Beiträge von Maylin85

    Von den 20 Punkten (von 120) kann ich maximal 4 für sprachliche Richtigkeit vergeben, und daneben noch ein paar für schlüssige Formulierung. Die zusätzliche Abwertung habe ich dann gemacht wenn Rechtschreib- und Satzbaufehler sich so massiv häuften, dass immer wieder mehrmaliges Lesen nötig war um einzelne Wörter oder Gedankengänge zu erkennen oder auch verschluderte Satzteile zu erschließen. Ursache war wohl teilweise, dass die Schülerschaft sich unter Zeitdruck fühlt und nicht so schnell schreiben kann wie die Gedanken vorauseilen (und hinterher auch keine Zeit mehr für einen Korrekturdurchgang ist).

    Vorsicht, ich bin einst belehrt worden, dass ein doppeltes Strafen nicht möglich ist. Sprich, kann nicht z.B. 0 oder 1 von 4 Punkten geben und dann noch zusätzlich abwerten, sondern wenn ich abwerten möchte, muss ich absurderweise vorher volle Punktzahl bei der Sprachrichtigkeit eintragen.


    Ich verstehe das Zögern bei der Anwendung der Abwertungsoption nicht. Habe davon in Geoklausuren sehr oft Gebrauch gemacht, weil es die einzige Möglichkeit ist, einer sprachlich katastrophalen Darstellung überhaupt halbwegs angemessen zu begegnen.

    Ich antworte mal: ich würde mich z.B. gerne beim Thema USA/ American Dream mit Geschichte/Gesellschaft/Gesellschaftskritik/ Politik/ literarischer Auseinandersetzung/ medialer Auseinandersetzung mit all diesen Themen beschäftigen anstatt in den 12-14 angesetzten Unterrichtsstunden zu meinen, man würde auch nur ansatzweise irgendwas vermitteln um dann zu UK/Nigeria/Globalisation und und und zu hetzen.

    Eine meiner vergangenen Schulen hatte für das Thema im internen Curriculum ein komplettes Halbjahr eingeplant, das war richtig toll. Dafür waren Globalisierung und World of Work sehr kurz und bündig zusammengequetscht, passte aber gerade so.

    Ich stimme zu, dass es zu viele Themen sind. Wird alles sehr oberflächig und angemessene Vertiefung ist oft schwierig.

    Grundsätzlich habe ich Q-Phase Englisch aber immer sehr gerne gemacht und hätte es am liebsten in Endlosschleife mit möglichst vielen Deputatsstunden weitergemacht. Auch wenn die Veränderungen der letzten Jahre es nicht unbedingt besser gemacht haben.

    Vorsorge lege ich grundsätzlich in Ferien und würde gar nicht auf die Idee kommen, mir den Stress in der Schulzeit zu machen. Dafür haben wir ja genug 😊

    Bei Kontrollterminen nach schweren Erkrankungen muss man dann eben freigestellt werden, wenn es mit dem Stundenplan nicht passt.

    Ich hatte im Deutsch Abi die Wahl zwischen Sachtext und Heines Wintermärchen. Für mich war vorher total klar, dass ich Fiktion oder Prosa nehme, leider hatte ich beim Wintermärchen aber überhaupt keine fundierte Ahnung vom Kontext (da die meisten Deutschstunden für Fahrstunden verbraten, als das behandelt wurde). Also letztendlich doch den Sachtext genommen. Meines Erachtens braucht es für Gedichtanalyen schon etwas mehr, als nur ein paar Stilmittel, wenn es mehr als 3 werden soll.


    In Englisch liegt das Problem nicht so sehr bei den Themen (auch wenn ich die thematischen Änderungen sehr bescheiden finde und mich frage, wieso z.B. den Genderkram nicht irgendein anderes Fach machen kann - einen wirklichen Grund für eine spezifische anglophone Anbindung gibt es jedenfalls nicht), sondern in den Bewertungsrastern. Bei der vorgegebene Punkteverteilung ist die Inhaltsebene komplett entwertet und eine differenzierte Auseinandersetzung gar nicht mehr nötig, um gut durchzurutschen.

    Auch hier war ich sehr verwundert über Englisch LK Wirtschaftsabi, wo sich die inhaltlichen Punkte völlig anders und meines Erachtens erheblich anspruchsvoller verteilen (2025 z.B. HV 25, Mediation 29, Comprehension 13, Analysis 1 21 Analysis 2 16, Evaluation 24 - das sind bei zwei Analyseaufgaben immerhin 37 Punkte und damit noch der größte Einzelposten an Inhaltspunkten).

