Beiträge von Anna Lisa

    Nein, das stimmt nicht, Tom. Eine Teilzeitkraft hat viel weniger Zeit zur Verfügung für Konferenzen (bei 50 % Teilzeit 50 %), muss aber die gleiche Anzahl und Dauer absolvieren. Daher werden Teilzeitkräfte überproportional belastet und überschreiten häufiger ihre Sollarbeitszeit.

    Was ich übrigens die ganze Zeit noch mal loswerden wollte:

    Es wird ja immer gesagt, dann muss man selber an seiner Arbeitszeit schrauben, indem man Unterricht weniger vorbereitet und ABs weniger ausfeilt. Tja, nur macht die Unterrichtsvorbereitung bei mir vielleicht 10 % meiner Arbeitszeit aus. Noch weniger kann ich wirklich nicht daran arbeiten. Wie soll das gehen?

    Ich verbringe 68 % meiner Arbeitszeit in der Schule, ohne Freistunde. Da ist noch keine einzige Stunde vorbereitet, noch keine einzige Klausur korrigiert, noch nicht mal ein Vokabeltest, noch keine einzige Konferenz oder DB besucht, noch kein einziges Klassenleitungsgeschäft getätigt etc.

    Wo soll man da als TZ Lehrer noch schrauben???

    Genau das ist das, was ich meine. Der Dienstherr wird vielleicht eine Arbeitszeiterfassung einführen und gleichzeitig vorgeben, dass man sie nicht überschreiten soll. Möglichkeit 1 ist dann, dass sich unerledigt Arbeiten stapeln, man eine Überlastung anzeigen muss und wahrscheinlich die Schule dann intern eine Lösung suchen muss. Möglichkeit 2 wird sein, dass man einfach schnell schnell und nur das nötigste macht. Ich sehe da noch keinen Mehrwert im Vergleich zu heute außer dass wir die Stunden aufschreiben müssen. Ich glaube kaum, dass das zu einer echten Entlastung führt im Sinne von wir geben euch mehr Lehrerstunden, die ihr sinnvoll verteilt könnt.

    Es könnte dazu führen, dass z.B. Teilzeitkräfte nicht an jeder oft unsinnigen DB, Konferenz, schulinternen Fortbildung, schulischen Veranstaltung etc. teilnehmen müssen. Dann muss die Schulleitung entscheiden, ob lieber die Klausuren rechtzeitig vor Notenschluss korrigiert werden sollen, oder man man an einer DB teilnehmen muss, bei der nur Infos von einer PP vorgelesen werden oder an einer Laufbahnkonferenz für 6 Klassen, wo man jeweils nur 2 Schüler von hat etc.

    Vielleicht werden dann einige unteilbare Aufgabe doch plötzlich zu teilbaren

    Bücher lesen ist ja auch oft vom Dienstherrn vorgeschrieben.

    Z.B. ist es in den Fremdsprachen Pflicht, in der Vorabiturklausur eine Auswahl anzubieten. Ein Vorschlag muss ein literarischer Text sein. Der darf nicht aus einem Lehrbuch stammen und auch kein alter Abitext sein. Nun: woher soll man sich den aus dem Ärmel schütteln??? Dazu MUSS man ja was lesen. Und das dauert...... Denn: man muss zusätzlich ja auch noch den Bezug zum Lehrplan nachweisen. Also muss man erst mal recherchieren, welches Buch dann überhaupt möglicherweise in Frage käme, es dann besorgen, dann lesen und eine geeignete Textstelle finden, wo man in maximal 550 Wörtern eine vernünftige Analyse hinkriegt, wo also genug drinsteht und was mit dem Lehrplan zu tun hat. Ja, toll. Das kriegt man nicht mal eben in 1-2 Stunden hin. Der Dienstherr möchte das aber so. Genauso gut könnte er auch eine Sammlung an Texten zur Verfügung stellen, wo man dann einfach aussuchen kann. Oder einfach den Text vorgeben. Joah, macht er aber nicht. Weil für "die da oben" ist es genauso viel Arbeit.

