Beiträge von Maylin85

    Wir waren vom Betrieb aus direkt nach 3 Einführungstagen eine Woche auf "Klassenfahrt" mit allerlei pädagogischen Spielchen. Ich wusste an Tag 2, dass das nicht funktionieren wird und ich diese Ausbildung vermutlich abbrechen werde. War ein kaufmännischer Ausbildungsgang und wieso wir uns da zum Lolli machen sollten mit albernen Theaterspielchen und Bastelkram, hab ich bis heute nicht verstanden. Aber ich erkenne auch an, dass ich da wohl anders ticke als die Mehrheit, die überwiegend Spaß daran hatte 😊



    Den Ansatz mit social media accounts finde ich übrigens recht interessant, denn da gibt man ja ohnehin nur Preis, was man möchte.

    Deshalb nervt es mich, dass ich am Montag den großen Gruppen ausgesetzt werden und mir damit die Kontrollmöglichkeit, wie viel Kontakte ich zulassen möchte genommen wird.

    Das stört mich auch sehr. Natürlich betrifft das auch andere Berufsgruppen, aber die wenigsten Leute sind +200 Menschen auf engstem Raum ausgesetzt, von denen man nicht weiß, wie verantwortungsbewusst sie sich verhalten. Und es gibt einfach keine Möglichkeit, sich diesen Kontakten zu entziehen.

    Bei mir hat sich wenig verändert. Mein Freundeskreis ist nicht sonderlich ausufernd und wir haben weiterhin unser Bierchen irgendwo am See oder Rhein getrunken - ganz coronakonform, auf Abstand, halt nicht in geschlossenen Räumen. Ab und an waren wir auch im Biergarten oder Essen, aber auch hier immer auf keinen allzu engen Kontakt bedacht.


    Mir persönlich fehlen Festivals und Konzerte wahnsinnig, aber dass die gerade nicht stattfinden können, sehe ich ein. Ich würde auch nicht hingehen, wenn es anders wäre.


    Für private größere Feierlichkeiten habe ich aktuell keinerlei Verständnis und gehe konsequent nicht hin. Mir ist völlig schleierhaft, wie man in der momentanen Situation überhaupt auf die bloße Idee kommen kann so etwas zu veranstalten.



    Größter impact: ein paar ehemalige Freunde sind inzwischen keine mehr. Wenn mir jemand textet, dass er sein Leben nicht verpassen und "Abenteuer" erleben möchte und daher bewusst auch in Kauf nimmt sich und andere zu infizieren, dann legt dieser Mensch damit eine rücksichtslose, ignorante Grundeinstellung an den Tag, mit der ich mich nicht identifizieren kann und will. Das passt dann eben leider nicht zusammen. Innerfamiliär haben sich leider einige Personen als Verschwörungstheoretiker entpuppt, auch hier gehe ich auf Abstand.

    Same here. Von meinen Abiturienten habe ich exakt gar nichts gehört bis zur Wiedereröffnung, obwohl ich natürlich Material zur Verfügung gestellt und auch mehrere Mails mit Kontakt- und Feedbackangebotsmöglichkeiten rumgeschickt habe. Hier liegen immer noch 6 Vorabiklausuren, an denen keiner jemals Interesse angemeldet hat. Aber die Schüler sind alt genug und müssen selbst wissen, was sie brauchen und was nicht.


    Dafür habe ich erstmals in Englisch ein 14 und ein 15 Punkte Abi gehabt. Träumchen - konnte meinen EWH quasi vollständig abhaken (+ stellenweise ergänzen^^). Einige haben die Zeit also durchaus genutzt :)

    Ich schreibe ins Klassenbuch nur das Thema, vermerke mir aber in meiner eigenen Dokumentation sämtliche Aufgaben und fotografiere auch alle Tafelbilder etc. kurz ab. Meine App kann das Ganze bei Bedarf als PDF ausspucken, so dass man im Zweifelsfall klare Nachweise erbringen kann.


    Ich würde aber auch nicht als unzumutbar empfinden, wenn man es direkt so ins Klassenbuch schreiben müsste.

