Beiträge von Palim

    Ja, da steht aber auch „Der Anspruch des Kindes auf Förderung in Tageseinrichtungen gilt im zeitlichen Umfang des Unterrichts sowie der Angebote der Ganztagsgrundschulen, einschließlich der offenen Ganztagsgrundschulen, als erfüllt.“

    Und die Schule muss eine Notbetreuung vorhalten, wie sie das bei der Verlässlichkeit über 5 Zeitstunden bisher auch musste, z.B. bei Schulausfall wegen schlechter Witterung.

    Und wenn der Schulträger nicht der Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist, wie in NDS außerhalb von Städten, hast du mit dem Land 3 Geldgeber. Das wurde in den Gesetzen leider nicht berücksichtigt.

    An einer Schule mit Lehrkräftemangel sieht das anders aus.

    Ein GE-Kind hat z.B. ein Anspruch auf 5 Stunden Förderschullehrkraft. Die kommen dann aber nur 3 oder 4 Stunden. Oder eine nimmt für ein paar Stunden 2 Kinder zusammen.

    Oder man kommt ganz ohne FöS-Lehrkräfte aus, weil es keine Stunden gibt oder die FöS-Lehrkräfte selbst erkranken und nicht ersetzt werden oder die bisherige Abordnung nicht erneut möglich ist, weil die FöS-Lehrkraft an ihrer Stammschule benötigt wird - um die fehlende Lehrkraft zu ersetzen und dort den regulären Unterricht zu übernehmen. Inklusion heißt Differenzierung.

    Dann gibt es noch ganz viele Zusatzbedarfe. Einmal für Schulen, die besonders belastet sind. Bei fehlen ES-Kindern oder vielen Kindern aus sozialschwachen Familien oder bei Migrationshintergründen.

    Die Schule bleibt also besonders belastet, alle haben viele Kinder mit zusätzlichen Bedarfen in den Klassen, schwierige Kommuniktion mit den Eltern, viel Differenzierung. Aber die entlastenden Stunden fallen weg, sie werden ersatzlos gestrichen. Und erst danach wird ermittelt, ob die Schule weiteren Bedarf hat - also für die Pflichtstundentafel - und ob eine Abordnung oder eine Stellenausschreibung oder die Bewilligung einer Vertretungsstelle (für Studierende) erfolgt.

    Es gibt Stunden für Plattdeutsch, für bestimmte Musikprojekte, Sportförderunterricht, Begabungsförderung.

    Diese Stunden gibt es nicht pauschal für alle Schulen, sondern immer für bestimmte Schulen aus einem Topf, der ausreichen muss - ansonsten gibt es weniger oder keine Stunden. Die Aufgaben bleiben aber zumeist, weil man ja in dem "Programm" steckt und die Sachen nicht einfach wegfallen und man die Kinder dennoch fördern muss oder möchte. Die entlastenden Stunden fallen also weg, man regelt es über: Differenzierung.

    Dann kommt noch der normale DaZ-Unterricht. Da kann man auch statt 20 Stunden dann nur 15 machen.

    Oder weit weniger, weil kaum etwas genehmigt wurde und diese Stunden dann eben ersatzlos gestrichen werden. Sie werden nicht durch eine ausgeschriebene Lehrerstelle ersetzt. Manchmal kann man irgendwann jemand anderen dafür einsetzen. Aber die Stunden sind weg. Man regelt es über: Differenzierung im Unterricht.

    Nein, sie können nur nicht alles anbieten.

    Stimmt. Keine Förderung durch Förderschullehrkräfte, keine DaZ-Förderstunden, keine Sport-Förderstunden, keine Begabtenförderung durch Förderstunden und eine ausgedünnte Stundentafel, da die Lücken in der Pflichtstundentafel durch Betreuung per Pädagogische Mitarbeiterin aufgefüllt werden, bis eine weitere Lösung gefunden werden kann - WENN sie gefunden werden kann. Und solange die PM im regulären Stundenplan steckt, fehlt sie für ad-hoc-Vertretungen, das fängt man dann eben miteinander auf (Klasse aufteilen oder ...)

    Dafür bieten diese Schulen eine doppelte Klassenführung, eine weitere Fachkonferenz für Berufene und eine kleine Sammlung an zusätzlichen Aufgaben für jede in einem ausgesprochen guten Team, da man sich hinsichtlich aller Probleme untereinander hilft und sämtliche Expertisen selbst besetzt.

    Am Ende ist das alles nicht gut, aber die Schulen laufen trotzdem.

    Ja, so kann man das natürlich auch umschreiben.

