Erstens entspricht das Studium fachlich maximal dem Fach-Bachelor, und das auch nur beim Gym- bzw. Sek 2-Studium. Selbst wenn man mit dem Referendariat mal wohlwollend von einer fachlichen Master-Qualifiktion ausgehen würde (was aber faktisch nicht der Fall ist), was würden dann die Leute mit dem Großteil der Fächer in der freien Wirtschaft groß reißen können?
Da möchte ich widersprechen und das klingt nach der alten Leier, Lehramtsstudenten hätten nichts drauf. Die Master-Qualifikation hat man bereits vor dem Referendariat und nicht erst wohlwollend mit dem Referendariat erlangt. Der einzige Unterschied zu anderen Professionen besteht darin, dass man im Lehramt durch die mind. 2 Fächer eher zum Allrounder statt zum - sorry - Fachidioten ausgebildet wird. Das kann auch in der Wirtschaft interessant sein, gerade in Branchen, die von interdisziplinärer Ausrichtung leben.
Naturgemäß müssen, wenn man mehrere Fächer gleichzeitig studiert, in den einzelnen Fächern Studieninhalte wegfallen. Daraus zu folgern, dass das Lehramtsstudium inhaltlich zu einfach wäre, greift zu kurz. Ich selbst habe zwar noch im alten System studiert, kann aber guten Gewissens sagen, dass wir bis zum Vordiplom nahezu alle Veranstaltungen mit den Diplomstudenten gemeinsam hatten. Im Hauptstudium waren die Inhalte dann spezialisierter, auch da gab es aber eine Reihe gemeinsamer Vorlesungen.
Ich bin aber bei dir, dass es nicht zielführend ist, als Vergleichsmaßstab für Lehrergehälter lediglich gut bezahlte Positionen im Bereich MINT heranzuziehen. Gerade im geistes- und gesellschaftswissenschaftlichem Bereich können viele Master-Absolventen von Lehrer(netto)gehältern nur träumen.