Beiträge von Anna Lisa

    Ich möchte niemanden kritisieren und frage nur aus Interesse: Was bedeutet für dich "Einarbeiten" bei einem Schulbuch? Ich weiß, dass sich das für einige hier gruselig anhört, aber mir reicht es, die Doppelseite fünf Minuten vor Unterricht kurz zu überfliegen und dann spontan zu unterrichten. In meinem (geistigen) Methodenkoffer habe ich viele Tricks, die mir dabei helfen, die Stunde dann trotzdem unterhaltsam und vor allem lehrreich zu gestalten. Und gerade in Englisch sind die Schulbücher mittlerweile so gut (mit Einstieg, Erarbeitungsphase, Transfer und Übung), dass man eigentlich nur noch das Buch aufschlagen muss und loslegen kann.


    Ich kann es jedem empfehlen, diese Vorgehensweise eine Woche auszuprobieren. Es funktioniert und spart so viel Zeit.


    Wenn ich keine Korrekturen oder Konferenzen habe, investiere ich gerne Zeit in die Vorbereitung, vor allem, wenn mir das Thema selbst sehr wichtig ist und ich weiß, dass die Klasse davon profitieren wird. Das geht aber nur sporadisch.

    Na ja, ich muss mir zumindest alles durchlesen und auch alle Begleitmaterialien angucken. Da brauche ich dann schon etwas länger. Sonst brauche ich nie mehr als 15 Minuten maximal pro Stunde. In dem Fall brauche ich aber am Anfang einer jeden Unit mal eine längere Sitzung. Und auch zwischendurch mal 10 Minuten länger oder so, weil ich dieses Thema oder diesen Text noch nie gemacht habe.


    Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Hong Kong gemacht. Das heißt nicht, dass ich da stundenlang sitze. Aber halt doch deutlich länger als 10 Minuten.


    Und wenn man eine ZP10 vorbereiten soll, in dem Buch dazu aber GAR nichts ist, dann muss man ja erst mal eine komplette Materialsammlung erstellen.

    Nein, ich frage mich, was du da immer wieder planst?


    Ich habe meinen Unterricht genau einmal geplant und ändere nur noch was, wenn ein neuer Lehrplan ansteht (also momentan).

    In Englisch z.B. hatte ich bisher in jedem Durchgang mit einem neuen Buch zu arbeiten. Wir gehen immer von 5-10 hoch und fangen dann von vorne an. D.h. alle 6 Jahre neu. Nach meinem ersten Durchgang kam ein ganz neues Buch von einem anderen Verlag. Dann eine Neuauflage des selben Buches, die ganz anders ist und völlig neue, andere Materialen hat. Also immer wieder Neueinarbeitung. Mit meiner halben Stelle und immer nur einem Englischkurs bedeutet das für mich, dass ich nie was komplett fertig vorbereitet habe.


    Dazu kommt, dass wir die Schüler auf die ZP 10 vorbereiten müssen. Vor 6 Jahren war Südafrika dran. Für mich völliges Neuland, hatten wir weder im Studium noch im Referendariat, privat hatte ich auch keine Kenntnisse. Also richtig neu in ein Thema einarbeiten.

    Jetzt ist Neuseeland dran. Geht mir ganz genauso wie oben.

    Ist das professionell, wegen unwichtigen Sachen aus dem Auto mit dem Privathandy anzurufen?

    Privathandy: Womit denn sonst???? Wir haben kein anderes Telefon. Es gibt EIN Telefon im Lehrerzimmer für 159 Kollegen. Da müsste ich dann immer länger in der Schule bleiben und meine eh schon überstrapazierte Arbeitszeit noch mehr verlängern. Nein danke.


    Aus dem Auto: Ja klar, sonst muss ich das zu Hause machen statt meine Freizeit zu genießen, Essen zu kochen, mich mit meiner Familie zu beschäftigen. Nennt sich Effizienz. S.o.

    Du plauderst also nur nett mit den Eltern. Nu, jede wie sie mag.

    Nee, natürlich nicht.


    Es geht um so Sachen wie:


    Ihr Kind muss heute / morgen etc. in die Nacharbeit, weil es bereits 3x die HA vergessen hat.


    Sie haben die Überweisung für die Klassenfahrt noch nicht getätigt. Bitte holen Sie das noch diese Woche nach.


    Ihr Sohn war wurde heute bei XYZ erwischt und war total uneinsichtig. Bitte sprechen Sie mit ihm darüber. Falls das noch mal vorkommen sollte, passiert Folgendes..........


    Das ist weder emotional noch ernst / kritisch für mich. Weiß nicht, wie es bei euch ist.


    Ernste Gespräche sind solche wo es z.B. um Abschlüsse geht, um ernste Vergehen, weitgehende Probleme wie Absentismus etc. Das bespreche ich doch nicht am Telefon.