    Tom123 Die Zahlen in Eis-online, dem Bewerbungsportal, Sofortbesetzungen zurzeit: 400 offene unbefristete Stellen. Warum guckst du da nicht selbst und warum weißt du es nicht? Warum kennst du die Zahlen nicht, die auf der SL-PR-Konferenz benannt werden? Das sind offizielle Zahlen, wenn auch nur teilöffentlich. Frag doch mal jemanden vom SBPR, wie es derzeit aussieht.

    (…)

    Ich habe meinen längeren Beitrag gelöscht, ich hatte alles mehrfach erklärt. Offenbar willst du es dir selbst oder anderen schön reden.

    Warte ab, bis du selbst betroffen bist, weil eine Vollzeit-LK oder mehrere ausfallen und ihr doppelte Klassenführungen verteilt, die Aufgaben der ausgefallen LK untereinander aufteilt, die Bachelor-Studierenden als Vertretungen je Halbjahr einarbeitet, immer wieder Referendar:innen ausbildet, obwohl ihr im Mangel seid, auf DaZ- und alles andere verzichtet und den Eltern erklärt, warum die PM so viel Betreuung übernehmen (und entsprechend Unterricht ausfällt), obwohl ihr euch an vielen Stellen um zusätzliches Personal bemüht.

    Ich gehe wählen…. und ich freue mich,

    … dass ich wählen gehen kann, weil es an vielen Orten auf der Welt nicht möglich ist,

    … dass viele gute Leute auf den Listen stehen, sodass man eine Auswahl/ die Wahl hat,

    … dass so viele Menschen bereit sind, sehr viel Zeit zu investieren, damit Demokratie gelebt werden kann und verschiedene Interessen vertreten werden,

    … dass es in den vergangenen Jahren regional eine bessere Zusammenarbeit gibt und sehr vielen daran gelegen ist, etwas umzusetzen.

    Klar kann man Inhalte (z.B. Daten und Wahrscheinlichkeit) nach hinten schieben, aber dann entfernt man sich von dem Spiralgedanken und greift dasselbe Thema nicht immer und immer wieder über die gesamte Schulzeit hinweg auf (was durchaus auch eine Art des Lernens darstellt), sondern behandelt direkt auf einmal in einem größern Umfang.

    Nein, das ist eben nicht so.

    Wenn die Kinder in ihrem Entwicklungsprozess noch nicht weit genug sind, können sie die Inhalte nicht lernen, weil sie es nachahmen, aber nicht begreifen. Damit, immer mehr Inhalte aus höheren Jahrgängen in die Grundschulen zu stecken, hat man sich davon entfernt.

    Du kannst von einem 2-jährigem Kind eine komplizierte Schrittfolge erwarten, das Kind wird sich bemühen, kann aber nicht Schritt halten.

    Du kannst einem Anfänger in der Zweitsprache einen komplexen Hörtext vorspielen, es wird aber wenig hilfreich sein.

    Wenn aber die Entwicklung vorangeschritten ist, wird das Kind die Inhalte sehr viel leichter aufnehmen und umsetzen und nachhaltig lernen.

    Damit dies geschieht, baut man Fähigkeiten von unten auf, es hilft aber nicht, Inhalte immer weiter nach vorn zu schieben und zu hoffen, dass es nach hinten einfacher wird.

    Ein Kind, dass noch nicht läuft, kann eben auch noch keine Schrittfolge setzen, ein Kind, das kein Wort in der Zweitsprache kennt, hört den Beitrag, wird ihn aber nicht verstehen können - so wie bei Musik in einer fremden Sprache, man erhält einen Höreindruck, lernt aber die Sprache nicht.

    Mein Eindruck ist, dass man das Spiralcurriculum in einigen Teilbereichen überdreht hat, weil man Inhalte zu früh setzt und weil man die generelle Entwicklung und die individuellen Möglichkeiten der Kinder nicht bedenkt, von Differenzierung mal abgesehen.

    Genau das fehlt m.E.n. auch in den Curricula: das, was erwartet wird, ist in der Zelt nicht zu leisten. Jede Lehrkraft muss dann selbst überlegen, was sie weglässt oder wo sie eine Abkürzung nimmt. Und das gilt nicht nur für Lehrkräfte an Brennpunktschulen.

    Alle Aufgaben gehören auf den gemensamen Tischh der Lehrerkonferenz

    So ist das in den Schulformen, in denen es keine Beförderungen für Aufgaben jenseits der SL gibt und so gut wie keine Entlastungsstunden.

    und wenn das in Summe im Verhältnis der zur Verfügung stehenden Entlastungen und sonstigen Dienstverpflichtungen zuviel ist, dann muss man priorisieren und was zuviel ist fällt weg oder wird im Umfang drastisch reduziert. Wir müssen nur das leisten was die Bezirksregierung bestellt und bezahlt.

