Beiträge von Maylin85

    Wenn man konsequent Ausflüge, TdoT, Konferenzen, Elterngespräche, Klassenleitungsaufgaben, Aufsichten etc. prozentual anteilig vergeben würde, müssten die Vollzeitkräfte diese Aufgaben bis zu den 100% übernehmen.

    Diese Logik ist eben falsch, denn das sprengt dann auch den Rahmen der Vollzeitkräfte (bzw. die Mehrheit leistet eh bereits Überstunden)

    Die Diskussion wäre sofort vom Tisch bei korrekter Arbeitszeiterfassung, dann geht nämlich für jeden Beschäftigungsumfang nur das, was zeitlich auch tatsächlich reinpasst und bezahlt wird.

    Faszinierend, welch reaktionäre Haltungen noch durch diese Gesellschaft geistern.

    Meine Eltern hätten sich locker 5 oder 10 Jahre früher trennen können und ich bin sicher, es hätte niemand Schaden genommen. Solange Verhältnis zu und Umgang mit den Kindern vernünftig gestaltet wird, soll doch bitte jeder sein Leben leben, wie und mit wem er möchte und es ihm gut tut, Funktionierende Ehen sind statistisch wohl eh in der Minderheit, wenn knapp 30% eh geschieden werden und man noch all diejenigen hinzuzählt, die nur aus pragmatischen Gründen oder Zwängen bestehen bleiben.

    Ich meinte: wenn ein Paar, bei dem beide Partner arbeiten und Steuern zahlen, eine Betreuung benötigt und dann aus sozialen Gründen keinen Platz bekommt, während Kinder von Leuten, die ganztätig zu Hause sind, aufgenommen werden, dann läuft doch was falsch. Ich verstehe ja die Argumentation über den Aspekt notwendiger Frühförderung, aber es kann auch nicht sein, dass Steuerzahler zwar alles finanzieren dürfen, im Bedarfsfall selbst dann aber nachrangig behandelt werden und ggf. gravierende Einschränkungen und fiananzielle Verluste hinnehmen müssen, weil eine Berufstätigkeit nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich ist. Kinderbetreuungseinrichtungen sollten in erster Linie Berufstätigen den Rücken frei halten.

    Freunde von mir leben das Nestmodell. Kannte ich bis dahin nicht und heißt, die Kinder leben dauerhaft in einer Wohnung (bzw. in dem Fall im noch nicht abbezahlten Haus) und Mutter/Vater zieht im Wochenwechsel dort mit ein. Furchtbar teuer und hat den Nebeneffekt, dass beide sich für die Auswärtswoche jeweils nur ein 1-Zimmer-Apartment in irgendwelchen abgeranzten Ecken der Stadt leisten können.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man dauerhaft so leben kann und schaue gespannt zu. Betreuungstechnisch aber sicherlich ein sehr faires Modell.

    Ehrlich gesagt, hatte ich in letzter Zeit den Eindruck, dass du von deiner Arbeit in diesen Klassen sehr genervt bist und unglücklich, dass du dort eingesetzt bist. Aber vielleicht irre ich mich oder habe deine Beiträge falsch interpretiert.

    Mich hat am Gymnasium sehr frustriert, dass es einfach keins war (verglichen mit den beiden anderen, die ich aus Ref und Vertretungsstelle kannte). Ein erheblicher Teil der Schüler in der Unterstufe war mit den Anforderungen komplett überfordert und ungeeignet, dennoch war Abschulen aus verschiedenen Gründen sehr unpopulär. Einerseits wollte die Schule es nicht, Stichwort Stellen, andererseits gab es in der Kommune auch schlicht keine Schulplätze an anderen Schulformen und ca. im Februar/März kamen lustige Vorgaben, wie viele Schüler man denn am Ende der Erprobungsstufe abgeben "darf" - das waren bei Sechszügigkeit in meinem ersten Jahr dort 8. Ich hatte damals zwei Unterstufenklassen in Englisch und ein Drittel meiner Schüler stand mangelhaft. Das ist ein sehr unngenehmes Spannungsfeld und man ist ständig in Rechtfertigungsposition, wenn man seine Noten nicht einfach wunschgemäß hochsetzt.

