Beiträge von Midnatsol

    Ich persönlich wäre vorsichtig, da direkt Bossing zu unterstellen, da dies eine gewisse absichtliche gegen die TE gerichtete Niedertracht auf Seiten der SL impliziert. Ich finde Connis Beitrag Nr.13 prima, denn er zeigt sehr gut, dass ein Gros des Handelns der SL (insb. Entzug der Klassen + der Klassenleitung nach/während der zweiten Krankheitsphase) durchaus sachlich erklärbar ist, ohne da gezielte Aktionen gegen die TE zu unterstellen. Mehr Kommunikation auf beiden Seiten (!) wäre sicherlich hilfreich gewesen, um die Situation zu entschärfen, aber auf der Basis der (wenigen) der SL bekannten Informationen kann ich die Entscheidung (mindestens im Sinne der Schüler) durchaus nachvollziehen, ohne da Böswilligkeit unterstellen zu müssen.
    Was mir durchaus seltsam vorkommt, ist, dass die SL offen sagt, die wahren Gründe (ich glaube es war für den Entzug der Klassenleitung?) würde sie nur im 4-Augen-Gespräch offenlegen. Das ist ein sehr intransparentes Vorgehen und impliziert irgendwie, dass da doch etwas nicht koscher war.

    Du schriebst ja, dass du zum ersten Mal mit so einer (Mobbing-) Situation konfrontiert warst. Mir ging das in diesem Schuljahr ebenso, und ich finde es daher völlig verständlich, dass du irgendwo auch Fehler im Umgang mit derselben gemacht hast. Habe ich nämlich auch, und mir tun die Fehler nun auch Leid, aber niemand ist allwissend geboren und oft braucht es eben Erfahrung, aus der man lernen kann, bevor man super souverän mit solchen sich schnell entwickelnden Eskalationen umgehen kann. Glücklicherweise ging es bei mir aber friedlich(er) und ohne Schulleitungsbeteiligung aus. Nichtsdestotrotz hat es mir ein paar unruhige Nächte beschert.

    Was ich kritisch sehe bzw. zu welchem Vorgehen ich in künftigen Fällen raten würde: Die Sache mit dem Video, der du besser hättest nachgehen sollen, wurde ja schon angesprochen. Aber auch sonst hättest du wenigstens eines tun sollen: Meiner Erfahrung nach hättest du, sobald gehäuft Vorfälle rund um das eine Kind auftraten und somit klar war, dass irgendetwas im Argen lag, alle diese dokumentieren lassen sollen. Konkret also: Die sich beschwerenden Kinder sollen die Vorfälle möglichst exakt aus ihrer Sicht schildern und die Schilderung unterschreiben. Das hätte ich dann auch rückwirkend nochmal bezüglich der ersten ein, zwei Beschwerden gefordert.
    - Vorteil 1: Wer etwas schriftlich abgibt, überlegt sich ggf. doppelt, was genau er schreibt, Lügen (auch Unwahrheiten durch "Unterlassung von Informationen") und Übertreibungen fallen schwerer, wenn man sich hinterher nicht mit einem "das hab ich so nicht gesagt/gemeint" herausreden kann.
    - Vorteil 2: Solltest du jemanden mit ins Boot holen (Co-KL, Eltern, Beratungslehrer, Sozialarbeiter, Stufenleiter, SL, ...) seid ihr beide nicht auf dein Gedächtnis angewiesen, sondern habt die Vorwürfe schwarz auf weiß vorliegen.
    - Vorteil 3: Das andere Kind kann sich (ebenfalls mit schriftlicher Dokumentation) konkret zu den Vorwürfen äußern. Dann hättest du schonmal alle Perspektiven auf dem Tisch und man könnte versuchen sich auf Faktenlage (nicht nur auf "Gefühl") basierend ein Bild des Großen Ganzen zu machen (wer ist Urheber des Problems: Das "Schlägerkind" oder eine Gruppe anderer Kinder, die dieses aktiv ausgrenzen und provozieren? Oder liegt ein Missverständnis vor, oder oder oder.) und auf dessen Basis das weitere Vorgehen überlegen.
    - Vorteil 4: Sollte dieses weitere Vorgehen eventuell Ordnungsmaßnahmen beinhalten, ist die Dokumentation der Vorfälle als Grundlage derselben bereits vorhanden.
    (- Vorteil 4 1/2: Sollten die Kinder später nochmal in ähnliche Vorwürfe verstrickt sein, könnte man so mit einem Blick in die Schülerakten feststellen, wer sich schonmal in irgendeiner Weise falsch/richtig verhalten hat und schauen, ob da Muster erkennbar sind)
    - Vorteil 5: Es wird deutlich, dass du die Vorwürfe, aber auch die Perspektive aller Seiten ernst nimmst und nicht vorschnell etwas abtust bzw. naiv jemandem Glauben schenkst.
    - Vorteil 6: Auch für zunächst Unbeteiligte (die SL) ist im Nachhinein nachvollziehbar, dass und wie du planvoll handelst/ gehandelt hast.

