Beiträge von Seven

    Spontan fällt mir folgende Literatur ein:


    - Hermann Hesse: Unterm Rad
    - Frank Wedekind: Frühlings Erwachen
    - Emil Strauß: Freund Hein
    - Friedrich Torberg: Der Schüler Gerber
    - Das Gedicht "Lehrerseufzer", dessen Autor jedoch unbekannt ist


    Das sind jetzt alle keine lustigen Geschichten, jedoch geht in allen um das Thema Schule.

    Ein Kollege von mir hält es so: Diejenigen, die ruhig sind und mitarbeiten, dürfen in Zeichenstunden dabei leise Musik mit Handy/MP3-Player hören, die Unruhestifter schreiben derweil oder bekommen Zusatzaufgaben, etc.
    Jede Stunde fragt er die SuS zu Beginn, ob sie heute ruhig sein und mitarbeiten möchten, sodass ihnen erlaubt ist, dabei Musik zu hören, oder ob sie lieber weiterhin Theorie büffeln und schreiben möchten (Gym). Die SuS haben die Wahl und plötzlich geht es. Halten sie sich nicht an die Absprachen, geht's ab in die Theorie und Schreib-Ecke.
    Es ist zwar eine 7. Klasse und keine 3., doch das Prinzip könnte ja ähnlich aussehen.


    Ich weiß sowieso nicht, wie ihr Kunstlehrer diesen Lärm aushaltet (Sportlehrer genauso wenig!). Ich ziehe regelmäßig meinen Hut vor euch.

    Round Robin ist aber nun mal der korrekte Begriff.
    Wenn Du die Methode das erste Mal benutzt, also dementsprechend einführst, wirst Du sie ja eh zunächst erklären (müssen). Warum sie dann nicht als Round Robin einführen?

    Wenn es 3-4 SuS sind, dann Deine eigenen SuS 3-4 Gruppen bilden. Diese sollen sich ca. 5-10 Minuten Fragen überlegen und aufschreiben und danach eine Art Interview mit den Austauschschülern führen und dabei die Antworten mitschreiben. Das können sie sicher, denn mehr als "Who are you", "how old are you", "where are you from", "what is your hobby/your favorite food/your favorite music/your favorite color" würden sie eh nicht fragen.
    Diese Interviews werden dann vor der Klasse vorgestellt. So wiederholen die SuS die englischen Fragestellungen, die Personalpronomen ("This is Ronny, he is from England...") sowie das Präsentieren vor der Klasse und haben dabei auch noch Kontakt zu Muttersprachlern.


    Sollten die Phasen zu kurz sein, kannst Du die Muttersprachler bitten, den SuS vor der Klasse noch Fragen zu stellen, sodass diese spontan antworten müssen. Das klappt ganz gut, wenn Du einen kleinen, weichen Ball mitnimmst, der von den Austauschschülern geworfen wird. Wer den Ball fängt, muss die Frage beantworten und den Ball dann wieder zurückwerfen. (Alles unter Deiner Aufsicht natürlich!)

    Ich sehe dennoch ein hohes Risiko darin, eine Übungsstunde ohne wirklichen Lernfortschritt als LP zu zeigen... Ganz egal, ob Du Dir hier bei der Ignoranz/Unwissenheit der Amis ain Bezug auf globale Erwärmung ständig widersprichst oder nicht.

    Das Ziel der Stunde wäre ...
    Indem die SuS themenbezogenen Cartoons anhand eines Partnerpuzzles analysieren, erweitern Sie ihre funktionale kommunikative Kompetenz.


    Das ist für mich kein übergeordnetes Lernziel, das eine Stunde tragen könnte, sondern primär ein sprachliches/kommunikatives. Sicherlich benötigst Du ein solches immer im Englischunterricht, nur eben nicht als übergeordnetes Lernziel. Für einen LK halte ich Deine bisher vorgeschlagene Stunde für wenig ertragreich; sicherlich nett als Übungsstunde zwischendurch ohne Fachleiter, doch nicht für eine LP oder einen UB, der beobachtet und/oder benotet wird. Dafür fehlt einfach der Ertrag.