    Wie emotional seid ihr denn in Elterngesprächen? Fangt ihr dann an zu weinen? Seid ihr dann total aufgeregt? Könnt euch 1 Stunde lang nicht beruhigen? Kann mir das gar nicht vorstellen.

    Weil es trotzdem die Aufmerksamkeit für den Verkehr drastisch reduziert, vor allem - Überraschung! - wenn das Gespräch ernst und vielleicht sogar emotional ist. Wie gesagt, das Thema ist mittlerweile gut erforscht und belegt. Google einfach mal, wenn es dich interessiert.

    Ich telefoniere übrigens auch im Auto, bin also kein verklemmter Moralapostel.

    Emotional bin ich bei Elterngesprächen nie. Ich arbeite professionell.


    Ernste Gespräche führe ich in Präsenz, nicht am Telefon.

    Weil auch diese zu (mentaler) Ablenkung vom Straßenverkehr führen.

    Aber wenn ich mich angeregt mit meinem Beifahrer unterhalte, bin ich doch genauso abgelenkt. Oder wenn ich versuche, die streitenden Kinder auf der Rpxkbank zu beruhigen. Oder wenn ich laut mitsingen und dabei an die letzte Party denke.


    Müsste alles verboten sein dann.


    Halte ich für Quatsch. Ich kann mich gut während der Fahrt unterhalten. Führe ja keine kritischen Gespräche während der Fahrt.

    Mal anders: wenn ich unter der Dusche oder auf dem Fahrrad NICHT den Einkaufszettel für die kommende Woche planen kann oder mir Geburtstagsgeschenke für meine Freundin und meinen Sohn ausdenken kann, weil ich mit Unterrichtsplanung beschäftigt bin, dann ist es wohl Arbeitszeit.


    Wenn ich während der Autofahrt Elterngespräche erledige, ist es auch Arbeitszeit. Ich kann in der Zeit nicht meine Tante in der Reha anrufen. Das muss ich dann später erledigen.

    Wenn durch die Arbeitszeiterfassung die Grundlagen für die Deputatsanpassungen vorgenommen werden, sollte die Erfassung aber auch korrekt und nicht "Pi mal Daumen" oder "jede Woche wie die Woche davor" sein.

    Das stimmt allerdings.


    Was spricht denn dagegen, die Zeit, die du dafür brauchst, mit aufzuschreiben (können ja jetzt nicht mehr als 5-10 Minuten täglich sein) und dann damit nachzuweisen, dass Lehrer zu viel arbeiten?


    Wenn es bei dir wirklich nachweisbar viel zu viel Arbeitszeit ist, musst du mit deiner Schulleitung reden. Vielleicht kannst du ja mal Entlastung bekommen? Bei einer DB nicht teilnehmen oder so? Dann hast du die Zeit locker wieder raus.


    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die maximal 1 Stunde pro Woche jetzt so zu einer Überlastung führen. Es ist eine WIRKLICH wichtige Aufgabe. Ich wäre froh, wenn das in NRW mal jemand machen würde und unsere verborgene Arbeit sichtbar machen würde.


    Wenn du dich wirklich SO überlastet fühlst, bist du wahrscheinlich krank, dann musst du mit deinem Arzt sprechen, der dir mit einer Krankschreibung die nötige Zeit zur Erholung verschafft.

    Lehrer_sachsen Ich lese gerade Deinen Post und habe das Gefühl, dass endlich jemand meine Situation und meine Bedenken versteht. Ich habe ja auch den Personalrat für behinderte Kollegen kontaktiert und wurde sofort belehrt, dass es keinen Sinn hat, sich gegen die Untersuchung aus persönlichen Gründen zu wehren. Von dieser Seite bekomme ich keine Unterstützung, was mich doch sehr enttäuscht. Ich habe versucht die zwei Kollegen meiner Schule zu bewegen sich gemeinsam mit mir gegen diese Art der „ Rekrutierung“ zu wehren. Keine Chance…Ich werde mich nicht damit abfinden auf diese Weise gezwungen zu werden, an einer Studie teilzunehmen, für die ich aufgrund meiner Situation nicht relevant bin. So ergeht es ja auch der Kollegin, die ihr gerade vertretet. Nun mein Vorschlag: Ich (und vielleicht auch andere Kollegen und Kolleginnen) wäre bereit, meinen Fall öffentlich zu machen. Spiegel TV wäre bestimmt interessiert ebenso Lanz. Hier sollen Menschen gezwungen werden an einer Studie teilzunehmen, die äußerst umstritten ist und eine App verwendet, die ich nicht auf meinem privaten Handy benutzen will. Das kann doch nicht sein, dass man keinerlei Möglichkeiten hat, sich gegen so eine Anordnung zu wehren. Ich bin übrigens keine Beamtin( diesen Status musste ich aufgeben als ich von NRW nach Sachsen gezogen bin).