    Es ist die gleiche freie Zeit. Weil wenn die z.B. zwei freie Tage pro Woche haben, müssen sie nur drei Tage Urlaub nehmen.


    Bei Lehrern sind es aber die kompletten Ferien UND ggf. die freien Tage

    Der Urlaub bleibt immer noch der gleiche. Ein 50 % Teilzeitlehrer, der nur an 3 Tagen die Woche arbeitet, bekommt ja in den 2 Wochen Herbstferien ja auch nur 6 Tage Ferien (die anderen Tage hat er sowieso frei und bezahlt dafür mit einem halben Gehalt), die Vollzeitlehrer bekommen aber 10 Tage Ferien.

    In der Summe haben beide 2 Wochen frei. Wo ist das Problem?

    Außerhalb der Ferien haben Teilzeitlehrer deshalb freie Tage, weil sie dafür auch kein Geld bekommen, sonst müssten sie ja auch mehr bezahlt werden. Sollte dir eigentlich klar sein. Komisch, dass man das hier erklären muss.

    Ein Koch nutzt auch seine eigenen Messer. Vielleicht bringt er auch ein Rezept von Zuhause mit. Entscheidend wäre die Frage, ob der Dienstherr das angeordnet oder genehmigt hat. Ich befürchte, wenn wir eine effektive Arbeitszeiterfassung bekommen, geht die auf Dauer mit einer Einschränkung unsere Freiheit ein. Ich würde als Dienstherr dann auch sagen. Das mit den Osterhasen ist eine tolle Idee, aber die 2 Stunden sind sie mir nicht wert. Und das gilt natürlich auch für vieles anderes. Wenn Deutschlehrer 20 h ein neues Buch liest, dass er vielleicht im Unterricht behandeln will, sagt der Dienstherr vielleicht nehmen sie noch mal das vom letzten Jahr.
    Und bevor jetzt jemand meckert. Das sollen nur Beispiele sein, warum eine Arbeitszeiterfassung bei Lehrkräften nicht ganz so einfach ist.

    Natürlich. Der Mitarbeiter in der Werbeagentur, der 5 Tage lang einfach nur über einen neuen Slogan nachdenkt und sich dabei in der Agentur aufhält, bekommt das auch als Arbeitszeit angerechnet und bezahlt. Und wenn er dafür Zeitschriften durchblättert, im Internet surft etc. oder stundenlang mit Kollegen brainstormt, dann ist das auch Arbeit.

    Es gibt Arbeit, die recht gut messbar ist (wieviele m² hat der Maler gestrichen, wie viele Fliesen hat der Fliesenleger verlegt) und welche, die man nicht gut messen kann, nämlich alles geistige oder kreative Arbeit. Beides ist wertvoll, beides muss finanziell anerkannt werden.

    Wenn der Pförtner 2 Stunden lang keine Schranke aufmachen muss, keiner vorbeikommt und was von ihm will, und er nur Kreuzworträtsel macht, ist das dann auch keine Arbeitszeit?

    Der AG hat uns doch auch den Erziehungsauftrag gegeben. Erziehung ist immer auch Beziehung. Daran muss man arbeiten. Das geht nicht mit ausschließlich Unterricht nach Buch und dann haue ich ab. Das kostet dann auch Zeit, genau wie zu Hause in den Familien auch. Wenn man nie etwas Schönes mit dem Kind macht, dann funktioniert es nicht. Ja, und deshalb ist Osterhasen basteln auch Arbeitszeit.

    Im Schnitt in 41 Wochenstunden.

    Die Ferien sollte man hier nicht vergessen, die ja deutlich mehr als der reguläre Urlaubsanspruch sind. Übrigens: Die haben Teilzeitkräfte auch voll, Teilzeitbeschäftigte in anderen Jobs haben (je nachdem wie die Arbeitszeit reduziert wurde, ob kürzer oder weniger Tage) auch weniger Urlaubsanspruch, nämlich nur anteilig.

    Stimmt so nicht, die haben genauso viele Wochen, müssen aber dafür weniger Stunden einsetzen.

