Beiträge von Firelilly

    Gehört das nicht zu deinen grundlegenden Aufgaben?

    Das besonders gut zu machen? Nein.

    Das erhofft sich der Dienstherr. Und im bezug auf Aufgaben die fachliche Kontexte berühren (z.B. Abiklausuren mit tollen Aufgaben) bekommt er von mir tatsächlich einiges geliefert. Denn das triggert mein fachliches Interesse da interessante, ausführliche Aufgaben zu erstellen.

    Da liege ich (auch laut Rückmeldung des Fachobmanns oder wie der Kerl heißt, der einem da Rückmeldung gibt) sehr weit vorne.

    Soll kein prahlen sein, in anderen Bereichen (Engagement Klassenfahrten zu planen etc.) bin ich ein Schlusslicht.

    Was ich einfach nur sagen möchte ist, dass man eben selber dafür sorgen muss, dass man sich das Leben leicht macht. Ich sage ja nicht, dass man nur faul rumsitzen soll. Aber um eine halbwegs erträgliche Arbeits-Lebens-Balance zu finden, wie Du sagst, muss man extrem viel mehr streichen, als der Dienstherr sich eigentlich vorstellt.

    Die Pflichtstundenzahl ist viel zu hoch bzw. das Gehalt viel zu niedrig um die vielfältigen Aufgaben alle sorgfältig zu machen.

    Es ist vom Dienstherrn gewollt, dass man seine Freizeit (und damit auch sein verdientes Geld) und Gesundheit für den Beruf opfert. Und er nimmt es billgend in Kauf, dass, wenn man dazu nicht bereit ist, einige Aufgaben eben schluderig gemacht werden müssen.

    Ich plädiere eben, und das ist wichtig gerade für neue KuK die sich ja erstmal in einem Forum vielleicht auch orientieren, dafür die zweitere Variante zu wählen. Das beinhaltet eben sich das Leben gezielt leichter zu machen. Weil: Der Dienstherr macht das Leben gezielt schwerer als er bereit ist zu alimentieren.

    Die Situation der Freiwilligkeit ist für mich die schlechteste. Kenne ich daher, dass einige Kollegen meinten, sie müssten zusätzlich zu den Fahrten im Schulprogramm noch über Wochenenden und Feiertage fahren, weil es doch so schön ist. Und ich war die einzige, die gesagt hat, dass sie nicht freiwillig am Wochenende mit 15 jährigen nach Berlin fährt. Folge: böse Eltern, enttäuschte Schüler. Ich habe den Eltern natürlich gesagt, dass es ihnen unbenommen sei selbst mit der Klasse eine Reise nach Berlin zu machen, da diese ja nicht in der Schulzeit stattfinde …

    Langfristige Folgen: die Eltern halten einen für faul und die Schüler für gemein. Und wenn dann die nächste Klassenarbeit nicht sofort nach den Ferien wiedergeben wird (weil der D/E Lehrer 4 Stapel nicht geschafft hat), dann bin ich die faule Sau die eh nichts macht. Wenn man die Eltern/ Schüler nicht auf seiner Seite hat, dann kann das Leben an vielen Stellen schwerer werden.

    Ja, so ist es.

    Es ist nicht nur so, dass man dicke Eier braucht um das auszuhalten psychisch. Der Beruf wurd auch objektiv schwieriger.

    Deshalb spreche ich auch immer von Nötigung.

    Das wie wie eine toxische Beziehung oder auch Mechanismen wie bei sexually abusive behaviour. Man kann nicht einfach sagen "sag doch nein". Denn die Folgen des "Nein-Sagens" sind eben ultra unangenehm. Deshalb funktioniert so ein abuse ja auch psychologisch so gut.
    Und in dieselbe psychologische Kerbe haut es, wenn man sagt, du kannst doch "nein" sagen, wenn Klassenfahren keine Dienstpflicht sind.

