2026 ist ein seltenes Jahr der Ökumene:
Christen und Muslime fasten gemeinsam.
Am 18. Februar um 0 Uhr beginnt mit dem Aschermittwoch die 46-tägige Fastenzeit der Christen.
Am Abend des 18. Februar beginnt mit dem Erscheinen der Neumondsichel der Ramadan der Muslime.
Diese Koinzidenz - die nur selten geschieht, kann als Anlass zum Gespräch über Gemeinsamkeiten, sowie für mathematische Kalenderberechnungen dienen.
Normalerweise divergieren die Termine der Fastenzeiten.
Beide Termine orientieren sich am Mond. Das ist jedoch - neben der Nahrungseinschränkung - die einzige Gemeinsamkeit.
Der (historische) islamische Kalender orientiert sich am 29,5-Tages-Rhythmus der Mondphasen. Das islamische Jahr umfasst zwölf Monate mit 354 Tagen - ist also 11 Tage kürzer als das "Sonnenjahr".
Der moderne Jahreskalender orientiert sich an der Umlaufzeit um die Sonne. Damit sind die Monate unterschiedlich lang - 28, 29, 30 oder 31 Tage.
Für die Berechnung des nächsten Zusammentreffens kommt erschwerend hinzu, dass der Beginn der christlichen Fastenzeit 46 Tage vor Ostersonntag liegt, dieser wiederum am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Berechnen lässt sich der Termin nach der Osterformel von Gauss.
Mathematische Problemstellung:
Wann werden das nächste Mal die Fastenzeit der Christen und der Ramadan der Muslime wieder am selben Tag beginnen?
Funfact am Rande: Weshalb dauert die Fastenzeit 6 Tage länger als in der Bibel geschrieben steht?
Weil im Konzil von Benevent 1091 festgelegt wurde, dass an den "Tagen des Herrn" gegessen und gesoffen werden darf
6 Tage fasten - 1 Tag fressen. Zum Ausgleich wurde die Fastenzeit um diese 6 Sonntage auf insgesamt 46 Tage verlängert.
Auf ihr Mathematiker! Wer findet die Formel? Startbeginn dafür ist heute. Wann treffen Fastenzeit und Ramadan wieder genau aufeinander?