    Oder anders: Eine Kraft, die Mo-FR arbeitet, bekommt 30 Tage Urlaub. Eine Kraft, die MO, DI, DO arbeitet, bekommt. 18 Tage Urlaub. Beide haben aber in der Summe 6 Wochen Urlaub.

    100 Stunden findet du okay?! Wäre das das Ergebnis meiner Arbeitszeiterfassung, würde ich eine Überlastungsanzeige stellen und darin darauf hinweisen, dass angesichts der ausgeschöpften Arbeitszeit leider keinerlei individuelle Förderung und Differenzierung mehr stattfinden kann. Planungstreffen am Nachmittag und Material erstellen fielen als erstes raus.

    100 Stunden bedeutet 2,5 Wochen Urlaub, die quasi gestrichen werden.

    Okay, danke an alle. Bei uns ist es auch so und übers Jahr verteilt häufen sich doch so einige Termine an.

    Nächste Frage: Findet ihr Konferenztage im Zuge einer Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sinnvoll? Wir haben sowas nicht und unsere Konferenzen liegen von Mo bis Do verteilt, Fr nur als Ausnahme. Ich kann mir vorstellen, dass durch einen festen Tag die Betreuung dadurch planbarer wird a la Dienstag ist K-Tag, da benötige ich immer Betreuung, den Rest der Woche bin ich ab 15 Uhr verfügbar.

    Ich sehe dadurch gerade nur Vorteile, aber evtl hatbt ihr da andere Erfahrungen. Gibt es hier jm, der an einer großen Schule/BBS arbeitet und dennoch einen festen Konferenztag hat? Bei der Fülle an Konferenzen bei uns kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ein Tag ausreicht. In den letzten und kommenden Wochen habe ich mittags min 2 Konferenzen nach 15 Uhr

    Ja, hier. Ab und zu gibt es aber auch an anderen Tagen was, wie z.B. Zeugniskonferenzen, die sind immer von Montag bis Mittwoch

    Das Teilzeitproblem ist eben, dass die nicht teilbaren Aufgaben nicht entlastet werden. In TZ wird mehr gearbeitet, als der TZ-Anteil vorsieht. Da macht sich "das System" einen schlanken Fuß, was eigentlich nur mit einer AZ-Erfassung gelöst werden könnte. (Für mich als VZ unnötig, weil es über's Jahr passt.)

    Was ich als familienfreundlich empfunden habe: Durch den flexiblen Teil der AZ konnte ich immer sehr viele Nachmittagstermine der Kinder wahrnehmen. Und die Ferienzeiten mit den Kindern sind extrem wichtig.

    Wenn ich wie meine Nachbarin - Beamtin im OD- von 8 - 12 arbeite, kann ich auch alle Nachmittagstermine wahrnehmen, kann pünktlich Mittagessen kochen und habe keinen Stress mit der täglichen Umstellung.


    Flexible Zeiten braucht man nicht- passende!

    Man kann es in BW in einem Teilzeitkonzept regeln.

    Ich persönliche sehe durch solche Festlegungen an Schulen, wo es auch ohne bisher ganz gut klappt, aber auch Nachteile. So wünscht der eine Kollege bei 50% Teilzeit vielleicht 2,5 freie Tage, weil seine Kinder zwei Oma-Opa-Nachmittage haben während der andere lieber an 5 Tagen dafür nur bis 12 Uhr arbeiten möchte, weil der Kindergartenplatz nur bis 14 Uhr geht. Ohne Konzept ist beides möglich, mit Konzept wird es vermutlich nur eine Regelung geben.

    Nö. Die Konzepte sind so vage und sagen rein gar nichts über die Verteilung der Stunden und den eigentlichen Stundenplan aus.

    Und dennoch ist bei uns in den Kitas, die ich kenne, die Praxis eine andere: man muss einen 35 Stunden Vertrag abschließen (25 gibts nur auf dem Papier), man kann aber die Kinder bereits um 14.00 abholen, also ist’s dann von 9.00 bis 14.00 tatsächlich de facto nur 25 Stunden.

    Da hast du Glück, in meiner Stadt wird das nicht so gehandhabt.

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