastbar ist und die Verantwortung einer Klassenfahrt nicht tragen kann.

    Selbstverständlich. Das macht man doch sowieso. Kollegen, die keine Aufsichten machen müssen oder bestimmte Vorrechte beim Stundenplan bekommen. Kollegen mit Beeinträchtigungen. Aber um die geht es ja auch nicht.

    Die Schule hat sich hier ein Problem gebacken, indem sie ein Fahrtenkonzept beschlossen hat, dessen Umsetzung sie nicht sicher stellen kann. Ist denken bei euch auch freiwillig?

    Du musst echt mal lesen, was man schreibt. Aber ich versuche es noch mal.


    Das Land sagt, dass die Teilnahme für Lehrer und Schüler freiwillig ist.

    Das Land sagt aber auch, dass Klassenfahrten wichtig sind und die Schulen sie anbieten sollen.


    Daher macht die Schule ein Konzept. Jetzt haben wir mal rechnerisch eine Grundschule mit 8 Klassen und 8 Lehrkräften. Jetzt sagen 7 von 8 Lehrkräften: Mit einer eigenen Klasse möchte ich das gerne machen. Im Schulvorstand sind in der Regel Schulleitung und Eltern sowieso dafür.

    Jetzt will Lehrkraft Nummer 8 aber nicht fahren. Wenn jetzt -nur als Beispiel- die Schule in Klasse 2 und 4 eine Fahrt mit Übernachtung macht, hat man alle 2 Jahre ein Problem. Entweder man lässt die betroffene Klasse zu Hause. Das ist für die Kinder nicht schön und zieht einen ganzen Rattenschwanz an weiteren Problemen hinterher. Oder man muss jemanden finden. Aber meistens ist es ja so, dass man zwar gerne mit der eigenen Klasse fährt aber nicht mit fremden Klassen. Auch nicht gut.

    Jetzt können wir natürlich sagen, wir fahren alle gar nicht. Einmal fänden das 7/8 Lehrern doof. Kann man vielleicht sagen, dass sie ja auch nur mit ihrer eigenen Klassen fahren wollen.


    Aber jetzt kommt vor allem noch das Land hinzu. Das Land sagt nämlich: Klassenfahrten sind ganz wichtig. Und man unterstützt es, dass die Lehrer auf Klassenfahrt fahren. Und man hat auch gerade erst die Rahmenbedingungen noch mehr verbessert. Und das Lehrer nicht fahren wollen, kann man gar nicht verstehen.

    Und spätestens hier fängt mein Problem an.


    Daher entweder sagt das Land, sorry Klassenfahrt sind Besonderheiten und eigentlich nicht vorgesehen und wenn eine Klasse nicht fährt ist das vollkommen ok oder das Land sagt Klassenfahrten sollen sein und es ist Pflicht. Wir hatten die ganze Aktion ja beim Klassenfahrtboykott. Die Lehrkräfte am Gymnasium haben keine Klassenfahrten mehr gemacht, weil sie mehr arbeiten sollten. Darauf hat das Land sich hingestellt und gesagt, dass es das überhaupt nicht versteht und Lehrkräfte hier ihre Wünsche auf den Rücken der Kinder durchdrücken.

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