Beiträge von Seph

    Aber ich sagte ja, dass mir klar ist, dass euch auch (klar, der Text wird nicht gelesen, weil alles bekannt ist) 50% Studien/Ref/Ausbildungsabbrecher nicht ins Nachdenken bringen werden. Sind vermutlich alles Luschen, die ohnehin als Lehrer nicht geeignet wären.

    Das mag daran liegen, dass du wild Dinge durcheinanderwürfelst. Dass es hohe Abbrecherquoten quer durch alle Fachbereich an den Unis gibt, hatten wir genauso diskutiert, wie dass das in der Mehrheit der Fälle eher Fachwechsel statt tatsächliche Abbrüche sind. Im Referendariat hingegen liegt die Abbruchquote erheblich niedriger.

    Dass das auch anders ginge, zeigt sich an einigen Schulen hier, die Funktionsämter zunächst nur auf Zeit vergeben. Die Inhaber erhalten dann tatsächlich einen entsprechenden Zuschlag, sind aber de jure noch im niedrigeren Statusamt. Erst mit erneuter erfolgreicher Bewerbung wird dann auch wirklich das entsprechende Statusamt verliehen.

    Und die Tatsache, dass viele Lehrer gerne solche Klugscheißter-Diskussionen führen und meinen einem Arzt erklären zu müssen, was eine "Droge" ist, obwohl sie ganz genau wissen, was gemeint ist, ist der Grund, warum es für unseren Berufsstand noch mal doppelt so schwer ist, einen Handwerker zu finden, wenn man mal einen braucht.

    Ich habe noch keinen Handwerker gesehen, der erst nach dem Beruf des Kunden fragt und dann darauf aufbauend eine Priorisierung der Aufträge vornimmt...

    Antimon: Da ich nicht in Thüringen wohne, ist mir Herr Höcke ziemlich egal. Ich finde weder ihn als Menschen noch als Politiker besonders sympathisch. Sowohl bei ihm als auch bei anderen AfD-Politikern fällt auf, dass sie ihre Aussagen oft sehr provokant formulieren. Damit polarisieren sie natürlich. Was mir hier im Forum zu kurz kommt, ist eine Abgrenzung von Ablehnung und Abwertung politischer Inhalte. Eine Ablehnung muss nicht automatisch eine Abwertung zur Folge haben und eine Abwehr einer Abwertung ist nicht automatisch eine Unterstützung.

    Auch hier: Wenn ein Politiker von Dingen wie "Umvolkung", "Denkmal der Schande", "Zinsknechtschaft" u.ä. spricht, dann darf man (und muss man m.E. auch) sehr deutlich hervorheben, dass das so nicht stehen gelassen werden kann und natürlich geht das über eine reine Ablehnung von politischen Inhalten, bei denen man nur anderer Meinung wäre, hinaus. Solche Aussagen, die stark an die Sprache von NS-Politikern angelehnt bzw. teils sogar davon entlehnt sind, sind selbstverständlich klar "abzuwerten" und nicht nur einfach abzulehnen.

    Ich bin gespannt, ob ich dann im 2. Halbjahr -0,5 Std./Woche unterrichten werde.

    Ich befürchte eher, nein. 🙈

    Realistischer ist, dass du im nächsten Schuljahr mal eine Lerngruppe weniger haben wirst. Abbaumöglichkeiten ergeben sich bei uns auch öfter mal durch Lehramtsanwärter, deren Einsatz neben vielen anderen Kriterien auch mit Blick auf abzubauende Mehrarbeit von Lehrkräften erfolgt.

    (Ich weiß natürlich, du meintest Arbeitsort, aber mein Kopfkino schaltet sich immer von selbst ungefragt an und dann amüsiere ich mich bei der Vorstellung von Blitzeis im Lehrerzimmer.)

    Ach, eisige Stimmung im Lehrerzimmer haben viele von uns sicher schonmal erlebt ;)

    Das ändert nur nichts daran, dass es wirklich stellenweise sehr glatt und nicht ungefährlich ist. Natürlich ist das im Winter in gewisser Form normal, begrüßen muss man das aber nun wirklich nicht.

    Gerade das ist ein immenser Vorteil für die meisten KuK. NICHT.

    Aber konsequent in der Nachwuchsgewinnung....nachdem Thüringen das jahrelang (man möchte fast meinen jahrzehntelang) ignoriert hat.

    Man darf aber wirklich nicht unterschlagen, dass es - anders als in anderen Bundesländern - in Thüringen tatsächlich erst zu Beginn 2023 eine spürbare Anhebung der Besoldungen gab, auch wenn diese ebenfalls hinter der Inflationsrate zurückblieb.

    Art 146 GG.