    Wir wurden damals dazu angehalten, solche Übungen wie die Analyse eines Cartoons quasi nebenher einzuführen: Blatt mit Vorgehensweise austeilen, Cartoon als Einstieg nehmen, üben lassen, fertig. Das 2-3 mal innerhalb der nächsten 3 Wochen, das muss genügen. Es ist ein LK, der soll insbesondere mit Texten arbeiten. Ich halte es immer noch so, aber das ist natürlich eine individuelle Sache.


    Nimm einen Cartoon als Einstieg, wenn Du es eh vorher schon mit ihnen geübt hast, besprich als Hinführung die attitude und hab als Erarbeitungsphase eine Textarbeit, die Du in der Vertiefungsphase aufgreifst und im Transfer inklusive Rückbesinnung auf den Cartoon "rund machst".


    Und, kleiner Tipp: Das übergeordnete Lernziel sollte mit den anderen Feinlernzielen vor der methodischen Planung stehen. Die Methodik hängt von der Didaktik ab, nicht umgekehrt! :aufgepasst:

    Eine 2. Staatsexamensarbeit ist -sofern sie überhaupt noch verlangt wird- keine wissenschaftliche Arbeit. Sie hat den Sinn und Zweck, eine Unterrichtsreihe, die allein vom Prüfling geplant und selbstständig in einem gewissen zeitlichen Rahmen durchgeführt wurde, zu protokollieren und zu reflektieren. Sie entspricht beinahe einem fünfmal so langen Lehrprobenentwurf, mit allem drum und dran.
    Sicherlich muss dafür auch Sekundärliteratur herangezogen sowie eine Bibliographie erstellt werden, doch unterschied sich zumindest meine eigene 2. Staatsexamensarbeit erheblich von der ersten: Musste ich in der ersten Arbeit mein wissenschaftliches Arbeiten und den Umgang mit Sekundärliteratur unter Beweis stellen, so plante ich für die zweite eine Unterrichtsreihe inklusive Projekt, die zeitnah in einer Mittelstufenklasse durchgeführt wurde. Auch vom Umfang unterschieden sich die beiden Arbeiten (100 Seiten für die erste Examensarbeit in 4 Monaten; 50 Seiten ohne Anhang für die zweite Examensarbeit in 8 Wochen).


    Aufgrund dieser nicht unerheblich verschiedenen Herangehensweisen und fertig gestellten Produkten, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man sich für eine zweite Staatsexamensarbeit eine andere wissenschaftliche Arbeit anrechnen lassen kann.
    Aber fragen kostet nichts...

    Hast Du Dich denn mal mit Kollegen unterhalten, deren Verbeamtungslehrproben noch nicht allzu lange her sind bzw. von besagtem SL abgenommen wurden? Was haben die berichtet? Ging es ihnen genau so? Wenn ja, ist dieser SL von der prefektionistischen Sorte...
    Hat Dein SL vielleicht auch Deine Fächer? Dann schaut er natürlich besonders drauf.


    Ich weiß, bei euch in BW läuft diese Probezeit etwas anders als bei uns ab, jedoch erstaunt es mich immer wieder, dass einem jungen Kollegen, der aufgrund des bestandenen 2. Stex eine Planstelle bekam, nicht mehr Vertrauen und Wohlwollen in seine Fähigkeiten entgegengebracht wird. An den Schulen, an denen ich bisher unterrichtete, war selbstverständlich, dass der Kollege seinen Job beherrscht, die Lehrproben also quasi "pro forma" abgehalten wurden, sonst wäre er ja gar nicht so weit gekommen.


    Ist die Schulform eventuell neu für Dich? Werden an Deiner neuen Schule andere pädagogischen Konzepte verlangt als an Deiner Ausbildungsschule?

    Ja, RLP verbeamtet. Du musst aber Dein 2. Stex nicht extra dort ablegen, also das Ref in RLP machen, um verbeamtet zu werden. Zwar bekommen Landeskinder einen Bonus bei der Einstellung (von 0,5 glaube ich), doch ist es definitiv keine Voraussetzung für eine Verbeamtung, das 2. Stex in RLP abzulegen. Ich habe einige Kollegen, die von BW, NRW oder HH (um nur einige BL zu nennen) ohne Probleme nach dem Ref nach RLP wechselten und verbeamtet wurden.


