Beiträge von Maylin85

    Die Hundefrage treibt mich auch um. Quarantäne schön und gut, finde ich auch richtig, aber die Hunde müssen nunmal raus und ich bin mir sehr sicher, dass ich durchaus fähig bin, kontaktlos spazieren zu gehen und dabei niemanden zu gefährden.



    Und das lässt Du so stehen? Sie Beitrag Nr. 12485, sofern bei Dir der Zähler der gleiche ist wie bei mir.

    Ich habe deinen Beitrag gelesen und da ist sicher viel Wahres dran. Allerdings ist "nicht so stehen lassen" oft auch leichter getan als umgesetzt. Ich habe wochenlang gemotzt, Regelverstöße angemahnt, dokumentiert, Eltern angerufen, Schüler zur Schulleitung geschickt - mit dem Ergebnis, dass wenig bis gar nichts passiert. Die Schüler machen auf "uuups, vergessen", von offizieller Seite kommt ein wenig "dudu" und das wars. Mir wurde schließlich gesagt, ich möge doch ein wenig mehr Augenmaß walten lassen. Wenn bei solchen Dingen nicht alle an einem Strang ziehen und konsequent eine gewisse Linie fahren, funktioniert es nicht. Wir haben diese Probleme auch bei "normalen" Regelverstößen, das ist leider kein Coronaphänomen.

    Solche Aussagen finde ich mutig: wieviele Menschen kennst du, die schon eine rote App hatten? Die App wird ja auch erst rot, wenn man sich eine gewisse Zeit am Stück in direkter Nähe zu einer positiv (eingetragenen!) getesteten Person gestanden hat.

    Ich weiß von 6 Kollegen, die eine rote Anzeige hatten. Alle hatten einen positiv getesteten Schüler im Unterricht, also ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Begegnung auch die Anzeige ausgelöst hat - das denken jedenfalls auch Gesundheitsamt und Schulleitung. Das gängige Verfahren bei Positivschülern ist hier seitens des Gesundheitsamts: da alle Masken getragen haben und die Schule ein Hygienekonzept hat, geht niemand ohne Symptome in Quarantäne und/oder wird getestet. Letztlich ist auch eigentlich egal, ob man diese Risikobegegenung nun mit oder ohne App hatte. Sie hat nachweislich stattgefunden und offizielle Stellen haben entscheiden, dass keine weiteren Konsequenzen erfolgen müssen.


    Klar kann man sich privat beim Hausarzt mit der App vorstellen und testen lassen, bis zum Ergebnis hat man aber meines Erachtens nach keine rechtsfeste Grundlage sich krank zu melden

    Wenn wir alle wegen roter Apps zu Hause bleiben würden , könnten wir den Schulbetrieb direkt einstellen. Hier heißt es auch ganz kar, dass unter Einhaltung der Hygieneregeln (*glucks*) weitergearbeitet werden soll. Man soll sich auf Symptome beobachten, vorher wird auch nicht getestet.

    Die Diskussion ist doch müßig, da in jeder Schule andere Voraussetzungen vorherrschen. Ich habe schon beim Wechsel zwischen verschiedenen Klassenräumen ein unterschiedliches Risikogefühl - manche Räume sind so

    winzig klein, so dass die Tafel beim Aufklappen gerade haarscharf an der ersten Sitzreihe vorbei schrappt, andere sind groß genug, dass 2 Meter Abstand zu den Schülern drin sind. In einigen Klassen/Kursen wird sehr diszipliniert mit Masken, Hygieneregeln und Abständen (soweit möglich) umgegangen, in anderen herrscht völlige Ignoranz vor. Manche Räume lassen Freiluftfeeling aufkommen, in anderen gestaltet sich das Lüften deutlich schwerer usw.


    Ich denke, das Infektionsrisiko in Schulen steht und fällt hauptsächlich damit, wie gut die Hygieneregeln eingehalten werden (können) und wie verantwortungsvoll die Schüler und Kollegen sich privat verhalten. Da gibt es eben große Unterschiede.