    Muss ich noch klären. Ich bin da aber selbst hin und her gerissen. Ich kann total verstehen, dass sie kein Papier und Stifte mehr mitschleppen wollen und sehe im Prinzip auch keinen Nachteil darin, statt eines Heftes Good Notes oder dergleichen zu verwenden. Werden sie später an der Uni ja auch machen und es spricht generell nichts dagegen, damit bereits in der Oberstufe anzufangen. Klappte in den letzten Jahren (also vor Beginn der exzessiven KI Nutzung) ja auch gut und ich weiß auch nicht, ob eine komplette Rolle rückwärts ins rein Analoge der richtige Weg ist. Aber solange ich den Schülern nicht das Internet abschalten kann, ist es halt schwierig.

    Das letzte Jahr hatte in meinem Kurs jedenfalls eine derart schlechte Bilanz in Sachen Lernfortschritt, dass es so aber auch nicht weiterlaufen kann. Ich suche noch nach dem gangbarsten Weg.

    Egal, wie wichtig es ist, auch über sowas (Sex als Kriegswaffe, sexuelle Gewalt, aber vielleicht auch Sex in Beziehungen...) zu reden, weder fühle ich mich dafür qualifiziert, noch halte ich es angemessen. Es ist eine totale Überrumpelung der Schüler*innen...

    Verstehe ich total. Man weiß auch nicht, inwiefern Betroffene vor einem sitzen und eine solche Lektüre schlimme psychische Belastungen triggert. Das Thema ist wichtig, aber um es mal nebenbei im Deutschunterricht mitzunehmen, würde ich mich auch nicht qualifiziert fühlen und fände es unangenehm. Vielleicht sollte man sowas mal offiziellen Stellen rückmelden?

    Ich hatte vor vielen Jahren mal eine Schülerin im Kurs, die mehrere Suizidversuche hinter sich hatte. Wir wollten 13 Reasons Why lesen und sie hat mir damals im Vorfeld eine Mail geschrieben, dass sie das nicht lesen könne (was sicher auch viel Überwindung gekostet hat) - fand ich super und zum Glück war es keine Pflichtlektüre und wir konnten auf etwas anderes ausweichen. Seitdem bin ich bei der Auswahl auch etwas vorsichtiger geworden.

    Kein Shakespeare mehr selbst im LK?

    Ausgerechnet im Wirtschaftsgymnasium ist es noch drin. Bis zur nächsten Bildungsplananpassung, vermutlich..

    Generell finde ich auch, dass zu einem Leistungskurs in Sprachfächern auch etwas anspruchsvollere und klassischere Literatur gehört. Aber da rutscht man schnell in Grundsatzfragen, welche Ziele mit dem Abitur verfolgt werden (sollen).

    Die Oberstufe macht mir durch KI viel weniger Spaß als vorher.

    Hausaufgaben? KI. Kann am Ende keiner erklären.
    Fragen im Unterricht? Werden mit KI gelöst wenn möglich.

    SuS werden nicht permanent beobachtet? Gruppenarbeit ist KI. Präsentationen sind KI. Alles ist KI.

    Lerneffekt? Gering bis nicht vorhanden.

    Fand ich dieses Jahr im LK ganz furchtbar und ich hatte auch noch nie so schlechte Klausueren auf dem Tisch. Bei der Besprechung zeigen sie Einsicht, trotzdem sind es vielleicht 1-2 Schüler, die tatsächlich mal klausurvorbereitend eine eigene Analyse schreiben. Und man hat wieder das gleiche Gestümper auf dem Tisch...

    Ich werde nächstes Jahr auch restriktiver mit Geräten im Unterricht umgehen, finde das aber schwierig, wenn die Schüler mit internetfähigen Tablets ausgestattet sind und es von schulischer Seite erlaubt ist, dass sie ihre "Heft"führung rein digital betreiben. Die Geräte sind dann halt im Einsatz und die KI dauerverfügbar.


    Störsender sind was feines. Jedoch leider verboten.

    Wir haben jetzt zumindest Detektoren für digitale Endgeräte, die man in Klausuren nutzen darf. Angeblich erkennt man damit, wer noch irgendwas Eingeschaltetes am Körper trägt. Bin gespannt, wie sich das im Einsatz gestaltet.

    Hier sind es gar nicht so sehr die Richter und Staatsanwälte, sondern es gibt vor allem einen eklatanten Mangel an Rechtspflegern, also am Unterbau. Die Einstellungsvoraussetzungen sind schon deutlich gesenkt worden, trotzdem fehlen Bewerber und diejenigen, die das Studium durchhalten, gehen verstärkt danach laufen, wenn ihnen die Arbeitsbedingungen dämmern.

    Gar nicht so unähnlich zum Schulsektor.

    Sicherlich statistisch untermauert und kein Kaffeeklatsch.

