Beiträge von Maylin85

    Ich glaube auch, dass es diese minimale Schulgröße für ein sinnvolles Gesamtsystem braucht (eher 2000 als 1500).

    Solche Riesenschulen sind für Problemklientel meines Erachtens absolut katastrophal. Ich war ja zuletzt an einer sehr kleinen Schule mit unter 300 Schülern und hatte den Eindruck, gerade für Schüler mit psychischen Erkrankungen und belastenden Lebenssituationen (wie wir sie überproportional hatten) sind kleinere, familiärerer Strukturen, in denen sich ganz andere persönliche Beziehungen entwickeln und die insgesamt ruhig und übersichtlich sind, superwichtig. Haben die Studis auch teilweise selbst zurückgemeldet. Gerade, wenn man ideologisch motiviert unbedingt maximal heterogene Lerngruppen schaffen möchte, halte ich es für notwendig, die Lernumgebungen luftig, großzügig, mit ausreichend Rückzugsräumen und "quantitativ überschaubar" zu gestalten. Das gilt sowohl auf Klassenebene als auch auf Schulebene.

    Ich hatte zum Halbjahr auch nur eine einzige Zeugniskonferenz im BG, in allen anderen (Vollzeit)Bildungsgängen tragen scheinbar die Klassenlehrer die Noten ein und das wars. Nach über einem Jahrzehnt an diversen anderen Schulformen kommt mir das extrem merkwürdig vor, ich werde mich aber hüten nachzupopeln, ob es so korrekt ist. Zum Halbjahr gehts ja nicht um Versetzungen, also vielleicht sind die Konferenzen ja tatsächlich nicht zwingend nötig und die Schule der TE handhabt es ebenfalls sehr pragmatisch und mit minimalem Arbeitsaufwand.

    Am Gymnasium hätte ich direkt die Schulleitung angetextet, jetzt wohl eher die Bildungsgangleitung oder Abteilungsleitung.

    Grundsätzlich wundere ich mich aber gerade bei genauerem Überlegen eh über das Verfahren. Ist es nicht in der Regel so, dass Noten vor (oder spätestens bei) Zeugniskonferenzen vorliegen sein müssen und Zeugnisse wiederum erst nach der Konferenz gedruckt werden?

    Trance hat Recht, ohne Noten drucken bringt halt überhaupt gar nichts, außer unnötig investierter Arbeitszeit, die letztlich Zeugnisse für die Tonne produziert. Vermutlich darf man die dann auch noch selbst schreddern^^
    Auch wenn ich den Impuls erstmal sehr gut verstehen kann.

    Meines Erachtens muss man in einer solchen Situation weisungsbefugten Stellen rechtzeitig anzeigen, dass und wo es hakt, der Rest liegt dann in der Verantwortung anderer. Parallel dazu ggf. so vorarbeiten und die für die kommende Woche anfallenden Arbeiten umstrukturieren, dass noch ausreichend Zeit zur Vervollständigung und zum Druck der Zeugnisse bleibt. Darüber hinaus keine Nerven und Emotionen mehr investieren, lohnt alles nicht.

    Mein Weg wäre eine Mail an die Schulleitung, dass die Zeugnisse leider nicht fertigzustellen sind, solange die Noten von Kollege X nicht vorliegen. Plus Bitte, sich darum zu kümmern, dass der Kollege zeitnah seinen Dienstpflichten nachkommt, damit du wiederum deinen nachkommen kannst.

    Nicht drüber aufregen, der gute Mann räumt ja dann absehbar das Feld 😊

    Wie kommt man eigentlich auf den Trichter, der Verkauf von US Staatsanleihen sei ein glaubwürdiges Drohszenario? Der amerikanische Staat wäre sicher nicht "pleite". Die USA geben Staatsanleihen in Dollar aus, also seiner Währung, die sie über die Federal Reserve selbst kontrollieren. Theoretisch kann die Federal Reserve durch Ausschüttung frischer Dollar sowohl die Schulden bedienen als auch notfalls selbst Anleihen kaufen. Klar müsste man sich mit Inflation, Währungsabwertung und Vertrauensverlust rumschlagen, eine echte Zahlungsunfähigkeit im Sinne eines Staatsbankrotts ist aber technisch kaum möglich (solange die Schulden halt in der eigenen Währung verbucht sind).

    Europa dagegen würde zu schwachen Preisen verkaufen, Milliardenverluste realisieren und die eigenen Haushalte schwächen. Ein Crash bei den US-Anleihen träfe (neben dem zu erwartenden allgemeinen Aktiencrash) europäische Banken, Pensionsfonds, die europäischen Kreditkosten, Wechselkurse (schwacher Dollar = schlecht für europäische Exporte) etc. und würde vermutlich eine weltweite Rezession auslösen, die uns unterm Strich wahrscheinlich härter treffen würde, als die Amerikaner.

    Ich halte das Gerede um Staatsanleihen daher für sehr viel heiße Luft. Wird niemand machen, auch nicht, wenn es in der Grönlandfrage hart auf hart gekommen wäre.

    Heißt letztlich, man verweigert auch denjenigen, die es sich leistungstechnisch erarbeiten könnten, ein (zumindest etwas) besseres soziales Lernumfeld. Hm.

    ...und ja, ich emfinde das auch als deutlich negativer, als eine leistungsbasierte Zuweisung 😊

    Die Schieflage entsteht nicht aufgrund eines Mitentscheidungsrechts der Eltern an sich, sondern weil es gerade durch das mehrgliedrige Schulsystem überhaupt erst passiert, dass sich an bestimmten Schulen die "Problemfälle" konzentrieren und diese entsprechend gemieden werden.

