Beiträge von Palim

    Das tut doch überhaupt niemand.

    Nicht?

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    :gruebel:

    Ach ja, nur zur Erinnerung: Bezahlt werden soll nur, was evidenzbasiert ist.

    Der Bundesverband der Frauenärzte fordert: „Darunter auch die Forderung nach einem strukturierten Programm zur Früherkennung, um Endometriose wirksamer behandeln zu können. Notwendig sind insbesondere extrabudgetäre Abrechnungsmöglichkeiten für eine ausführliche Schmerzanamnese, die körperliche und sonografische Untersuchung, eine qualifizierte Beratung sowie die frühzeitige Einleitung einer individuellen Therapie. “

    Wie wäre es, wenn du den zitierten Satz noch mal liest?

    Endometriose ist sehr lange absolut vernachlässigt worden, es gab kaum Forschungsgelder, obwohl man nach heutiger Schätzung (Dunkelziffer) von etwa gleich vielen Erkrankten ausgeht wie bei Diabetes Typ 2.

    Während es für Diabetes viele Forschungsgelder gab, gab es die für Endometriose nicht. Das ändert sich allmählich, Forderungen sind aber noch nicht umgesetzt.

    https://www.bvf.de/aktuelles-pres…versorgung-ein/

    https://www.aok.de/pp/gg/versorgung/endometriose-forschung/

    Und genau da fehlt dann eben die Versorgung und die Kostenübernahme.

    P.S.: Meine Rechtschreibprüfung kennt das Wort „Diabetes“, „Endometriose“ aber nicht.

    An der Küste sind einige Einrichtungen auch für Mutter-Kind-Kuren, z.B. bei chronischen Atemwegs- oder Hauterkrankungen.
    Da ist doch nicht nur in den Ferien Betrieb und es können, selbst bei verschiedenen Ferienterminen in den BL, nicht alle Kinder mit Eltern in den Ferien fahren.

    Dass Lehrkräfte die Hälfte der Kur in die Ferien legen sollen/müssen, finde ich schräg. Es ist doch außerhalb wie innerhalb der Ferien Dienstzeit. Wenn die Kur notwendig ist, hat dies nicht mit den Ferien zu tun.

    Dein Argument ist, dass gefälligst bezahlt werden soll, was der Patient will, wenn er sich einbildet, dass es hilft.

    Das ist deine Unterstellung, woher auch immer du die genommen hast.

    Darauf aufbauend stelle ich dir die Frage, warum das nur für Zuckerkugeln, nicht aber für alles andere genauso gelten soll. Dass du die Frage nicht beantworten willst wundert mich allerdings nicht.

    Du wolltest bisher allein über Zuckerkugeln schreiben, alles andere blendest du aus.
    Du bestehst dabei auf Evidenz, das gilt aber für dich nur für Zuckerkugeln.

    Die Kehrseite der Evidenzbasierung interessiert dich nicht.

    Mein Argument war nicht, dass man alles bezahlen soll, sondern dass man die Nachteile der Evidenzbasierung beachten muss und dabei auch berücksichtigen muss, dass bestimmte Therapien zu wenig erforscht sind. Wenn man allein evidenzbasierte Therapien bezahlt, schließt man alle aus, die durch mangelnde Forschung benachteiligt sind, dazu gehören Frauen, Kinder, Erkrankte seltener Krankheiten, aber auch Erkrankte häufiger Krankheiten, die bisher nicht genug beachtet und erforscht wurden - siehe Endometriose und Fatigue.

    Nur weil das in der Forschung bisher keine Berücksichtigung fand, kann man doch diesen Menschen, die eine schwere Erkrankung haben und auch in anderen Belangen durch das Netz fallen, nicht auch noch die medizinische Hilfe versagen und sie auf Forschung in zig Jahren vertrösten.

    Das ist genau das, was Menschen mit Endometriose oder Fatigue erleben, aber gutheißen oder mit „So ist das im Kapitalismus“ vom Tisch wischen muss man das nicht.