    In den genannten Klassen bin ich auch nicht superglücklich, der Eindruck stimmt wohl, aber die Schüler sind da, wo sie sind, am richtigen Platz. Und ich bin als Lehrkraft nicht in der Situation Komptenzen bescheinigen zu sollen, die faktisch nicht da sind - finde ich im Gesamtpaket deutlich angenehmer, weil es keine Dissonanz zwischen Schülerschaft und formellem Anforderungsniveau gibt. Was mich nervt, ist angesichts von Verhaltensauffälligkeiten und Arbeitsverhalten die konkrete Unterrichtsarbeit, aber das betrifft eine ganz andere Ebene und ist vor allem ein Bereich, auf den ich selbst Einfluss habe und an dem ich arbeiten kann... ich bin seit ein paar Wochen vorsichtig optimistisch, dass das besser gelingt 🙂

    Du würdest dann aber vielleicht nicht am Gym arbeiten, sondern an einer anderen Schulform, in der die 50% des Fünferjahrgangs, die des Gymnasiums nicht angemessen hältst, mit denen gemeinsam unterrichtet werden, die du am Gym nie zu Gesicht bekommst, weil sie dieses nicht in Erwägung ziehen.

    Deine Klasse wäre auch groß und das Lernvermögen wäre bei jedem Schüler irgendwo zwischen Hochbegabung und Unterstützungsbedarf Geistige Entwicklung.

    Die phänomenale Ausstattung, die gerne vorgeschlagen wird, hat es so noch nicht gegeben.

    Es bleibt allein die Vorstellung derjenigen, die es sich am Gymnasium ihren Vorstellungen entsprechend einrichten möchten, ohne Rücksicht auf alle und alles andere.

    Darum: schaffen wir die traumhaften Vorstellungen der Versorgung an anderen Schulformen, so gut, dass selbst Menschen wie plattyplus ihre Kinder auf diese Schulform schicken mögen. Erst dadurch würde sich ein Traumgespinst des Gymnasiums verwirklichen lassen, mit den verbleibenden 20% Schüler:innen und der Lehrkräfte und allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringen würde.

    Ich bin ja gar nicht mehr am Gymnasium, sondern unterrichte inzwischen auch Ausbildungsvorbereitungklassen und Klassen mit Ziel Hauptschulabschluss. Das kann ich erheblich besser ertragen, als die Farce am Gymnasium, wo man unter dem Druck steht, eigentlich formell ein gewisses Grundniveau halten zu müssen (was aber gar nicht möglich ist, seit sich jeder anmelden kann, wie er lustig ist).

    Abgesehen dvon gibt es in meiner idealen Welt gar nicht einerseits Gymnasium und andererseits Rest, sondern eine saubere Mehrgliedrigkeit. Je anspruchsvoller die Bedürfnisse und je betreuungsintensiver die Schülerschaft, desto mehr Ressourcen.

    Komm zu mir nach Haus. Mein Mann sieht meine Tochter als seine an. Und dass, obwohl der Papa nach der Trennung präsent war. Meine Bedingung war: Uns gibts nur zusammen.

    Der Mann meiner Mutter hat meine Schwester und mich auch direkt voll und ganz als "gehört zum Paket" akzeptiert, da war nie irgendwas disharmonisch (während sie umgekehrt recht flott seine Katzen zur Ex-Partnerin ausquartiert hat, was wiederum an seiner Stelle für mich komplett red flag gewesen wäre 🤨). Ich halte das aber eher für eine Ausnahme.

