Die Mehrarbeit unterscheidet sich meinem Eindruck nach je nach Schulart erheblich. Ich bin nicht mit allem am Berufskolleg happy, aber bisher kommen für mich erheblich (!) weniger Arbeitsstunden zusammen, als am Gymnasium. Fängt mit weitestgehend wegfallender Elternarbeit an und endet bei den ganzen zigtausend Zusatzterminen an Kinderschulen. Vertretung hält sich bisher auch sehr in Grenzen.
Beiträge von Maylin85
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Ich träume ja von einem digitalen Portal, mit dem man sowas zügig regeln kann. Regelmäßige Routinesachen wie Praktikumsbesuche sind voreingestellt, man gibt nur kurz die Adressen/Entfernung und den aktuellen Benzinpreis ein und hat am Ende des Prozesses direkt einen angezeigten Betrag, den man sich per Mausklick aufs eigene Konto auszahlen lässt. Meinetwegen noch mit Bestätigung/Freigabe durch die Schulleitung als Zwischenschritt, aber jedenfalls so, dass die Abrechnung und Kostenbegleichung tagesaktuell möglich ist. Überall, wo Kostenbelege erforderlich sein, kann der Beleg unkompliziert als Foto beigefügt werden, fertig.
Aber wäre vermutlich alles zu einfach.
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Wir hatten neulich das Thema Praktikumsbesuche und ich nehme erstaunt zur Kenntnis, dss Kollegen dafür keine Dienstreise beantragen und keine Fahrtkosten abrechnen. Das sind meist natürlich auch nur Kleckerbeträge, aber es geht doch irgendwie ums Prinzip. Es ist keine Privatfahrt, also wird sie auch nicht privat bezahlt. Vom Versicherungsrisiko mal ganz abgesehen.
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Ich lege für schulische Zwecke prinzipiell nichts mehr aus, was den Preis eines Nahverkehrstickets übersteigt (für mich, selbstverständlich nicht für Schüler). Das kann man sachlich kommunizieren und die Schule kann sich dann überlegen, was sie damit macht. Kollegen und Schulleitung dürfen das auch gerne doof finden, weil es natürlich Folgeprobleme schafft- kann ich einordnen und nehme es nicht persönlich.
Bei Werkzeugnutzung wäre ich jetzt wiederum auch etwas sorgloser, wenn nicht gerade eine Elektrosäge im Einsatz ist. Aber auch hier lassen sich andere Haltungen plausibel nachvollziehen und sind zu akzeptieren.
Im Endeffekt sollte man die Dinge so regeln, dass sie sich für einen selbst stimmig anfühlen, und kollegialen Unmut darüber nicht allzu ernst nehmen.
Im vorliegenden Fall kann der Förderverein doch online bestellen, direkt die Rechnung begleichen und du sparst dir die Rumfahrerei.
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Doch, das tun Lehrer in der Praxis ständig. Es ist aber völlig in Ordnung, das abzulehnen - in diesem Fall kann das Projekt halt nicht stattfinden oder der Förderverein überlegt sich halt selbst, wie und durch wen das Material pünktlich in der Schule ankommt. Muss man einfach drüber stehen.
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"Mögen" ist vielleicht auch nicht das richtige Wort. Aber ich habe auf irgendeiner Ebene durchaus Empathien (denn natürlich ist das auch jemand, der in vielen Punkten im Leben ganz miese Karten gedealt bekommen hat) oder zumindest keine generelle Abneigung, auch wenn das natürlich explizit nicht für diese Tat gilt. Ich wollte nur verdeutlichen, grundsätzlich "kann" ich schon mit dieser Klientel. Menschlich. Aber eben nicht arbeiten, ohne dabei massiv Nerven zu lassen und Frust zu schieben.
Dazu müsste mir vermutlich egaler sein, welcher Output am Ende meines Unterrichts steht. Ist es aber leider nicht.
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Doch, aus meiner Sicht schon. Auf der einen Seite bezeichnest du deine SuS (oder zumindest viele von ihnen) als "verhaltensgestört" und attestierst ihnen ein oftmals "beschissenes Sozialverhalten" gegenüber ihren Mitschüler*innen. Auf der anderen Seite sind sie deiner Meinung nach "im Grundsatz nette Menschen". Das passt m. E. nicht zusammen. Ich persönlich kann zumindest jemanden nicht "nett" finden, der/die sich gegenüber anderen wie ein A...loch benimmt (auch wenn er/sie sich mir gegenüber anders verhält)!