    Trotz der faktisch höheren Fallzahlen fühle ich persönlich mich in der Sek II sicherer, weil die Kursstärke dort kleiner sind, die Schüler toll mitziehen und selbst sehr akribisch auf die Regeln achten. Wir hatten zwar Fälle, aber meines Wissens nach bisher keine Ansteckungen von Mitschülern oder Kollegen. Anders sieht es in der Sek I aus. Teilweise katastrophale Ignoranz aller Regelungen, man kommt zu Stundenbeginn regelmäßig in Räume, in denen alle Fenster geschlossen sind, die Klassen sind proppevoll mit bis zu 33 Schülern, und hier gab es auch tatsächlich schon zeitversetzt mehrere Fälle innerhalb von Klassenverbänden, so dass die Schule als Infektionsort zumindest nicht auszuschließen ist. Vom verdeckten Infektionsgeschehen sprechen wir mal lieber gar nicht...


    Insofern denke ich, dass Pauschalaussagen zum Infektionsrisiko an Schulen nicht unbedingt zielführend sind. Die Zahlen aus Hamburg sind alamierend, müssen aber keinen repräsentativen Charakter für andere Schulen und Regionen haben. Genauso wie man umgekehrt vorsichtig damit sein sollte, von den erfreulichen Verhältnissen an der eigenen Schule ein geringes Risiko für Schulen als Gesamtes abzuleiten.

    samu

    Du schriebst ohne Maske, darauf habe ich mich bezogen.



    Ich habe bei uns im Schulgebäude ungelogen seit Schulstart nach den Sommerferien niemanden ohne Maske gesehen - außer vielleicht mal kurz beim ins-Brot-beißen im Lehrerzimmer, aber ansonsten wird ausnahmslos überall durchgehend Maske getragen. Auch dann, wenn man theoretisch Abstände wahren kann. Ich setze die Maske auf dem Parkplatz im Auto auf und ziehe sie dort wieder ab, wenn ich nach nach Hause fahre. Gespräche ohne Maske am Kopierer und dergleichen gibt es nicht. Und höflicherweise wartet man auch vor dem kleinen Kopierräumchen, bis der Vorgänger fertig ist, und knubbelt sich da nicht.


    Ich finde es wirklich befremdlich zu lesen, dass an anderen Schulen immer noch Leute ohne Masken rumlaufen oder sie bei jeder theoretisch gestatteten Möglichkeit abnehmen. Wir sind alle sehr vorsichtig.

    Ehrlich gesagt geht es mir langsam zu weit. Neuste Meldung: es würde "uns helfen", wenn man Gespräche mit Kollegen dokumentierte, die ohne Mindestabstand und Maske stattfanden, sowie Kleingruppenarbeit oder Schülerkontakt ohne Abstand und Maske. Ich spiele gern die Ordnungshüterin der Schulhausflure mit Mundnasenbedeckung, aber wenn unsere Schulleitung anfängt, zu dokumentieren, wer wann eine Maske getragen hat, dann gehe ich auf die nächste Coronademo. An den Studienseminaren finden normal die Kurse statt und aus ganz Sachsen kommen Leute zusammen und ich soll aufschreiben, wann sich meine Schüler unterhalten haben? Was kommt als nächstes?


    Sorry, bin gerade wirklich aufgebracht. Wie seht ihr das, wie weit soll es gehen, dass Kollegen die Kinder, Schulleiter die Kollegen und Eltern uns Lehrer maßregeln sollen? Mir geht es definitiv zu weit. Ich soll meiner Arbeit im vollen Präsenzumfang nachkommen und dann wird mir nicht getraut, dass ich das angemessen erledige? Kontaktverfolgung hin oder her, wenn einer bei uns infiziert ist, wissen wir doch eh, wer in einem Zimmer saß:(

    Bei mir gibt es weder Kleingruppenarbeit noch Schülerkontakte ohne Maske und Abstand noch Kollegengespräche ohne Maske und Abstand. Ehrlich gesagt sehe ich das Problem nicht, wenn man es einfach nicht zu solchen unverantwortlich gestalteten Situationen kommen lässt.

    An meiner Schule würde das nicht funktionieren. Wir haben in den oberen Jahrgängen mehr Kurs- als Klassenunterricht. Halbe Kurse so zu organisieren, dass dann alle da sind, wenn sie müssen, dürfte jeden Stundenplaner in die Klapse treiben.

    Wieso? Der Stundenplan bleibt gleich, Gruppe A kommt über 2 Wochen Mo, Mi, Fr, Di, Do, Gruppe B Di, Do, Mo, Mi, Fr. Dann haben alle Kurse 50% Besetzung.

