Beiträge von Maylin85

    Es geht hier im Faden aber um die schlechten Bildungsleistungen von Kindern mit Migrationshintergrund als Teil der Pisa-Befunde und du hast die Zentren in Reaktion auf ein Posting von Quittengelee erwähnt, in dem es um bildungsferne Mütter mit schlechten Deutschkenntnissen und Deutschkurse geht. Das betrifft nunmal im Normalfall die 1. Zuwanderungsgeneration, denn die 2. oder sonstwievielte hat in der Regel bereits selbst deutsche Schulen besucht und entsprechende Sprachkenntnisse.

    Es ist Rassismus, wenn man es befürworten würde, ein Bleiberecht evtl. sinnvollerweise an Integrationsleistungen zu koppeln? Aha. Ja, dann bin ich das wohl 😊🤷‍♀️ Ich halte so etwas jedenfalls für einen stärkeren Anreiz (und damit in weiterer Folge auch einen stärkeren Hebel für den Bildungserfolg von Kindern), als ein Kaffeetrinkangebot oder kostenlose Hilfe beim Ausfüllen von Sozialanträgen. Dass man damit nur einen Teil der Gruppe mit Bildungsproblemen trifft, ist mir klar, es wäre aber mal ein Anfang.


    Ansonsten: gerade WEIL meine Kommune großzügig Geld für solche Projekte und Initiativen rausschleudert, für die die normalproduktive Bevölkerung mit ständigen Gebührenerhöhungen zur Kasse gebeten wird, erlaube ich mir eine Meinung dazu. Auf die große Trendwende in den Stadtteilen, in die besonders viele Zuwendungen fließen, wartet man jedenfalls vergeblich. Ich hoffe für meine Stadt, dass wir bitte möglichst zeitnah endlich in die Haushaltssicherung rutschen und das Geldausgeben zur Abwechsung mal auf Notwendiges beschränkt werden muss.

    Solche Programme verschlingen Unsummen bei zweifelhaftem Erfolg - es besteht ja nichtmals eine Pflicht, auch hinzugehen. Zum Kaffeeklatsch geht, wer sowieso grundsätzlich den Hintern hochkriegt. Ich empfinde das nicht gerade als sinnvollen Umgang mit Steuergeldern.

    Besser wäre, wir machten es wie Kanada: Bleibeerlaubnis nur gegen Nachweis konkreter Integrationserfolge. Ich habe derzeit eine Schülerin (Ukrainerin), deren Eltern innerhalb von 3 Jahren in Kanada nicht genügend Punkte zusammenbekommen haben. Heißt für die Familie, dass sie halt wieder ausreisen musste.


    Zum Glück sind die führenden asiatischen Systeme alle glücklich und friedfertig, man möchte unbedingt tauschen!

    Och. Gegen ein bisschen mehr Singapur hätte ich im Prinzip gar nichts.

    Und es ist genau diese westliche Arroganz, dass unser (Holz)Weg trotz mieserabler faktischer Ergebnisse irgendwie überlegen sei, die uns in den nächsten Jahrzehnten sowas von abschmieren werden lässt...

    Die ganze Individualisierung ist doch Mumpitz. Wenn man ehrlich ist, funktioniert es nicht mehr, seit Schülern nicht mehr abverlangt wird zuzusehen, dass sie vernünftig Schritt halten und verbindliche Standards erreichen. Ich möchte mal sehen, wie viel Individualisierung (wie wir sie hier verstehen) denn so in den führenden asiatischen Systemen zu finden ist...

    Das Problem daran ist, dass diese Fahrten mit 2 Kollegen an den meisten Schulen selbstverständlicher Usus sind und gar nicht hinterfragt wird, ob das so korrekt ist und ob/dass es eigentlich ein Schichtsystem mit dienstfreien Zeiten geben müsste. Mir kam das in meinen Berufsanfangsjahren auch gar nicht in den Sinn, weil machten ja alle so. Junge Kollegen werden in ein blödes Gewohnheitssystem reinsozialisiert und das ist im Grundsatz eigentlich bereits falsch. Und sollte daher von einer Breite des Kollegiums nicht so mitgetragen werden.

    Ah, okay. Danke und sorry.
    Warum ich zu der Annahme kam: du beschwertest dich über die Rumlaufenden Kinder und ich habe da auf die Freiarbeit und die "Bewegungskonsequenzen" verwiesen. Als du dann schriebst "Dann machst du es selbst auch so" lag der Verdacht natürlich sehr nahe.

