Wenn man jedes Mal die Bild verklagen würde, weil sie aus vernünftigen Reformplänen Hassbotschaften über Grünen-Politiker macht, würden die Konservativen rumjammern, dass alles links der Mitte den echten Diskurs im Gerichtssaal totkriegen wolle.
Machts das bei der "Gegenseite" dann besser oder schlechter oder kann man sich darauf einigen, dass diese Art der Rhetorik und Überspitzen generell unseriös ist und nicht zu einem sachlichen Diskurs beiträgt?
Ich erachtete den Hinweis als angebracht, nachdem du vom "Treffen von Rechtsextremen" sprachst. Das scheint mir arg pauschalisiert.
Und der Begriff der "Remigration" wird zunehmend salonfähig gemacht, jeder Verharmloser trägt dazu bei. Das ist doch genau der Punkt, Nazis salonfähig zu machen, in dem man ja mal noch alles mögliche sagen wird dürfen.
Und wieso ist es so verwerflich, über Remigration zu sprechen? Fakt ist, es hält sich eine nicht geringe Zahl von Menschen im Land auf, deren Asylgesuch abgelehnt wurde, die über keine Aufenthaltserlaubnis mehr verfügen und die der Aufforderung zur Ausreise nicht nachkommen. Warum darf nicht darüber gesprochen werden, wie diese Menschen rückgeführt werden können? Gleiches gilt für die Rückführungsoptionen von Straftätern. Mit welchem Recht maßt sich ein linkes politisches Spektrum an, Debatten über bestimmte gesellschaftsrelevante Sachverhalte zum Tabu zu erklären?
Letztlich eignen sich diese Themen Vertreter des undemokratischen Spektrums an, weil der Rest hier nicht liefert. Der Versuch, die Themen zu stigmatisieren, löst aber keine Probleme und überzeugt auch einen zunehmenden Teil der Wählerschaft nicht mehr. Vielleicht sollte man aufhören, Skandale zu inszenieren, und sich statt dessen einfach mal konstruktiv auseinandersetzen.