Beiträge von Seph

    Jetzt bin ich ja seit Jahren in der Privatwirtschaft, wenn auch staatlich finanziert, und siehe da: Die Gehaltsabrechnung besteht aus fünf Zeilen, der Betrag ist jeden Monat der gleiche und entspricht dem, was der Gehaltsrechner ausspuckt. Es ist mir völlig schleierhaft, warum der Staat das nicht genauso hinbekommt. Vermutlich passiert das, damit der Staatsdiener nicht allzu genau nachvollziehen kann, ob sein Gehalt stimmt oder ob er nicht doch zu wenig bekommt (zu viel kann nicht sein, das merken die Besoldungsheinze ganz schnell und ziehen es wieder ab).

    Wenn auch für den TE wenig hilfreich, aber in Niedersachsen stimmen die ausgezahlten Beträge seit Jahren auf den Cent genau mit den Beträgen aus dem Rechner von https://oeffentlicher-dienst.info/ überein. Liegt hier mal wieder der nicht unübliche bayerische Sonderweg vor?

    Mich würde ja interessieren, wie die Fledermäuse mit Ebola leben, offenbar haben sie ein Immunsystem, das sich anpassen konnte.

    Fledermäuse schaffen es durch eine sehr starke Interferon-Alpha-Ausschüttung bereits bei Erstkontakt mit Viren das Immunsystem so stark zu aktivieren, dass sich die körpereigenen Zellen weitgehend abschotten können. Aufgrund des durch das Fliegen notwendigerweise deutlich höheren Stoffwechsels bekommen sie die damit einhergehenden Entzündungsreaktionen deutlich besser in den Griff.

    Bei landlebenden Säugetieren würde eine so starke Immunreaktion systemweit für Entzündungsprozesse mit ihrerseits dramatischen Auswirkungen sorgen, daher ist unser Immunsystem herunterreguliert, kann dann hochgradig aggressiven Viren aber deutlich weniger entgegensetzen.

    Alles gut, der Arzt hat ja auch lange studiert. Wir konkurrieren halt eher mit Ausbildungsberufen im Gehalt. Dafür krisensicher. Sowas wie Kurzarbeit bleibt uns erspart.

    Ich kenne ehrlich gesagt nicht viele Ausbildungsberufe, in denen man ohne Personalverantwortung z.B. knapp 3600-3700€ Netto (!) nach Hause bringt. Da ist die PKV bereits berücksichtigt. Und da spreche ich gerade mal von A13 mit z.B. 2 Kindern und mittlerer Erfahrungsstufe, um so etwas wie ein durchschnittliches Gehalt von Lehrkräften an weiterführenden Schulen abzubilden. Dafür müsste ich in der freien Wirtschaft ca. 7000€ Brutto verdienen. Ok...Piloten und Fluglotsen liegen da drüber als Ausbildungsberufe, aber wer sonst? Du kannst meine lückenhafte Kenntnis da sicher verbessern.

    Die Gesamtbevölkerung würde es natürlich diebisch freuen, wenn man den faulen Säcken endlich mal das Gehalt kürzt.

    Und von dem Geld, das man an den überbezahlten, notrisch faulen Lehrern spart, kann man die systemrelevanten Berufe endlich mal ordentlich bezahlen.

    8545 Euro Brutto für einen Arzt, 4525 Euro für Intensivpflegekräfte bzw. 3502 Euro für einfache Pflegekräfte lassen sich damit doch endlich auf angemessene Gehaltsstufen bringen!

    https://www.gmx.net/magazine/news/…ezahlt-34557742

    Also, nehmt den Lehrern das Gehalt. Applaus braucht ihr denen nicht nehmen, den hatten die noch nie. :pfeifen:

    Da würde mich sehr interessieren, wo GMX die Zahlen her nimmt. In anderen Quellen findet man selten Löhne über 3000-3500€ für Fachkrankenpfleger Intensiv. Die 8500€ Brutto beziehen sich übrigens auch auf Ärzte in leitenden Positionen und sind Netto dann relativ gut mit Schulleitungspositionen A15/A16 vergleichbar, also selbst da kaum Grund zum Neid.

    Soso. Du meinst der Dienstherr/Arbeitgeber guckt dabei zu (bzw. stimmt zu), wenn Du erst im Unterricht z.B. Materiallisten austeilst und anschließend die im Laden (womöglich noch gegenüber der Schule) vor dem Unterricht an die Schüler verkaufst ^^ Oder stell Dir mal vor, Du verkaufst im Kiosk vor der Schule an die SuS Süßwaren, Zigaretten und ähnliches...