    Stimmt, das ist naheliegend und kann ich nachvollziehen. Ich finde das per se ja gar nicht "schlimm". Meine eigene GS Lehrerin war Montessoripädagogin und wir haben schon Anfang der 90er superviel mit Freiarbeit, Wochenplänen usw. gearbeitet. Scheinbar hat das irgendwie funktioniert, es wechselte aber auch mit anderen Phasen.

    Momentan (und das mag sicher auch an Schulform und Bildungsgängen liegen) habe ich so viele Schüler, die überhaupt gar nicht mehr zuhören, leise sein und stillsitzen können, dass ich ab und an sinniere, ob die überhaupt jemals anders gearbeitet haben und wie das in der bisherigen Schullaufbahn wohl funktioniert hat. Meinen eigenen offenen Unterricht erlebe ich dort aber halt auch nicht als sonderlich effizient (muss aber evtl. auch Abstriche machen und mich noch daran gewöhnen, dass es nicht mehr ums Abitur, sondern um Hauptschulabschlüsse geht - zugegeben).

    Naja, hier steckt halt jeder in seinen eigenen Schuhen und liest entsprechend. Das ist verständlich und schon okay. Ich hatte tatsächlich im Sinn, wie ich meinen eigenen Unterricht mit solchen Unterrichtsformen oft wahrnehme. Starke Lerngruppen machen was Gutes draus, in Gruppen, in denen eh schon Chaoten dominieren - naja.

    Eben. Aber Maylin argumentiert damit, dass die Reichen (oder sogar sie selbst im Falle der Beschulung eines Kindes) keine staatliche Schule nehmen würden und somit sich aus dem System heraushalten dürften.
    und das wird dann nicht mehr lustig.

    Ich selbst würde mangels finanzieller Mittel vermutlich die kirchliche Schule als Mittelweg wählen. Aber es ging ja explizit um die Gehaltsgruppen, für die die Vermögenssteuer zum Tragen käme. Deren Möglichkeiten sind weitgefasster.

    Meine Cousins waren auf "richtigen" Privatschulen im Frankfurter Umland. Eine meiner Freundinnen zahlt für die (britische) Schule ihres Kindes einen soliden fünfstelligen Betrag. Ich kenne auch die Schulgelder der deutsch-französischen Schule in Düsseldorf. Ich hab durchaus Vorstelllungen 😊 Und ich glaube, wer es sich leisten kann UND passende Schulen in erreichbarer Nähe hat, nutzt sie auch.

    Ich fürchte es ist total egal, ob und wer früher irgendwas in der Erziehung verbockt hat, am Ende muss man die Kinder und Jugendlichen unterrichten, die morgens den Raum betreten und selbst Entscheidungen treffen, wie man das tut.

    Das ist richtig und tun wir ja vermutlich auch alle. Für meine Nerven ist die einfachste Variante, selbst halt auch nur noch irgendwelche Lerntheken reinzuschmeißen, lärmdämpfende Ohrenstöpsel in die Ohren zu stopfen, rumzugehen, ein bissi zu helfen und die Schüler ansonsten halt werkeln zu lassen. Garniert natürlich mit ein paar Schülerpräsentationen, Selbstchecklisten, Digitalchichi etc. pp. Ist sogar noch furchtbar fancy-eigenständig und bei uns gilt als Leitprinzip sowieso SOL. Wenn dann einer 17x zum Papierkorb läuft, egal, juckt nicht.

    Mein Problem damit ist nur, dass ich nie weniger Kompetenzuwachs bei meinen Schülern gesehen habe, als mit dieser Art von Unterricht. Aber das muss man vermutlich dann zu einem gewissen Grad so hinnehmen.

    Nichtmals ich würde für mein Kind noch eine staatliche Schule wählen. Zeige mir den vermögenden Menschen, der das tut. Und Sicherheitsvorkehrungen werden die Allermeisten wohl auch treffen müssen, weil auch hierzulande Entführungen und Erpressungen durchaus schon vorkamen, Hauseinbrüche nicht so wahnsinnig selten sind, etc. Finde ich jetzt nicht so überzeugend.

    Die Gated Communities werden wir perspektivisch ebenfalls bekommen. Düsseldorf hat mit den Heinrich Heine Gärten bereits eine, weitere werden folgen.

    Ein Kind geht zum Mülleimer, ein anderes möchte ein Fenster öffnen, ein drittes sich irgendwas von einem Freund ausleihen oder zurückholen, womöglich alles gleichzeitig, von Kommunikation begleitet und auch nicht in einer ausdrücklichen Arbeitsphase sondern während ich etwas erkläre oder wir im Plenum etwas besprechen. Dem eigenen unmittelbaren Bedürfnis wird gegenüber der Gruppe Priorität eingeräumt.

