Beiträge von Palim

    Übrigens bin ich selbst jemand, die nachts E-Mails verschickt.

    Was auch immer man da hineinlesen will: Ich mache einen Haken an die Sache, erwarte aber nicht, dass jemand um die Uhrzeit antwortet.

    Bei IServ wünsche ich mir ein terminiertes Verschicken (Montag um 8 Uhr), gleichzeitig hadere ich damit, ob Eltern dann erst recht denken, man würde das aus dem Unterricht heraus machen.

    Kommunizierst du die Erwartung den Eltern gegenüber oder hoffst du, dass sie Gedankenlesen können?

    Ich?

    Das mit dem Beantworten der Mails oder Anfragen kommuniziere ich auf dem Elternabend, also was „zeitnah“ bedeutet und dass ich erst am Nachmittag/ Abend in meine Mails gucke.

    Ich antworte häufig sehr viel schneller, aber statt „hopp, hopp“ bemühe ich mich, um Verständnis für den Alltag einer Lehrkraft zu werben, so wie ich Verständnis habe, dass Eltern Mails schreiben, wenn sie Zeit dazu finden (Vormittag, später Abend).

    Wenn mich jemand mittendrin (Fest/ Veranstaltung/ Einkauf) anspricht und um etwas bittet, bitte ich manchmal direkt um eine Mail als Erinnerung oder um das Nachhaken, wenn es nach 3 Tagen noch keine Antwort gab. Wenn möglich schreibe ich mir einen Zettel oder bekomme einen von den Kolleginnen, einzelne Kolleginnen schreiben mir eine Erinnerung per Messenger.

    Und nein, ich halte mich bisher nicht für besonders vergesslich, es ist nur manchmal etwas viel auf einmal, da sind mir Erinnerungen lieber, als dass die Leute enttäuscht sind, weil ich mich nicht kümmere.

    Ich freue mich, wenn Eltern sich bedanken, klar, aber erwarten muss man das nicht.

    Vielleicht ist das ein Teil der Instagrammisierung der Gesellschaft, dass man für alles e8n Like oder e8ne Reaktion erwartet.

    Naja, ich bekomme ja auch nächtlich versendete Mails mit „dringenden“ Anfragen, Bitten, Informationen und dies soll bitte auch schnellstmöglichst beantwortet werden.

    Nächtliche Mails zeigen, dass Eltern dann gerade Zeit haben, vorher hatten sie diese nicht. Sie denken an etwas, wollen es im Alltag nicht wieder vergessen und schreiben dann die Mail.

    Ich denke nicht, dass jemand am Abend noch eine Antwort erwartet. Manchmal tun Eltern das, Genre auch am Vormittag/ zur Unterrichtszeit. Dann erläutere ich, dass ich im Unterricht anderes zu tun habe und Mails erst beantwortet werden, wenn ich Zeit habe, also am Machmittag oder Abend. Wenn es wirklich dringend ist, kann man in der Schule anrufen, aber auch dann erfolgt die Antwort, wenn ich Zeit habe. „Zeitnah“ ist ein dehnbarer Begriff, bei uns in der Schule bedeutet er „innerhalb von 3 Arbeitstagen“, „schnellstmöglich“ finde ich noch viel dehnbarer, manches ist mir eben nicht schneller möglich, weil anderes Vorrang hat.

    Wir gucken gemeinsam drauf,

    manchmal werden auch Alternativen erläutert, dann kann man überlegen, ob man die gelbe oder die grüne Kröte schlucken möchte oder ob man der Kollegin die blaue verabreicht.

    Manchmal ergibt sich dabei, dass Kröten gar nicht so schrecklich sind oder jemand anderes bietet noch einen Tausch oder etwas anderes an, wodurch es für mehrere besser wird.

    U.a. deshalb finde ich Prioritäten bei den Wünschen wichtig.

    Ich hatte noch nie eine Krankschreibung auf meinem Tisch liegen, die in die Ferien hineinging.

    Das liegt daran, dass auch Ärzte denken, man habe in den Ferien komplett Urlaub.

    Ich habe es meinem erklärt, dann gab es auch die Krankschreibung.

    Das ist auch der Hinweis der GEW, man weiß ja vorab noch nicht, ob weitere Krankheitstage hinzu kommen und man dann den Urlaub nicht nehmen konnte oder Anspruch auf ein BEM hat.

    Der Arzt entscheidet nach medizinischen Gesichtspunkten, die Lehrkraft möchte oft möglichst schnell wieder in den Dienst. Wenn man aber dann vom Arzt explizit gesagt bekommt, dass man sich noch 2 Tage ausruhen soll, weil man sonst einen Rückfall in Kauf nimmt, hört man vielleicht doch auf den Arzt.

