1. Das mit dem Ruhestand ist keine reine Lehrerproblematik, sondern betrifft alle Berufe. Meine Generation wird mal bis 70 arbeiten, da ist es realistisch, das schon einmal als gegeben anzusehen. Ich möchte da kein Fass aufmachen, aber die demographischen Gründe hierfür dürften gerade Lehrern bekannt sein.
2. Es sollte jeder selbst entscheiden, ob er in Teilzeit geht oder nicht, da man dafür ja auch bewusst auf Gehalt verzichtet.
3. Sabbatjahre sind nur eine Umverteilung von Gehalt, da sehe ich kein Problem.
4. Das Problem bei der Stunde mehr sehe ich darin, dass die Tätigkeiten außerhalb des Unterrichthaltens zeitlich an Umfang zunahmen, weswegen es bei einer 41h-Woche sinnvoller wäre, das Deputat zu senken. Ausnahme: Man macht wirklich nur noch klassischen Frontalunterricht und beschränkt die Differenzierung auf das Allernötigste.Es gibt nicht zu wenige Lehrer, genauso wie es nicht zu wenig Wohnraum gibt. Es ist eine Falschverteilung. Mit Deutschlehrern kann man ganze Straßen pflastern, Musiklehrer will (oder kann) keiner werden. Da ändern auch diese Forderungen nix... Und warum gibt es wohl im Brennpunkt Lehrermangel, im Villenviertel jedoch nicht? Bestimmt, weil die faulen Säcke alle so wählerisch sind...
1. Da bin ich voll bei dir, darauf sollten wir uns alle einstellen. Die demographische Entwicklung lässt da als einzige Alternative eine drastische Reduzierung der Ruhebezüge zu.
2. und 3. Das Problem ist gerade die Diskrepanz von tatsächlich verfügbaren ausgebildeten Lehrkräften, insbesondere wenn die jetztige Generation 55+ in den Ruhestand geht, und der hohe Bedarf an Lehrkräften. Der Dienstherr kann dann zur Steuerung der Ressourcen anders als im Arbeitsrecht solche Entscheidungen treffen, siehe dazu z.B. §91 BBG. Da hilft es auch nicht, dass es viele (Gymnasial-)Deutschlehrkräfte auf dem Markt gibt, wenn es um Lücken z.B. im Grundschulbereich und in naturwissenschaftlichen und künstlerischen Fächern geht. Gegen diese Verteilung kann man unter Berücksichtigung der freien Berufswahl auch nur wenig tun, außer man führt ähnlich wie für IT-Fachkräfte Zulagen für entsprechende Mangelbereiche ein. Das dürfte interessante Diskussionen in den Kollegien auslösen.