Beiträge von Maylin85

    Wir reden von ein paar Euro Fünfzig. Da müssen wir dann überlegen, ob wir vom Prinzip her argumentieren oder auf den tatsächlichen Betrag schauen.

    Spaßhalber geguckt, bei mir wären es 168,76€.

    Sorry, aber für wen das "paar Euro Fünfzig" sind, der lebt auch etwas entrückt von der Realität sehr vieler Menschen.

    Ein zentrales Argument gegen die Abschaffung des Beamtentums bei Lehrkräften war ja das Streikrecht. Ich sehe da ein viel gravierenderes Problem. Wenn Lehrkräfte künftig wie "normale" Angestellte ihre Jobs an ihren Schulen im Extremfall mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen können und dann an einer anderen Schule anheuern können, dann haben insbesondere Brennpunktschulen künftig ein ganz erhebliches Problem - oder die Stellen dort müssten besser bezahlt werden, was aber aufgrund des öffentlichen Arbeitgebers nicht passieren wird.

    Das Beamtentum bietet die einzigartige Möglichkeit, Schulen in unattraktiven Lagen ohne Mehrkosten gegen den Willen der Beschäftigten mit Personal zu versorgen. Gleichzeitig hätten wir da pädagogisches Kontinuitätsproblem und die Schulen können auch nicht mehr über ein Halbjahr hinaus mit Personal planen.

    Das sehe ich auch so, "da draußen" sieht es aber niemand. Und wenn ich als Politiker Wählerstimmen priorisieren würde, wäre das für mich ein we'll-cross-that-bridge-when-we-get-there-Punkt.

    Realistisch betrachtet wird der Privatschulsektor ohnehin immer stärker und der Anteil an Beamten im Schulsystem damit wahrscheinlich langfristig rückläufig sein.

    Von den Zuschlägen wissen die wenigsten, daran stößt sich niemand außer kinderlose Beamte. Es wird sich immer an den Pension und der DRV gestoßen.

    Nehme ich anders wahr und kriege immer öfter Screenshots und Diskussionen dazu auf diverse Social Media Feeds gespült.


    Meinst du die Höhe und Ausgestaltung in NRW je nach Wohnort oder meinst du das Prinzip der Zuschläge generell?

    Ich meine generell das Prinzip, ganze Familien statt nur den Menschen zu alimentieren, der seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt. In NRW ist das ganze System natürlich nochmal besonders pervertiert.


    Ok. Nur wann ist dieses Empfinden "gestillt"?

    Sehr hypothetische Frage. Weiß ich nicht. Aber um des sozialen Friedens Willen wird man meines Erachtens irgendwo anfangen und Zugeständnisse machen müssen. Finde ich als Betroffener auch nicht toll, aber geboten.

    Ich verstehe den Unmut bei Nichtbeamten, denn gerade die Zuschläge sind einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß, teuer und sozial ungerecht. Mich würde sehr wundern, wenn demnächst nicht massiv an Beamtenprivilegien geschraubt würde - seien es Zuschläge oder Maximalpensionen oder Beihilfesätzen oder was auch immer. Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen. Es spielt auch gar keine Rolle, wie sich das tatsächlich kostentechnisch niederschlägt, es geht im Wesentlichen sicherlich auch im Gerechtigkeitsempfinden beim Wähler.

    Was wären wohl die steuerrechtlichen und sozialrechtlichen Konsequenzen, wenn ich 2 mal Vollzeit arbeite. Muss einer der Arbeitgeber irgendwelche Schutzvorschriften einhalten, weil ich dann 2 mal 40 h arbeite? Muss ich meine Nebentätigkeiten von beiden Arbeitgebern genehmigen lassen? Was ist, wenn man neuer AG das nicht so witzig findet. Wäre das ein Kündigungsgrund? Spannende Fragen.

    Naja, mal realistisch betrachtet.. Sozialversicherungen und Krankenkasse werden bei zwei Vollzeitmeldungen vermutlich nachfragen, was da los ist... man wird feststellen, dass das arbeitsrechtlich nicht okay ist... da man das nicht als Dauereinrichtung plant, sondern eh nur ein paar Wochen Überschneidung überbrückt, kann einem das letztlich egal sein, man behebt die Zustände ja schnell... das Land wird einen Verstoß gegeh den Arbeitsvertrag feststellen, fristlos kündigen und ggf. Schadensersatz geltend machen, danach ist der Drops gelutscht

    Wenn man sicher (!) nicht mehr vor hat, jemals wieder im ÖD zu arbeiten, ist das meines Erachtens die bessere Variante, als sich eine sehr passende Stelle mit Zukunftsperspektive durch die Lappen gehen zu lassen. Man sollte mit dem neuen Arbeitgeber aber vermutlich offen kommunizieren, der könnte das sonst möglicherweise komisch finden^^

    Wieso nicht bei Versagen der Vertragsauflösung zum 31.5. einfach sagen "verstehe ich, werde aber trotzdem ab 1.6. woanders arbeiten und nicht mehr hier antreten"? Mehr als im allerschlimmsten Fall Schadensersatz zahlen zu müssen, kann ja nicht passieren.