    Souverän ist das Volk.
    Würde man dem deutschen Volk also eine solche Verfassung vorlegen und diese mehrheitlich angenommen, könnte man auch eine Monarchie wieder einführen Das GG gilt nicht unendlich.

    Inwiefern Art. 146 GG überhaupt die Möglichkeit zur "Totalrevision" der Verfassung liefert und ob dadurch die Ewigkeitsklausel außer Kraft gesetzt werden kann, ist unter Verfassungsrechtlern stark umstritten.

    Wenn die Straßen vereist sind, komme ich natürlich nicht zur Arbeit. Mein Leben ist mir wichtiger als meine Arbeit. Bisher kam es bei mir aber noch nicht vor, dass ich aufgrund von Glätte nicht zur Arbeit kam. Wenn ich während der Fahrt merken würde, dass es zu gefährlich ist, würde ich wieder umdrehen.

    Hier gibt's auch wieder kuriose Rechtsauslegungen. Als ob man sein Leben riskieren muss für die Arbeit. Das Gerichtsurteil würde ich dann gerne mal sehen.

    Sein Leben riskieren muss sicher niemand für die Arbeit. Bei absehbaren Ereignissen - wie hier - ist der Arbeitnehmer aber dennoch in der Pflicht, sich entsprechend darauf vorzubereiten, seine Arbeit auch aufnehmen zu können. Das kann z.B. bedeuten, sich rechtzeitig um alternative Unterbringung o.ä. zu kümmern, wenn klar ist, dass nicht gefahren werden kann an dem Tag. Dass das wenig praxisnah ist, ist uns allen klar. Hier geht es aber um die eigentliche Rechtslage.

    Natürlich keine Wochenstunden, das würde ja bedeuten, 2-3 Jahre mit doppeltem Deputat zu arbeiten, was schlicht unzulässig wäre.

    Der Zielkorridor -40 bis 40 entsteht im Mittel durch 1 Stunden unter oder über dem eigentlichen Deputat pro Schuljahr und kommt schnell zusammen, da ja eine Lerngruppe mehr oder weniger gerade in Langfächern schnell 3-4 Deputatsstunden ausmacht.

    Über einen Headhunter vermittelt werden, ist meist ein gutes Geschäft für den Angestellten 👍

    Ja, aber sicher nicht im Lehramtsbereich ;) Im von MarPhy verlinkten Angebot ist dann auch nur von "fairer Vergütung" die Rede, die vermutlich bestenfalls dem TV-L entspricht.

    PS: Bei einer gleichzeitig gesuchten Mathe-Lehrkraft ist stattdessen tatsächlich von "attraktives Gehaltspaket mit übertariflicher Vergütung", "betriebliche Altersvorsorge" und "Bezuschussung eines Firmentickets" die Rede. Interessant, dass hier doch einmal ein Unterschied gemacht wird.

    Ich teile Moebius Einschätzung, dass es da in den unterschiedlichen Regionalen Landesämtern durchaus unterschiedliche....nennen wir es... "Handlungsempfehlungen" an die Schulleitungen gibt, da mir das auch aus anderen Zusammenhängen bekannt ist. Aber nein, es gibt m.W.n. wie bereits oben beschrieben keinen Erlass, der eine solche Pflicht tatsächlich verbindlich für alle vorschreiben würde.

    ich arbeite nicht für eine staatliche Schule und deswegen gestaltet es sich dementsprechend schwierig Bewerber/innen zu rekrutieren. Viele Lehrer/innen schauen unserer Erfahrung nach nicht in den gängigen Stellenportalen wie Stepstone & Co, wo wir viel Geld für Anzeigen ausgeben (sondern in den Portalen der Bundesländer, auf die wir keinen Zugriff haben.) Für die Oberstufe scheiden Seiteneinsteigende leider aus und beim gesuchten Fach Deutsch kommen eher keine internationalen Lehrkräfte in Frage.

    Zur Ausgangsfrage: Es kann sich lohnen, den direkten Kontakt mit den Studienseminaren in der Umgebung aufzunehmen und diese zu bitten, Stellenangebote an den aktuellen Abschlussjahrgang weiterzuleiten. Direkt in Erfurt sitzt ein Studienseminar für Lehramt Gymnasium, sodass gerade mit Blick auf eine Deutsch-Stelle ein gewisses Interesse bei Bewerbern da sein dürfte.

    Das dürfte daran liegen, dass hier ein privatwirtschaftlicher Vermittlungsdienstleister zwischengeschaltet ist, der wiederum kaum Interesse daran haben dürfte, dass sich potentielle Bewerber direkt bei der Schule melden ;) Mich als Bewerber wiederum würde es abschrecken, erst einmal über einen Vermittler gehen und meine Daten dortlassen zu müssen.

Werbung