Also sind die offiziellen Zahlen falsch? Das kannst Du auch belegen?
Der LER bemängelt öffentlich:
"Dabei wird leicht übersehen: Ausgeschrieben werden nicht die Stellen, die tatsächlich gebraucht werden, sondern nur so viele, wie auch Bewerber erwartet werden."
Dazu kommt, dass seit etlichen Jahren nicht einmal die ausgeschriebenen Stellen besetzt werden können, sondern leer laufen, und zwar nicht allein bei Mangelfächern, sondern auch bei z.B. Deutsch-beliebig oder Mathe-beliebig in der GS, wobei D/Ma ein Pflichtfach ist, sich also quasi jede neu ausgebildete GS-LK auf diese Stellen bewerben könnte.
Zum Beginn des 2. Schulhalbjahres 2025/2026 konnten von den aktuell 1.262 ausgeschriebenen Stellen bereits 948 erfolgreich besetzt werden. Das entspricht einer Quote von 75 Prozent (Stand: 22.01.2026).
Derzeit sind über 400 Stellen nicht besetzt und das sind Planstellen, Neuausschreibungen für Jan 27 kommen erst noch. Befristete Vertretungsstellen stehen zurzeit kaum online, das bedeutet aber nicht, dass kein Bedarf bestünde. In den Planstellen sind ja die Fehlzeiten nach Ausschreibungsverfahren gar nicht enthalten - also alles ab etwa März. Das Genehmigungsverfahren für Vertretungen zieht sich, gearbeitet wird mit den zur Verfügung gestellten Listen der Bewerbenden, die online-Liste ist nicht aktuell.
Dass an allen diesen Schulen dann alle Zusatzbedarfe gestrichen werden, dauerhaft für das Jahr, also Förderung im sozialen Brennpunkt, HBG, DaZ, und dass die PM auch längerfristig als Betreuung in den Unterricht gehen müssen, wenn man keine Vertretungskraft findet, ist dir ja sicher bekannt. Dass FöS-Stunden, die entfallen, nicht ersetzt werden, solltest du auch wissen, dass die Schulen in der Regel nicht einmal die Grundversorgung erhalten können, ist kein Geheimnis.
Hinzu kommen Daten darüber, wie viele pensionierte Lehrkräfte unterrichten - das findet man in einer kleinen Anfrage im Landtag. Wenn die Schulen so gut versorgt wären, bräuchte es diese Maßnahmen nicht. Natürlich zählen diese LK voll in der Statistik, sie werden aber kaum außerunterrichtliche Aufgaben übernehmen - oder gar Klassenfahrten. Gleiches gilt für PM, studentische Vertretungen, andere Aushilfen.
Dass es zudem weiterhin Stellen gibt, die eine Abordnung über 3 Jahre in einen anderen Ort beinhaltet, zeigt doch auch, wie schlecht versorgt manche Regionen und Schulen sind - diese Stellen sind in der Regel länger offen, obwohl im Anschluss eine beliebte Stammschule in einer Uni-Stadt locken soll, die Schule also nach 3 Jahren erneut Bedarf haben wird - und Bewerber:innen auch vorher schon in Mutterschutz/Elternzeit sein können: "Die Bereitschaft zur vollständigen Abordnung für drei Jahre an die Grundschule XY im Landkreis YZ ist erforderlich." Der Bedarf kann ja offensichtlich nicht über Abordnungen durch die Nachbarschulen gedeckt werden - von einem Ausgleich nach dem Statistik-Termin kann also gar keine Rede sein.
Eine Erhebung über tatsächlich geleistete Vertretungen gibt es für NDS nicht.