Ich stimme Firelilly in sehr vielen Punkten nicht zu, aber tatsächlich haben in der Wirtschaft unterschiedliche Gehaltsstrukturen selten etwas mit (fehlender) Wertschätzung, sondern vor allem mit Marktmechanismen zu tun (Angebot und Nachfrage an bestimmten Professionen am Arbeitsmarkt). Hier kann der Öffentliche Dienst in einigen Bereichen (v.a. MINT, insbesondere IT) schlicht nicht mithalten. Das betrifft noch gar nicht mal so sehr die Schulen an sich, sondern vielfach andere, auch sicherheitsrelevante, Bereiche im ÖD. Oder glaubt ihr, gute ITler lassen sich mit E13 oder gar nur E10 hinter dem Ofen hervorlocken? Vergleiche doch mal die Durchschnittsgehälter von Germanisten mit denen von Mathematikern oder Informatikern. Fällt dabei etwas auf?
Und nein, das hat nichts damit zu tun, dass eine Gruppe besser oder schlechter als die andere wäre, sondern ist einfach ein Ergebnis von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt.
Dass sich das im ÖD nicht abbildet, entsprechende Mangelfächer dann oft fachfremd unterrichtet werden oder Stunden ausfallen, macht die Situation perspektivisch nicht besser und ist durchaus problematisch für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.
PS: Das bedeutet im Übrigen nicht, dass MINT-Kollegen dann einfach weniger arbeiten dürften, um ihre im Vergleich zur Wirtschaft empfundene "Teilzeitbezahlung" wieder "hereinzuholen". Wir haben uns alle bewusst für den vorher transparent bekannten Deal "Besoldung X für Arbeitszeit Y" entschieden.
PPS: So "unterbezahlt" wie hier manchmal getan wird, sind auch MINT-Kollegen an Schulen nun wirklich nicht. Spürbar höhere (Netto-)Gehälter sind auch in diesen Professionen eher selten in der Wirtschaft zu erreichen.