Beiträge von Seph

    Bei der PKV muss man alle bekannten Diagnosen angeben. Wer seine Akte anfordert, hat Kenntnis von allen Diagnosen. Wer sich lediglich auf seine Erinnerung beruft, hat keinen Interessenkonflikt.

    Das ist eine steile These und falsch. Zum Einen wird man sich nicht glaubhaft darauf zurückziehen können, von Diagnosen nichts gewusst zu haben, zum Anderen ist i.d.R. auch anzugeben, ob Beratungen oder Untersuchungen stattgefunden haben und ob Heilbehandlungen angeraten sind. Wer hier mit dem Feuer spielt, muss damit rechnen, dass die PKV später Leistungen ausschließt oder vom Versicherungsvertrag zurücktritt. Dafür bedarf es nicht einmal des Vorsatzes der Täuschung. Ähnliches gilt bei der amtsärztlichen Untersuchung zur Feststellung der Eignung.

    PS: Ich präzisiere mal noch etwas, bevor sich das im Kreis dreht. §19 VVG spricht zwar nur von "bekannten Gefahrumständen", im Zweifelsfall wird man aber erhebliche Beweisschwierigkeiten haben, von bestehenden Diagnosen und Behandlungen keine Kenntnis zu haben, obwohl man genau bei diesem Arzt war. Das Risiko, hier im Nachgang den Versicherungsschutz zu verlieren oder aus dem Beamtenverhältnis entlassen zu werden, muss man nun wirklich nicht eingehen. Die Strategie "Ich schaue lieber nicht in meine Akten, dann kann ich so tun, als wüsste ich von nichts" wird in vielen Fällen nach hinten losgehen.

    PPS: Der Versicherer hätte übrigens auch bei unwissentlichen Falschangaben ein Sonderkündigungsrecht.

    Sich die Daten zukommen lassen, wenn man vor dem Wechsel ins Beamtenverhältnis und die PVK steht, ist leider ungünstig.

    Warum ist das ungünstig? Man wird sich ohnehin nicht darauf berufen können, davon nichts gewusst zu haben, insofern ist zur Vermeidung von Falschangaben - auch gegenüber der PKV bei Abschluss - durchaus angezeigt, sich diese Daten noch einmal anzuschauen.

    Wie ich in einigen Threads bereits schrieb, hat sich die Rechtslage bei der Prognose der gesundheitlichen Eignung vor einigen Jahren drastisch zugunsten der einzustellenden Beamten geändert, insofern muss man da bei weitem nicht die Panik haben wie zuvor. Es ist wahrscheinlich sinnvoll, bei der amtsärztlichen Untersuchung die vielen erwähnten Diagnosen in den Zusammenhang der noch nicht erkannten Pollenallergie zu stellen. Eine solche Allergie dürfte genauso wenig wie - inzwischen - die erfolgreich abgeschlossene Psychotherapie zur Versagung der gesundheitlichen Eignung führen.

    Hallo an Alle

    Kennt hier jemand einen Präzedenzfall oder hat eigene Erfahrung mit der Anerkennung eines Doktortitels als Fakultas in seinem Fach?

    Konkret: Dr rer nat, Bio-Studium, darf ohne Fakultas keine Abiturienten unterrichten...

    Jahrelange Lehrerfahrung im Fach liegt vor...

    Wäre toll, wenn da jemand weiterhelfen kann...

    Ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt und sind irgendwie auch 2 Paar Schuhe. Mit der Promotion weist man nach, dass man zu besonders vertiefter wissenschaftlicher Arbeit befähigt ist, mit der großen Fakultas hingegen, dass man ein bestimmtes Fach/Fächer auf entsprechendem Niveau lehren und prüfen darf.

    Davon unbenommen ist die Promotion (eigentlich bereits der Master) eine gute Grundlage, auf deren Basis man einen Quereinstieg in Schule vornehmen und sich für die Erlangung der Lehrbefähigung nachqualifizieren kann.

    Die relativ rar gesäten Lehrkräfte mit Mathe/Physik treffen i.d.R. auf ein Stellenüberangebot und können sich ihre Schule meist aussuchen. Habt ihr das bei der Gehaltsstruktur berücksichtigt? Ich musste damals jedenfalls etwas schmunzeln, als mir eine Schule in freier Trägerschaft stolz eine Bezahlung "in Anlehnung an TV-L" angeboten hatte. Das war schlicht nicht konkurrenzfähig.

    Zu den Kosten: Bestimmung des Masern-Titer sind nach Ziffer 4385 GOÄ im einfachen Satz lediglich 13,99€. Für Laborleistungen liegt der Regelhöchstsatz beim Faktor 1,15, sodass man für die Bestimmung auf 16,09€ käme. Wofür dann weitere knapp 135€ abgerechnet wurden, würde mich ehrlich gesagt schon interessieren.

    PS: Der absolute Höchstsatz beim Labor liegt bei 1,3. Damit liegt man für die reine Bestimmung des Maserntiter noch immer unter 20€.

