Beiträge von Tom123

    Tom123 : Da es ja immer mal wieder die Vergleiche zwischen freier Wirtschaft und Schule/öffentlicher Dienst gibt: In der freien Wirtschaft hat jedes Unternehmen eine eigene IT-Abteilung.

    Sicherlich nicht. Aber die haben dann externe Dienstleister. Das wäre auch durchaus im Schulwesen machbar. Der Schulträger könnte z.B. 3-5 Mitarbeiter haben, die die Schulen entsprechend betreuen. Das gibt es auch schon oft. Nur in der Regel sind diese Leute zu wenige oder für vieles nicht zuständig etc.. Beispiel aus der Praxis: Dienstgerät verbindet sich nicht mit dem WLAN/Internet funktioniert nicht. EDV kommt. Antwort: Unser WLAN ist ok. Das liegt am Gerät. Dafür ist das Land zuständig. Das gucken wir nicht an. ... Ich habe gefragt, ob ich wenn das nächste Mal irgendwelche Kleinigkeiten an der EDV sind sie direkt anrufen soll, wenn das Aufgabe des Schulträger sind. Daraufhin haben sie sich das Gerät angesehen und den Fehler innerhalb weniger Minuten gefunden. Es lag daran, dass das WLAN-Profil vom Schulträger nach der Anschaffung nicht richtig installiert wurde ...

    Vor allem: Ich zahle meinen Champagner und das Shrimpcocktail zur Weihnachtsfeier lieber selbst oder mache gar selbst Nudelsalat und bin mir dafür sicher, nicht gekündigt zu werden, weil Schüler sich beschwert haben, der Unterricht sei langweilig gewesen oder sowas.

    Was meinst Du damit? Der Unterricht wird schlechter, wenn der Arbeitgeber die Weihnachtsfeier bezahlt und deswegen zahlen die Lehrkräfte selbst?

    Die richtige Aussage ist, dass wir verpflichtet sind einzugreifen solange wir uns nicht selbst gefährden. Wo nun genau die Grenzen liegt, hängt sicherlich von vielen Faktoren ab. Wie alt sind Schüler? Führt eine ältere Kollegin oder der junge, 1,90 m große Sportlehrer gerade die Aufsicht. Besteht eine konkrete Gefahr für einen der Beteiligten ...
    Wichtig ist halt auf jeden Fall darauf zu reagieren. Notfalls nur verbal. Wenn man selbst nicht weiterkommt, einen Schüler:in losschicken, um Hilfe zu holen.
    Ob die Beteiligten anschließend zur Klassenleitung, zur Rektoren gebracht werden oder ob es auf dem Schulhof geklärt werden kann, hängt für mich auch vom Konflikt ab. Letztlich ist es in Ordnung die Schüler einen Moment unbeaufsichtigt zu lassen, um die Beteiligten ins Gebäude zu bringen und dort schnell abzugeben.

    Nach einer repräsentativen Online-Umfrage gibt es bei 50% der Beschäfrigten gar keine Weihnachtsfeier. Ob die Weihnachtsfeier bei denjenigen, die eine haben auch bezahlt wird, geht aus der Umfrage nicht hervor. Aus dem Bekanntenkreis kenne ich mehrere Fälle, in denen es zwar eine Weihnachtsfeier im Restaurant gibt, bei denen der Betrieb aber nicht alles übernimmt.

    Dass die Weihnachtsfeier von den meisten Unternehmen gezahlt wird halte ich für ein Gerücht.

    Du meinst die Kumunu-Umfrage? Es gibt auch vom Handelsblatt von 2022 eine Umfrage. Von 40 Dax-Unternehmen machen nur 3 keine und 3 haben es vorgezogen. Bei den anderen gab es eine Weihnachtsfeier, wobei 9 keine Angaben gemacht haben. Ich bin auch ein paar Jahre raus. Mag sein, dass sich das geändert hat. Im Freundeskreis haben die meisten eine Weihnachtsfeier im Unternehmen. Wir sind auch eher ländlich geprägt. In großen Städten mag das auch anders sein.

    Tom123 : Auch in Schulen sollte solch eine Aufgabe durch eine Verwaltungsassistenz (oder wie man diese Fachkraft auch immer bezeichnen möge) erledigt werden. Es ist schade, dass diese Aufgabe mehrheitlich noch immer an Lehrkräften hängen bleibt.

