Beiträge von Palim

    Ganz allgemein: Ich finde es wichtig, dass Eltern rechtzeitig erfahren, dass das Kind in unterschiedlichen Bereichen schwach ist … so rechtzeitig, dass sie noch Möglichkeiten haben, gegenzusteuern und mit ihrem Mind zu üben. Dazu gehört dann auch in die Beratung, was und wie geübt werden kann - und was/wie nicht. Gerne werden dann zu schwierige Sachen genommen, weil das Kind das ja können müsste, aber die Schritte davor sitzen nicht nicht, das Kind kann auch beim Üben keine Erfolge erzielen und ist noch frustrierter. Aber das muss man erklären.

    Wenn dann Förderung in der Schule, Übung zu Hause, Differenzierung hier wie da, ggf. auch Therapien nicht geholfen haben, dann kommt es dann zur Überlegung, wie es mit dem Wiederholen aussieht… oder ob ein Förderbedarf zielführender ist.

    Ist es leichter, auch differenzierte Leistungsnachweise schreiben zu lassen, wenn es Berichtszeugnisse gibt? Weil sie zu unterschiedlichen Zeiten auch differenzierte Leistungsnachweise schreiben können?

    Differenzierte Leistungsnachweise sind in NDS nicht erlaubt, dann braucht es immer einen Klassenkonferenz-Beschluss dafür.

    Auch die Erfahrungen, die ihr gemacht habt, wenn ein Kind wiederholt / nicht wiederholt.

    Das ist sehr unterschiedlich, hängt von der Persönlichkeit, sehr viel vom Arbeitsverhalten ab.

    Es gibt Kinder, denen die Wiederholung wirklich hilft und danach ist alles gut, es gibt andere, die wieder an ihre Grenzen kommen.

    Bei uns ist eher das Zurücktreten irgendwann in Klasse 2 üblich, nicht aber das komplette Wiederholen der 1. Klasse.

    Bei Kindern, die einen Unterstützungsbedarf haben oder sehr wahrscheinlich bekommen werden und daraufhin zieldifferent unterrichtet werden, muss man überlegen, ob eine Wiederholung sinnvoll ist, wenn das Kind auch dann nicht zielgleich unterrichtet wird.

    In NDS gibt es Fristen, wann ein Freiwilliges Zurücktreten nicht mehr möglich ist. Außerdem braucht man eine Klassenkonferenz, die darüber entscheidet - entsprechend rechtzeitig vorher sollte man das Vorhaben mit den Eltern kommunizieren - allerspätestens.

    Möglich ist auch, mit den Eltern zu sprechen und das Freiwillige Zurücktreten für die 2. Klasse als Option festzuhalten. Wenn das Kind in der 2. Klasse im Herbst die Segel streicht, kann es auch dann zurückgehen.

    Ansonsten ist es ja sehr individuell, wann man merkt, dass das Kind wirklich nicht mithalten kann. Es gibt Kinder, da weiß man es schon nach sehr wenigen Wochen (oder vorab) und andere, da holt das Kind wieder ein Stück auf, dann zeigt es wieder schwächere Leistungen. Es ist schon gut, wenn Eltern davon wissen. Außerdem braucht es ja ggf. auch individuelle Absprachen hinsichtlich der Aufgaben/ Hausaufgaben/ Förderung, sodass man schon viel früher mit den Eltern bespricht, dass die Leistungen schwach oder sehr schwach sind... und dass ein Zurücktreten eine Möglichkeit sein kann.

    Ich freue mich über die Hornisse, die täglich 1-2 Mal vorbei kommt und in allen Ecken akribisch nach Futter sucht.

    Und ich freue mich, dass gerde vor meinem Fenster in der Dämmerung eine große Fledermaus jagt ... vielleicht sind es auch 2.

    Aber haben wir im Bildungs-/Schulsystem nicht schon "Sprachheillehrer" (Sonderpädagogen mit Schwerpunkt Sprache)?

    Ich weiß, in vielen Bundesländern sind die förderschwerpunktspezifischen und sprachtherapeutischen Studieninhalte deutlich reduziert worden in den letzten Jahrzehnten.

    Ja, bei uns sind das Förderschullehrkräfte mit 2 Schwerpunkten, davon einer Sprache.

    Aber außerhalb der wenigen noch existierenden Sprachförderklassen gehen sie in die Inklusion, wo die Förderschullehrkräfte Sprache-Lernen-ESE die Grundversorgung machen, je mit 2 Schwerpunkten, also weit häufiger Lernen-ESE.