    Natürlich ist es damit noch nicht getan, der Eindruck, dass du das abheftest und dann ist gut sollte natürlich nicht aufkommen. Auf der Basis der dokumentierten Vorfälle, solltest du dann auch Gespräche suchen:
    a) Mit dem Beschuldigten (vgl. "Vorteil 3"),
    b) dann ggf. nochmal mit denen, die anschuldigen (sich neu ergebende Fragen mit denen klären; evtl. hätte sich dann schon ergeben, dass eine Provokation ihrerseits zum Verhalten des Beschuldigten führte und man hätte auf Basis der Einsicht, dass alle Beteiligten Fehler gemacht haben, einen Frieden schließen können),
    c) je nach Schwere der Vorwürfe aber auch mit "höheren" Kollegen (Stufenleiter, Beratungslehrer, Sozialarbeiter, ggf. SL) und
    d) den Eltern der Betroffenen, damit diese einerseits informiert sind (stell dir vor, du bist Elternteil des "Schlägerkindes" und erfährst erst Wochen später, was da alles aufgekommen ist an Vorwürfen, dass dein Kind andere verprügelt und Rippen prellt, etc., ohne dass du irgendeine Ahnung hattest, dass überhaupt was los ist 8| =O ) und andererseits merken, dass du dich kümmerst (sollte die Tochter wirklich durch Prügel von dem Kind eine geprellte Rippe davongetragen haben, und das Kind dann erzählen, dass du nur sagtest da sei doch nichts, kann ich verstehen, dass die Mutter stinksauer ist).
    Das hast du aber ja zumindest teilweise auch gemacht (Weitergabe von Infos an die Sozialarbeiter, an mehr erinnere ich mich gerade nicht mehr). Ich schreibe es nur nochmal hin, weil eventuell noch ein paar mehr Gespräche angebracht gewesen wären und ich andererseits einfach meine Erfahrungen schildern möchte, als Hilfe für dich und eventuell andere, die hier mitlesen und wie du und ich evtl. erstmal überrumpelt sind von der sich plötzlich ergebenden Dimension eines Problems und aus mangelnder Erfahrung und Hilflosigkeit erstmal zu passiv sind.

    Schlussendlich mein Rat zum Umgang mit dem Geschehenen und deiner Situation jetzt:
    - Überlege, welche Handlungsweisen der SL wirklich Kritik an deinem Lehrerhandeln sind, und welche evtl. anders sachlich begründet sind (vgl. Connis Beitrag).
    - Wo wirklich Kritik an deinem Handeln vorliegt: Überlege, welche Kritik davon du annehmen kannst/willst und sieh zu, dass du es nicht persönlich nimmst: Wie gesagt, niemand ist allwissend und oft sieht man eben erst im Nachhinein, wann man anders hätte handeln sollen. Hast du nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, sei zufrieden mit dir (und lerne ggf. für die Zukunft trotzdem daraus).
    - Genieß die deutlich reduzierte Arbeit.

    Auch mir fiele kein einziges Beispiel eines solchen kulturellen Missverständnisses ein.