    Weil ihr euch von Homöopathie triggern lasst, kommt ihr zu Aussagen, die die bisherige Benachteiligung in Medizin und Forschung weiter unterstützen. Da hilft dein Verweis auf den Sportverein gar nicht, den kannst du dir mit Fatigue nämlich entweder sparen, weil du die Energie dazu nicht hast, oder nicht mehr leisten.

    Es ist nicht so, dass aus böser Absicht bestimmten Krankheiten weniger erforscht werden. Statt dessen werden besonders stark die Krankheiten erforscht, die viele Menschen betreffen.

    Nein, das ist genau nicht so.

    Von Endometriose sind so viele Frauen betroffen, wie Menschen von Diabetes Typ2. Das eine ist bekannt, das andere gilt als „seltene Krankheit“, die es nicht ist.

    Und weil es so vernachlässigt ist, müssen Betroffene viele Untersuchungen machen lassen, werden häufig psychosomatisch eingestuft und erhalten keine Hilfe.

    Eine Fokussierung auf Evidenz bedeutet leider auch, dass man das benachteiligt, was bisher - aus unterschiedlichen Gründen - nicht erforscht wurde.

    Meine Sportvereine tragen nachweislich zu meiner Gesundheit bei.

    Es geht hier um nachweislich unwirksame Zuckerkügelchen, nicht um Medizin, an der noch geforscht wird.


    Wieso schreibst du über Sportvereine, wenn das von dir gesetzte Thema doch allein Zuckerkügelchen benennt?

    Warum bestimmst du für andere die Inhalte der Diskussion, hältst dich aber selbst nicht an deine Vorgaben?
    Warum kann man die Erkenntnisse zu Placebos nicht lesen und anerkennen, um so mehr, wenn man doch evidenzbasierte Medizin fordert: hat man dann ja. Die Evidenz zeigt die Wirkweise von Placebos.

    Welche Erkrankungen sollen das sein?

    Placebo-Studien mit positiven Ergebnissen gibt es z.B. zu Reizdarm, Migräne, Schmerzen, Übelkeit, Parkinson, Depression, Bluthochdruck …


    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sch…ucken-1.1039470

    https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/pressem…r-einnahme.html

    https://www.ndr.de/ratgeber/gesun…lacebo-114.html

    Wenn nur wahr sein darf, was erforscht wurde, sollten wir da noch mehr forschen und die Erkenntnisse nutzen, z.B. dass die Betreuung durch den Arzt ausschlaggebend sein kann, also keine 5min-Taktung und keine Termine nach Monaten.

    So ist das im Kapitalismus und der freien Marktwirtschaft

    Ja, Pech für Frauen mit Endometriose, Kinder mit Mukoviszidose, Menschen mit ALS…

    Schade, aber daran lässt sich wenig ändern.

    Doch, natürlich lässt sich daran etwas ändern. Es können Forschungsgelder für seltene Krankheiten, für Gender-Medizin, für Frauenheilkunde/ Erkrankungen, die nur oder überwiegend Frauen betreffen, bereitgestellt werden, man kann dies verstärkt in die Aus- und Fortbildung setzen und man kann kommunizieren, dass es falsch war, ist und bleibt, diese Forschungen zu unterlassen und damit Menschen zu benachteiligen.

    Zuckerkügelchen sind nachgewiesen und offensichtlich wirkungslos.

    Ansonsten: es können nicht alle Experimente von den Kassen getragen werden.

    Ich hatte gar nicht über „Zuckerkügelchen“ geschrieben,

    wohl aber darüber, dass die Evidenzorientierung Grenzen hat, die einem bewusst sein sollten.

