Beiträge von Palim

    Ja,

    Schularbeitsplan.

    Also, in NDS gibt es ein neues Curriculum für Deutsch (und Mathe und Reli) für kommendes Schuljahr,

    neben etwa 300 anderen Seiten Bestimmungen (Arbeit in der Grundschule, Handreichung DaZ, Handreichung Rechtschreibung … und so weiter).

    Das Land möchte gerne, dass in jeder Schule Lehrkräfte die Kompetenzen aus dem Curriculum abschreiben (in der FoBi wurde heute eine Word-Vorlage geteilt, wo es schon jemand gemacht hat) und dann alles strukturiert und bündelt und für die Jahrgänge aufteilt und Unterrichtsvorhaben zuordnet und Unterrichtseinheiten anhängt.

    Das endet zumeist darin, dass man zu jedem Bereich und zu jedem Jahrgang Tabellen anlegt, in dem die Kompetenzen stehen und die Inhalte und die Methoden und die Materialien … und wenn man gründlich ist, wird es immer mehr und immer länger.

    Weil ich das aber nicht mehr machen will, habe ich die Idee, dass unser Plan anders aussehen soll… irgendwie knapper.

    Letztlich ist es Lesen-Schreiben-Sprechen-Zuhören-Sprachgebrauch… also die üblichen Sachen, es ändern sich hin und wieder die Methoden, das wäre sinnvoll, sich darüber in der FK auszutauschen.
    Man kann auch das dann in den SAP schreiben und mit dem schuleigenen Methodenkonzept und den SAP anderer Fächer abstimmen und verknüpfen.

    Komme gerade aus einer FoBi zum Erstellen des SAP.

    Man hätte dieses Schuljahr Zeit für den Doppeljahrgang 1+2, die Veranstaltungen dazu waren im Jahr ... und heute (es gab mehrere Termine, für den ersten habe ich keinen Zugang erhalten). Wir haben Mitte April und noch etwa 10 Schulwochen - mit den üblichen Aufgaben.

    Warum finden diese Veranstaltungen am Ende des Jahres statt und nicht vorher und dann gibt es 1-2 Jahre Zeit, oder 1-4 Jahre oder ... egal wie lang, es soll ja ein Prozess und kein toter Plan sein.

    Warum sind die Aufgaben und die Vorstellung, was Lehrkräfte alles für den SAP machen sollen - an jeder Schule - exorbitant? Warum gibt es das nicht vorgefertigt, sodass man aus Bausteinen wählen und dann anpassen kann - natürlich in einem bearbeitbaren Format?

    Ja, ich war auch mal jung und neu, ja, ich habe mich da auch in die Arbeit gestürzt, ABER jetzt mag ich nicht mehr und finde es auch unsinnig. Eigentlich würde das KC (das in NDS ohne Praxisbeispiele auskommt) ausreichen.

    Hat jemand aus irgendeiner Schulform für Deutsch einen SAP, der mit sehr wenigen Seiten auskommt? Ich bräuchte mal ein Beispiel für einen schlanken Plan. (muss nicht NDS sein, ich will nur eine Struktur sehen, wie es kurz gestaltet werden kann)

    Kurztests sind nur über die letzten zwei Doppelstunden

    Ganz schön viele Vorgaben und Einschränkungen.

    In NDS ändert sich auch ständig etwas, aber das führt eher zu „entdecke die Möglichkeiten“

    Dazu kommen „besondere Lernaufgaben“, die auch unter das Motto fallen und auch kreative Möglichkeiten bringen. Mich nervt, dass es jetzt die Rolle rückwärts gibt, man sich alles selbst erschließen und erarbeiten sollte, und in einem neuen Curriculum nun doch wieder Vorgaben gesetzt werden, welches Format es sein soll.

    Die Mär von dem leistungsstarken Schüler, der davon profitiert dem Schwächeren was zu erklären (statt in der Zeit selbst Neues zu lernen) ist so ausgelutscht, ich kann das nicht ernst nehmen.

    Dazu gibt es Studien,

    z.B. zum Lesetandem, bei dem ein besser lesendes Kind mit einem weniger gut lesenden Kind übt.

    Ich halte gar nicht so viel von dauerhaft helfenden Kindern, die Starken sollen Herausforderungen bekommen und sich ausprobieren oder strecken müssen. Die anderen dürfen das mitbekommen und wenn sie wollen, dürfen sie sich auch ausprobieren. Es gibt durchaus Kinder, die dann sagen: Das will ich auch! Dabei wechsle ich auch zwischen Angebot und Pflicht hinsichtlich der Herausforderungen, man kann nicht immer nur die Rosinen picken und die schwächeren Schüler:innen müssen sich auch anstrengen. Letztlich geht es da nicht allein um die Hinhalte, sondern gerade auch um das Lernverhalten.

