Zuckerkügelchen sind nachgewiesen und offensichtlich wirkungslos.
Ansonsten: es können nicht alle Experimente von den Kassen getragen werden.
Ich hatte gar nicht über „Zuckerkügelchen“ geschrieben,
wohl aber darüber, dass die Evidenzorientierung Grenzen hat, die einem bewusst sein sollten.
Dann muss man Gender-Medizin nicht in Frage stellen und kann anerkennen, dass 2 Personen unterschiedliche Dosen oder auch unterschiedliche Medikamente benötigen.
Gerade für die Forschung zur Evidenz schließt man eine Menge Personen aus (Frauen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen etc.), überträgt aber die Ergebnisse später auf alle. Und man kann berücksichtigen, dass ggf. Sachen noch nicht erforscht sind, es aber in Zukunft sein könnten.
Weil die Forschung teuer ist, wird gezielt ausgewählt und anderes abgelehnt, - weil es unrentabel scheint - so die Forschung zu Fatigue, die durch Corona mehr Aufmerksamkeit erhalten hat. Manchmal helfen Initiativen, um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten und Gelder zu akquirieren: ICE-Bucket-Challenge-ALS, Millions Missing -Fatigue, Movember-Depression, bei anderen Erkrankungen fehlt das noch, z.B. Endometriose, Lipödem (ah, da sind ja auch Frauen betroffen, die stellen sich einfach nur an und Medizin ist eine männliche Veranstaltung, nur bei der Pille für den Mann klappt das irgendwie nicht)
Was die Zuckerkügelchen anbetrifft: Sollen die Leute es doch nehmen, wenn es ihnen hilft, so wie eine Messerspitze Muskat im Essen. Wenn es das ist und man sich Medikamente, die viel teurer sind und mehr Nebenwirkungen haben, sparen oder reduzieren könnte, ist es doch gut für alle. Wenn es dann nur Einbildung ist, aber so stark hilft, dass es den Personen wirklich besser geht, hat man damit auch mehr gewonnen als geschadet.
Vielleicht ist Homöopathie auch so beliebt, weil sich die Leute gesehen, gehört und besser betreut sehen und dies mehr bewirkt, als man in der Evidenzorientierung messen kann. Am Ende sparen wir am Gespräch, einer gründlichen Anamnese und der Zuwendung zum Menschen, statt dort zu investieren und darüber insgesamt Kosten zu deckeln.
Ich frage mich also, ob man am falschen Ende spart und ob man mit Sätzen wie „nur evidenzbasiert zählt“ zu vielen Menschen die notwendige Hilfe verwehrt, weil ihre Lobby kleiner ist als die anderer (fehlende Studien), bzw. der Nutzen von Zuwendung nicht anerkannt und umgesetzt wird (fehlende Zeit und fehlende Grundversorgung).