    Ich erzähle recht offen, wenn sich ein Thema ergibt, und sehe auch kein Problem dabei. Die jüngeren Schüler sind immer neugierg, warum man keine Kinder hat und will oder nicht heiraten möchte, ich hab zum Thema Social Media Risiken auch mal erzählt, dass ich mich mit 17 mit einem Chatpartner spontan Blind Date-mäßig in Paris verabredet habe und ohne meinen Eltern Bescheid zu geben für ein Wochenende hingefahren bin, was ich aus heutiger Sicht niemandem empfehlen würde, ich nehme meine 3Punkte im mündlichen Matheabitur gerne mal zur Veranschaulichung, wie man die mündliche Prüfung bitte nicht angehen möge 😄, usw. Gibt natürlich immer Grenzen, aber gerade wenn man viele Jahre miteinander arbeitet, finde ich es nicht ungewöhnlich, dass sich auch mal Themen aufkommen, die ein wenig ins Private gehen.

    Nicht beim Hybridunterricht mit wechselnden Gruppen, sondern wenn beim Aufheben der Schulpräsenzpflicht ein Teil der Schüler zu Hause bleibt. Dann liefe beides gleichzeitig. Und mitstreamen käme zumindest für mich nicht in Frage.

    Ah okay. Ja, das wäre definitiv mit Mehraufwand verbunden, das stimmt natürlich. Andererseits habe ich momentan keine einzige Gruppe ohne Quarantänefälle und für die läuft das ja auch bereits so. Ob ich jetzt für ein paar mehr Schüler hochlade oder nicht, macht eigentlich auch keinen Unterschied^^

    Wieso seht ihr beim Hybridsystem doppelte Arbeit? Ich sehe zwei Varianten: entweder ich streame meinen Unterricht für die Distanzgruppe (setzt voraus, dass sich alle zuschalten können - muss man halt vorher abfragen) oder die beiden Gruppen machen jeweils eine Woche zeitversetzt die gleichen Dinge in Präsenz und Distanz. Das Material kann ich theoretisch dann in der Präsenzwoche schon mitgeben oder alternativ beschränkt sich der Mehraufwand aufs Hochladen und ggf. für Fragen erreichbar sein.

    Ich wohne zum ersten Mal in einer Siedlung, in der anscheinend Halloween begangen wird. Kannte ich von meinen vorherigen Wohnorten nicht, da kamen Kinder nur an St. Martin. Ich hab jetzt eh nichts im Haus, aber mal ganz grundsätzlich finde ich es schon etwas fragwürdig und igendwie auch "übergriffig", in dieser Sittuation und einer Stadt mit einer Inzidenz von 246 an fremden Türen zu klingeln. Tut mir leid, aber da bin ich jetzt mal Spielverderber.

    Unsere Schüler sind mehrheitlich nicht respektlos und ziehen die Masken auch wieder richtig über, wenn man sie anspricht, aber es fehlt an Einsicht und in der nächsten Pause ist sie wieder unten. Es wird als Kavaliersdelikt behandelt. In den kurzen Pausen zwischen zwei Fächern knubbeln sich die Sek I Schüler auf der Fensterbank oder glucken an fremden Tischen zusammen wie eh und je, dafür aber mit Alibibrot in der Hand, denn beim Essen kann man die Maske ja abnehmen. Ich bin der Meinung, dass nur am eigenen Platz gegessen werden darf, aber nachdem ich scheinbar die Einzige bin, die das so sieht, ist es mir inzwischen auch zu blöd das noch anzusprechen. Ich habe wochenlang geredet, ermahnt, Elternmitteilungen geschrieben, Klassenlehrer angesprochen, alles ins Klassenbuch geschrieben (schon allein, damit für den Fall des Falles dokumentiert ist, dass das Hygienekonzept nicht funktioniert), habe besonders renitente Schüler zur Schulleitung weitergeschickt, es in Konferenzen angesprochen... es passiert nichts außer ein bisschen DuDu und dem Hinweis an mich, ich möge doch bitte ein wenig Augenmaß walten lassen.


    Ich rege mich nicht mehr drauf und steck da keine Energie mehr rein. Lohnt nicht.

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