    Aber eine Mär ist es ganz sicher nicht.

    Davon abgesehen kenne ich kein Kind, das in allen Fächern herausragende Leistungen bringt. Und ich kenne auch kein Kind, das in keinem Fach etwas kann. Es gibt immer Anlässe, zu denen ich zeigen kann, was ein Kind wirklich toll gemacht hat, selbst die zieldifferenten Kinder mit Unterstützungsbedarf L oder GE können den anderen in bestimmten Bereichen überlegen sein. Und das darf man auch erfahren, lernen und aushalten.

    Okay, in meiner Utopie würden die freigesetzten Ressourcen dorthin fließen, wo es nötig ist. Du magst Recht haben, dass es in der Praxis anders aussähe.

    Wo hat man denn wirklich in letzter Zeit Ressourcen freigesetzt und dann dort eingesetzt, wo es nötig war? Es geht doch ums Sparen. Sprachförderung vor der Einschulung - in NDS eingestellt, ja, die 500 Lehrerstellen sind bestimmt in den GS gelandet, haben aber nicht ausgereicht, anderes wird auch gestrichen.

    Wenn sich die Bedingungen bessern sollen, könnte man ja die Bedingungen verbessern, ohne Kinder ins Homeschooling zu geben.

    Ich kann es mir übrigens gar nicht vorstellen, ich unterrichte an einer Schule, in die die anderen Kinder gehen. Denn...

    Dazu hätte ich gerne Zahlen (konkret auf Deutschland bezogen, nicht auf amerikanische Evangelikale o.ä.). Ich erlebe das anders, aber das kann natürlich auch an meiner Blase liegen.

    ... ich habe die evangelikale Blase direkt vor der Nase. Es gibt nicht-evangelikale auf dieser Schule, aber dazu gehören werden sie nie, wenn sie nicht in einer der Gemeinden sind uns sich auch sonst an die ungeschriebenen Gesetze der evangelikalen Gemeinschaften halten - egal wie christlich die anderen Familien sind. ... dann trifft man sich im Pfingst-Camp, um den Ehemann oder die Ehefrau zu wählen ... und lässt die Kinder nach deinem Modell zu Hause, damit sie nicht mal auf der evangelikalen Schule einem anderen Kind begegnen müssen. Die Frauen bleiben dann auch zu Hause, eine win-win-Situation, die man mit Bibelzitaten belegen möchte.

    Die Schulen wiederum können angesichts der heterogenen Schülerschaft mit unterschiedlichsten Förderbedarfen froh sein um jeden Schüler weniger und damit kleinere Lerngruppen.

    Ich bin froh um jede Schüler:in und jeden Schüler, der kommt und annähernd beschulbar ist.

    Mit Kindern, die von den Eltern Unterstützung erfahren, ist sehr vieles sehr viel einfacher und für die Lehrkraft angenehmer. Diese Garantie hat man aber nicht (hatte man noch nie) und das System muss dahingehend angepasst werden, dass man Kinder beschulen, fördern und herausfordern kann, auch wenn Eltern sich gar nicht um schulische Belange kümmern wollen oder können. Denn die Herausforderungen sind, zumindest an meiner Schule, mehr und vielfältiger geworden.

    Das ändert sich aber nicht dadurch, dass Eltern ihre Kinder zu Hause beschulen. Die Klassen bleiben gleich groß und jede Lehrkraft hat noch mehr Kinder, die besondere Förderung in irgendeiner Form benötigen. Das ergibt sich durch die Segregation über Wohngebiete und Privatschulen oder kirchliche Trägerschaften mit Ablehnung jetzt schon, samt Eltern, die sich einbringen und die Kassen des Fördervereins füllen.

    Es führt gerade nicht dazu, dass die Schulen, die sich den benachteiligten Schüler:innen annehmen, besonders unterstützt und besser ausgestattet werden.
    Das Sparen in der Bildung führt dazu, dass es sich die Probleme verschärfen.

    Ich denke dabei in erster Linie an Grundschulen, die ja mittlerweile nichtmals mehr Basisfähigkeiten wie flüssiges Lesen, Schreiben und Grundrechenarten so stabil vermittelt bekommen, dass man bei Fünftklässlern am Gymnasium davon ausgehen kann, dass die entsprechenden Kompetenzen vorhanden sind.

    Auch ein schönes Thema.

    Das gilt ja nicht generell für alle Schüler:innen, die Grundschulen verlassen.

    Auch ich habe Kinder, die im Sommer die Schule verlassen und nicht sicher lesen oder rechnen können, trotz aller Förderung innerhalb der Klasse. Externe Förderung geht bei uns ständig in der Vertretung/ dem Lehrkräftemangel / der nicht vorhandenen Reserve unter.

