Beiträge von Maylin85

    Ich habs ehrlich gesagt nie irgendwo anders erlebt. Ja, die Schüler helfen, aber im Endeffekt packt man eh mit an, weil die ultralangsam sind und man irgendwann nach Hause möchte. Varianten C und D gefallen mir, für B fehlte ein entsprechender Kurs, für A das Geld. Allerdings ging der Trend hier klar in die Richtung, den Tag immer weiter aufzublasen - D wäre undenkbar gewesen.


    (ich würde allerdings auch lieber irgendwo im ruhigen Eckchen spülen, als Schulführungen zu machen oder mit Flyern bewaffnet als Begrüßungskommittee am Eingang zu stehen und zu smalltalken oder sonstwas)

    Wir mussten (Schulfest und Tag der offenen Tür, nicht Einschulung) auch Kaffee und Kuchen verkaufen, die Spülmaschine ein- und ausräumen und am Ende die Küche saubermachen. Wer soll das denn sonst machen?

    Bei den schriftlichen Prüfungen in Englisch braucht man Hintergrundwissen doch eigentlich nur für Aufgabe 3 (comment oder recreation). Und je nach Aufgabenvorschlag kommt man hier auch teilweise sehr sehr billig mit Formaten wie interior monologue oder dergleichen durch (in meiner eigenen Abiprüfung wars ein diary entry zu den Orange Marches in Nordirland aus Sicht eines katholischen Protagonisten). Ich empfehle immer, sich bei der Auswahl des Abiturvorschlags besagte dritte Aufgabe anzugucken und zu schauen, wie solide man hier jeweils aufgestellt ist (irgendein Luschiformat ist erfahrungsgemäß doch immer dabei). Die anderen beiden Aufgaben sind schnöde Textarbeit und brauchen "nur" Textverstehen und Analysekompetenzen. Zumindest in NRW gibt es (anders als in Deutsch?) auch keine verbindlichen Lektüren, also muss man auch dazu nicht zwingend nochmal was detailliert wiederholen.


    Kann an anderen Schulformen oder in anderen Bundesländern aber natürlich anders sein. Und für mündliche Prüfungen ist der Fall wie gesagt natürlich sowieso anders gelagert, da prüfe ich dann natürlich auch zu Lektüren usw.

    Humblebee, so meinte ich das gar nicht und es hält ja auch jeder anders 😊 Mir ging es nur darum, dass für mich (!) ein 5. Fach mit Präsentationsprüfung definitiv auch den meisten Aufwand bedeutet hätte. Für die Schüler wird es damit sicherlich deutlich aufwändiger, während man bisher je nach gewählter Fachkombi und Ergebnisanspruch auch ohne große Lernerei und übermäßig viel investierte Zeit gut durchkommen kann.


    Mit Teil 2 meine ich das freie Prüfungsgespräch. Teil 1 bezieht sich ja auf eine Textgrundlage und ist nicht viel anders als eine mündlich bearbeitete Klausur. In Teil 2 muss man aber schon auch fundiert und flexibel über Sachverhalte sprechen können.

    Ähm, doch klar. Ich habe auch für Englisch (sowohl im Abi als auch in der Uni) gelernt. Ich habe bspw. Lektüren, die wir im Unterricht durchgenommen hatten, nochmal durchgelesen und zusammengefasst und alles, was wir dazu aufgeschrieben hatten (über die Charaktere etc. sowie den geschichtlichen Hintergrund) nochmal in Kürze notiert. So hör(t)e ich es auch von Jüngeren - z. B. Kindern von Freund*innen, Verwandten,..., aber auch SuS in unserem BG und der FOS -, dass sie sich ähnlich aufs Abi bzw. ihre Abschlussprüfungen in Englisch und Deutsch vorbereiten.

    Naja, ich hab im Unterricht ja nicht 2 Jahre durchgeschlafen und ein bissi Kontext gibt das Hirn im Normalfall ja auch so noch her. In Englisch klappte das problemlos. In Deutsch kam Heines Wintermärchen, an das ich mich leider nicht mehr sonderlich gut erinnern konnte bzw. als das Thema dran war, hatte ich viele Fahrstunden zeitökonomisch in meine Deutschstunden gelegt. Aber auch da reichte es letztlich noch für 12 Punkte. Wenn man grundsätzlich mit Texten umgehen kann und halbwegs allgemeingebildet in den verschiedenen Sequenzthemen ist, braucht man in den Sprachfächern meines Erachtens nicht wirklich lernen, um gut zu punkten.