    Eine Verbeamtung läuft in RLP genauso ab, wie in jedem anderen BL: Nachdem man eine Planstelle ergattert hat, geht man zum Amtsarzt (Verbeamtung auf Probe). Winkt der einen durch, kommen noch 2 benotete Lehrproben vor dem Schulleiter, deren Termine aber abgesprochen werden, sowie eine Nachbesprechung. Gibt der Schulleiter bei der ADD grünes Licht, wird man nochmals zum Amtsarzt geschickt. Ist dort alles okay, bekommt man seine Lebenszeitverbeamtung. Meist geschieht dies in einem Zeitraum von 1-3 Jahren.


    Wie ich schon schrieb, sind schulscharfe Stellen kaum noch ausgeschrieben, aber auch hier kann man einfach mal im KuMi oder bei der ADD Trier nachfragen, wie die Stellenlage momentan ist oder wie sie sich entwickeln wird.
    Gerade Technik als Wahlfach gekoppelt mit Mathe und/oder Bio ist rar gesät in der Sek I. Wir haben einen einzigen Technik-Kollegen in einem Kollegium von ca. 90.


    Falls Du Dein 2. Stex in BW nicht bestehen solltest, wird es Dir auch nicht möglich sein, für dasselbe Lehramt in einem anderen BL das Ref zu wiederholen. Du könntest auf Sek II umsatteln. Kommt Zeit, kommt Rat.


    Erstmal viel Erfolg! (Das mit den Kaviarschnittchen war aber ein Witz...Sorry!)

    Komm nach RLP! Die IGSen werden Dir den roten Teppich ausrollen und Kaviarschnittchen zubereiten und zwar jeden Tag bis zur Lebenszeitverbeamtung!
    Außerdem: Warum BW, wenn das wunderschöne RLP direkt daran angrenzt???
    So kannst Du auch in Ruhe Deine Prüfung wiederholen und Dich dann direkt auf die Liste setzen lassen (wir haben kaum noch schulscharfe Stellen). Auf der Liste dürftest Du mit Deinen Fächern auf Sek I auch recht alleine stehen, das erhöht die Chancen doch ungemein...


    Viel Erfolg!

    Halte durch!
    Es wird sich wirklich lohnen, auch wenn jetzt die Welt irgendwie "upside down" ist, sowohl für Dich als auch für die Kinder. Dankbarkeit ist ein riesiger Motivationsfaktor und die Kids scheinen zu merken, dass sie bei Dir gut aufgehoben sind.
    Du schaffst das! :)

    Mach es, wenn Du es wirklich möchtest. Ich jedenfalls bereue es, nicht noch ein Drittfach studiert zu haben, insbesondere während meiner 1,5-jährigen Wartezeit aufs Ref (andere Geschichte...). Generell kann ich mich hier einigen Meinungen nur anschließen: Zwar habe ich ausdauernd studiert, 18 Monate in anderen Ländern verbracht und mich echt gründlich aufs Stex vorbereitet, doch wenn ich zurückdenke, hätte ich viel mehr mitnehmen sollen!
    Zu eilig sollte man es wirklich nicht haben. Schule - Uni - Schule, da bringt man im Beruf nicht viel mit und hat versäumt, über den Tellerrand zu schauen. Ich bin immer wieder verwundert, wenn ich neue Kollegen sehe, die mit 25 bereits eine Planstelle antreten. Wirklich belastbar erscheinen sie mir nicht, auch irgendwie "weltfremd".
    Doch jeder, wie er will.

    Ich habe eine Muttersprachlerin im LK 12, die "nur" 11 Punkte auf dem Zeugnis bekam, weil sie einfach nicht schreiben kann. Mündlich ist sie der Hit, doch schriftlich hapert es, da sie zwar die Umgangssprache enorm gut beherrscht, das geschriebene, formale Englisch aber eben etwas anderes ist.


    Insofern hat Chili absolut recht: Vielleicht sagt Dein Neffe im Unterricht kein Wort und lernt halt auch keine Vokabeln, weil er denkt, er kann's ja sowieso. Passiert.

    Wichtig ist doch auch, dass DU Dich wohlfühlst und mit Deiner Arbeit zufrieden bist. Mir scheint das aus Deinem Bericht schon der Fall zu sein und dann ist doch alles okay.
    Lass Dich nicht unter Druck setzen, sondern finde Deinen Weg.
    Ich bereite auch seit dem Ref alle Reihen in den (kleinen) Ferien vor, um später Zeit zu sparen; da findet jeder Lehrer so seins.