    Generell gilt aber wohl, je älter die Kinder sind, desto weniger problematisch ist die Konstellation. Kinder jenseits der Schulzeit leben ihr eigenes Leben und wären mir auch egal. Im Ausgangsposting las es sich für mich so, als ginge es um kleinere Kinder und die sind eben Zeitfresser und erfordern mehr Betreuung.

    In Sachen Einschränkungen durch Haustiere gebe ich Plattyplus Recht. Wenn jemand darauf keine Lust hat und es Ausschlusskriterium ist, ist das genau okay, wie die analoge Haltung zu Kindern.

    Das ist an den anderen Schulen auch so, wird aber gerne bei denen vergessen, die sich, wie Maylin85 , eine stärkere Segregation wünschen.

    Ich habe genau an einem solchen Gymnasium gearbeitet, an dem 50% eines Fünferjahrgangs keine Gymnasialempfehlung hatten und jeder durchzogen wurde/werden sollte, weil "sonst müssen wir abordnen". Meinst du, es macht Spaß, da zu arbeiten? Ich halte diese Argumentation und ihre Effekte für extrem fragwürdig.

    Und nein, ich beschwere mich nicht, wenn andere Schulen mehr Ressourcen bekommen. Es gibt Schulen, die brauchen das aufgrund ihrer Klientel, und andere, wo es quasi keine Schwierigkeiten gibt und auch eine dünne Personaldecke funktioniert (auch das habe ich erlebt). Es wäre schon viel geholfen, wenn Ressourcen bedarfsgerecht verteilt würden. Das ist aber halt schwierig, wenn Schüler sich so verteilen dürfen, dass quasi überall erhöhter Bedarf besteht.

    Naja, wer ist schon "Familienmensch" für eine fremde Familie. Zu einem gewissen Grad gehören Kinder bei einem Menschen mit Kindern zum Gesamtpaket, dennoch möchte ich denjenigen sehen, der sie nicht - und wenn auch bloß insgeheim und aus Gründen nicht laut ausgesprochen - als mindestens kleinen Störfaktor wahrnimmt. Gerade in der Anfangsphase. Je weniger sie in Erscheinung treten, desto besser ist das erstmal.

    Es wird auch seine Gründe haben, dass viele Männer Kinder in Dating Apps erstmal verschweigen, denn natürlich beeinflusst diese Angabe die Matchquote. Wer nach einer Trennung erstmal eine neue Beziehung priorisiert, gehört dann eben ggf. zu den 30%.


    Hunde sind immer ein Plus 😊

    Katzen tolerabel.

    Letztlich ja wechselseitig.

    Ich könnte mir aber tatsächlich vorstellen, dass ein Teil der 30% eben seine neue Beziehung über Kinder priorisiert (weil sie sonst tendenziell nicht funktioniert) und die Zahl auch deswegen zustande kommt. Insbesondere dann, wenn die neue Partnerin deutlich jünger ist. Lässt sich jedenfalls völlig anekdotisch vereinzelt im Bekanntenkreis beobachten.

    wenn sich jemand in eine Person mit Kindern verliebt - verliebt er/sie sich in eine Person mit Kindern. Und dann muss auch das Verständnis dafür da sein, dass der neue Partner erst einmal der Vater / die Mutter der Kinder ist. Und wenn dieses Verständnis nicht da ist .... sollte der neue Partner überlegen, ob dieser jemand die richtige Wahl ist.

    Und über so viel Egoismus im Sinne von "Ich bin wichtiger als die Kinder des Partners" kann ich nur die Stirn runzeln.

    Richtig. Deswegen sind Kinder bei mir mittlerweile auch Red Flag.

    Es geht auch gar nicht um "wichtiger", sondern um Interessensausgleich. Wenn ich ein Leben leben wollen würde, das um Kinder und deren Bedürfnisse kreiselt, hätte ich selbst welche. Ich habe sehr bewusst keine.

    Der Mann war sicher toll und macht das gut 😊 Für neue Beziehungen ist sowas aber ein Killer.


    Hättest du in die Kirche nicht mitgehen können?