    Krankmeldungen und ein herbeiphantasiertes zerrüttetes Arbeitsverhältnis wären mir zu unaufrichtig. Wenn der neue Job eine Investition in die Zukunft und es wert ist, würde ich mit klarer Ansage und Haltung gehen, auch wenn es ggf. am Ende etwas Geld kostet.

    Ich habe in den Ferien auf einer Hauseinweihungsparty jemanden kennengelernt, der behauptete, exakt damit Geld zu verdienen. Er hat nach eigenen Angaben (und er hat mir auch was gezeigt) 6 KI-generierte Accounts/Figuren auf Instagram (kein politischer Content), mit denen er über Fanvue, Buy me a coffee und Patreon angeblich etwa 12.000€ netto im Monat verdient. Mir wurde viel erzählt über ComfyUI Workflow und ChatGPT-generierte Kling Motion Control, Faceswap und noch mehr, was ich vergessen habe 😄 Soweit ich es verstanden habe, läuft das Business weitestgehend automatisch und er setzt lediglich noch Prompts und nutzt kleinere Modelle, um die Figuren im Hinblick auf Stil und Look konsistent weiterzuentwickeln.

    Ziemlich verrückt. Ich weiß noch nichtmals, ob ich sowas ethisch unanständig finde oder nicht. Mir erschließt sich überhaupt nicht, wieso Menschen für sowas Geld zahlen.

    Man kann nicht erwarten, dass Betriebe, die wirtschaftlich arbeiten müssen, ihre An- und Abfahrtzeiten an Schulpausen ausrichten. Einem Paketlieferanten sagen, er möge bitte 10 Minuten warten, halte ich für ziemlich absurd. Dann müssen Kinder eben mal zur Seite gehen.

    Hatte früher wieder einmal die Aufsicht verschlampt, als in der Pause die Glasscheibe auf dem Schulhof aufgrund einer Keilerei unter Schülern zu Bruch ging.

    Musste zur Notlüge greifen, dass ich an der anderen Ecke vom Schulhof stand.

    Seitdem vergesse ich die Aufsicht seltener.

    Musstest du das wirklich? Eine meiner Ex-Schulleitungen hat mal eine Dame von der Unfallkasse zur GLK eingeladen - eigentlich mit der Intention, dem Kollegium deutlich zu machen, dass spät angetretene oder vergessene Aufsichten im Zweifel unangenehme Konsequenzen haben. Faktisch erzählte die Dame dann, dass letztlich gar nichts passiere, solange kein Vorsatz nachgewiesen werden könne. Vergessen kann passieren, eine Verspätung durch eigenen Toilettengang ist völlig in Ordnung etc., man darf lediglich nicht nachweislich wissentlich lieber selbst Pause machen. Gefiel der SL damals nicht so.

    Machst Du denn am BK davon irgendwas?

    Nein. Ich denke aber ehrlich gesagt nicht, dass ich da ewig bleiben werde, und denke momentan wieder sehr viel über andere Schulformen nach. Genau die aufgezählten Dinge schrecken aber letztlich dann doch ab.


    [An meiner Schule führen die Klassenlehrer aber tatsächlich Klassenordner und heften Dinge ab, die ich an anderen Schulen nur ans Sekretariat weitergeleitet habe. Unterschriebene Schulverträge, Bücherkautionsgedöns, Ausbildungsverträge, etc. und auf Hinterhertelefonieren bei Fehlzeiten usw. bleibt natürlich beim Klassenlehrer hängen. Trotzdem natürlich wahrscheinlich kein Vergleich zum Sek I Aufwand.]

    Als Single? Das sollte ungefähr dem deutschen Durchschnitt entsprechen.

    Mag sein. Für mich gehören aber mindestens eine vernünftige Wohngegend, Auto, Konzerttips und Hunde zum Leben. Allein die Hunde kosten mich (mit Tagesbetreuung) monatlich 1200€. Müsste ich auf irgendwas davon verzichten, wüsste ich nicht, wofür ich überhaupt arbeiten gehe. Diese Unnehmlichkeit nimmt ja in Kauf, damit man den Rest seiner Zeit so verbringen kann, wie man ihn als lebenswert empfindet.

    Ich käme mit 2700 netto definitiv nicht klar. Die Frage, warum nur 75%-Teilzeit funktioniert - wenn es ein Grundsatzproblem ist, das man in jedem anderen Job auch hätte, okay, wenn es aber speziell der Lehrerjob mit seinen Rahmenbedingungen ist, würde ich bei dieser Gesamtkonstellation vermutlich aussteigen und etwas anderes suchen.