    Und diese sind dann in den Schulen für eine Grundversorgung zuständig, die kaum am Kind ankommt, da ja von den 2 Std. pro Woche pro Klasse auch Testungen und Gutachten und Beratung und anderes abgehen, inzwischen sind wir dabei angekommen, dass die Lehrkräfte mit anderen Schwerpunkten auch die Sprachgutachten schreiben müssen.

    Somit ist eine Grundversorgung in Sprache nicht gegeben.

    Es hilft nicht, wenn Förderung irgendwo auf dem Papier steht, aber generell gestrichen ist oder wird - siehe auch die DaZ-Stunden, die komplett wegfallen, sobald es einen Ausfall gibt, weil sie als "Zusatz" gezählt werden, der nicht ersetzt wird. Eine Vertretungslehrkraft wird nur - und auch da nur anteilig - für den Regelunterricht gewährt.

    Für FöS-Stunden, die wegfallen oder schon zu Beginn des Schuljahres nicht zugeteilt werden können, gibt es übrigens auch keinen Ersatz. Dann steht die Schule ohne Grundversorgung und kann zur Beratung den Mobilen Dienst anfragen... den es für den Bereich "Sprache" gar nicht gibt.

    Ich weiß nur von der Einschulungsuntersuchungen, da bekommen die Eltern ein Gespräch, aber keine Unterlagen, und vergessen, was gesagt wurde.

    Eine Zahnärztin vom GA kommt nun regelmäßiger und gibt Briefe mit, man kann sich dem auch nicht mehr verweigern, aber durch das Fehlen am Tag entziehen.

    In einigen KiGa gibt es noch ein Screening für 4jährige durch Ärzt:innen, aber das ist nicht flächendeckend.
    Auch die frühere Erhebung zur Einschätzung des Sprachvermögens, die durch Lehrkräfte indem Schulen stattfand, war ein guter Termin, um Therapien zu empfehlen, da dann noch etwa 1 1/2 Jahre bis zur Einschulung waren und die Kinder Chancen hatten, noch vor der Einschulung eine Therapie zu beginnen. Wenn man das im Juni vor der Einschulung bei der Einschulungsuntersuchung gesagt bekommt, ist das Kind in Klasse 2 damit dran … 10 Termine, da ist es schon Herbst, und 10 Termine reichen ja nicht immer.

    Das will ich gar nicht entschuldigen, das ist schlimm, zeugt aber eben auch von Unkenntnis und mangelnder FoBi (nicht nur, aber auch das).

    Da finde ich das System schlecht aufgestellt, da die Expert:innen für die Schulen fehlen und Lehrkräfte nicht ausreichend unterstützt werden, sich auszukennen und eben nich in kürzester Zeit alle möglichen Hintergründe recherchieren können (dafür der medizinisch-pädagogische Dienst und bessere Abrufangebote für Grundsätzliches).

    Ich hadere gerade damit, dass Eltern selbst die wenige Unterstützung, die im Schulsystem möglich ist, torpedieren: „Mein Kind braucht das nicht!“ Ich überlege, ob ich das in Zukunft noch besser dokumentieren sollte… und zwar so, dass es auch nach dem Übergang in der Akte bleibt.

    Aber ich möchte mich nicht anmassen, irgendwelche Diagnostiken und Förderpläne in einzelnen Bereichen wie Logopädie oder Ergotherapie zu machen.
    Und wenn ich sehe, wie viele selbsternannte "Spezialist*innen" nach einem Instakurs die SuS als Autist / ADHS / LRS etc diagnostizieren (und dann selbst anfangen zu werkeln), dann hätte ich gerne, dass man MEINE Kernkompetenz (und die anderen, die zertifiziert sind, und zwar nicht durch Insta & Co, sondern durch anerkannte Weiterbildungsinstitute) anerkennt und die Kompetenze

    Da gibt es ja noch einige Schritte davor.

    Bis z.B. eine LRS anerkannt wird, ist die Grundschulzeit quasi vorbei.

    Aber bei Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben, Rechnen schreiben wir ja durchaus Förderpläne, bei hochbegabten Kindern überlegen wir, was sie herausfordert und bei dem fördert, was sie nicht so gut können, und bei anderen Kindern mit anderen Bedürfnissen ist es auch so.