    Vermutlich fände ich da sogar den Fußballplatz an einem verregneten Sonntagnachmittag noch attraktiver...

    (welcher Direktor?)

    Es reicht, wenn jedes Kind einen einzigen Sport macht. In der Regel geht das mit mindestens 1 Training unter der Woche und einem Wettkampf am Wochenende einher. In Großstädten erledigen Kinder zwischen 7 und 11 das auch nicht alleine zu Fuß oder mit dem Bus, bei Auswärtsterminen sowieso nicht. Dass eine 16jährige abends nicht alleine mit der Bahn durch die Gegend gurken soll, verstehe ich in diesen Zeiten durchaus auch. Also in der Sache alles korrekt und nachvollziehbar. Und trotzdem hast du da als Partner keinen Bock drauf.

    Anfang 20 war ich 5 Jahre mit einem alleinerziehenden Vater zusammen, das war dagegen überhaupt kein Problem. Retrospektiv allerdings vermutlich auch nur deswegen, weil das Kind ordentlich zurückstecken musste. Damals ist mir das nicht aufgefallen, aber wenn ich so zurückdenke... wir waren alleine im Urlaub, superoft auf Wochenendtrips und Kind bei Oma, sehr oft im Restaurant und Kind hat bei Oma gegessen, in den ganzen 5 Jahren nur ein einziges Mal beim Fußballspiel am Wochenende (fand ich sehr ätzend und hab meinen Partner das damals auch wissen lassen, danach hat er nie wieder gefragt), haben ausgeschlafen und Kind hat alleine gefrühstückt und sich dann alleine beschäftigt usw. Aus heutiger Sicht finde ich manches daran etwas fragwürdig, aber so funktionierte es.

    Fakt ist, keine Frau stellt sich hinter Kindern an. Wenn also Väter sich nicht kümmern, ist das für neue Beziehungen sicherlich erstmal positiver, als wenn sie sich zu viel kümmern.


    Sicherheitshalber: das heißt nicht, dass ich das gutheiße. Wer Kinder hat, sollte sich selbstverständlich auch angemessen kümmern und seine Kinder priorisieren. Mir geht es ausschließlich um den angesprochenen Aspekt, was nachfolgende Partnerinnen wohl denken, und das ist ganz einfach: je weniger Kinder ins Leben pfuschen, desto besser.

    BaldPension Ich bezog mich eher auf den Satz "Wie gehen im Zweifelsfall zukünftige Partnerinnen damit um".

    Ich hatte vor ein paar Jahren eine kurze Beziehung mit einem Mann, der 3 Kinder hatte und sich sehr engagiert gekümmert hat. War ganz toll (Ironie). Ständig musste irgendein Kind zu irgendeinem Hobby gefahren werden, die Wochenenden waren mit Vereinsterminen der Kinder vollgeklatscht, in den Ferien war permanent irgendein Kind (oder wahlweise gleich mehrere) da oder wollte/sollte mit in den gemeinsamen Urlaub (mit den entsprechenden Einschränkungen vor Ort). Abends am Wochenende war er ständig auf Abruf, seine älteste Tochter spätabends irgendwo abzuholen und nach Hause zu fahren; Sonntagmorgens rannte er mit dem angehenden Kommunionskind in die Kirche. Jeden. Verdammten. Sonntag. Das ist definitiv too much und hält keine neue Beziehung aus, ergo habe ich dort auch die Reißleine gezogen.

    Sich kümmernde Väter sind superunattraktiv für nachfolgende Partnerinnen.

    Okay, so kann man argumentieren. Ich persönlich finde "viel, aber unsauber" schlimmer, als weniger Aspekte anzuführen und dafür aber über den gesamten Text hinweg handwerklich sauber zu arbeiten, aber das kann man ja oder oder so sehen. Wenn du deine Kriterien transparent darlegen kannst, müsste sich die Situation doch schnell auflösen.

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