    Einige meiner jungen Kollegen rennen auch in alle Steuerungssitzungen und Ausschüsse, doch dieses Engagement lässt meistens nach einem Jahr auf voller Stelle rapide nach, wenn sie auf dem Zahnfleisch gehen. Andere wiederum streben ganz klar eine Karriere im Schuldienst an, lassen sich schnellstmöglich ans Seminar abordnen, übernehmen Praktikanten, sitzen in allen Ausschüssen, nehmen jede Fortbildung mit, was letztendlich darin gipfelt, dass sie ihren ganz normalen Unterricht kaum noch wahrnehmen und dies zu Lasten der Kollegen geht (Vertretungen ohne Ende). Man kann also davon ausgehen, dass diese Kollegen die nächstmögliche Funktionsstelle mitnehmen und sich verabschieden.
    Ist ja okay, halt nicht meins.


    Prinzipiell gilt: Mach DEIN Ding! :)

    Wie wäre es denn, wenn Du für die jeweils 1. Stunde des Tages ein kleines Lied einbaust, quasi zum Wachwerden und "Aufwärmen"? Vielleicht so etwas wie "Kopf, Schulter, Knie und Zeh"? Da können sie auch mitmachen, wenn sie die Wörter noch gar nicht kennen und einfach die Bewegung nachmachen. Du musst ja nicht selbst singen, sondern kannst eine CD nehmen. Und dann würde ich immer möglichst viel wiederholen: Wie heißt Du, wie heiße ich, wo kommst Du her, wie alt bist Du. So gewöhnen sie sich an Phrasen und Zahlen. Das kannst Du im Grunde jeden Tag zu Beginn machen bis es "sitzt".


    Mach Dir doch einen klitzekleinen Plan, welche Themenfelder Du am Anfang mit ihnen machen willst und schau, was Dein gewähltes Lehrbuch dafür her gibt. Zu Tieren kannst Du eine Menge machen, genauso zum Haus, zum Klassenraum, etc. Jedenfalls beginnen wir so im Anfangsunterricht Englisch, wobei wir dabei ja auch theoretisch immer auf die gemeinsame Muttersprache Deutsch zurückgreifen können.
    Ein gemeinsames Frühstück halte ich für eine super Idee, so lernen sie auch Begrifflichkeiten zum Thema Essen.


    Die Kids werden bestimmt ziemlich schüchtern sein, verstehen sie doch meistens wenig bis gar nichts. Deswegen gib ihnen einen klaren Tagesablauf, der möglichst immer gleich beginnt und gleich endet, sodass sie sich an eine (Schul)Struktur gewöhnen, anstatt ihnen direkt zu Anfang selbst die Wahl zu lassen. Arbeite doch auch mit dem Internet, mit Filmchen, CDs, laminierten Kärtchen, die Du ständig wieder benutzen kannst.


    Und auch wichtig: Lass sie Wörter immer und immer wieder nachsprechen, die Du ihnen vorsprichst!

    Vorneweg: Ich habe keinerlei Erfahrung mit solchen Klassen, doch würde ich diesen Umstand, den Du hier schilderst, unbedingt als Chance begreifen. Warum denn nicht 5 Stunden am Tag mit nur 3 Kindern Deutsch machen? Damit meine ich nicht, dass die Kids 5 Stunden lang brav auf ihren Stühlen sitzen, sondern dass Du mit ihnen Spiele machst, eventuell mal raus gehst, um mit ihnen Fußball zu spielen, ihnen Begrifflichkeiten in der Natur/der Straße/der Gegend/des Spielplatzes näher zu bringen. Du kannst ihnen zeigen, wie typische deutsche Pausenspiele funktionieren (gibt's die noch? Kettenfangen? Himmel und Hölle?), sodass sie sich dadurch schneller innerhalb der Klasse integrieren können.


    Hast Du schon ein Lehrbuch? Wenn nicht, könnte das hier vielleicht etwas sein:
    http://www.cornelsen.de/lextra/1.c.3092540.de


    Aber wie bereits gesagt, habe ich wirklich keine Erfahrung damit. Vielleicht ist alles, was ich vorschlage, etwas, das gestandene DaF-Kollegen sofort mit guter Begründung ablehnen würden.

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