Dann zu deiner Frage:
Ich behaupte mal, dass das jedem hier nach spätestens einem Forenjahr bewusst ist. Aber ganz ehrlich, ob man (3+4)=7/2=3,5 rechnet und sich dann für 3 oder 4 entscheidet oder sich gleich die Noten 3 und 4 anschaut und dann überlegt, ob der Schüler auf 3 oder 4 steht, dürfte relativ egal sein?
Das mag in diesem konstruierten Beispiel so sein, i.d.R. liegen aber deutlich mehr Teilbewertungen vor. Eine Durchschnittsbildung auf Noten verbietet sich, da sie mathematisch schlicht nicht zulässig ist und - bis auf Bayern, dessen Gesetzgeber offensichtlich keine Ahnung von Mathematik haben - auch schulrechtlich nicht vorgesehen ist.
Mal eine Frage an der Stelle: An einer mir bekannten Schule machen sie es so: alle Noten werden nur in Prozent angegeben (die SuS wissen, ab 80% eine 2, ab 95% eine 1 etc.). Am Ende des Jahres werden alle Punkte der einzelnen Leistungskontrollen miteinander verrechnet. Also einmal 30, einmal 20 erreichbare Punkte sind zusammen 50 erreichbare.
Das wiederum ist auch nur eine Variante der unzulässigen Durchschnittsbildung, die hier bereits daran scheitert, dass die Rohpunkte der verschiedenen Arbeiten ganz unterschiedliche Kompetenzbereiche und womöglich verschiedene Anforderungsbereiche abbilden und damit nicht einfach zusammengefasst werden können. Gerade bei Kurztests ist nicht immer sichergestellt, dass der AFB III in hinreichendem Maße abgebildet wird.
Bei der Gesamtbeurteilung eines Schülers geht es aber gerade darum, wie sicher mit den Unterrichtsinhalten umgegangen werden kann, ob Hilfestellungen (oft) nötig sind, diese zum Ziel führen oder ob gar Unterrichtsinhalte (häufig) übergreifend vernetzt werden können. Dafür helfen die eigentlichen Notendefinitionen weit mehr, als das Hantieren mit Rohpunkten.