    Oder durchrechnen, wie es finanziell im Anstellungsverhältnis statt Planstelle aussähe.

    Im Gegenzug entfielen Klassenfahrten, Ausflüge (wenn nicht unmittelbar fachlich relevante Exkursionen), Elterngespräche zu nichtfachlichen Themen, Elternabende (Klassenführung liegt ja beim Sozialpädagogen), Kennnelernnachmittage, Vorbereitung von nichtfachlichen Aktionen fürs Schulfest, Verwaltung von Fehlzeiten, Zettel- und Geldeinsammelaktionen, Klassenstunden, Konfliktlösungsgespräche, etc. pp.

    Wenn der Job nur noch Fachunterricht ist und der ganze Rest jemandem anders zugeordnet ist, unterrichte ich sehr sehr gerne mehr 😊

    Wir bräuchten für jede Klasse einen Sozialpädagogen, der Klassenmutti/Klassenpapa ist, sich um soziale Belange, Elternarbeit und Verwaltungskram kümmert. Ich mache im Gegenzug gerne 10 Stunden mehr Fachunterricht, wenn dieser ganze Sozial- und Verwaltungskram ausgelagert werden könnte.

    Aber das ändert doch nichts an der gesamt-Arbeitszeit, die 41 Stunden + x (Ferienausgleich) beträgt. Egal, wie es angerechnet wird. Auf die muss jeder persönlich achten. Die, die eine Stunde angerechnet bekommen, haben noch mehr Zeit für anderes wie Unterrichtsvorbereitung oder Projekte. Die anderen eben nicht.

    In der Theorie mag das so sein, in der Praxis haben alle mehr oder weniger das gleiche Tableau an obligatorischen Aufgaben. Dazu kommt, dass mein subjektiver Eindruck ist, dass an Schulen im Ganztag häufig auch noch viel öfter konferiert wird oder irgendwelche Teamsitzungen, Dienstbesprechungen etc. pp. stattfinden. Auch das wird bisher nicht erfasst.

    Zu sagen, man möge sich halt bitte selbst über Unterrichtsvorbereitung entlasten und damit die sehr unterschiedliche Zeit zu rechtfertigen, die Lehrkräfte in Präsenz gebunden werden, ist halt sehr sehr einfach gemacht.

    Ist richtig, aber momentan ist es so, dass eine Schule zur Hälfte anrechnet, die nächste voll - in welcher Welt ist das richtig? Entweder man schafft überall gleiche Rahmenbedingungen oder man berechnet endlich korrekt. Im aktuellen Modell sind Kollegen an "ungut" arbeitenden Schulen überproportional gekniffen.

    Betrifft mich übrigens momentan gar nicht, aber aus leidvoller Erfahrung an der Ex-Ex-Schule heraus bin ich ein großer Verfechter der Arbeitszeiterfassung.

    Ja, das ist mein Punkt: liege ich dann richtig mit meiner Vermutung, dass an den gebundenen Ganztagsschulen, egal ob Gesamtschule oder Gymnasium, die zeitliche Anwesenheit definitiv höher ist als bei normalen Gymnasien?

    Ich frage auch deshalb, weil ich es von anderen Schulen, besonders Berufsbildenden Schulen und Weiterbildungskollegs kenne, dass dort eben keine oder wenig Aufsichten vorhanden sind und bei Abwesenheit der Schüler die Stunden einfach ausfallen, Vertretung eher selten. Bei Berufsschulen kommt hinzu, dass bei weniger als 6h am Tag die Klasse gerne abbestellt wird (weil z.B. ein Fachkollege mit 3 und mehr Stunden an dem Tag nicht da ist), was bedeutet, dass die anderen Kollegen an dem Tag in der Klasse dann auch frei haben.

    Insofern habe ich das Gefühl, dass die Arbeit an einer Schule mit gebundenem Ganztag von der zeitlichen Belastung doch höher liegt als an den anderen genannten Schulformen - oder übersehe ich da etwas?

    Sehe ich auch so. Ich war am Gymnasium ohne Ganztag, da gabs 2-3 Bereitschaftsstunden und das wars. Außerhalb der Bereitschaften hatte ich dort nie Vertretung. Am WBK sowieso nicht, jetzt am BK wird - wenn möglich - verschoben oder vorgezogen, ansonsten haben wir überwiegend Parallelaufsichten. Dass mal eine Zusatzstunde durch Vertretung anfällt, kommt ab und an vor, ist mir aber bisher auch eher selten passiert. Dafür gab es auf der anderen Seite der Bilanz aber auch Ausfallstunden durch abbestellt Klassen, insofern habe ich nicht das Gefühl, sonderlich oft Mehrarbeit zu leisten.

    Leute im Ganztag scheinen mir deutlich mehr präsent sein zu müssen (ob mit oder ohne Einsatz).

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