    Ich brauche da nicht unbedingt eine feste Diagnose, nicht alle Eltern kümmern sich und nicht alle Eltern teilen es mit der Schule, aber ich brauche genug Rüstzeug aus allen Bereichen, um den Kindern bestmöglich das Lernen zu ermöglichen.
    Der medizinische und therapeutische Bereich kann bei Mediziner:innen und Therapeut:innen bleiben, aber alles, was in Schule relevant ist, braucht Raum dafür. Das ist schon jetzt so, wird aber nicht bedacht und nicht ausgestattet.

    Ich denke, das man gerade in den ersten Jahren sehr viel mehr auffangen könnte, was sich sonst später erheblich stärker bemerkbar macht und weiteres nach sich zieht. Dann könnte man sich auch das eine oder andere über Rezepte und SPZ u.a. sparen - nicht immer, aber bei einigen Kindern sicher.

    Deshalb: zentralen medizinisch-pädagogischen Dienst, pädagogische Assistent:innen in den Klassen, Therapeut:innen, die zur Einrichtung gehören und zeitnah etwas bewirken können.

    Ich erinnere mich gern an den Aufstand, der gemacht wurde, weil ich etwas angemerkt habe: Bitte der lieben jungen Lehrerin mit ihrer erste eigenen Klasse zum Abschied keinen Wellness-Gutschein schenken. Wert: 25€ pro Schüler.

    Wenn die Kollegin nach der ersten eigenen Klasse so viel Wellness braucht…

    … spricht es vielleicht nicht gerade für das Bild, das die Eltern von ihren Kindern haben. :)

    (Ich hoffe, dass niemand auf die Idee kommt, mir sowas zu schenken! Aber es gibt immer Eltern, die einen sehen und das einschätzen und steuern können - oder schlicht fragen.)

    Ich weiß gar nicht, ob ich das befürworten würde,

    aber Kindern mit besonders auffälligen Entwicklungsstörungen über Therapien eine bessere Chance zu geben, fände ich gut.

    Dazu kommt, dass man etwa 1 Jahr auf den Beginn einer Logopädie-Therapie wartet, bis zu 2 Jahre beim SPZ.

    Was helfen würde? Wenn die Kapazitäten in allen diesen Bereichen landesweit weit besser wären, sodass frühzeitige Hilfen ankommen.

    Du hast womöglich deine Kinder im Blick, nicht aber die, deren Eltern nicht zum Kinderarzt gehen, die wichtige Therapien nicht erhalten.

    Hier wird mit Frühförderung etwas gegengesteuert, WENN das Kind in den i-KiGa kommt oder alle Rädchen ineinandergreifen. Aber das ist eben nicht immer so und die Frühförderung endet mit dem 6. Lebensjahr.
    Man unterrichtet also Kinder mit massiven Sprachstörungen, die dabei die Alphabetisierung schaffen sollen.
    Es ist dumm, dass wir da nicht gegensteuern, weil diese Kinder kaum eine Chance haben, sich zu verbessern, das ist im regulären Unterricht nicht aufzuholen. Aber die Erwartungshaltung wird an Schulen herangetragen und beschult werden müssen die Kinder auch - möglichst zielgleich.

    Ich fände es hilfreich, wenn zusätzliches Personal in der Schule wäre, dass Kindern hilft, die Schwächen aufzuarbeiten oder Beeinträchtigungen zu kompensieren. Neben Therapeut:innen wären es auch pädagogische Assistenzen, die Übungen übernehmen könnten.

    und die Aufmerksamkeit, die man benötigt nicht zu vergleichen mit der, die einem ein Schulvormittag abverlangt...

    Fällt mir auch immer wieder auf …

    … deshalb oder auch, weil die FoBi lahm und lau ist, bin ich dann oft enttäuscht.

    Unsere Angebote, oder das was ich belegt habe, ist nicht immer gut und Ich wünsche mir mehr gut gemachte digitale FoBi und Abrufangebote, um nicht von der Botanik durch das Land in die Botanik fahren zu müssen. Das bindet unnötig viel Zeit.

    Ach ja,

    wegen der vielen Aspekte wünsche ich mir schon länger einen zentralen medizinisch-pädagogischen Dienst, der neueste Erkenntnisse zu allen häufigeren Erkrankungen und mögliche pädagogische Maßnahmen bereit hält…

    und der bei besonderen Fällen kurzfristig erreichbar ist und nach spätestens einer weiteren Woche eine Expertise gegeben hat, die hilft, bei Eltern die richtigen Fragen zu stellen, um den individuellen Fall einschätzen zu können, und mögliche schulische Konsequenzen darzulegen.

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