Ich glaube diese Umfrage hinkt an einigen Stellen.
Wenn Sie sich die Umfrage angucken, dann sieht es so aus, als wenn Lernmittelverwaltung DIE nötige Software für Schulen wäre und Schülerverwaltung mal eben so notfalls hinten drangeklascht werden kann. Dem ist aber nicht so. Es ist genau umgekehrt.
Schulen müssen Zeugnisse schreiben, Statistiken melden, .... DAS ist DIE Software für Schulen. Fremdanbieter haben es da schwer, da:
a) mehrere Länder für ihr Land Software bereitstellen
b) sich die Vorschriften in allen Ländern regelmäßig ändern. Da gibt es mal keine Kopfnoten, dann 6 Kopfnoten, dann 4 Kopfnoten, dann wieder keine Kopfnoten, dann WP in 7, dann WP in 6, dann G9, dann G8, dann wieder G9, .... Da auf dem aktuellen Stand zu bleiben, bzw. den alten Stand erstmal aufzuarbeiten (schließlich muss evlt. auch 40 Jahre alte Zeugnisse drucken) ist kaum möglich.
Schulen sind also gut beraten die "offizielle" Software zu nutzen. Einen Fremdanbieter zu nutzen ist dort ein hohes Risiko. Es würde sich nur lohnen, wenn er etwas besser könnte. Aber was soll es schon besser können? Die Rechtsvorschriften werden am Besten von der offiziellen Software abgebildet.
Gut beraten sind die Firmen, die sich damals einen Auftrag des Landes für diese Software ergattern konnte ohne den Quelltext offenlegen zu müssen. Diese Firmen haben dann quasi eine vom Land generierte Monopolstellung erhalten. Diese können Sie dann gut nicht nur in der Schülerverwaltung umsetzen, sondern auch noch recht leicht auf Ausleihsysteme ausweiten. (Wobei es hier i.d.R. relativ einfachen Datenaustausch geben kann).
Der andere Trugschluss ist meiner Meinung nach die Notwendigkeit einer solchen Software. Viele Schulen kommen sehr gut ohne so ein System aus.
Weil...
a) Die Ausleihe z.T. nicht an Personen gebunden ist, sondern an Räume (und dort überall gleich)
b) Klassensätze relativ schnell vom Klassenlehrer geprüft werden können. Schülerzahlen liegen vor. Man braucht nur die "kaputten" Bücher zu melden. Durch die Klassenlehrer ist die Arbeit sehr gut und zuverlässig aufgeteilt. Die brauchen nur eine Klassenliste. Da braucht man keinen Computer.
c) Einzig bei Einzelbücher (z.B. Schülerbiblothek) könnte sich das an sehr großen Schulen lohnen.
An kleinen Schulen ist es ja z.T. so, dass die Schülerbibliothek auch ohne Ausleihe nicht die Bücher verliert, sondern im Gegenteil die Anzahl an Büchern durch Spenden sogar immer größer wird. Warum dann erfassen wer sich etwas ausleiht?
An mittelgroßen Schulen ist das etwas zweischneidig. Zum einen kann eine Schule samit prahlen, wie modern sie ist, dass sie soetwas digital verwaltet. Auf der anderen Seite ist es überflüssig. Personalkosten entstehen nicht, wenn es Schüler auf Karteikarten erfassen. Sie werden mit einer Zeugnisbemerkung belohnt. Ganz im Gegenteil könnte man sogar der Meinung sein, dass es besser ist dies auf Karten zu verwalten, da so mehr Schüler mithelfen können, sich in die Gemeinschaft integrieren und Mitarbeit in Vereinen o.ä. lernen.
Ich vermute daher, dass die meisten Schulen als erstes die Softwarefirma nutzen, die auch die Schülerwaltung geschrieben hat. Eine Alternative würde ich doch nur suchen, wenn ich a) mit dem Programm unzufrieden bin oder b) die Kosten zu hoch sind.