    Mich erinnert der Thread an mich selbst, nachdem ich aus der Uni raus war. Woher rührte diese Nervosität? Aus der Uni: Es gab genau EIN Seminar, das ohne Wahlmöglichlichkeit für alle Lehramts-Philosophiestudenten vorgeschrieben war. In diesem sollte uns der Prof auf den Lehreralltag vorbereiten: Was muss man tun und beachten, wenn man Philosophie unterrichtet? Es wurden zwei Kernbotschaften vermittelt:
    1) Man muss die Texte vereinfachen und den Lebensweltbezug für die SchülerInnen herausarbeiten.
    2) Das Fach PPL ist aufgrund seiner Stellung als Ersatzfach für Religion ein Sammelbecken für muslimische SuS, woran sich unbedingt Planung, Durchführung und Reflexion des Unterrichts ausrichten müssen.

    Zu 2: Immer wieder wurde das Konfliktpotential herausgestellt, dass sich insbesondere aus dem religiösen Hintergrund eines Großteils der SchülerInnen ergeben würde - erstens gegenüber uns Lehrkräften (und besonders Lehrerinnen), zweitens aber auch untereinander (Aleviten vs. Sunniten etc.) und drittens gegenüber dem Lehrplan (z.B. Theodizeeproblem als höchst problematisches Thema, aber auch andere Themen wurden als "gefährlich" benannt).
    Ich erinnere mich heute noch an einen Text, welcher ein Beispiel für so ein kulturelles Missverständnis skizzieren sollte. Darin lief es ungefähr so: Muslimischer Schüler A wird aufgeforert, seine Cappie im Unterricht abzusetzen und reagiert störrisch, weil er sich benachteiligt gegenüber Schülerin B fühlt, die ihr Kopftuch nicht absetzen muss. Die Lehrkraft besteht aber darauf, weil das ja etwas anderes sei, die Schüler fangen an sich auf türkisch/arabisch/wasweißich Sachen zuzurufen. Die Lehrkraft versteht nichts, hört aber aus dem Tonfall und schließlich der Gestik heraus, dass da gerade ein handfester Konflikt ausgetragen wird. Sie versteht das Problem überhaupt nicht, das immer weiter eskaliert. Was war geschehen? Schüler As Cappie war rot (oder so), was die Farbe der Sunniten ist (oder so; sry, erinnere mich an die genaue Verknüpfung nicht mehr). Für ihn war das Tragen der Cappie Ausdruck seiner Religion. Dass Schülerin B, Alevitin (oder so), ihr Kopftuch tragen durfte, er aber sein Cappie nicht, fand er ungerecht und dachte, die Lehrkraft wolle seine Religion gegenüber der von B abwerten - was B dann auf Sprache X auch tatsächlich tat, weshalb die Situation immer weiter eskalierte. Die Moral von der Geschicht: Selbst harmlose, alltägliche Aufforderungen wie die, eine Cappie im Unterricht abzusetzen, können wegen des unterschiedlichen Hintergrundes von Lehrkraft und SchülerInnen schnell eskalieren.

    Dass sowohl der Text als auch Kernbotschaft 2 des Seminars sich meiner Erfahrung nach als völlig haltlose Panikmache herausstellten, brauche ich nach diesem Thread, in dem sich alle User so einig zu sein scheinen wie sonst selten, wohl kaum noch weiter auszuführen. Dass ich dieses Seminar daher als die schlechteste Didaktikveranstaltung aus meinem Studium ansehe, hoffentlich auch nicht.

    Also auf die Qualität des Umgangs kommt's an, nicht auf die Quantität.

    wahre Worte! Gilt im Privaten wie in der Schule. Deswegen halte ich den Vertretungswahnsinn, der betrieben wird, damit bloß keine Unterrichtsstunde ausfällt, auch für absolut verfehlt. Mein Vertretungsunterricht, den ich heute für eine Spanisch-Kollegin gab, war für die Schüler weniger wertvoll als eine Stunde Schlaf oder ruhige Arbeit zu Hause, weil ich das (immerhin vorhandene) Material mangels Sprachkenntnissen selbst nicht verstanden habe, geschweige denn dass ich die Schüler, die es auch nicht verstanden, hätte unterstützen können. Hätte man besser ausfallen lassen sollen...

    Ähnlich zu Hause: Wenn die Eltern die vorhandene Zeit sinnvoll nutzen, mit dem Kind Bücher lesen, wertvolle Erinnerungen produzieren, indem sie ihm die Welt zeigen, dann ist viel Zeit mit ihnen toll. Wenn sie das Kind aber nur vor dem TV oder der Playsi parken und selbst am Smartphone hängen, sind sie in meiner Spanischstunde vllt. doch besser aufgehoben...

