Ich hatte letztes Jahr ein Gespräch mit meinem Chef wegen einer Klasse, der meine Noten nicht gut genug waren. Zusammengefasst: Die Kinder sind nicht mehr motiviert weil die Noten zu schlecht sind. Das hat mich schon schockiert, denn die Durchschnitte waren ganz normal, so wie ich das für eine 7. Klasse kenne (zwischen 2,3 und 2,7) und im Unterricht konnte ich mich auch nicht über mangelnde Beteiligung oder Motivation beschweren. Sogar eher im Gegenteil und mündlich waren die Kinder auch fast alle (noch) besser.
Komischer Chef, mir fiele es aber ziemlich einfach, in einem solchen Gespräch transparent zu machen, warum ein Leistungsbild in der Klasse so aussieht, wie von mir eingeschätzt.
Ich habe versucht gegenzusteuern aber die Klasse trotz meines Wunsches nicht noch wie üblich ein zweites Jahr bekommen.
Nur als kurzer Gedanke: das kann auch vielfältige andere Gründe haben, die zu zwingenden Änderungen der Unterrichtsverteilung führen können (Zu- und Abgänge von Kollegen, blockierte Stundenlagen durch zu viele Zeitwünsche usw.) und muss überhaupt nichts mit dem Gespräch zu tun haben.
Es scheint nun so, dass sich dies an der Schule herumgesprochen hat, denn der Schüler einer anderen Klasse sagte mir neulich wörtlich "Wenn Sie uns keine guten Noten geben, bekommen wir einen neuen Lehrer."
Das sollte einem als gestandene Lehrkraft nicht mehr als ein müdes Lächeln und ein Schulterzucken abringen können. Mit Sicherheit führt ein solcher unbedachter Satz eines Schülers nicht zu einer Veränderung der Maßstäbe.