    Ich denke, darin sind nahezu alle schlecht, die ohne Beförderungen, weil der Laden kaufen muss und dabei weit mehr übernommen wird, als die reguläre Arbeitszeit, und die mit den Ämtern, deren Entlastungsstunden, so es sie gibt, nicht für die Aufgaben ausreichen.

    Früher gab es nicht so viele Themen in der Grundschule. Das Einmaleins war ein wichtiger Schwerpunkt. Oder hattest du in der Grundschule so viel Geometrie wie unsere Schüler, Arbeit mit dem Zirkel, Wahrscheinlichkeitsrechnung, sämtliche Größen, Diagramme, Statistiken, unzählige Sachaufgaben, Fahrpläne, Stadtpläne....? Ich nicht.

    Ich habe meine eigenen GS-Bücher zum Teil noch, da waren die Themen tatsächlich auch abgebildet, aber ich kann mich nicht daran erinnern, es in der GS gemacht zu haben. Keine Würfelgebäude, keine Zahlenmauern, aber es gab so ähnliche Formate, bleibt aber „rechnen“, Zirkel war definitiv erst in Klasse 5/6, Stadtpläne … vielleicht in SU in meiner Schulzeit, auf jeden Fall in SU ab meiner Ref-Zeit, an Wahrscheinlichkeit und Kombinatorik kann ich mich auch nicht erinnern. Sachaufgaben waren in meiner Erinnerung eher ganz einfache mit Standardfrage, also „Wie viel kostet…?“

    Wahrscheinlichkeit haben wir im letzten Durchgang Ende 4 aufgegriffen, da war es gut, in wenig Zeit umgesetzt, für die Kinder greifbar und die sprachlichen Inhalte landeten danach im Wortwitz der Klasse. Aber in Klasse 2 oder 3 hätte es viele überfordert und es brauchte mehr Zeit für anderes. Dann fallen solche Themen raus oder viel zu kurz aus, als dass es alle erreicht.
    Zirkel ist im Curriculum der GS in NDS nicht enthalten (im Lehrwerk wohl)… und ich bin der Meinung, dass wir zu meiner Schulzeit das Geodreieck auch erst für Klasse 5/6 angeschafft haben.

    Man merkt es deutlich an Mathe, aber insgesamt bin ich in einigen Fächern immer wieder erstaunt, was in den Curricula steht. Was für Klassen haben diejenigen, die diese Sachen verfassen? Haben sie dafür Zeit, weil sie nicht mit den Aufgaben im Brennpunkt hadern? Oder brennen sie so sehr für ihr Fach, dass sie vergessen, dass Kinder die Inhalte begreifen müssen und Lernen Zeit und Wiederholung braucht?

    Das führt zu Lehrwerken (z.B. in Mathe), in denen man täglich 3 Seiten schaffen müsste. Vollkommen unrealistisch, wie auch die Stoffverteilungspläne. Es braucht sehr viel mehr Unterricht mit Anschauungsmaterial, das Ausfüllen von Seiten im AH allein reicht nicht, sondern ist eher die Festigung nach erfolgter Aktion. So ist aber das Lehrwerk nicht aufgebaut und der Stress in der Schule verleitet immer mehr zum Ausfüllen, nicht zum anschaulichen Arbeiten.

    Ich würde mir ein Curriculum mit Fundamentum wünschen. Dabei zählt auch das, was chilipaprika schreibt: Grundlegendes muss in der Schule aufgegriffen und vermittelt werden und braucht Zeit, denn es reicht nicht, einmal mit der Schere zu schneiden, um es zu können - Gleiches gilt auch für kognitive Inhalte, Begreifen braucht mehr Zeit, als es einmal im Unterricht zu hören, und ein Curriculum und ein Lehrwerk muss dies berücksichtigen.

    Ausloten müsste man, ob es ausreicht, dass im Anschluss auch das Gym besucht werden kann, wenn man von den Exkursen/dem Additum nur wenig gesehen hat. Ich würde dann wenige Inhalte von Daten/Diagrammen, Wahrscheinlichkeit, Geometrie in das Fundamentum setzen, andere ins Additum. Da dürfte es dann fertige Einheiten geben, als Baukasten oder Baustein, vielleicht mit digitaler Unterstützung (NDS verweigert den Schulen die digitale Drehtür, aber so ähnlich stelle ich mir den Ansatz vor).

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