Ich kann sagen, dass ich diese Stunden mittlerweile für mich selbst erfasse und wenn ich zu dem Schluss komme, dass das Ungleichgewicht zu sehr Überhang nimmt, kürze ich meine Unterrichtsvorbereitung auf das absolute Minimum und verlege Korrekturen in Schülerarbeitsphasen. Woanders kann ich ja nunmal nicht selbst abhelfen.
Das ist m.E. ein sinnvolles und professionelles Vorgehen bei der eigenverantwortlichen Ausgestaltung unserer Arbeitsprozesse. Gerne noch ergänzt um Gespräche mit Vorgesetzten bzgl. angedachten Änderungen, wenn z.B. die Besprechungszeiten deutlich überhandnehmen.
Was bei der Arbeitszeit zumindest exakt erfasst werden sollte, sind Konferenzen. Wir haben unendlich viele, unendlich schwachsinnige, unendlich ineffektive Konferenzen, in denen ein Teil der Belegschaft gerne redet um zu reden und die keinerlei ernsthaften Mehrwert haben. Ich bin überzeugt, dass das SO nicht stattfinden würde, wenn wir eingestempelt nach anwesenden Minuten bezahlt werden würden.
Vermutlich nicht mal ein schwacher Trost: Das Phänomen ist auch in der Wirtschaft bekannt. Dort hilft - im Gegensatz zum ÖD - das Erfassen der "verbrannten Gelder". Als ich meiner SL nach einer solchen Sitzung mal mitgeteilt hatte, dass wir gerade über 1000€ Steuergeld verschwendet hatten, wirkte sie irritiert ![]()
PS: Eine gute Nachricht noch: das war - neben vielen anderen Dingen - durchaus Anlass zur kritischen Reflexion. Wir schauen inzwischen sehr genau, welche Informationen auch über ein Mitteilungssystem laufen können, für welche Aspekte wirklich Besprechungen notwendig sind und wer bei diesen auch wirklich benötigt wird.