Sehe ich tatsächlich anders. Ich habe aktuell einen Schüler, den ich persönlich durchaus mag und der sehr nette Seiten hat. Im Unterricht zeigt er aber ein katastrophal ätzendes Verhalten, ist laut, rennt ständig durch die Gegend, arbeitet erst nach zigtausend Aufforderungen oder wenn man sich daneben setzt und 1:1 betreut oder gar nicht, geht mir einfach sehr oft sehr massiv auf den Keks. Neulich erzählte er sehr erleichtert von seinem Freispruch, nachdem er einen schlafenden Obdachlosen "weggeklatscht" und krankenhausreif geschlagen habe, weil man den Mann praktischerweise zur weiteren Ermittlung nicht mehr auffinden konnte und damit auch der wichtigste Zeuge fehlte. Dieser Schüler fällt für mich definitiv in die Kategorie verhaltensgestört, dennoch sind Menschen ja in der Regel komplexe, mehrschichtige Wesen und er hat eben auch eine andere Seite, die mir per se nicht unsympathisch ist. Wir können uns durchaus gut unterhalten und im ruhigen Gespräch ist er auch einsichtig und kann sich runterfahren. Und so gehts mir öfters -> Unterricht supernervig, Sozialverhalten problematisch, dennoch kommt man auf anderer Ebene eigentlich gut zurecht.
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Ich denke, dass die meisten Jugendlichen nach wie vor im Grundsatz nette Menschen sind. Wir können übers Wochenende oder Zukunftssorgen oder das verstorbene Haustier oder den bevorstehenden Termin beim Jugendrichter oder was auch immer quatschen, alles kein Problem. Dennoch fucked mich Unterricht mit den gleichen Jugendlichen ggf. ab, wenn sie ein beschissenes Unterrichts-, Arbeits- und (untereinander) oft auch Sozialverhalten haben. Das schließt sich doch nicht aus. Und ich bin nunmal kein Sozialarbeiter, sondern sehe meine Primärfunktion immer noch darin, Fachinhalte gemäß Vorgaben zu vermitteln. Dass das häufig gar nicht möglich ist, weil die Schüler sich nicht schuladäquat gebarden, verleidet mir den Job schon ziemlich und deswegen würde ich ihn auch nicht mehr wählen. Mich würde nicht wundern, wenn es Quereinsteigern ähnlich ginge, denn dass Schule letztlich überwiegend Verhaltensmanagement ist, stellt man sich im Vorfeld vermutlich auch nicht unbedingt so vor.
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Ich würde beide Fächer behalten, weil ich sie einfach beide gerne studiert habe und das nicht missen möchte, würde aber noch ein Drittfach dazu nehmen, das an mehr Schulformen unterrichtet wird. Geo ist leider an Nichtkinderschulen kaum vertreten.
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Ich frage mich dann auch, ob man noch wertschätzend mit ihnen umgehen kann? Würde mich wirklich interessieren. Wenn ich meine SuS grundsätzlich alle für-- hier beliebige negative Eigenschaften einfügen-- halten würde, dann würde ich den Job jedenfalls nicht gut machen können, er ist so schon anstrengend genug.
Warum sollte man das nicht können? Auf persönlicher, zwischenmenschlicher Basis kam und komme ich mit fast allen Schülern gut zurecht. Ich war auch an 2 meiner Schulen SV-Verbindungslehrer. Aber an der konkreten Unterrichtsarbeit verzweifel ich immer öfter, weil oftmals einfach kein zielführender Fachunterricht mehr möglich ist. Wenn mein Job einfach nur pädagogisches Tralala wäre, wäre mir das egal und dann mache ich eben, was uns fröhlich über den Tag bringt. Kein Ding. In dem Moment, in dem ich konkreten Lernzielen verpflichtet bin, frustriert mich die Diskrepanz zwischen formalen Leistungsvorgaben einerseits und dem, was die Schüler mitbringen und mit ihnen möglich ist andererseits, endlos. Weil man in ständiger Dissonanz lebt und dank des ständig notwendigen Verhaltensmanagements schlichtweg seine Fachinhalte nicht in gebotener Tiefe vermittelt bekommt.
Daher: ich mache den Job sehr gerne, wenn Schüler MIT mir arbeiten. Wenn ich den Großteil der Zeit damit verbringen muss, Fehlverhalten ENTGEGEN zu wirken und überhaupt erst eine Umgebungskultur herzustellen, in der fachliches Arbeiten stattfinden kann, ätzt mich das an. Und wenn man sich so umhört, kippt an vielen Schulen das Verhältnis hier ins Letztere.
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Es verändert sich, das ist der Lauf der Zeit.