    Selbst wenn: Ich denke es ist noch pessimistisch, wenn man annimmt, das in den kommenden 3 Jahren 20% dort gestrichen werden können, ohne das es Produktivitätseinbußen gibt.

    Wie kommt man auf so einen Schwachsinn? Ich kann dir aus dem Bereich Justiz verraten, dass dort inzwischen so wenig nachbesetzt wird, dass einer das Pensum stemmt, was sich vorher 4 geteilt haben. Hört man leider nur höchst selten mal was von (z.B., im Rahmen öffentlicher Empöfung, wenn aus Kapazitätsgründen Verfahren eingestellt werden, die in einem normalfunktionalen Rechtsstaat nicht eingestellt werden sollten).

    Als ob es in andere Behörden besser aussähe...

    Das wundert mich fürs BK. Ändern sich bei euch nie nach den Sommerferien noch die SuS-Zahlen in den einzelnen Bildungsgängen, so dass es - wie es bei uns und anderen mir bekannten BBSn der Fall ist - zur Bildung von neuen Klassen durch notwendige Klassenteilungen oder auch zum "Einstampfen" von Klassen kommt?

    Ich bin ja erst seit letztem Jahr am BK, also keine Ahnung, was da "normal" ist. Der Stundenplan, den ich letztes Jahr bekommen hatte, lief erstmal so an, dann wurde nach 2 Wochen eine Klasse aufgelöst und es änderten sich nochmal 5 Stunden. Den kompletten Stundenplan hat das aber nicht umgeschmissen.

    Dieses Jahr kam der Stundenplan in der letzten Schulwoche.

    Wenn sich Kleinigkeiten nochmal verschieben, ist das ja kein Drama, aber ich finde schon recht angenehm, sich grob darauf einstellen zu können, was kommt.


    Am WBK hat sich nie irgendwas verändert, am Gymnasium kann ich mich auch nicht daran erinnern. Kann also (wenn) auch nichts Großes gewesen sein.

    Siehst du dich denn als Siebenjährige selbstverständlich diese Aufgabe übernehmen, weil der Dreck ja aus der Gruppe heraus kommt? Und wenn du dann Kacke einer Mitschülerin an der Hand hättest, wäre das in Ordnung, weil du ja nicht ins Gesicht fassen musst?

    Ich hätte mich als Kind furchtbar aufgeregt und empört, hätte es aber ziemlich sicher gemacht, anschließend 3-5x Hände gewaschen und dann wäre es wahrscheinlich auch schnell vergessen gewesen.

    Vielleicht sieht man das Thema "Haufen einsammeln" als Hundehalter aber auch generell weniger aufgeregt. So arg unterscheiden sich Mensch und Tier ja nun nicht und man überlebt es.

    Der realistischste Weg geht vermutlich über Praktika, Traineestellen oder auch Werksstudentenjobs. Ich habe z.B. im Studium bei einem Messeveranstalter gearbeitet und als ich (fürs Ref) gekündigt habe, wurde mir angeboten, als Trainee für Veranstaltungsmanagement im Unternehmen zu bleiben. Habe ich damals nicht gemacht, rückblickend war das vermutlich ein Fehler und hätte man ruhig vorher noch mitnehmen können. Die Kollegin, die es gemacht hat, ist heute in guter Position bei der Messe Köln.

    Bekommen hatte ich die Stelle ursprünglich wegen des Englischstudiums und anfangs lagen meine Aufgaben überwiegend im Bereich der englischsprachigen Besucher- und Ausstellerkommunikation, Erstellen der englischsprachigen Newsletter usw. und erweiterten sich dann über die Jahre schrittweise in andere Bereiche (über Mitwirken an Aufplanung und Rahmenprogrammgestaltung bis hin zum Verkauf von Standflächen und Messebau-Services). Für nichts davon war ich formell qualifiziert und wäre bei einer Bewerbung "aus dem Nichts" wohl direkt auf dem Absagestapel gelandet. Will sagen, es lohnt sich meines Erachtens, erstmal irgendwie einen Fuß in die Tür zu setzen und sich dann in andere, besser bezahlte Felder vorzuarbeiten. Vieles von meinem damaligen Einstiegsjob macht inzwischen allerdings wohl die KI, leichter wird der Einstieg also bestimmt nicht und es braucht vermutlich ein hohes Maß an Flexibilität und Kompromissbereitschaft.

    Ich bin noch nie ohne UV und in den allermeisten Fällen auch nicht ohne Stundenplan in die Sommerferien gegangen. Manchmal hat sich noch minimal was geändert, aber im Großen und Ganzen blieb es bei der Planung. Wenn ich hier so lese, scheint das luxuriöser zu sein, das mir bewusst war.

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