    Es bleibt spannend und ich gebe noch nicht auf💪🏻

    Gute Nacht

    Aber da hast du doch schon die Lösung: Einfach nicht dein privates Handy zur Verfügung stellen (dazu kann dich keiner zwingen) und mal abwarten.


    Bei uns in NRW wäre es allerdings damit nicht getan, denn die App lässt sich bestimmt auch auf den Dienst I-pads installieren. Habt ihr keine Dienstgeräte?

    Und den Müll? Der Eimer quillt doch über, wenn du das nicht machst. Wer soll das denn sonst machen? ;)

    Nö, da schicke ich die Schüler.


    Aber manchmal brauche ich die Tafel, wenn noch gar keine Schüler da sind, oder ich stelle erst fest, dass die noch vom Vorgänger voll ist, wenn meine Schüler schon arbeiten, dann mache ich es eben selbst.

    Maylin85

    Es würde schon absolut genügen,vwenn jeder Kollege mit gesundheitlichen Beschwerden welche eine Krankschreibung rechtfertigen diese auch in Anspruch nähmen inklusiv der möglichen Rekonvaleszenzzeiten. Wenn dann noch alle mit psychosomatischen Beschwerden mit ihrem Arzt die Zweckhaftigkeit einer REHA abklären und bei positivem Votum auch antreten würden, dann wäre das ein empfindlicher Tritt in die Magengrube für unseren Beötchengeber. Dazu muss man in unserem Fall gar nicht bis zum " krank feiern" gehen. Einfach nur Mal so arbeiten, wie es die Vorschriften vorsehen. Also auch keine 50 Zeitstunden die Woche mehr arbeiten

    Bist du im richtigen Thread?

    Bei uns mussten das immer die Eltern der Zweitklässler machen. Und da musste nur 1 Lehrer zur "Aufsicht" da sein, aber jetzt auch nicht die ganze Zeit daneben stehen. Also nur gucken, ob alle da sind, alles klappt etc.

    Was mein Mann als Arzt im KH schon alles aufräumen und putzen musste, weil es schlicht niemand sonst macht, möchtest du lieber nicht wissen

    Was an den Schularbeitsplätzen widerspricht denn dem Gesundheitsschutz?

    Na, zum Beispiel die fehlende Ergonomie, beim nicht vorhandenen Schreibtischstuhl, bei der falschen Höheneinstellung des "Schreibtisches". Letzterer ist gar nicht vorhanden. Sondern man hat eine viel zu kleine Fläche an Tisch, die man sich mit anderen teilt.

    Die Bestimmungen zu Bildschirmarbeitsplätzen werden auch nicht eingehalten.

    Der Lärmschutz wird nicht eingehalten.


    Etc. etc.....

    Niemand erfährt doch, dass ihr nicht erreichbar wart. Im Zweifelsfall wart ihr halt auf dem Klo - niemand möchte mir euch auf dem Klo telefonieren, also braucht ihr es auch nicht mitnehmen - und habt leider erst 3 Stunden später gesehen, dass euch jemand angerufen hat. Im Zweifelsfall seid ihr halt solche Technikdeppen, dass ihr das gar nicht erkennt. ;)

    zum ersten Punkt: Wenn meine Schule auf betriebsübliche Arbeitszeiten verweisen würde, dann wären meine drei Prüfungskorrekturen und die zusätzlichen Zweitkorrekturen (und auch bei den meisten KuK) in diesem Jahr mal wieder nicht rechtzeitig fertig geworden. Also auch die Seite der Schule müsste mit so etwas höllisch aufpassen. Oder: Ruhezeiten...


    zum zweiten Punkt: Welche Konsequenzen konkret?

    Genau das meinte ich weiter oben. Wäre eigentlich gar nicht mal schlecht. Dann hätte ich gestern Abend nicht bis 19 Uhr in der Schule gesessen für Abiturprüfungen. Und dann hätte ich vorletztes Wochenende nicht komplett durchkorrigieren müssen.


    Auch schön :) :top:


    Damit ist eigentlich alles gesagt.

    Persönlich möchte ich ergänzen, dass man auch deshalb ans Telefon gehen kann, weil es einem Vorteile bringt. Z.B. wenn man eine Info bekommt, dass morgen früh der eigene Unterricht entfallen soll. Das solls ja auch geben.
    Ich denke in einem "gesunden" Verhältnis wird man extrem selten zuhause angerufen; dies sollte nur für dringende oder Notfälle sein. Wenn es jeden Monat einen Notfall gibt, läuft etwas falsch an der Schule.


    Wenn man nur Nachteile erlebt bzw. de facto eine unvergütete (illegale) Rufbereitschaft leisten soll, würde ich nicht mehr ran gehen (bzw. meine Telefonnummer nicht angeben).

    Volle Zustimmung

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