    Ich sag es auch mal ganz deutlich, selbst wenn es in SLH nicht Dienstpflicht wäre auf Klassenfahrt zu fahren, es würden 80% der Kuk dennoch tun (genauso wie sie auch trotz Teilzeitgehalt Vollzeit arbeiten, ihr Geld in besseren Unterricht investieren usw.).

    Dann zu sagen:"Ich fahre nicht auf Klassenfahrt, weil es keine Pflicht ist" führt zu einer riesigen Welle an Hass von Schüler- und Elternseite. Schön, dass O.Meier so dicke Eier(stöcke) hat das auszuhalten. Es vergiftet aber absolut die Arbeitsatmosphäre und ich sag es ganz ehrlich, ich fände es dreist mich überhaupt so anfeinden lassen zu müssen.

    Die Lösung kann nur lauten, Klassenfahrten werden abgeschafft oder in die Hände von externen Dienstleistern übergeben.
    Die einzige Lösung ohne Anfeindung aus dem Klassenfahrtendruck herauszukommen ist es, aus gesundheitlichen Gründen nicht fahren zu können. Zumindes da springen einem die Schüler/Eltern nicht an die Kehle. Wir hatten so eine Kollegin, bei der hieß es, sie könne aus gesundheitlichen Gründen nicht fahren (generell nicht, ich meine keine kurzfristige Erkrankung).

    (Anmerkung: Es geht dabei nicht darum, sich als L ein leichtes Leben in der Schule zu gestalten. Sondern darum, Aufwand und Ergebnis in einem gesunden Verhältnis zu halten = effektiv zu arbeiten.)

    Ich möchte mal ganz ehrlich sagen, man sollte schon dafür sorgen sich ein möglichst leichtes Leben zu gestalten. Wenn man sich den A***** aufreißt, sollte man auch ordentlich verdienen und so weiter.

    Der Lehrerberuf hat durchaus Bereiche die attraktiv sind. Die muss man aber aktiv angehen und einfordern. Wer sich das Schulleben nicht so leicht wie möglich macht (und das ist gar nicht so einfach, ich tappe auch immer wieder in die Falle meines Gewissens oder Perfektionismus', was Fachliches angeht), verspielt die wenigen Vorteile, die der Beruf bieten kann auch gegenüber der Wirtschaft. In der Wirtschaft kann man mit viel Leistung viel verdienen. Als Lehrer nicht. In der Wirtschaft ist es vermutlich (?) schwierig sich ohne Verbeamtung ein leichtes Leben zu machen. Dumm, wer nicht die wenigen Vorteile des Lehrerberufs zumindest versucht auszunutzen.

    Und nein, selbst ich mache immer noch zu viel und ärgere mich über mich selbst, dass ich wieder so viele Stunden daran saß auch wirklich gute Abiklausuren (dezentrales Abi) einzureichen. Der Ehrgeiz ist doch immer irgendwie da. Deshalb: Immer wieder sich bewusst machen, man muss aktiv versuchen sich das Leben so leicht wie möglich zu machen! Dadurch nähert man sich einem gesunden Arbeitspensum an!

    Interessant, vielleicht kann ich an der Schule anfragen, ob dieses System bei uns auch möglich ist, schließlich stören die Störer nur die jenigen, welche wirklich lernen wollen.

    Ein Problem am System Schule ist, dass das Recht von Störenfrieden auf Beschulung und Unterricht mehr zählt als selbiges Recht bei Nichtstörenfrieden.

    Wenn ein Schüler die ganze Klasse aufhält und signifikanten Schaden am Lernfortschritt und Lernklima verursacht, wäre es aus meiner Sicht sinnvoll diesen Schüler konsequent auszuschließen (erst für kurze Zeit, dann immer länger). Das ist aber nicht möglich, da das Kind ja ein Recht auf Beschulung hat. Dass der Schaden am Lernfortschritt in der Summe gesehen viel größer ist (weil nämlich 29 Mitschüler/innen betroffen sind!), wenn er beschult wird, als wenn er ausgeschlossen wird, ist im System Schule egal. Dadurch fehlt auch einfach ein Druckmittel.

