Da bin ich innerlich zum nächsten Mal zusammengebrochen. Was will sie denn hospitieren? Damit ich den wenigen Respekt vor den Schülern noch mehr verliere?
Um bei jemandem zu hospitieren setzt man doch voraus, dass der dazu lernt und es eine Entwicklung gibt. Wo soll ich denn aber lernen, wenn meine Quereinsteigerfortbildung noch gar nicht begonnen hat? Mir sagt ja keiner wie ich es zu machen habe?
Ich befürchte dass die Schüler dann komplett vor mir den Respekt verlieren, wenn sie erfahren, dass ich keine ausgebildete Lehrerin bin. Ich hab das bis jetzt nicht zum Thema gemacht. Allerdings weiß ich nicht was die Klassenlehrerin erzählt, die die gleichen Fächer wie ich unterrichtet und sicher Konkurrenz wittert.
Ich möchte dich mal zu einem kurzen Perspektivwechsel einladen: Solche Hospitationen und zugehörige Auswertungsgespräche sind vielmehr ein Unterstützungssystem und können dir gerade als noch nicht fertig ausgebildeter Lehrkraft wichtige Handlungskompetenzen vermitteln. Das kann also eine große Bereicherung sein.
Bei uns wissen die Klassen immer sehr genau Bescheid, welche Lehrkräfte gerade noch im Vorbereitungsdienst o.ä. sind. Das an sich hat jedenfalls keine spürbaren Auswirkungen auf den Umgang miteinander. Wichtig ist halt ein klares, schlüssiges, konsequentes und gleichzeitig zugewandtes Handeln....völlig unabhängig vom Erfahrungsstand im Beruf.