    Diese Schule werden nur gemieden, weil es halt möglich ist. Bei Zuweisung nach objektiv ermitteltem Leistungsstand wäre es auch weniger einfach, sich zu entziehen.

    Abgesehen davon werden sich an "bestimmten Schulen" immer die "Problemfälle" konzentrieren, auch in Gesamtschulsystemen. In der Regel ist das ganz einfach eine Standortfrage.

    Ist das so? In meiner Bubble sind Eltern langsam eher genervt davon, dass das Leistungsniveau auch an Gymnasien immer weiter ins Bodenlose sinkt. Hochschulen und Betriebe äußern sich ebenfalls wenig begeistert über 1,xer Abiturienten, die nichts auf die Kette kriegen. Toll finden den aktuellen Kurs doch höchstens Eltern leistungsschwacher Grundschüler.

    Gymshark war schneller. Die Schieflage haben wir ausschließlich deswegen, weil Eltern überhaupt ein Entscheidungsrecht bei der Wahl der weiterführenden Schulform haben. Richtig wäre es, zentrale Kompetenzstandsprüfungen am Ende der Grundschulzeit durchzuführen und die Kinder in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Schulform zuzuweisen. Das würde sowohl dubiosen Gefälligkeitsempfehlungen als auch Fehlanmeldungen vorbeugen.

    Ich warte auf den Politiker, der dafür antritt, die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehne zu korrigieren. Meine Stimme hätte er.

    Definiere unnötig lange. Ich fand jede einzelne pädagogische Konferenz, in der ich jemals Lebenszeit verschwendet habe, unnötig. Ich finde es auch komplett unnötig, in Zeugniskonferenzen über die privaten Belastungen von Schülern zu schwadronieren und jemanden zu suchen, der sich eventuell noch zu einem Ausgleich hinreißen lässt. Andere Kollegen sehen das anders, also sitzt man halt dort und muss das Dahinplätschern der eigenen Arbeitszeit erdulden. So etwas sollte dringend erfasst und natürlich auch bezahlt werden. Wenn an einer Schule überproportional viele Kollegen Überstunden erfassen und man beim genauen Blick auf das Zustandekommen zigtausend schwachsinnige Konferenzen, Dienstbesprechungen etc. findet, könnte das zumindest mal ein (von oben kommender) Impuls für ein Eindämmen sein.

    Meines Wissens gibt es bisher keine Höchstgrenzen für diesen ganzen Kram und es fällt in einen Bereich, in dem Schulleitungen sehr willkürliche Anordnungen treffen können. Fängt ja schon damit an, dass es an manchen Schulen wöchentliche Teamsitzungen gibt, an anderen nicht usw.

    Genau das. Ich hatte Schulen, an denen ich abgesehen vom Elternsprechtag ziemlich exakt 0 Elternkontakte hatte, keine pädagogischen Konferenzen, nix. Bei leistungsstarker Klientel sind auch Korrekturen schnell gemacht. Überall, wo es hakt, steigt der Arbeitsaufwand aber teils massiv.

    Weiterhin gibt es auch erhebliche Unterschiede in der Gestaltung des Drumherums. Meine aktuelle Schule führt in den meisten Bildungsgängen beispielsweise zum Halbjahr gar keine richtigen Zeugniskonferenzen durch und die eine, die ich hatte, lag effizient terminiert in der Pause. An anderen Schulen saßen wir an zwei Nachmittagen nach dem Unterricht bis 19 Uhr und haben uns totgequatscht. Auch entfiel dort für die GLKs kein Unterricht, hier schon. Das muss sich doch alles irgendwo niederschlagen.

    Wenn wir ehrlich sind, hat doch heute schon jede SL die Möglichkeit, die Belastung für die Lehrer in Grenzen zu halten. Gerade die Anzahl von Konferenzen, Besprechungen, Zusatzprojekte, Schulveranstsltungen, Zusatz-/ Abend-/ Wochenendtermin, geforderten Konzepten, ... könnte jeder Chef sehr reduziert halten.

    Genau deswegen ist Arbeitszeiterfassung aber auch absolut notwendig. Wie viel Zeit in Extrakram fließt, darf nicht von der individuellen Schulleitung abhängig sein, sondern muss objektiv und vollständig erfasst werden. Dass es überhaupt möglich ist, theoretisch beliebig viele Termine und Aktivitäten anzusetzen, ist doch absurd.

    Ich denke auch, dass eine solche Stelle durchaus interessant sein kann. Mich hat einfach generell gewundert, dass essentielle Informationen wie Gehalt, Deputatsstunden oder dergeichen nicht näher benannt werden.

    ...und natürlich erwartet man kein Studienrat-Gehalt, aber ein etwaige Größenordnung ist für die Frage, ob es lohnt, über die Option evtl. mal nachzudenken, ja schon nicht uninteressant.

    Nochmal. Was passiert dann mit den Kollegen, die ein Vielfaches der vorgesehenen Zeit für jede einzelne Unterrichtsstunde planen? So lange an einer einzelnen Klausur rumhantieren wie andere an einem ganzen Stapel?

    Da fängts ja schon an. Was ist denn die vorgesehene Zeit? Und unterscheidet die sich je nach Fach?

    Ich sehe das Problem ebenfalls nicht ganz. Die Zeit wird erfasst und bei massiven Überschreitungen muss es Gespräche und Gegensteuern geben, zur Not mittels Entlastung bei sonstigen Aufgaben. Letztlich wird man auch hier, wie in jedem anderen Bereich und Beruf auch, damit klar kommen müssen, dass manche Leute mehr und andere weniger in ihrer Arbeitszeit schaffen.

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