    Dann muss man Gender-Medizin nicht in Frage stellen und kann anerkennen, dass 2 Personen unterschiedliche Dosen oder auch unterschiedliche Medikamente benötigen.
    Gerade für die Forschung zur Evidenz schließt man eine Menge Personen aus (Frauen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen etc.), überträgt aber die Ergebnisse später auf alle. Und man kann berücksichtigen, dass ggf. Sachen noch nicht erforscht sind, es aber in Zukunft sein könnten.

    Weil die Forschung teuer ist, wird gezielt ausgewählt und anderes abgelehnt, - weil es unrentabel scheint - so die Forschung zu Fatigue, die durch Corona mehr Aufmerksamkeit erhalten hat. Manchmal helfen Initiativen, um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten und Gelder zu akquirieren: ICE-Bucket-Challenge-ALS, Millions Missing -Fatigue, Movember-Depression, bei anderen Erkrankungen fehlt das noch, z.B. Endometriose, Lipödem (ah, da sind ja auch Frauen betroffen, die stellen sich einfach nur an und Medizin ist eine männliche Veranstaltung, nur bei der Pille für den Mann klappt das irgendwie nicht)

    Was die Zuckerkügelchen anbetrifft: Sollen die Leute es doch nehmen, wenn es ihnen hilft, so wie eine Messerspitze Muskat im Essen. Wenn es das ist und man sich Medikamente, die viel teurer sind und mehr Nebenwirkungen haben, sparen oder reduzieren könnte, ist es doch gut für alle. Wenn es dann nur Einbildung ist, aber so stark hilft, dass es den Personen wirklich besser geht, hat man damit auch mehr gewonnen als geschadet.

    Vielleicht ist Homöopathie auch so beliebt, weil sich die Leute gesehen, gehört und besser betreut sehen und dies mehr bewirkt, als man in der Evidenzorientierung messen kann. Am Ende sparen wir am Gespräch, einer gründlichen Anamnese und der Zuwendung zum Menschen, statt dort zu investieren und darüber insgesamt Kosten zu deckeln.

    Ich frage mich also, ob man am falschen Ende spart und ob man mit Sätzen wie „nur evidenzbasiert zählt“ zu vielen Menschen die notwendige Hilfe verwehrt, weil ihre Lobby kleiner ist als die anderer (fehlende Studien), bzw. der Nutzen von Zuwendung nicht anerkannt und umgesetzt wird (fehlende Zeit und fehlende Grundversorgung).

    Es versucht aber nicht ein einzelner Arzt, Augentropfen off-label gegen Bauchschmerzen zu verschreiben.

    Es ist aufgefallen, dass einige LongCovid-Patient:innen die gleichen Autoantikörper haben, wie Menschen mit autoimmun bedingten Herzinsuffizienz, sodass ein Medikament, das ursprünglich zur Blutgerinnungshemmung und gegen Herzerkrankungen bei Fatigue helfen könnte.

    Das Medikament hat Menschen geholfen, nun werden dazu Studien erstellt.

    Aber damit es zu diesen Studien kommt, muss doch erst einmal jemand auf die Idee kommen oder entsprechende Beobachtungen gemacht haben.

    Ich störe mich schon länger an „nur evidenzbasiert hilft“, um so mehr, wenn dann nur das bezahlt werden soll.

    Ja, es ist gut, dass es erforscht und Therapien angepasst werden, dass man Wirksamkeit belegt oder widerlegt, aber man muss auch anderes im Blick behalten, andere Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Heute stellt man fest, dass Frauen bei Krankheiten und Medikamenten anders reagieren - war aber bisher nicht erforscht.

    Es gibt Menschen, die auf Grundlage ihrer Gene Enzyme nicht oder anders ausbilden, auf Schmerzen anders reagieren, auf Alkohol/ Koffein anders reagieren, Inhaltsstoffe schmecken … und entsprechend anders auf Medikamente reagieren.

    Es gibt Off-Label-Anwendungen und Ärzte, die diese ausprobieren, um Patient:innen zu helfen (z.B. bei Fatigue), bis sie etwas finden, das hilft.