    Bei mündlichen Prüfungen sieht es im Hinblick auf Prüfungsteil 2 natürlich etwas anders aus. Aber da hatte ich Mathe und sowieso den einkalkulierten Totalausfall 😄




    (edit: korrigiere, es waren nach Nachschauen sogar 13 Punkte)

    Wenn jemand sich an geltendes Recht hält, stehen dem Umfeld keine blöden Kommentare zu. Aber sichtlich auf Abstand gehen würde ich wahrscheinlich auch, denn auf ein unnötiges Ansteckrisiko kann ich auch verzichten. Wie man sich als "Virenträger" daran stören kann, verstehe ich auch nicht so recht.

    Ich denke, es liegt am Zeitpunkt. Die große Ausschreibungsrunde für den Sommereinstellungstermin ist gerade vorbei und Ausschreibungen kommen halt immer zu bestimmten Stichtagen und laufen dann für (ich meine) 2 Wochen.

    Ich hab auch nichts gelernt. Für Deutsch und Englisch lernt man eh nichts... in Mathe wäre Lernen vergebene Liebesmüh gewesen, da wollte ich nur 1 Punkt und das Ganze abhaken... blieb Geo, wo ich am Vorabend nochmal durch meine Mitschriften geblättert habe, was man sich aber auch hätte sparen können. Eine Präsentationsprüfung wäre für mich aber ein echter Graus gewesen und ich bin froh, dass uns das erspart blieb.

    Ich verstehe diesen Tag-der-offenen-Tür-Blödsinn sowieso nicht. Ich erinnere mich, dass es bei meiner Schulwahl einfach unter der Wochen (!) Tage gab, an denen man weiterführende Schulen besuchen und sich den normalen Unterricht vormittags angucken konnte. Die Eltern in unserer Nachbarschaft haben reihum einen Tag Urlaub genommen und jeweils einer ist dann eben mit 3-4 Kindern durch die Schulen in der Umgebung getourt, man hat einen Infoflyer für zu Hause mitgenommen, fertig. Das Theater, was heute aufgefahren wird, ist schon absurd.


    Wir hatten am Gymnasium auch keinen Ausgleichstag mehr, nachdem die Schulleitung gewechselt hat. Dafür wurde das Programm immer aufgeblasener, die Präsenzzeiten an diesem besagten Samstag ausgedehnt und die Krankmeldungen stiegen mysteriöserweise (mindestens gefühlt, aber ich denke auch faktisch)...

    Das Argument zur AfD halte ich nach wie vor für unbegründet, da diese von Anfang an schon im Osten gepunktet hat, wo Clankriminalität kein nennenswerter Begriff ist. Man ist traditionell skeptisch gegenüber allem, was nicht in 100. Generation erzgebirgisch ist oder den gefühlt 1000-jährigen Kohleabbau oder irgendwas infrage stellt, was lokalpatriotisch so festhaltenswert erscheint. Man darf auch nicht vergessen, dass es dort schon immer Rechtsradikale gegeben hat und nach der Wende viele, vor allem auch gebildete Frauen weggezogen sind.


    Das zweite: okay, für alle, für die Friedensbewegung und Castortransporte wichtige Themen waren, sind die Grünen sicher nicht mehr grün genug.

    Zum ersten Absatz: der Zulauf zur AfD kommt meines Erachtens von beiden Seiten - Menschen ohne große Berührungspunkte (wie in Ostdeutschland) und Menschen, die ihre Viertel kippen sehen (wie es eben hier der Fall ist). In Duisburg ist die AfD beispielsweise in den unmittelbar an Marxloh angrenzenden Stadtteilen stärkste Partei, in einigen Wahlbezirken von Neumühl hat sie knapp 45% der Stimmen geholt. Aus Gründen. Man tut sich keinen Gefallen damit, die Probleme ständig abzutun. Möglicherweise unterschieden sich die Wahlmotive je nach regionalen Voraussetzungen einfach.


    Zum zweiten Absatz: nein, es ist eben umgekehrt. Idealismus ist toll, bis man selbst die Kosten dafür auf sich zukommen sieht. In diesem Fall sind die Grünen plötzlich zu grün und vor dem Hintergrund der Krisen der vergangenen Jahre befürwortet man dann doch plötzlich andere Positionen und findet Klimapolitik nicht mehr so prioritär wichtig.

    Verstehe ich nicht, denn das sind doch alles schlaue Leute. Wie kann man denn solche Erwartungen haben, wenn die favorisierte Partei nur 14% erreicht hat und in einer Dreierkoalition gefangen ist?

    Man hat doch trotzdem Erwartungen als Wähler. Ich hätte von der FDP z.B. auch mehr Verweigerung bei einigen Themen erwartet. Der Spagat zwischen notwendigen Kompromissen in einer Koalition und dem Punkt, an dem man dem Wähler unbeabsichtigterweise das Gefühl vermittelt, seine Stimme indirekt gegen seine eigenen Interessen zu missbrauchen, ist eben manchmal schmal.