    Ja, da bin ich mir sogar sicher. Wir reden hier einerseits immer noch von abhängiger Beschäftigung, sodass anders als bei Privatnachhilfe hier keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt und gleichzeitig ist auch keiner der Schüler gezwungen, gerade dort die Hefte zu kaufen. Dass man Schülerinnen und Schülern U18 keine Zigaretten verkauft, sollte klar sein.

    Den Interessenkonflikt hätte man wahrscheinlich dann, wenn man selbst den Kiosk betreibt und die Schülerinnen und Schüler (indirekt) anweist, genau dort einzukaufen. Aber darum ging es oben nicht, sondern um einen Nebenjob in abhängiger Beschäftigung. Die möglichen Einschränkungen habe ich in Beitrag #45 bereits erwähnt.

    Das stimmt natürlich nicht Fossi, wäre ja auch wenig praktikabel (dann könnte ein tarifbeschäftigter Lehrer ja z.B. als Strichjunge arbeiten, bis es zur Arbeitsgerichtsverhandlung kommt - um mal Deine Falschinformation hier ins Absurde zuzuspitzen - okay, dann gäbe es noch andere Kündigungsgründe. Realistischer: verkauft Schreibwaren vor Schulbeginn im Kiosk gegenüber der Schule)

    Der Verkauf von Schreibwaren im Kiosk steht weder in Konkurrenz zur Schule noch besteht dabei ein ernsthafter Interessenkonflikt. Für die morgendliche Spargelernte gilt das erst Recht. Wenn die sonstigen Nebenbedingungen wie Einhaltung der Höchstarbeitszeiten usw. eingehalten werden, kann der Arbeitgeber sich hier nicht querstellen. Eine solche Tätigkeit wäre für Angestellte lediglich anzeige- aber nicht genehmigungspflichtig.

    Anders sieht das sicher bei Tätigkeiten aus, die....

    ...mit dem Berufsbild einer Lehrkraft unvereinbar sind (Mitwirkung in Pornos gehört da wahrscheinlich dazu)

    ...in direkter Konkurrenz stehen bzw. schwerwiegende Interessenkonflikte auslösen würde (z.B. private Nachhilfe für eigene Schüler)

    ... einen erheblichen Anteil der wöchentlichen Arbeitszeit ausmachen, die zulässige Höchstarbeitszeit in der Woche überschreiten und damit in
    Konkurrenz zur Haupttätigkeit stehen

    ... die während der Arbeitszeit der Hauptarbeit ausgeübt werden und deswegen in Konkurrenz stehen

    Hier schweigt der Schulleiter.

    Wir wissen noch nicht mal, was ab Montag ist.

    Das wundert mich etwas, da es eine sehr eindeutige Rundverfügung hierzu vom 13.03.2020 gibt. In Kurzform:

    -> Erteilung von Unterricht ist explizit ab 16.03. landesweit in Niedersachsen untersagt

    -> Lehrkräfte haben grundsätzlich entsprechend ihres individuellen Stunden- und Einsatzplans ihrer Anwesenheitspflicht in der Schule nachzukommen

    und dort außerunterrichtliche Aufgaben zu übernehmen

    -> Schulfahrten (sowohl ein- als auch mehrtägige) bis zum Ende des Schuljahres sind abzusagen

    -> eine Notbetreuung für Schuljahrgänge 1 bis 8 ist von 8:00 bis 13:00 Uhr in kleinen Gruppen zu gewährleisten

    Daraus wurde explizit abgeleitet, dass verbeamtete Lehrkräfte weiter voll besoldet werden und bei Angestellten das Land Niedersachsen seinen Annahmeverzug bei Abruf der angebotenen Arbeitsleistung eingesteht (und diese damit auch voll bezahlt werden), sofern der oben aufgeführte Punkt beachtet wird.

    Es folgen dann noch Detailregelungen. Gerne kann ich dir die Verfügung zukommen lassen.

    Edit: Hanuta war schneller ;)

    Zitat von Hanuta

    Oder sollen wir ernsthaft die Zeit in der Schule absitzen? Ich meine, 2 Tage bekomme ich alleine rum, mit dem was bei mir an Arbeit rumliegt.

    Aber Konferenzen? Also mit allen zusammenhocken??

    Wir sollen unsere Sozialkontakte reduzieren aber mit den Kollegen zusammensitzen??

    Es gäbe so viele sinnvolle Möglichkeiten, mal Dinge zu tun, die im Alltagsgeschäft zu kurz kommen: gemeinsam Unterrichtssequenzen und Projekte planen, Absprachen treffen, Schulentwicklung vorantreiben, liegen gebliebene Aktennotizen anfertigen/aktualisieren u.v.m.