    Hier wie da: Auf die Qualität kommt's vorrangig an.

    Wenn eine Frau nicht daheim bleiben und Kinder erziehen will, dann muss sie das eben kommunizieren und die Umsetzung planen.

    Und warum muss sie das extra kommunizieren, statt dass wenn ein Kind Thema wird, einfach ergebnisoffen die Frage angegangen wird? Weil es gesellschaftlich als Norm angenommen wird, dass die Frau das Kind erzieht. Wenn sie sich an diesen Standard nicht halten will, muss sie das kommunizieren. DASS eine Frau mit der Standardrollenverteilung brechen kann, bestreite ich garnicht. Aber dass es den Standard (verbunden mit entsprechenden Erwartungen) gibt, halte ich für evident. Das ist sexistisches Gedankengut, das unsere Gesellschaft noch immer sehr stark durchzieht.

    Diskriminierend wäre es, wenn die Begründung für Gehaltsunterschiede wirklich darin läge, dass hauptsächlich Frauen den Beruf ausüben. Wenn es hingegen nur so ist, dass man in dem Beruf weniger verdient (Fakt 1) und man in ihm weniger verdient als in anderen (Fakt 2) ist es nicht diskriminierend. Offiziell gibt es zwischen Fakt 1 und 2 sicher keinen Zusammenhang, ob es dennoch ein Faktor ist, lässt sich nur mutmaßen.

    Zudem sind einige hier der Meinung (korrigiert mich, wenn ich da was falsch verstanden habe; es kommt bei mir nur so an), dass man nicht krank ist, sondern nur "blau macht", wenn man sich krank meldet.
    * Atteste kann man sich erschleichen
    * Wenn der Partner anruft ist das verdächtig.
    * Eine Email schreibt man, weil man sich dem Gegenüber nicht stellen will.
    usw.

    Wie meldet man sich denn nun eigentlich glaubhaft krank, wenn man wirklich krank ist?

    O.Meiers letzte Kommentare waren sarkastisch. Und das durchaus gelungen, weil genau solche Gedankengänge tatsächlich (häufig?) hinter der geforderten telefonischen Krankmeldung stecken. Ich weiß jedenfalls, dass an meiner Schule erhoben wird, wer an welchem Datum um wieviel Uhr für wieviele Tage mit welcher Begründung von wem (ruft man selbst an, oder der Partner?) krankgemeldet wird. Woher ich das weiß? Weil ich einmal bei einem Gespräch anwesend war, bei dem sich die Stundenplaner und eine Sekretärin auf Basis der Daten dieser Liste über ein paar Kollegen, die sich "verdächtig" (immer von ihren Partnern, nur für 1-2 Tage) krankmelden, das Maul zerrissen haben.

    Und wie man sich glaubhaft krankmeldet? Weiß ich nicht. Nur nicht so wie oben beschrieben scheinbar. Seit ich von dieser Datenerhebung weiß, nenne ich den Grund meines Fehlens nicht mehr - "Ich muss mich für heute krank melden" ist alles, was man von mir zu hören bekommt.

    Dass man sich mit dem Ausbildungslehrer abspricht, ist durchaus Usus. Manche tun das genauer, manche nur grob. Wenn der Ausbildungslehrer dann so einen Thread hier startet, kann der Reffi da wenig für. Von daher ist es vllt. nicht optimal, aber bei nicht ganz depperten Fachleitern wohl auch kein Weltuntergang.