    Das Problem ist recht einfach. Wenn die Lehrkräfte solche Aufgaben konsequent in ihrer Arbeitszeit erledigen und es in ihre Arbeitszeit einrechnen, wäre es für den Dienstherr Geldverschwendung. Aber wir sind in der Regel so nett, dass wir das noch nebenbei als unbezahlte Mehrarbeit machen. Wenn ich alleine an die ganzen Menschen denke, die sich um die EDV kümmern. Das spart natürlich am Ende für den Dienstherr.

    Klingt nicht hart. Und klingt so lange fair, wie du vorher fragst und nicht am Schuljahresende eine Mail verschickst derart "es sind nur noch blabla € und fuffzich da, es hat doch bestimmt niemand was dagegen, wenn ich dafür [Klassenraumausstattung] kaufe."

    Da entscheidest nämlich du, was du für schön oder wichtig hältst und gibst dafür das Geld anderer Leute aus.

    Ich finde, wenn das irgendwer verstanden hat, dem das vorher nicht klar war, hat sich der Thread gelohnt.

    Das ist eine sehr spannende Rechtsauffassung. Welche Rechtsquelle ermächtigt dich denn Klassenraumausstattung aus der Klassenkasse zu bezahlen? Das sollte m.E. nur in Form von Spenden möglich sein. Du regst dich auf, wenn für die Schüler ein Eis gekauft wird. Aber wenn Klassenraumausstattung auf Eltern umgelegt wird, ist das plötzlich kein Problem?

    Was ist mit den ganzen Argumenten? Die Bürgergeldempfänger für die auch ein Euro im Monat zu viel ist? Der Gruppendruck durch solche Aktionen? Warum gilt das hier nicht?

    Es gibt auch Schulen, die Autos besitzen. Oft Kleinbusse, mit denen man mit wenigen Schülern zu Wettbewerben fahren kann. Aber natürlich sind damit dann auch andere Dienstfahrten möglich. Auch die Fahrt zum Baumarkt oder zum Praktikumsbesuch, wenn das Auto gerade verfügbar ist.

    Ich kenne keine einzige. Auf der anderen Seite ist das Bereitstellen vom Büromaterial etc. eigentlich in jeder Firma selbstverständlich. Dann gibt es auch für viele Aufgaben Menschen, die zuarbeiten. Während wir nachmittags oder in der Freizeit noch Einkaufen oder irgendwelche Extraaufgaben erledigen, gibt es dafür in vielen Betrieben spezielle Mitarbeiter.

    Weihnachtsfeiern werden von den meisten Unternehmen gezahlt. Ich war bei drei Arbeitgebern bevor ich ins Lehramt gewechselt bin. Überall gab es eine "bezahlte" Weihnachtfeier. Das gilt sicherlich nicht für jede Firma. Aber ich denke schon, dass es mehrheitlich bezahlt wird.

    Was mich am öffentlichen Dienst vor allem stört, ist das fehlen wirtschaftlichen Denkens. Wenn ich in der Privatwirtschaft eine gute Idee habe und sie wirklich gut ist, sind die Chancen gut, dass sie auch umgesetzt wird.

    In der Schule ist oft sehr anstrengend. Wir brauchen Geld für XY aber es gibt nur Geld für Z. Statt es anders zu machen, müssen wir uns an die Vorgaben halten....

    Entschuldige, aber ich habe genau die gleiche Qualifikation wie meine verbeamteten Kollegen und erledige exakt den gleichen Job. Meine Rente wird deutlich niedriger ausfallen, als deren Pension. Fair ist das nicht.

    Das hat aber nichts mit der Beamtenbesoldung generell zu tun. Das hat etwas damit zu tun, dass die Bezahlung als Angestellte zu niedrig ist. Hätten wir nur noch Angestellte, hätten wir wahrscheinlich auch einen deutlich größeren Lehrermangel.

    Was heißt mit mehr Arbeitsstunden? Du meinst, dass Du mehr Stunden zur Vorbereitung brauchst, weil die Anforderungen so hoch sind? Oder unterrichtest Du mehr Stunden als Du sollst?