    Es besteht im Übrigen ein riesen Unterschied, ob ca. 1000 Personen auf sehr engem Raum zusammen kommen, oder ob man mit 3-4 Kolleginnen und Kollegen (in 3m Abstand voneinander) in einem leeren Klassenraum gemeinsam plant. Insbesondere, da aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass genau davon eine Person bereits infiziert ist, noch extrem niedrig ist.

    Wir bekamen um 19 Uhr eine Mail von unserem Schulleiter, dass er weder vom MK noch von der nds. Landesschulbehörde bisher eine Bestätigung der in einigen Medien verbreiteten Nachricht bekommen habe.

    Dito. Bin mal gespannt, wie viele Schülerinnen und Schüler sich "verlesen" haben, falls es Montag normal weitergehen sollte. Mich würde im Übrigen auch interessieren, ob immer noch so viele hier für Schulschließungen wären, wenn wie in anderen Branchen unbezahlter Urlaub damit verbunden wäre ;)

    Bei uns gibt es durchaus einige, die mit FHR gehen, bei den meisten ist das bereits bei Eintritt in die E-Phase als eine ernsthafte Option besprochen worden. Dabei steht oft gar nicht so sehr im Raum, einen alternativen Weg zum Studium an den Abiprüfungen vorbei zu suchen. Attraktiv ist der Ausstieg mit FHR u.a. für Laufbahnen des gehobenen Dienstes, z.B. für den Einstieg als Kommisaranwärter/in bei der Polizei oder in die Offizierslaufbahn der Bundeswehr. Das sind in diesem Zusammenhang jedenfalls öfter gehörte Motivationen für den Abgang mit FHR.

    Seph „Abstraktes Risiko“ „meist milder Verlauf“

    Ich empfehle einen Blick auf die Situation in Italien. Und weniger Wertung.

    Ja, ich empfehle auch einen Blick auf die Situation in Italien. Dort liegt das Durchschnittsalter der Verstorbenen bei über 80 Jahren, wovon zwei Drittel der Betroffenen wiederum 3 oder mehr Vorerkrankungen wie Hypertonie, ischämische Herzkrankheit o.ä. hatten. Man spricht in dem Zusammenhang auch von multimorbiden Patienten, die besonders anfällig für so ziemlich jede Form von Infektionskrankheiten sind.

    Schulschließungen auch in Regionen, die noch nicht einmal Verdachtsfälle aufweisen, sind dann auf ein "abstraktes Risiko" zurückzuführen und noch nicht auf ein tatsächlich gegebenes. Wird es ein konkretes Risiko, werden die Gesundheitsämter entsprechend reagieren.

    Ich finde es irgendwie trotz allem sehr unlogisch, dass Universitäten zu bleiben und Schulen (mit teilweise jungen Kindern, die mehr Körperkontakt zu anderen haben und noch weniger auf Hygiäne achten können als Erwachsene) weiter geöffnet sind...

    Kathie hat doch bereits treffend beschrieben, worin der Unterschied zwischen Universitäten und Schulen bzw. Kitas besteht. Ich halte es persönlich auch für nicht nachvollziehbar, dass Lehrkräften das abstrakte Risiko einer (für die meisten vergleichsweise milden) Erkrankung nicht zuzumuten sein soll, von Ärzten, Pflegepersonal u.ä. aber sogar erwartet wird, trotz dann nicht mehr gegebener Kinderbetreuung durchzuarbeiten.

    Sollte es konkrete Verdachtsfälle geben, die schulbezogen sind, werden die örtlichen Gesundheitsämter dann auch entsprechend handeln und Schließungen anordnen.

    * Auch wenn ich bei c) noch ergänzen bzw. bezweifeln würde, ob die Judikative wirklich immer unabhängig von der Exekutive ist - siehe z.B. a) und b)

    Zumindest daran habe ich in Deutschland kaum Zweifel. Es gibt gute Beispiele, in denen die Judikative der Exekutiven erhebliche Niederlagen beschert hat. Ich denke da z.B. an den Versuch der Landesregierung in Niedersachsen vor wenigen Jahren, die Deputatsstunden der Gymnasiallehrkräfte zu erhöhen, ohne sich mit der Verteilung der Arbeitszeiten auseinandergesetzt zu haben.

    Zitat von Miss Jones

    Wie wäre Punkt 4: mal "was anderes" wählen?

    Damit meinst du hoffentlich nicht die Partei, deren wesentliches bildungspolitisches Ziel zunächst in der Diskreditierung von andersdenkenden Lehrkräften lag.