    Ich finde auch, dass das - wenn es zu einem brauchbaren Ergebnis führt - eine coole Stunde für alle Beteiligten werden KÖNNTE, eben weil es von der Norm abweicht und daher sicher die Behaltensleistung fördern könnte. Natürlich muss da ein greifbares Lernziel am Ende der Stunde stehen und die Stunde dann auch echt gut durchorganisiert sein. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
    Spontan sehe ich dreiProbleme an der Methode selbst:
    a) Wo soll das stattfinden? Also: Ist die Räumlichkeit groß genug für ca.60 SuS, ohne dass es nur gedrängel und Chaos gibt?
    b) hat die Sek1-Klasse denn in der UB-Stunde Zeit? Da müsste man vermutlich Stunden tauschen, um so ein Projekt ohne Unterrichtsausfall zu provozieren zu ermöglichen. Dass es das wert ist, müsste man natürlich mit dem tollen Lernziel rechtfertigen (was aber vermutlich gehen könnte)
    c) Wenn beide Klassen ein Lernziel haben für die Stunde, wie will der Reffi zeigen, dass sie es beide erreicht haben? Er kann doch nur mit einer Klasse gleichzeitig arbeiten. Wäre es für den Fachleiter okay, wenn die eine Klasse kurz für den Galeriegang da wäre, dann aber mit Lehrer xyz verschwindet? Meine Fachleiter hätten mich dafür einen Kopf kleiner gemacht, weil ich ja zeigen muss, dass das Lernziel erreicht wurde.

    Wow, ich lese den Text und alles in mir schreit: "Umbridge!":

    • Will in kompletter Eigenregie Kollegen bewerten ("mag es aber nicht, wenn jemand meint, mich bevormunden zu müssen, und ich sehe es schon als Eingriff an, in Zukunft keinerlei Mitspracherecht mehr bei der Entscheidung über Beförderungen innerhalb des mir unterstellten Lehrerteams zu haben.")
    • und über ihre Karriere entscheiden ("auch wenn ich als direkte Vorgesetzte eine weitere Beförderung des Mannes, der nur als Fachlehrer arbeitet, bislang aufhalten konnte ...... dort gab es aber aufgrund der bereits erreichten Endstufe keinen Interventionsbedarf für mich. So weit, so gut.").
    • Besteht darauf, dass die von ihr selbst aufgestellten Bewertungen bindend sein sollen und dass ihr Vorgehen das einzig Richtige ist ("warnte ich den Schulleiter unserer Realschule davor, den Antrag zu unterschreiben, da ich auf meine bisher nicht wirklich positiven Bewertungen für den Kollegen verwies." - wenn das mal keine direkte Parallele zur Berufsberatung in Band 5 ist. Professor McGonagalls größter Moment!).
    • und will nicht akzeptieren, wenn andere Menschen Personen bzw. deren Leistung und Eignung für eine Stelle anders bewerten ("dort sagte man mir, die Dienststelle hätte angeblich die fachliche Eignung ausführlich geprüft und die bestmögliche Entscheidung getroffen ( )").
    • Kritik an ihr sieht sie als nicht angebracht ("da sie noch als Lehrkraft mehrfach Entscheidungen von mir öffentlich kritisiert hat, denke ich, dass diese [ihre Eingriffe in das Schulleben] kontraproduktiv sein werden...").
    • Von anderer Stelle gefällte Entscheidungen, die ihr nicht in den Kram passen (*hust: Firenze*) kann sie nicht akzeptieren und will sie über den Dienstweg/ irgendwelche rechtlichen Paragraphen ungeschehen machen ("ob es irgendeine Handhabe gibt, sie zu stoppen, da ich befürchte, dass sie immer mehr schwachsinnige Regelungen einführt und meinen persönlichen Entscheidungsbereich immer weiter einengt. ...gibt es vielleicht sogar die Möglichkeit, die Beförderung mit Verweis auf die unterschiedlichen Kompetenzstufen der Bewerber (ich A14, sie vorher A13) anzufechten?")
    • um ihre eigene Machtposition beizubehalten ("die bisherige Fachdirektorin machte so gut wie überhaupt keine Vorgaben und ließ alles in der Hand der Fachberater/innen an den Schulen, und gerade bei uns ist es von besonderer Wichtigkeit, weil wir eine musische Realschule sind, wo über 400 Schüler nur auf dem musischen Zweig sind, den ich bisher weitestgehend autonom leiten und nach meinen Vorstellungen ausgestalten konnte .... [was ich] in Gefahr sehe, wenn meine Autonomie weiter eingeschränkt wird .... ob ich da einfach so zusehen soll, wie mir möglicherweise mehr und mehr Kompetenzen unwiederbringlich entrissen werden")
    • oder gar (zum High Inquisitor) auszubauen ("Ich habe mich auf die Stelle beworben, da ich einer solchen A16-Stelle durchaus nicht abgeneigt wäre.")
    • Wenn jemand sie mit ihren eigenen Waffen schlägt (Stichwort "Dienstweg", Paragraphen, ...) kann sie das nicht akzeptieren ("ließ einen Juristen im Kultusministerium ein Briefchen mit 1001 Rechtsklauseln aufsetzen, die sagen sollen, dass das alles seine Ordnung hat.")