    Im ersten Fall solltest du überlegen, wie du die Arbeit effizienter machen kannst. vorgefertigtes Material einsetzen. Material mit Kolleg:innen erarbeiten, Ki nutzen ...

    Als Student des Förderschullehramts hat man diese Vorlesungen durchaus. Darauf bezog sich Plattenspieler. Im Studium Grundschullehramt in Hessen, auf das ich mich in bisher jedem Post bezogen habe, gibt es diese Vorlesungen nicht.

    Tukan schrieb wir alle. Das sich Plattenspieler nur für Sonderpädagogen bezieht, ist aus seinem Post nicht ersichtlich. Aber dann ist es natürlich anders. Ich war davon ausgegangen, dass es um die "normalen" Lehrkräfte geht.

    Im Studium für das Grundschullehramt gibt es keine Förderschwerpunkte.

    Förderschwerpunkte hat der Schüler. Und du hast keine Vorlesung zu bestimmten Förderschwerpunkten sondern allgemein zur Diagnostik und Gutachtenerstellung. Wir bilden doch keine Förderschullehrkräfte aus sondern wollen die Grundlagen den "regulären" Lehrkräften vermitteln, die dann in Zusammenarbeit mit den Förderschullehrkräften das Kinder unterstützen sollen.

    Klar, wenn man Diagnostik als Teil einer 2 SWS Veranstaltung als "es lernen" bezeichnet, dann ist das natürlich so. Ihr seid beide sicher älter als 40. Vielleicht ändern sich Studieninhalte und das, was ihr vor 20 Jahren mal irgendwann im Studium gelernt habt oder auch nicht, hat nichts mit den aktuellen Studieninhalten zu tun. Aber nur ganz vielleicht.


    In den Modulhandbüchern steht im Übrigen ganz genau, was Inhalt der Module ist. Ich weiß, das gabs bei euch noch nicht, aber jetzt weißt du ja, wo du nachsehen kannst.

    Vielleicht hat auch jemand der in Hessen am Gymnasium arbeitet auch einfach nicht so den Einblick in die niedersächsische Lehrerausbildung an Grundschulen wie jemand der seit Jahren Referendare betreut? Sogar GHR300 Praktikantin müssen bei uns schon was zur Diagnostik machen.

    Interessante Theorie, falls wir gerade 1870 hätten. Die Jobs die weltweit aktuell verloren gehen sind Einsteigerjobs für Menschen mit Hochschulabschluss, eine hübsche Powerpoint oder 200 Seiten Aktenlage zusammenfassen macht eine KI dir billiger.

    1870 hatte die industrielle Revolution eine ganz andere Richtung. Du hast natürlich recht, dass Einsteigerjobs im Hochschulbereich verloren gehen. Aber um eine hübsche Powerpoint zu erstellen oder 200 Seiten Akten zusammenzufassen brauche ich doch auch weder Abitur noch Studium, oder?

    Die Frage ist doch, wo findet in Zukunft primär die Wertschöpfung statt. Und da sehe ich nicht den einfachen Handwerker oder Angestellten. Spannend sind die Menschen mit Visionen mit Ideen. Forschung und Wissenschaft. Wir werden im mehr automatisieren. Es wird digitaler. Wie viele einfacher Jobs in der Verwaltung und Handeln werden alleine durch KI wegfallen. Wie viele Jobs werden durch Roboter übernommen? Natürlich wird es noch länger dauern, bis ein Roboter das Dach deckt. Aber in 30 Jahren? Oder 50 Jahren? Aber selbst wenn nicht. Wie viele Jobs für Menschen mit einem mittleren Schulabschluss werden in den nächsten Jahren wegfallen? Und wo findet für uns Wertschöpfung statt? Fabriken sind doch immer mehr stärker automatisiert. Taxis fahren schon heute autonom. Kundenhotline übernimmt die KI. etc. Wir müssen doch nur einmal nach Asien gucken. Und auch der Handwerker muss in unserer Welt zurecht kommen. Außerhalb seiner Freizeit ist er auch ein mündiger Bürger. Sehen wir nicht gerade beim Erstarken der AfD wie wichtig eine gute Bildung ist? Wie viele Menschen würden nicht die AfD wählen, wenn sie eine bessere Bildung hätten und die Parolen der AfD besser einordnen könnten?

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