    Diese Kinder gehen nicht zum Gym und haben entweder entsprechende Noten oder einen Unterstützungsbedarf (LE oder GE) bei zieldifferenter Beschulung.
    Oder aber es sind DaZ-Kinder, da hat das Land NDS die Vorgaben meines Erachtens nachteilig verändert, aber im Zeugnis steht mehr als deutlich, dass diese Kinder bestimmte Ansprüche nicht erfüllen.

    Das alles würde eine der Grundschulstudien aber gar nicht erfassen, da bekommen alle Schüler:innen die gleichen Aufgaben auch wenn das vom Curriculum gar nicht vorgesehen ist.

    Ich denke schon, dass es im Schulsystem ganz andere Möglichkeiten der Förderung braucht, kleine Gruppen für Exkurse, zum Aufholen von Inhalten oder zum Auffangen bei persönlichen Krisen, kleine Gruppen bei Kindern, die für eine Phase oder auch länger mehr Zuwendung und Unterstützung brauchen, damit sie trotz Schwierigkeiten ihr Potential ausschöpfen können,

    aber eine verstärkte Segregation und das privilegieren Privilegierter brauchen wir sicherlich nicht.

    Einmal da, bleibt der Großteil, weil a) Schulplätze an anderen Schulformen fehlen und das Schulamt entsprechend Druck ausübt, und b) die Lokalpresse sehr heftig gegen Gymnasien mit hohen Abschulquoten geschossen hat. Die schlechte Presse wollte die Schulleitung dann wiederum nicht. Mindestschülerzahl war nie das Problem, wir hatten immer mehr Anmeldungen als Plätze (und mussten dann losen).

    Dann ist das Problem nicht, dass die Übertrittsquote zu groß ist, sondern

    a) das Schulplätze fehlen.

    B) die SL und die Lehrkräfte nicht konsequent agieren.

    Dann müsstet der Träger nur euer Gym in eine GeSa oder eine andere SekI-Schulform umwandeln, dann wären genug SekI-Plätze da, ein paar Schüler könnten zum Nachbar-Gym wechseln, sobald dort jemand abgeschaltet werden soll. Dann entwickelt sich die von die geforderte „Bestenauslese“ und ihr könnt euch euren Schülern und ihrer Förderung widmen. Die Sorge um ein zu leichtes Abi seid ihr dann auch los.

    Trotzdem ist die Schule eine Kontrollinstanz

    Ich bin in keinem Fall für Heimbeschulung,

    aber zu erklären, man würde stets merken, dass im häuslichen Umfeld etwas nicht richtig läuft, ist falsch.

    Dennoch haben Kinder eher die Chance, sich einer Lehrkraft oder einer Freundin oder jemand anderem außerhalb der Familie zu öffnen, als wenn sie allein in der Familie (und extremen Gemeinschaft) leben.

    Oder geht es irgendwem anders besser, wenn diese Kinder sich in staatlichen Schulen schlechterer Förderung aussetzen müssen?

    Warum brauchen diese Kinder der „Bestenauslese“ denn nun plötzlich Förderung und kommen im gymnasialen Unterricht nicht zu den Spitzenleistungen, die dir so wichtig sind?

    Und warum ist die Förderung am Gym überhaupt schlecht?

    dass verpflichtend nachgeschaut wird, dass diese Kinder körperlich wie mental gesund sind. 100%-ige Garantie gibt es nie, aber wenn die Kinder täglich in die Schule kommen, bekommen wir zumindest mit, wenn "irgendwas", was auch immer dieses "irgendwas" sein mag, nicht stimmt.

    Du hast überhaupt keine Ahnung.

    Obwohl diese Kinder zur Schule kommen oder das Fehlen trotz vieler Umzüge auffällt, kommen unsere derzeitigen Systeme nicht daran, diese Kinder zu erkennen und aufzufangen.

    Ich habe die Schüler:innen in meiner Klasse, die gerade da sind, und kann mir da nichts aussuchen.

    Das bedeutet aber nicht, dass jeder alles geschenkt bekommt. Wer gute Noten haben will, muss dafür die Leistungen erbringen.

    Mir ist weiterhin nicht klar, warum das an deiner Schule und in deinem Unterricht nicht gilt.

    Meine Perspektive ist offenbar eine andere.

    Die allerwenigsten meiner Schüler:innen wechseln zum Gym, andere Schulformen sind auf diese Kinder besser eingestellt. Das hat wenig mit Intelligenz zu t7n oder damit, dass diese Kinder das Abktur nicht ablegen könnten.
    Reich sind sie übrigens alle nicht, einen Privatlehrer würden sie sich alle nicht leisten wollen und können - das wäre, nach den extremen, dann so ein Helikopter-Ding mit Beiträgen bei Insta zum hipsten Unterrichtsbeitrag und einem Wettbewerb um die schönsten Ausflüge.

    was genau hat man davon, diese Kinder in staatliche Schulen zu zwingen, wo sie in ihrem Lernen gegenüber einem Privatlehrer sehr wahrscheinlich gebremst werden?