    In diesem konkreten Fall mag das angehen. Wenn Doppelkorrekturfachlehrer das umsetzen, was Du vorschlägst, dann brauchen sie an ein "Fortkommen" wie Beförderung auf A14, Übernahme von Koordinatorenstellen etc. gar nicht einmal zu denken. Das scheinen auch viele Schulleitungen so zu sehen. Wer viel korrigiert, alles andere zusammenstreicht, um die Arbeitszeit im Auge zu behalten, fällt in der Schule nicht weiter auf und bleibt die nächsten 20 Jahre auf A13 - Ausnahmen hier unberücksichtigt. Die DoppelkorrekturfachlehrerInnen sind in den A15-Positionen übrigens erschreckend unterrepräsentiert...

    Das Problem sehe ich auch und möchte ich nicht kleinreden. Gerade in diesen Fächern ist es wichtig, dass sich die Kolleginnen und Kollegen auch untereinander schützen, indem sie z.B. in Fachkonferenzen Beschlüsse fassen, die die Klausuranzahl und -länge auf das vorgeschriebene Minimum herabsetzen. Ich rate Kolleginnen und Kollegen, die den Wunsch nach 180 min Klausuren (oder länger) vortragen, seit längerem vehement davon ab, wenn sie auch 90-135min schreiben dürften.

    Krankschreibung ist immer sinnvoll, wenn entsprechende Beschwerden vorliegen. Ob das bis zum Sommer sein muss, muss anhand der Symptome abgewogen werden. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass zur Auswahl von Personen für die Leitungsebene durchaus auch auf Belastbarkeit geschaut wird, eine längere Auszeit sollte also nicht "nur" aus Frust über die aktuelle Situation erfolgen. Auf der anderen Seite geht Gesundheit natürlich deutlich vor Karriereoptionen.

    Als Seph hier wieder anfing, den Ball an den Kollegen zurückzuspielen und von Zeitmanagementproblemenbzu sprechen, habe ich aufgehört weiterzulesen.

    Man kann sich natürlich auch weiter als Opfer der Rahmenbedingungen inszenieren oder man übernimmt einfach mal Verantwortung für die Ausgestaltung seiner Arbeitszeit und sorgt dafür, dass diese die vorgegebene Arbeitszeit auf Dauer nicht überschreitet. Instrumente hierfür gibt es genug. Dazu gehören neben einer eigenen Zeiterfassung, effizienter Unterrichts- und Klausurgestaltung und zielführenden Gesprächen mit der Schulleitung zu Zusatzaufgaben als Ultima Ratio auch die Überlastungsanzeige und entsprechende Konsequenzen. Der erste Weg führt mit hoher Sicherheit zum Erleben von Frustration, der zweite eher zum Erleben von Selbstbestimmtheit.

    Und wenn sich eine Lehrkraft darüber beschwert, dass die Wochenenden ständig mit Klausuren blockiert sind und kein soziales Leben mehr möglich sei, gleichzeitig aber in der Woche oft bereits am frühen Nachmittag Feierabend macht und dann nicht noch einmal an den Schreibtisch geht, dann ist das durchaus ein Verteilungsproblem der Arbeitszeit, welches selbst gelöst werden kann.

    Alles was man für diese einzelnen "Momentaufnahmen" zeigt, ist mit 20 + Stunden nach dem Vorbereitungsdienst sowieso nicht mehr leistbar, inklusive der restlichen (berechtigten) Zusatzaufgaben als Lehrperson.

    Das ist aber überhaupt kein Gegenargument gegen diese Struktur der Ausbildung. Im späteren Berufsleben profitiert man deutlich davon, dass man im Referendariat, in dem man nur eine sehr begrenzte Anzahl von Stunden pro Woche unterrichtet, gezwungen wird, zu lernen, wie man Unterrichtsstunden sinnvoll aufbaut. Bis dahin ist die Grundstruktur der Unterrichtsvorbereitung idealerweise so in Fleisch und Blut übergegangen, dass man vieles davon intuitiv macht, ohne es extra notieren zu müssen.

    Dass man dann nicht für jede einzelne Stunde noch 4 Zeitstunden an Arbeitsblättern etc. feilt, liegt in der Natur der Sache. Es ist aber auch nicht mehr notwendig, da man ja bereits gelernt hat, wie man dies (effizient) durchführen kan.

    Allein der Zeitaufwand für Unterrichtsbesuche im Referendariat ist meistens unangemessen hoch, nicht nur was den Aufwand für schriftliche Ausarbeitungen angeht, sondern vor allem die Materialerstellung in manchen Klassenstufen/Schulformen.

    Das gilt generell für Berufseinsteiger und wird nach einer Orientierungsphase wieder besser. Sprich doch gerne mal mit Seiten- und Quereinsteigern, wie es ihnen in ihrem ersten Berufsjahr ging.

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