    Danke für diesen Hinweis. Die Daten sind 20 Wochen alt und bilden nicht den aktuellen Stand ab.

    Diese Info zeigt, dass der Impfstatus nach zwei Jahren Pandemie doch nicht systematisch erfasst wird. Das ist für mich Geschwurbel.

    https://sozialministerium.bade%e2%80%a6-fuer-baden-wuerttemberg

    Das ist Wasser auf die Mühlen meiner Freunde, die eingefleischte Impfgegner sind.

    Die Daten sind sogar nach Kalenderwochen aufgeschlüsselt und nicht kumuliert. Die jüngsten Daten sind gerade einmal 3 Wochen alt!! Dass es jeweils 1-3 Wochen dauert, Daten entsprechend einzusammeln und zur Veröffentlichung zusammenzufassen, liegt in der Natur der Sache.

    Das RKI hat zumindest für die Meldewochen 28-48 eine entsprechende Erhebung vorliegen. Deine Behauptung, diese würden auch nach 2 Jahren Pandemie gar nicht erst systematisch erfasst, ist nicht zutreffend. Der Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften ist sehr deutlich zu sehen.

    Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Inf…Impfstatus.html

    Inwiefern sich die Verhältnisse durch Omikron ändern werden, bleibt noch abzuwarten.

    Wenn das die Maßgabe ist, dann sollte einmaliges Impfen schon das höchste der Gefühle sein. Mittlerweile ist nahezu jeder Kollege nach der Impfung zwei Tage nicht in der Lage zu arbeiten. Und die Schülerlein treibens noch wilder und melden sich schon vorher für drei Tage ab. "Habe morgen ja ne Impfung und bin dann drei Tage später wieder da."

    Keine Ahnung, an was für einer Schule du bist oder woher du diese Zahlen nimmst. Bei uns sind weniger als 20% des Kollegiums maximal einen Tag ausgefallen. Die Schülerinnen und Schüler, von denen viele inzwischen geimpft sind, hatten keine erhöhte Fehlzeitenquote als sonst.

    Ich nehme aber an, dass du hier eher tatsächlich vorgekommene Einzelfälle suggestiv auf alle erweiterst. Hinter Formulierungen wie

    Und die Schülerlein treibens noch wilder und melden sich schon vorher für drei Tage ab. "Habe morgen ja ne Impfung und bin dann drei Tage später wieder da."

    steckt ja meistens eher: "Es gab da mal einen Schüler, der....".

    Das Muster wird auch gerne verwendet bei Aussagen wie "Eltern haben sich beschwert, dass...." oder "Das Kollegium findet, dass...". Wenn man dann nachhakt, waren es genau 1-2, die etwas geäußert haben.

    da ein Sabbatjahr eh unter Weiterbezahlung der (verminderten) Bezüge läuft, existiert man weiterhin für die jeweiligen Versicherungen und Pension.

    Bist du dir sicher, dass die Weiterbezahlung der Bezüge - die ja auf Basis einer befristeten Freistellung vom Dienst erfolgt - tatsächlich aufrechterhalten wird, wenn man sich ganz aus Deutschland abmeldet? Ich mag mir schwer vorstellen, dass eine Abmeldung aus Deutschland verträglich mit dem Beamtenstatus ist.

    PS: Wirklich als offene Frage gemeint, ich habe dazu bislang nichts konkretes gefunden.

    Seit Hattie ist übrigens auch längst empirisch erwiesen, dass der Methodenzirkus wirkungslos und egal ist. Dementsprechend handelt es sich nur um ein Dogma, die Schüler sind also im Recht, wenn sie das als Zeitverschwendung entlarven.

    Das gibst du aber extrem verkürzt - und damit missverständlich - wieder. Während einzelne Methoden um ihrer selbst willen wenig Effekt auf den Lernerfolg haben, haben es z.B. Meta-kognitive Strategien, Feedback, effektive Klassenführung, Klarheit der Lehrperson usw. sehr deutlich. Gerade diese sind aber über geeignte Methoden auch gut zu transportieren.

    Es geht gar nicht um "Methodenzirkus", das Gegenteil davon ist aber gerade nicht, auf verschiedene Unterrichtsmethoden zu verzichten, sondern diese zielgenau auszuwählen. Normalerweise lernt man gerade das während des Referendariats. Methoden um ihrer selbst willen waren zumindest bei meinen Ausbildern - und auch später Schulleitungen - sehr verpönt.

    Wer durch die Impfung eine Myokarditis bekommt, die nicht vollständig wieder ausheilt, leidet dann offensichtlich an Langzeitfolgen. Dass das extrem selten vorkommt ist klar, spielt aber für die Definition von "Langzeitfolgen" keine Rolle.

    Das ist ein schönes Beispiel für tatsächliche "Langzeitfolgen". Es darf aber nicht verwechselt werden mit dem unter Impfskeptikern nicht selten verbreitetem Mythos noch unbekannter "Langzeitfolgen, die erst nach langer Zeit auftreten".