    Nur von diesem Text hier ausgehend ist glaube ich bei der Besetzung der Stelle einiges richtig gelaufen. Problematisch finde ich nur tatsächlich, wenn es in extremer Vetternwirtschaft endet. Aber falls mein Riecher hier (und andere hier scheinen ja einen dem meinen sehr ähnlichen Eindruck von der TE gewonnen zu haben) nicht total daneben liegt, könnte es auch sein, dass die Dame einfach auf einem nicht so schönen Weg für ausgleichende Gerechtigkeit gesorgt hat, indem sie dem Mann (ihrem Mann) die womöglich schon lange ausstehende Beförderung gewährt hat.


    Zitat von Fachrezipientin

    "Leider bekam ich nicht mit, dass sich besagte Kollegin ebenfalls auf die Stelle beworben hatte."

    Was hättest du denn getan, wenn du es mitbekommen hättest?

    Bei uns wird 1x pro Woche gewischt, der Müll wird jeden Tag geleert.
    Offiziell fegen die Reinigungskräfte außerdem täglich, aber nur, wenn der Ordnungsdienst der Klasse den Raum besenrein verlässt ... ... ... clever, was?
    Grundreinigung inkl. Putzen der Fenster 1x pro Jahr.
    Wie es mit den Toiletten aussieht, weiß ich nicht.
    Der Schulhof wird von den Schülern selbst entmüllt, ebenso die Treppenhäuser. Dazu gibt es klassenübergreifend Ordnungsdienste.
    Vor den Elternsprechtagen gibt es außerdem immer einen Tag der sauberen Schule, ähnlich wie Zirkuskind ihn beschreibt. Nur dass bei uns keine Putzmittel gestellt werden. Die sollen wir Lehrkräfte besorgen - aber keine zu stark ätzenden Reinigungsmittel (steht immer extra in der Mail!). Auch weiteres benötigtes Material wie Lappen, Leitern oder ggf. Teleskopstangen zum Wischen in größeren Höhen sollen wir selbstständig besorgen. Aber ich lasse doch keine Schüler auf Leitern klettern, solange es ihnen aus Sicherheitsgründen sogar verboten ist, sich auf die Fensterbänke zu setzen. Nene, meine Leiter bleibt zu Hause. Und Teleskopstangen zum Wischen besitze ich leider nicht, kann ich also nicht mitbringen. Ich bin jedes Mal wieder stolz darauf, wie ich kein Putzzeug mitbringe und wie wir daher die dafür geplante Schulstunde damit verbringen, verantwortungsbewusst über die uns zugeteilten Flächen auf dem Schulgelände zu wandern und festzustellen, was wir in Ermangelung der nötigen Ausrüstung leider alles nicht putzen können. Andere Kollegen ignorieren die Anweisungen einfach komplett und machen halt ihren Unterricht - aber nö, ich nutze die Zeit um das zu tun, was eben geht - häufig: nichts. So macht (nicht) putzen Spaß.

    Ich habe einmal im Ref was ähnliches, aber noch deutlich unpassenderes, gebracht: Ich habe einer (BdU-) Klasse eine Gardinenpredigt gehalten, als sie sich gerade mal total daneben benamen, und ihnen gesagt: "Manchmal seid ihr super drauf, dann kommen wir hier richtig gut voran und ich denke mir 'die Klasse hat echt Potential!', und dann gibt es Stunden wie heute, wo ihr euch wie die letzten Arschlöcher verhaltet." Tja, das A-Wort habe ich aus der Situation heraus benutzt, und es auch lange bereut. Wenn wieder mal Ermahnungen nötig wurden, hat die Klasse das auch immer nochmal geechot ("Sind wir gerade wieder Arschlöcher?"). Das war mir wirklich unangenehm!! Aber was soll man machen, ist halt passiert, lässt sich nicht rückgängig machen, man muss drüber hinweg kommen. Ich habe daraus gelernt, inzwischen halte ich keine zornigen Reden mehr, bzw. wenn dann immer hinter einer professionellen Maske und mit professioneller Wortwahl.

