Das Argument mit dem "umlernen müssen" beim Wechsel von Word zu LibreOffice halte ich für etwas zu kurzsichtig. Wenn man mal genau hinguckt, dann kommt dieses Argument oft von einem (besonderen) Teil der Word Nutzer.
Ich denke mal an den Wechsel von Word X zu Word 2010. Die Leute, die Medienkompetenz hatten, haben trotzdem alles gefunden. Es gab bei uns aber viele, die damit Probleme hatten. Ich habe Word 2010 nie bessen und könnte den Leuten trotzdem bei ihren Wordproblemen helfen, obwohl meine letze Wordversion 2000 war und ich seit 2001 StarOffice (und später OpenOffice und LibreOffice) benutzt habe.
Ich denke mal an den Wechsel von Windows 7 zu Windows 8. Die Leute, die "Ahnung"/Kompetenz haben, haben sich nach wenigen Minuten selbst zurechtgefunden (Sie waren evtl. nicht damit zufrieden, aber sie konnten sich selbst schnell helfen). Bei den "Laien" war das Geheule wieder groß.
Sprich: Solche Wechsel hat es auch bei Windows und Word gegeben und wird es wohl auch in Zukunft immer wieder mal geben. Wer nicht in der Lage ist von einem Word zum anderen Word zurechtzukommen, der hat schlicht keine Medienkompetenz. Wer diese Wechsel hinbekommen hat, der kommt auch mit Linux, Apple, ... zurecht und würde so ein Argument wie "Das sieht anders aus" nicht nennen.
Ich persönlich benutze (fast) ausschließlich Linux und LibreOffice. Ich kann aber komischerweise anderen, die viele 1000 Stunden mehr als ich mit Word und WIndows gearbeitet haben, bei ihren Windows und Wordproblemen helfen.
Ein Empfehlen von Linux und LibreOffice würde also nicht helfen. Dort wird (und gab) es auch Wechsel. Apple hilft da auch nicht. Die Probleme gab/gib es dort auch.
Wer mit solchen Wechsel Probleme hat wird früher oder später mit allen neuen /aktuellen Programmen diese Probleme bekommen. Unabhängig vom System/Hersteller. Da mangelt es einfach an Medienkompetenz.
Wenn ich gefragt werde, was sich jemand privat holen soll, dann frage ich oft, was er den haben möchte bzw. braucht. I.d.R. kommt dann erstmal ein "Windows" oder "Word". Wenn man ein bischen nachfragt, dann stellt sich oft heraus, dass es genaugenommen falsch ist. Solchen Leuten rate ich dann aber trotzdem Word oder Windows zu besorgen. Warum? Weil die Leute oft keine/wenig Ahnung haben und ich dann notfalls einfach sagen kann: "Frag den Hersteller. Dafür hast du den bezahlt.". Leute, die sich "zutrauen" ein anderes System zu benutzen würden so eine Frage nicht stellen, sondern es einfach benutzen. Man schaue sich nur mal so ein Argument an wie "Ich kann die LibreOffice Datei nicht mit Word öffnen". Sorry, aber wenn ich so ein Arguement lese, dann kann ich wirklich nur Raten Word zu benutzen und gefälligst den Hersteller zu fragen was er da verzapft hat. Es handelt sich bei LibreOffice um ein offenes und zertifiziertes Format und einige Word-Nutzer sind nicht in der Lage es zu öffnen? OpenOffice nutzer konnten aber schon vor Jahren "geheime", nicht beschriebene Word Daten öffnen?
Und ja: Ich kann sowohl bei Word und bei LibreOffice Vor- und Nachteile nennen. Es gibt einige Dinge, die ich bei Word viel besser finde. Es gibt auch mehrere Dinge, die mit LibreOffice viel besser sind.
Wenn ich aber mal genau hingucke, dann sind beide Produkte für viele Anwender viel zu mächtig. Es gibt viele wesentlich schlankere OfficeProdukte, die für den größten Teil aller Lehrer und Schüler besser geeignet wären, da diese schlankeren Versionen viel übersichtlicher sind und trotzdem mehr können als die meisten brauchen.