    Meiner Wahrnehmung nach war das vor zehn Jahren bei Fünftklässlern noch eine völlige Ausnahme, heute nicht mehr. Ich werde auch öfter geduzt als früher.

    Genau das meine ich. In meinen ersten Berufsjahren gab es das nicht, irgendwann ist irgendwas anders geworden und mittlerweile finden ein Haufen Schüler sowas anscheinend normal. Und es setzt sich leider auch in die höheren Jahrgänge fort.

    Ich hab langsam auch keine Lust mehr, mich daran aufzureiben, und überlege in einigen Bildungsgängen momentan, meinen Unterricht auch zu 100% auf freies Arbeiten umzustellen. Ohne jegliche Plenums- und Sammelphasen, in denen ich mich damit rumschlagen muss, dass es unter meiner Schülerklientel eine nervensprengende Anzahl Schüler gibt, die nicht in der Lage ist, mal für 2 Minuten einfach die Klappe zu halten und nicht rumzulaufen.


    chilipaprika

    Natürlich fällt Stillsitzen nicht immer leicht, ich halte aber für wichtig, diese Fähigkeit zu erlernen. Je früher, desto besser. Heute wird das ja häufig nichtmals mehr am heimischen Esstisch eingefordert, nicht beim nicht mehr stattfindenden Kirchgang, nicht in der Vorschule, nicht hinreichend in der Grundschule, nicht in der weiterführenden Schule, also kein Wunder, dass es nicht mehr funktioniert. Es fehlt auch einfach an wirksamen Sanktionsmöglichkeiten.

    und deswegen muss man sowas in der Grundschule viel länger einüben als früher.
    und gut, dass wir gelernt haben, dass Kinder vielleicht mehr Zeit brauchen, zu lernen, sich "zusammenzureißen".

    Die Frage ist ja, wird das denn überhaupt noch in dem Maße geübt? Meine Fünftklässler sind so irritiertend oft völlig selbstverständlich mitten im Unterricht durch den Raum gelatscht, dass ich mich schon gefragt habe, ob das in Grundschulen irgendwie normal/geduldet ist? Möglicherweise spielt dabei aber auch die Umstellung auf offenere Unterrichtsformen eine Rolle. Bei Lerntheken und Freiarbeit usw. sind die Möglichkeiten, bei Bedarf mal rumzulaufen, ja vermutlich größer, als in dem Grundschulunterricht, den ich bei mir so in Erinnerung habe.

    Er braucht sie nicht, weil er irgendwas geerbt hat (NICHTS selbst gemacht) und / oder soviel Geld (selten nicht auf Kosten Anderer) verdient, dass sein Geld sich einfach so vermehrt.
    Diese Menschen werden womöglich kein Arbeitslosengeld erhalten, aber nutzen die Straßen, können ihre Kinder in die Schule schicken, profitieren von staatlichen Zuschüssen, wenn sie fliegen, profitieren von allen Gesetzen, die ihnen ermöglichen, ihr Geld anzulegen und zu vermehren, gehen auch zum Arzt, usw..
    Sie SIND im Netz.

    Das ist genau das Problem. Mir wäre lieber, es gäbe keine staatlichen Zuschüsse zum Fliegen, sondern Flugpreise, die die tatsächlichen Kosten decken. Und das lässt sich auf so ziemlich alle durchsubventionierten Lebensbereiche übertragen.

    Steuerausgaben für die Bereitstellung grundlegender Infrastruktur und staatlicher Dienstleistungen sind völlig in Ordnung, wichtig und stelle ich nicht in Frage. Alles darüber hinaus sehe ich kritischer. Wir haben das Ausgabenproblem primär im Bereich Soziales und den benötigt diese Bevölkerungsgruppe halt nicht. sie zahlt nominal trotzdem am meisten ein und ist eine wesentliche Stütze - irgendwann muss es dann aber auch mal gut sein.


    Wobei ich beim Punkt Erbschaftssteuer durchaus leidenschaftslos bin. Was ich nicht selbst erwirtschaftet habe, muss nicht vollumfänglich meins sein, sondern davon kann ruhig ein Teil zurückfließen. Bei Kapitalertrag sehe ich es anders, weil das angelegte Geld bereits versteuert wurde und die Risiken nunmal auch privat zu tragen sind. Sich an den Erträgen zu bereichern, ist ziemlich unverschämt. Zumal ja durchaus auch ein wirtschaftliches Interesse daran besteht, dass Kapital investiert wird und Unternehmen gestärkt werden.

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