    Evidenzbasiert ist dann nur so gut oder weitreichend, wie die Forschung es zulässt, ermöglicht, wie es finanziert wird oder wie weit man bisher gekommen ist.

    das mit den Versorgungszentren und Ärztehäusern kenne ich wieder. Schön zu sehen, dass Kooperation keine moderne Sache ist.

    Ich bin da noch skeptisch, wenn ich daran denke, dass alle 30 min oder weit mehr Fahrzeit zur Klinik benötigen, Patienten wie Angehörige, die ja nicht immer alle mobil sind.

    Hoffen wir, dass die medizinische Versorgung dadurch dennoch gewinnt.

    Haben die Preußen das bei euch gemacht? Sowas habe ich noch nie gesehen oder von irgendwas in der Form gehört.

    Japp, aber es gibt auch andere Beispiele, das Rathaus in Warburg oder an anderen Orten, wo es zwischen 2 Städten oder Stadtteilen errichtet wurde.

    Die neu entstehenden Zentralkliniken sind übrigens auch so ein Konstrukt: sie entstehen zwischen den Städten auf der grünen Wiese und die Bewohner der umliegenden Städte müssen in Zukunft alle raus aufs Land zur Klinik fahren, in der Stadt selbst gibt es ggf. noch ein Versorgungszentrum, das aber nur wenige Leistungen anbietet oder ein Ärztehaus mit verschiedenen Fachrichtungen bietet.

    Nein,

    aber man hat früher Kirchen auf die Grenze zwischen 2 Dörfern gebaut, die dann von beiden genutzt wurden - mit 2 Türen, für jedes Dorf ein Eingang.

    Aber insgesamt ist es Quatsch, es ist doch gar nicht so, dass jedes Dorf für die örtliche Schule ein Schwimmbad und eine Turnhalle und einen Sportplatz hat. Schon jetzt muss man dafür mit dem Bus fahren und die gemeinsame Nutzung abstimmen oder auf etwas verzichten. Gerade bei Schwimmbädern ist es sehr schwierig, Zeiten zu bekommen und diese im Schulalltag einzubinden, für ein paar Minuten Zeit im Wasser sind schnell 2-3 Stunden verbraucht.

    Aber ein Elternteil regt sich weiterhin auf, schreibt Mails, will Gespräche mit allen Beteiligten, mit der Schulleitung, will weitere Konsequenzen für das andere Kind ...

    Kennt ihr solche Situationen?

    Ja. Und zwar ziemlich genau so, dass es immer um Konsequenzen für das andere Kind geht.

    Es kann dann Gespräche geben. Darin wird man auch zur Sprache bringen müssen, dass beide Kinder häufiger aneinander geraten. Es ist dann darzustellen, ob alles allein von einem Kind ausgeht oder ob beide sich nicht angemessen verhalten. Dann stehen die Konsequenzen für beide Kinder an, seien es Erziehungs- oder Ordnungsmaßnahmen.

    Wir haben für Konflikte einen "Nachdenkzettel", der ausgefüllt werden muss und auf dem geschildert wird, was geschehen ist.

    Oft kommt eher der Vorwurf, was das andere Kind gemacht hat, aber wenn beide einen ausfüllen, stehen dann eben beide Aussagen nebeneinander.

    Am Ende steht, was zur Wiedergutmachung unternommen werden soll.

    Wenn irgend möglich lasse ich den Nachdenkzettel noch am Schultag ausfüllen. Er wird von den Schülern unterschrieben, danach von den Eltern. So ist der Streit in der Schule geklärt, muss am Nachmittag/ Abend von Eltern nicht noch mal aufgewärmt werden ... und er ist auch dokumentiert.

    Ganz selten schreibe ich gemeinsam mit den Kindern auf, was gewesen ist, und moderiere es so lange, bis sie sich gemeinsam auf eine Version einigen können, die sie beide (alle) unterschreiben können.

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