    Ja, theoretisch erschließt sich mir das. Praktisch fand ich immer unangenehm, diesen fremden Leuten, mit denen man zufällig halt zwangsvergesellschaftet wurde, irgendwas über mich erzählen zu sollen - ich hätte die Struktur auch wunderbar in unpersonalisierten Kontexten gelernt. Ich tu mich da heute noch sehr sehr schwer mit. Für introvertierte Menschen sind solche Unterrichtsphasen ein Graus.



    Überlege auch gerade, ob ich in meinen Oberstufenkursen (übernehme einige, die bereits laufen) mit sowas einsteige oder direkt fachlich einsetze. Kennenlernen findet im Laufe der Zusammenarbeit ja eh statt und die Schüler kennen sich ja bereits. Andererseits will ich auch nicht komplett desinteressiert wirken^^ Mal sehen.

    Ich gestehe, wenn ich das lese, überfallen mich gruselige Erinnerungen an meine Berufsschulzeit 😄 Wir mussten sowas auch machen und ich habe nie verstanden, wieso (gerade bei Erwachsenen) nicht einfach mit Unterricht angefangen wird und wozu dieser ganze Kennenlernkram sein muss. Fand das immer sehr unangenehm. Aber empfinden viele wohl anders und die vorgestellten Methoden hören sich zumindest coronakonform an :)


    Ich werde mich vorerst auf Einzelarbeit beschränken. Schon Partnerinterviews sind ja eigentlich doof, wenn die Schüler direkt nebeneinander sitzen und sich einander zuwenden müssen beim Sprechen. Masken sind halt auch nur begrenzt undurchlässig. Schöner Unterricht wird es in den nächsten Wochen sicherlich nicht...

    Ich finde die Regelung (wenn schon unbedingt Vollbetrieb durchgezogen werden muss) gut und werde selbst natürlich auch MNS tragen. Allerdings meine ich, dass die SuS Pausen mit Gelegenheit zum Absetzen an der frischen Luft haben sollten. Durchgehend bei normaler Stundentafel Maske zu tragen, ist schon arg.

    Das ist ein Missverständnis, so meinte ich das nicht. Doch, natürlich ist das dem Land anzukreiden. Ankreiden kann man aber nicht, dass die Umstellung auf dienstliche iPads für manche ein Downgrading wäre und zu begrenzteren Möglichkeiten führen würde als der aktuelle Ist-Zustand mit privaten Geräten - denn die Nutzung eben dieser Privatgeräte kann ja nicht der Bezugspunkt sein, sondern der Bezugspunkt ist (gemäß dem bisherigen Engagement in Sachen Ausstattung der Lehrkräfte) der Lehrer, der bei null steht und noch überhaupt gar keine digitalen Geräte dienstlich nutzt.

    Ich meine, dass uns völlig egal sein kann, was Land oder Träger oder Schule erwarten. Ob ich etwas privat anschaffe und was, entscheide allein ich selbst. Mein iPad war keine gezielte Anschaffung für den Job, sondern die Nutzung hat sich daraus ergeben, dass ich Bock hatte einige Dinge mal auszuprobieren und zu nutzen. Aber ich hätte problemlos weiter rein analog mit Schulbuch und Tafel arbeiten können ohne dass mir dafür jmd ans Bein pinkeln könnte. Und ich kaufe auch keine Programme, nur weil Kollege x oder die Fachschaft oder die Elternschaft sie sinnvoll findet.

    Also ja -> ich meine das ernst und gar nicht ironisch. Den Schuh irgendwelcher Erwartungen muss man sich ja nicht anziehen :)


    Ich habe übrigens auch noch nie ein Plakat oder Eddingstifte oder Laminierfolien oder sonstwas gekauft, nur weil "erwartet wird", dass man hin und wieder mal sowas nutzt oder weil Kollegen so hübsches Material selbst erstellen oder oder oder...

    Okay, da gebe ich dir Recht. Ich habe mein komplettes Unterrichtsmaterial derzeit auch in Clouds (an die ich allerdings auch vom Schulrechner aus herankomme, wir haben genügend kaum genutzte PCs) und nutze Programme, die ich auf dem Dienstgerät neu kaufen müsste. Meine private Apple ID würde ich auch nicht verwenden. Vielleicht ist der Mehrwert für "Nullstarter" dann tatsächlich größer als für jemanden, der bereits gut ausgestattet und eingerichtet ist. Aber das wiederum kann man dem Land ja nicht ankreiden, finde ich, denn das sind ja alles freiwillige Eigenleistungen und wurde nicht erwartet. Nachdem es bisher ja überhaupt gar keine Bestrebungen zur Ausstattung der Lehrkräfte gab, finde ich gut, dass nun überhaupt erstmal eine Grundausstattung für alle geschaffen wird. Ich würde das Dienstgerät vermutlich erst einmal überwiegend für Notenerfassung und Verwaltungskram nutzen und dann sukzessive von meinem Privatgerät "umziehen".