    Ich fasse es auch so auf und denke auch, dass dadurch die Krankentage zunehmen werden.

    Letztlich glaubt man dem Arzt ja mehr als mir, wenn ich zur Schule gehe, wenn es irgendwie geht, ich aber nach dem WE, an dem ich schon krank war, noch den Montag benötige, heißt es, viele seien montags krank. In Zukunft gehen sie am Montag zum Arzt und der könnte dann länger krankschreiben.

    Was machst du eigentlich noch alles?:ohh: Du bist echt extrem engagiert!

    Etwas zu finden oder zu beurteilen ist nicht gleichbedeutend mit machen,

    aber ich habe das Stecken von Stundenplänen schon früh begleitet, kann Vorschläge zur Verbesserung oder zu Möglichkeiten bei Not-Plänen machen und habe auch schon selbst Pläne gesteckt.

    Bei einer kleinen Schule denke ich, dass es schneller am Brett geht, das Eingeben der notwendigen Aspekte in eine Software lohnt sich, wenn man mehrfach im Jahr neue Pläne machen muss - das kommt bei uns vor. Aber Fine-Tuning braucht man dann doch.

    Ansonsten bin ich der Meinung, dass die meisten Aufgaben von mindestens 2 Leuten im Kollegium gekonnt werden sollten, falls eine Person ausfällt. Dazu sind Schulen leider nicht aufgestellt.

    Übrigens wüsste ich gerne, ob Schulen mit IServ planen oder warum sie bei (Web)Untis bleiben und ob sie den Plan dann zusätzlich in IServ einpflegen.

    Aber es ist wichtig, weil unsere Arbeit die Arbeitszeiten wie die damit einhergehende Belastung der KollegInnen bestimmt. Da kommt dann die Fürsorgepflicht für die KollegInnen ins Spiel. Wir entscheiden hier über Menschen - und über das Gelingen von Schule vor Ort.

    Ich hoffe, es ist dem Kollegium bewusst.

    Die Stundenplanung meinte mal, sie habe noch nie Sommerferien erlebt in denen sich nicht noch irgendeine dafür relevante Sache ereignet habe (Krankheit, Schwangerschaft, Abordnung).

    Das wird bei uns auch so kommuniziert und ist auch schon passiert,

    wir haben eine Wunschliste bzw. Prioritäten,

    aber gibt es eine Vertretung mit Latein, sieht der Plan anders aus, als wenn jemand mit Mathe oder Kunst kommt. Also schütteln wir den Plan zurecht, wenn das Personal bekannt ist.

    Wir warten auf die Unterrichtsversorgung und danach gibt es einen Plan.

    Sollte es nach den Ferien keine Stellenbesetzung und keine Abordnung geben, müssen wir uns so helfen und dann anpassen, sobald es Personal gibt.

    Wir ärgern uns doch alle über die Kollegin, die ständig zu spät kommen.

    Nein, wir machen uns dann Sorgen, gucken nach den Kindern, geben ihnen einen Auftrag, oder holen sie dazu oder lassen die Tür weiterhin offen - ist sie ohnehin fast immer.

    Von „ständig“ wird dabei auch keine Rede sein.

    Wie soll das denn unter Druck setzen?

    Für diejenigen, die gerade vor Sorge oder (Care)Arbeit gar nicht wissen, was sie tun sollen, erzeugt es Druck, es ist noch etwas mehr, für das sie in die Verantwortung gestellt werden, wie für alles andere auch, und es erzeugt ein Gefühl, dass sie DAS auch nicht hinbekommen.

    Davon ist das Geld nicht verdient, das beeinträchtige Kind nicht gepflegt, das Medikament/ die Therapie nicht bezahlt, der Papierkram nicht erledigt, das Geschwisterkind nicht getröstet, der Haushalt nicht versorgt - so what ... Sorgen, die andere nicht verstehen.

    Es wäre anders, wenn man "Ich denk an dich", "Ich möchte nicht tauschen" oder "Kann ich dir irgendwie helfen?" sagt, statt dem anderen eine Aufforderung zur Handlung zu geben, für Sachen, die die Person gar nicht ändern kann.

    Und jetzt kommt nicht mit "Mindset" ...

    Der/Die SL muss auch sonst den Kopf hinhalten und die Kohlen aus dem Feuer holen

    und ist rund um die Uhr für alles verantwortlich.

    Aber an GS findet man dann Lehrkräfte, die es für lau (weiter)machen oder übernehmen müssen, neben dem Unterricht, den sie ja auch erteilen müssen.

    Es ist sehr kurzsichtig, an dieser Stelle hat es NDS besser gelöst

    und es ist frech, eine Regelung als Lösung zu präsentieren, die 85% der Schulen nicht bedenkt.

Werbung