Aber haben wir im Bildungs-/Schulsystem nicht schon "Sprachheillehrer" (Sonderpädagogen mit Schwerpunkt Sprache)?
Ich weiß, in vielen Bundesländern sind die förderschwerpunktspezifischen und sprachtherapeutischen Studieninhalte deutlich reduziert worden in den letzten Jahrzehnten.
Ja, bei uns sind das Förderschullehrkräfte mit 2 Schwerpunkten, davon einer Sprache.
Aber außerhalb der wenigen noch existierenden Sprachförderklassen gehen sie in die Inklusion, wo die Förderschullehrkräfte Sprache-Lernen-ESE die Grundversorgung machen, je mit 2 Schwerpunkten, also weit häufiger Lernen-ESE.
Und diese sind dann in den Schulen für eine Grundversorgung zuständig, die kaum am Kind ankommt, da ja von den 2 Std. pro Woche pro Klasse auch Testungen und Gutachten und Beratung und anderes abgehen, inzwischen sind wir dabei angekommen, dass die Lehrkräfte mit anderen Schwerpunkten auch die Sprachgutachten schreiben müssen.
Somit ist eine Grundversorgung in Sprache nicht gegeben.
Es hilft nicht, wenn Förderung irgendwo auf dem Papier steht, aber generell gestrichen ist oder wird - siehe auch die DaZ-Stunden, die komplett wegfallen, sobald es einen Ausfall gibt, weil sie als "Zusatz" gezählt werden, der nicht ersetzt wird. Eine Vertretungslehrkraft wird nur - und auch da nur anteilig - für den Regelunterricht gewährt.
Für FöS-Stunden, die wegfallen oder schon zu Beginn des Schuljahres nicht zugeteilt werden können, gibt es übrigens auch keinen Ersatz. Dann steht die Schule ohne Grundversorgung und kann zur Beratung den Mobilen Dienst anfragen... den es für den Bereich "Sprache" gar nicht gibt.