    Ich sehe aber ein, dass die Brauchbarkeit eines ipads vermutlich je nach Fächern stark unterschiedlich ausfällt.

    Ich fand meine Lehrer durchweg okay, habe aber keinen als irgendwie "prägend" für mich empfunden. Wahrscheinlich lag das aber auch an meinem ohnehin eher nüchternen Umgang mit Schule ... musste man halt hingehen und seine Jahre ableisten.. wer genau da gerade die Klausuren gestellt und die Noten ins Zeugnis getippt hat, fand ich nie so wahnsinnig relevant und interessant.


    Und ganz ehrlich gesagt sehe ich das heute immer noch so. Für die meisten Schüler ist man auch bei netter Unterrichtsatmosphäre und gutem Miteinander vermutlich wenig mehr als der aktuell zugeteilte "Durchschleuser" 😊

    Ich hatte erwartet, dass das Ministerium die Ferien nutzt, um mit verschiedenen Konzepten für verschiedene Szenarien aufzuwarten, so wie es andere Bundesländer ja schon tun, obwohl deren Ferien gerade erst angefangen haben. Dass hier bisher absolute Totenstille herrscht, finde ich allen Betroffenen gegenüber unmöglich.


    Wir gehen von Regelbetrieb aus und es wird auch keine durch die Schulleitung ausgesprochene Maskenpflicht geben. Das "Konzept" heißt wahrscheinlich normale Beschulung, sofern/bis lokale Gesundheitsämter im Fall einer Anzahl x nachgewiesener Infektionen an der Schule nichts Gegenteiliges anordnen.

    Ich stehe der Möglichkeit sich testen zu lassen sehr sehr zwiespältig gegenüber. Irgendwo sehe ich nicht ein, in meiner Freizeit zum Hausarzt zu rennen und mich testen zu lassen, wenn im Gegenzug absolut keinerlei Schutzmaßnahmen für Personal und Schüler ergriffen werden (bei uns wird von Normalbetrieb ohne Masken ausgegangen). Wenn das freiwillige Testen der Bediensteten alles an Vorsichtsmaßnahmen sein soll, dann ist das ohnehin mehr als unzulänglich.

    Ich finde ein ipad gar nicht mal so schlecht. Ich arbeite seit einem Jahr ausschließlich am ipad (+ hin und wieder stationärer PC in der Schule, wenn tatsächlich mal etwas nicht funktioniert oder zu umständlich erscheint) und für mich und meine Fächer funktioniert das. Wenn ich mein privates Gerät nicht mehr für dienstliche Dinge nutzen müsste, sondern hierfür Ersatz bekäme, würde mich das durchaus schonmal freuen. Voraussetzung wäre allerdings, dass der Stift dabei ist.

    Wie gesagt, dass wir den Auftrag formell haben, ist mir schon klar. Ich habe aber ein Zeitkontingent x für jedes meines Fächer und "nebenbei" noch einen Erziehungsauftrag in variierendem Maße. Ich sehe da schon durchaus ein Problem in Klassen, in denen massive Interventionen nötig sind. Vor einigen Jahren war ich als Unterstufenklassenlehrerin einer recht problematischen Klasse und ohne Klassenstunden im Stundenplan durchaus im Konflikt, wie viele meiner Englischstunden ich denn wohl für Klassenangelegenheiten und Thematisierung von Problemen & sozialem Miteinander abzwacken kann. Der Fachunterricht hat darunter ganz klar (wieder und wieder) gelitten und das halte ich in einer Bildungsinstitution dann auch nicht für angemessen. Von daher empfinde ich es schon als grundsätzlich falsch, zwar einen Erziehungsauftrag auszusprechen, aber keine expliziten Stundenkontingente für soziales Lernen und Klärung von Konflikten einzuräumen.

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