    Das intendiert, dass Reiche nur intelligente Kinder haben, die schnell lernen?

    Oder aber sie benötigen die 1:1-Betreuung, während die anderen in den staatlichen Schulen auch mit 30 anderen Kindern die Inhalte erlernen.

    Deine Ideen setzen uns ins Mittelalter zurück, Schulen bzw. Privatlehrer nur für Reiche. Die Beschulung anderer kam mit der Reformation.
    An der derzeitigen Segregation sieht man jetzt schon, wo das Geld bleibt und welche Schulen unterstützt werden. Dies zu forcieren wird den Zusammenhalt der Gesellschaft nicht fördern, sondern weiter untergraben.
    Statt dort zu unterstützen, wo du das Chaos versorgest, forderst du, diese Schüler dem Chaos zu überlassen, mit allen Folgen, die daraus entstehen.

    Das Bildungsangebot weiter zu reduzieren, spielt diesen Kräften in die Hände. Mädchen benötigen dann sicher nur noch die Grundschule und können dann weggesperrt werden, siehe Afghanistan. Wenn man es lange genug umsetzt, glauben sie irgendwann, dass es normal und richtig ist.

    Das Bildungsangebot weiter zu reduzieren, spielt diesen Kräften in die Hände. Mädchen benötigen dann sicher nur noch die Grundschule und können dann weggesperrt werden, siehe Afghanistan. Wenn man es lange genug umsetzt, glauben sie irgendwann, dass es normal und richtig ist.

    Solche Gewohnheiten setzen sich auch in anderen Kulturen fort und durch:

    Ob 25% oder 20% Übertrittsquote ist letztlich egal, wichtig wäre, überhaupt eine Grenze zu ziehen und sicherzustellen, dass wieder eine Art Bestenauslese erfolgt.

    Warum sonst kommt man auf 20% und auf „Bestenauslese“?
    Wer sagt denn, dass die anderen nicht auch zu den Besten gehören.
    Warum schaffen 50% das Abitur, offenbar sind sie dafür ja gebildet genug, dies am Gym, GeSa oder BBS ablegen zu können.
    Wozu genau braucht es eine Vorgabe, dass nur bestimmte Kinder im Alter von 10 Jahren auf das Gym wechseln dürfen?
    Und ja, es gibt Studien dazu, wen dies begünstigt.

    und es nicht gelingt, eine (räumlich und sozial) lernförderliche Umgebung zu schaffen.

    Das ändert sich nicht durch Heimbeschulung, das nehmen Eltern in Anspruch, denen die staatlichen Schulen und die bestehenden Privatschulen nicht (einseitig/extrem) genug sind, oder die, die es sich finanziell leisten können und wollen, einen Privatlehrer ins Haus kommen zu lassen, bis das Kind auf das Internat wechselt. Also verstärkt es die Segregation.

    Eine 25%-Quote bedeutet eine Reduzierung des gymnasialen Angebots um mindestens die Hälfte. Das schließt die Lehrkräfte mit ein.

    Das Bildungsangebot weiter zu reduzieren, spielt diesen Kräften in die Hände. Mädchen benötigen dann sicher nur noch die Grundschule und können dann weggesperrt werden, siehe Afghanistan. Wenn man es lange genug umsetzt, glauben sie irgendwann, dass es normal und richtig ist.

    Ich finde auch, dass es normal klingt.

    Wenn die Besuche und Gespräche bisher gut verlaufen sind, dann wird es gut verlaufen.

    Ich finde es übrigens auch normal, dass gerade in der Mitte auch mal als schlechter empfundene Besuche dabei sind. Das liegt aber daran, dass noch genauer hingeschaut wird.

    In NDS müssen Entwicklungsziele nach den Besuchen festgelegt werden. Selbst wenn man etwas wirklich gut macht, muss man dann ein Ziel finden, es exorbitant gut zu machen. Nicht jede Seminarleitung kann das aber entsprechend begleiten.

    Dann bekommen plötzlich Belanglosigkeiten Gewicht, weil man ja offenbar nach dem Besuch nicht sagen kann: Gut gemacht!

    Hör auf deine Mentorin, die das große Ganze im Blick hat. Was soll sie sagen? Wenn sie dich lobt, traust du ihr nicht. Dann hat sie keine Chance, es dir zu erleichtern trotz deiner Selbstzweifel.
    Freu dich, dass du es mit der Mentorin gut getroffen hast und nutze es für dich. Sag ihr, wo du unsicher bist, oder frage, wenn du noch unentschlossen hinsichtlich der Umsetzung bist, nutze ihre Meinung zum Diskutieren und entscheide dann, was für dich besser passt.

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