    Wer ist denn das althergebrachte Klientel genau? Und wer aus dieser Klientel erwartet aus der sonst favorisierten Partei, dass die das durchsetzen kann, was man sich eigentlich wünscht, wenn es noch zwei Partner gibt, die z.T. total konträre Anliegen haben?

    Alterhergebrachtes Klientel: hier am Wohnort klassisches Arbeitermillieu (Siedlung gehörte mal zu Thyssen). Was genau deren ausschlaggebende Punkte zum Umschwenken auf andere Parteien ist, weiß ich nicht genau. Ich vermute, die Schieflage der Industrie spielt ebenso eine Rolle, wie eine als nicht erfolgreich wahrgenommene SPD-Sozialpolitik. Der Erfolg der AfD ist meines Erachtens lokal sehr nachvollziehbar durch die Nähe zu Brennpunkten und sehr konkrete Probleme mit Jugend-Clankriminalität in unmittelbarer Nachbarschaft. Aber auch die CDU hat hier massive Zugewinne, was eher untypisch ist.


    Meine Eltern sind "althergebrachte" Grüne seit den Pershing-Protesten in den 80ern. Mein Papa ist nach seiner Führerscheinprüfung nie wieder einen Meter Auto gefahren, erzählt sein Leben lang "Benzin darf ruhig 5 Euro kosten"-Blödsinn und man war gegen Atomkraft, gegen Anzüge und Anzugträger, irgendwie auch ein bisschen gegen Globalisierung usw. usw. Wir waren zwar glücklicherweise nie die ultimativen Superökos, aber für meine Eltern waren die Grünen lange Zeit völlig alternativlos - CDU zu spießig und konservativ, SPD zu proletarisch, FDP zu bonzig. Meine Mum ist schon vor 15 Jahren umgeschwenkt, aber dass mein konsequent linksgrünversiffter Papa bei dieser Wahl erstmals anders gewählt hat, ist schon bemerkenswert. Was den Ausschlag gab -> Befremden über den ganzen woke-Kram, aber primär vor allem die Erkenntnis, dass die Grünen eine brauchbare Oppositionspartei sind, grüne Regierungspolitik aber wirtschaftspolitisch untragbar und letztlich wohlstandsgefährdend ist. Hier ist das Motiv also nicht zu wenig grüner Einfluss in der Ampel, sondern zu viel. Gleichzeitig gibt es in meinem Freundeskreis aber auch langjährige Grünen-Wähler, denen das Agieren in der Ampel zu weit vom Wahlprogramm entfernt war und die deswegen dieses Mal anders gewählt haben.

    Die Leute haben das GEG sehr wohl verstanden und sind nicht pauschal dagegen. Wenn aber nach einem Totalschaden der Heizung in einer ungeeigneten Wohnung eine Wärmepumpe aufgezwungen steht der Aufwand in keinem Nutzen zum Klimaschutz.

    Für mich als Lehrer im gut gedämmten Haus mit Flächenheizungen ist die Wärmepumpe kein Problem.


    Für den finanzschwachen Besitzer einer unsanierten Altbau-Etagenwohnung aus den 70 ern einfach nur Schwachsinn und wäre praktisch eine Enteignung.

    Ich vermute, dass exakt diese Thematik sich in meinem Wahlbezirk komprimiert spiegelt. Überwiegender Teil des Bezirks Denkmalschutzsiedlung aus den 1920ern, die "jüngeren" Gebäude Wiederaufbauten nach dem 2. WK aus den 1950ern, also geschlossener Altbaubestand. Hier hat keiner einen wirklich überzeugenden Plan, was passiert, wenn die Gasheizung den Geist aufgibt. Energieberater empfehlen Infrarot, die Nachbarn, die bereits umgestellt haben, sind allerdings durch die Bank weg unzufrieden. Bei uns (traditionell roter Bezirk) haben die Grünen 4,7% geholt, die SPD 19,5%, die AfD besorgniserregende 37,87%. Zum Vergleich: 2020 lag die SPD noch bei 38,4%, die Grünen bei immerhin 10,7%. Die Ampelpolitik ist auch und insbesondere für ihr althergebrachtes Klientel nicht mehr tragbar.

    Ich finde, die Grünen haben für ihren Stimmanteil eigentlich sogar ziemlich viel Einfluss nehmen können. Das gilt für alle politischen Ebenen, auf denen man sie als Mehrheitsbeschaffer brauchte. Bei der Bewertung scheiden sich dann halt die Geister: den Grünen-Wählern ist es unterm Strich zu wenig, den Wählern der Koalitionspartnern viel zu viel.


    Geht mir mit der FDP übrigens genauso. Als Wähler finde ich gruselig, was sie in der Ampel alles mitgetragen haben, andere sehen sie als Bremsklotz mit zu großem Gewicht. Dieses Bündnis funktioniert halt einfach nicht, die Unterschiede sind zu groß.

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