    Aber ganz eindeutig sind bestimmte Aspekte der Unterrichtsplanung inzwischen selbstverständlich, über die ich im Ref noch bewusst nachdenken musste. Insofern muss ich vieles auch nicht mehr so detailliert planen, wie noch im Ref, was natürlich den Eindruck verzerren kann, wie viel man für Unterrichts Planung investiert. In bestimmten Klassen und Fächern reicht es inzwischen, wenn ich anhand des Buches nachvollziehen wo wir waren, damit die nächste Stunde in meinem Kopf komplett binnen Minuten steht und innerhalb von rund 20min mit allen Materialien vorbereitet ist, bei anderen hätte ich gerne nochmal die Zeit wie im Ref, für wirklich gründliche Planungen, muss aber korrigieren, Eltern und KuK antworten, etc.

    Das meine ich ja gerade. Natürlich ist das Erlernen des Autofahrens innerhalb weniger Fahrstunden vom Aufwand bei weitem nicht mit Studium + Referendariat und Probezeit vergleichbar, aber das schien mir ein für viele gut greifbarer Bereich zu sein, um unbewusste Automatisierung von Vorgängen deutlich zu machen, wie wir sie auch bei Ausübung unseres Berufs erleben - eben oft nicht mehr bewusst.

    Ich bin aber eher bei Perspektive 1: Warum der ganze Hokuspokus im Ref, wenn die dadurch erworbenen Kompetenzen doch nur brachliegen und ich gefühlt überwiegend mit stupider Kacke beschäftigt bin. Ich habe heute z.B. ewig Zeit damit verbracht, online irgendwelche Noten zurückzumelden und SEK 1 Klassenarbeiten durchzuackern und gefühlt geht das seit Monaten so. Nun muss ich für die Zeugnisse meine Listen umtragen und muss irgendwelche Kompetenzkreuzchen bei 200 Schülern setzen. Es ist mir echt zu dumm.

    Die im Ref erworbenen Kompetenzen liegen nicht brach. Sie sind dir vermutlich so in Fleisch und Blut übergegangen, dass du gar nicht mehr merkst (und das ist positiv), dass du diese eigentlich hast. Sie erleichtern dir deinen beruflichen Alltag aber enorm. Vergleiche das mal mit Auto fahren: Die Fahrschule war durchaus anstrengend und man musste wahnsinnig viel in Theorie und Praxis lernen - jedenfalls kam es einem so vor. Steigt man heute in ein Auto, geht alles wie von selbst.

    Für das durchaus nachvollziehbare Gefühl der falschen Gewichtung von Tätigkeitsmerkmalen möchte ich dir ans Herz legen, eine konsequente Arbeitszeiterfassung zu machen. Dabei wirst du vermutlich feststellen, dass Unterricht und dessen Vorbereitung noch immer - wie gewünscht - einen Großteil der Arbeitszeit ausmachen. Gleichzeitig hat man damit ein Instrument des eigenen Arbeitszeitmanagements und für den Notfall eine gute Grundlage für ein Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräch über Aufgabenverteilungen in der Hand.

    Es ist genau wie du schreibst: Ok ist alles, was der schnellen Genesung nicht im Wege steht bzw. diese sogar fördern kann. Bewegung an der frischen Luft gehört bei vielen Krankheitsbildern mit Sicherheit dazu.

    Es gibt da auch kein "Schema F", da der Nachteilsausgleich immer individuell auf die jeweilige Situation bzw. zielgenau auf den entsprechenden Schüler zugeschnitten werden muss. Hierfür ist es ersteinmal wichtig, zu erheben, worin sich genau die Nachteile ausdrücken.

    Darf ich mal fragen wie es bei euch an den Schulen gehandhabt wird momentan mit GLKs und Weihnachtsfeiern? Wir hatten letzte Woche eine GLK in Präsenz mit voller Besetzung und momentan plant die Schulleitung nicht nur eine, sondern gleich zwei verschiedene Weihnachtsfeiern mit Essen und Musik, eine davon getarnt als Dienstbesprechung. Ich komme mir so langsam vor als wäre ich im falschen Film, scheine aber im Kollegium die Einzige zu sein, die Bedenken hat.

    Dienstbesprechungen finden ausschließlich per Videokonferenz statt, die letzte GK hatten wir im frühen Herbst draußen. Weihnachtsfeiern wurden selbstverständlich abgesagt.

    Vor allem als ob man außerhalb des Beamtenstatus einfach jeden Faulen/Inkompetenten rauswerfen könnte. Ich habe Bekannte, die auch kaum wisse, was sie auf ihrer Arbeit (freie Wirtschaft) tun und dennoch jeden Monat ihr Geld bekommen. Diese Leute wird man auch nicht los, wenn sie nicht gerade richtig Mist bauen. Nur Faulheit reicht nicht aus.

    Sehe ich auch so. Und andersherum wird man auch Beamte, die richtig Mist bauen, wieder los.

Werbung