    Innerer Monolog (Dialog?):

    "Lass es!"
    - "Ich muss es sagen."
    - "Nein, lass es."
    - "Aber guck doch mal!"
    - "Nein. Keiner mag Besserwisser."
    - "Ich bin kein Besserwisser, aber immerhin Lehrer."
    - "Nicht abends auf der Couch."
    - "Okeee, ich bin schon still......... omg, nein, ich kann es nicht, ich muss es einfach sagen: Es muss heißen:

    Hat man einen Anspruch auf ein volles Deputat?

    ufff, jetzt geht's mir besser."
    - angeekelt: "Elender Besserwisser."

    Ernsthafte Verständnisfrage: Was soll denn heißen "deiner Klasse die Hölle heiß machen"? Was hat denn deine Klasse damit zu tun, was erwartet sie also von deinen Schülern? Und wie soll denn das "einer ganzen Klasse die Hölle heiß machen" aussehen? Unter dieser Ankündigung (Drohung) kann ich mir so üüüüüberhaupt nichts vorstellen.

    Vor allem: Was will sie denn zum Teufel dem Schulamt schreiben? "Ich habe Herrn Kapa in einer Mail an seine Privatadresse am Samstag per Dienstanweisung aufgefordert, Brief xyz zu unterzeichnen und mir unverzüglich zu antworten. Dies ist bis heute (Montag, 7:59 Uhr) nicht geschehen. Bitte entlassen Sie ihn aus dem Dienst." Oder was?

    Also ganz ehrlich: Ich würde an deiner Stelle Montag mal relativ spät zur Schule fahren und ohne Umweg übers Lehrerzimmer direkt in deinen UNterricht gehen - also eben ihre Frist ("vor der ersten Stunde") auslaufen lassen. Dann mal sehen, ob sie ihre Mail rausschickt, oder ob das nur heiße Luft war.
    Und falls sie wirklich eine Mail rausschickt, dann würde ich das ebenfalls tun und deine Sicht auf die Dinge schildern (eben: Wochenende, private Mailadresse und Handynummer, unverhältnismäßig kurze Frist plus "Drohung", daher offensichtlich keine Bereitschaft zur Klärung bzw. Deeskalation ihrerseits), vllt. in einem Nebensatz erwähnen, dass du nicht bereit warst, den Austausch auf dem Privataccount weiterzuführen, da du dich ansonsten (so wie Frau xy) der fahrlässigen Missachtung der Datenschutzverordnung schuldig machen würdest.

    Die scheint sich da ja wirklich so reinzusteigern (vllt. aus dem von Caro angesprochenen Grund?), dass sie sich vermutlich immer mehr schadet, je länger du sie machen lässt.

    Schön, dass sie an deine private Mailadresse und dein privates Handy schreibt, schließlich bist du keineswegs verpflichtet, diese am Wochenende auf etwaige unverschämte Nachrichten deiner stellvertretenden Chefin zu überprüfen. Das kannst du ihr ja am Montag dann ganz freundlich und sachlich mitteilen. Und wenn dir danach ist könntest du ihr im selben Atemzug lächelnd anbieten, aber genau dieser Whatsapp-Bitte widersprechend diese Mail zu ignorieren, da du ansonsten ja hättest bemerken müssen, dass sie Schülerdaten entgegen der Datenschutzverordnung unverschlüsselt an deine Mailadresse gesandt hat.
    Das trägt dann aber natürlich zu einer Eskalation bei (aber eben sie in die Schranken weisend), ob du das möchtest ist die Frage.

    Edit: Wahnsinn, Kapa, Wahnsinn! :autsch:

    Bin ich froh, dass du aus einem anderen Bundesland bist und die Gefahr, dass diese Dame irgendwann mal meine Schulleiterin sein könnte, somit extrem gering ist. So eine Frau darf keine Schulleiterin werden! Wer schon ohne diese Position so viel Unfrieden stiftet und Vorschriften sträflich missachtet, darf nicht das Sagen über eine Schule erhalten. Von daher hoffe ich sehr, dass sie dir doch noch eine Kopie ihres "Konferenzprotokolls" gibt, die du dann weiterleiten könntest, Kapa. Bleib(t) dran!

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