Wenn es sich in deinen Augen nur verschlechtert, sagt das mehr über dich als über die Schüler aus.
Eigentlich reicht da eine ganz sachliche Betrachtung. Kürzere Aufmerksamkeitsspannen und Konzentrationsfähigkeit sind nicht subjektiv herbeiphantasiert. Mehr Gewalttaten an Schulen auch nicht. Die Erosion von Verhaltensnormen lässt sich überall im öffentlichen Raum beobachten, natürlich auch in der Schule. Sinkende Leistungsbereitschaft spiegelt sich in sämtlichen Leistungserhebungsstudien, aber auch in den Stimmen von Universitäten und Ausbildungsbetrieben.
Wo genau zeigen sich denn positive Entwicklungen?
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Nee, so geil war der gar nicht. Aber dass viele Unternehmen attraktivere Konditionen bieten, als der Landesdienst, ist halt Fakt. Dass das Verhalten der Schüler sich tendenziell zum Negativen verändert ebenfalls. Einen Zusammenhang zwischen diesen Rahmenbedingungen und den hohen Ausstiegsquoten von Quereinsteigern auszuschließen, scheint mir etwas weit hergeholt. Vielmehr ist das doch sehr naheliegend.
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Es gibt durchaus Settings und Kurse, in denen ich den Job gerne mache 😊 WBK war toll, Oberstufe am Gymnasium ging auch absolut okay. Vielleicht finde ich nochmal irgendwann eine entsprechende passende Nische. Wenn nicht -> jo, dann werde ich mich vermutlich bis zur Pension durchmotzen 🤷♀️ Und völlig ungeniert 😊
Es ging aber ja auch nicht um mich, sondern darum, dass es sehr nachvollziehbar ist, wenn Quereinsteiger mit beruflichen Alternativen sich gegen ein schulisches Umfeld und eine zunehmend verhaltensgestörte Jugend entscheiden. Die Zustände in vielen Klassen dürften wohl die wenigsten Menschen als übermäßig angenehm und bereichernd empfinden.
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Für mich wäre Sport allein schon lärmtechnisch ein Graus. Onkel war sein Leben lang Teilzeit auf 20 Stunden, nicht so arg lärmempfindlich, ständig braun gebrannt, weil im Dauerurlaub (kaum Vor-/Nachbereitung und so) und hatte noch Entlastungsstunden für Vetrauenslehrergedöns. Natürlich hatte der auch das Lehrerjammergen, aber insgesamt wirkte er nicht so arg unglücklich 😊
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Nicht so arg kompliziert vermutlich, aber ohne ein vernünftiges Altersgeld noch keine Option.
Ich hab zudem immer mal wieder Bewerbungen rausgeschickt - Fazit: schlecht bezahlt ist realistisch, darüber hinaus ist es schwer. Ich war damals bei Siemens, mit tollen Incentives, Betriebsrente, IG Metall Tarif... war einfach dumm und naiv, das aufzugeben.
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Mag sein. Ich hatte ein sehr kultiviertes, ruhiges Büroumfeld, dem ich immer noch ein bisschen nachweine. Schlechteste Entscheidung meines Lebens, das aufzugeben.
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Er wollte das eigentlich schon durchaus unterrichten, Gymnasialsstellen gabs damals aber nur in Sachsen-Anhalt. Hat er kurz ausprobiert und dann doch lieber Gesamtschule in NRW gemacht.
Wie ich hörte, war Latein dann auch eher eine etwas leidige Geschichte und man/er letztlich froh, dass das Elend nicht auch in der Oberstufe weiterging...
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Mein Onkel hatte auch Sport/Latein.
Nie eine Klassenleitung, nie groß Korrekturen (Gesamtschule, keine Latein-Oberstufenkurse) Träumchen. Vielleicht ein heißer strategischer Tipp für den frustrierten Klassenleitungs-Nichtbeamten nebenan 😄 -
Verhaltensstörungen sind das absolut größte Übel in diesem Job. Ich finde sehr plausibel, dass jemand mit beruflichen Alternativen ganz schnell zum Ergebnis kommt, sich das nicht anzutun und lieber in ein kultivierteres berufliches Umfeld zurückzukehren.
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Die Schüler dürfen aussuchen, weil sie ja ggf. schon mit Fach 1 oder 2 auf die benötigten Punkte kommen und es daher sinnvoll ist, die stärkeren Fächer nach vorne zu legen.
Mich persönlich ärgert viel mehr, wenn Schüler freiwillige Prüfungen zur Notenverbesserung ansetzen und dann kurzfristig doch wieder absagen. Ist mir mehr als einmal passiert und maximal unnötig.
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