    Man stelle sich in asiatischen Schulen einen Schüler vor, der die ganze Gruppe am Lernen hindert. Holy wäre das was los.

    Hier in Deutschland wird so ein Störenfried hofiert, es wird extra Personal hinzugezogen und Extraaufwand betrieben. Würde man solche SuS einfach rigoroser rauswerfen dürfen und würde man das Personal und den Aufwand (Sozialarbeiter, Klassenkonferenzen) einsparen und anderweitig verwenden (z.B. eine Klassenkonferenz machen um sich auszutauschen, wie man einzelne SuS noch besser fördern könnte), wäre es viel sinnvoller.

    Leider steht man mit so einer Sichtweise alleine auf weiter Flur.

    Aber das steht man in der Lehrerschaft auch, wenn man sagt, dass man kein Material auf eigene Kosten anschaffen sollte.

    Komische bzw. sehr spezielle Menschen sind es, die zum großen Teil die Lehrerschaft ausmachen. Die meisten Menschen aus anderen Berufen würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber die sagen ja auch "Lehrer? Um Gottes willen, würde ich nie machen".

    Achja, viel Spaß im Lehrerberuf :victory:

    Übrigens: auch in der hoch gelobten freien Wirtschaft zählt auf Dienstreisen nicht die komplette Aufenthaltszeit weg von zu Hause als Arbeitszeit, sondern nur die Zeit der angewiesenen Tätigkeiten.

    In der freien Wirtschaft wird meine Nachtruhe nicht durch lärmende Kinder (muss ja nicht einmal die eigene Klasse sein) gestört und der Comfort-Level ist um Zehnerpotenzen größer.

    Die Bedindungen unter denen man auf Klassenfahrten arbeiten muss sind nicht amtsangemessen, in keinster Weise!

    „Die“? Wer? Wer trifft die Entscheidungen?

    Ich nehme an diese Schulprogramme sind vor unzähligen Jahren einmal entstanden und ggf. sogar in einer Lehrerkonferenz abgestimmt worden. Ganz sicher ist, dass der Versuch Klassenfahrten aus dem Schulprogramm zu nehmen, zu verkürzen etc. niemals durchkommen würde.

    Es ist genauso wie der Vesuch KuK zu motivieren nicht mehr eigenes Geld in Materialien zu stecken oder sonstwie zu Entscheidungungen zu verbesserten Arbeitsbedingungen zu bringen. "Aber Kinder brauchen so eine Fahrt...... man lernt die SuS noch einmal ganz anders kennen....[generisches anderes Argument]"

    90% der Lehrer/innen sind masochistisch veranlagt oder leiden am Helfersyndrom oder unterscheiden sich auf andere weise signifikant von Arbeitnehmern in der Wirtschaft (oder anderen Mitarbeitern im öffentlichen Dienst). Wo der Beamte auf dem Amt ohne mit der Wimper zu zucken die Bürotür zuklappt, einen warten lässt um erstmal ausgiebig zu frühstücken (gerade wieder erlebt), opfert der Studienrat/die Studienrätin ihre Freizeit um noch etwas für die Schüler zu ermöglichen oder gibt eigenes Geld dafür aus. Gerade aktuell im anderen Faden gelesen:"SuS kauen Masken durch, Lehrkraft kauft den SuS neue"

    So sehr ich den Gedanken verstehe, dass man prinzipiell Mitbestimmungsrecht hätte. Man hat es nicht. Die Schulleitungen, die Seminarleitungen und so weiter haben ihre Herde schon so manipuliert und indoktriniert, dass solche Entscheidungen auf einer LK so gefällt werden, dass man auch als Studenrätin gezwungen ist solche wahnwitzigen Unternehmungen zu machen.

    Es ist einfach eine Schande, ich will in keiner Jugendherberge oder einem billigen Hotel schlafen und ich will nicht 24 Stunden am Stück (bzw. eine Woche am Stück) Dauerdienst haben. Das würde ich für eine mega saftige Zulage machen, die fängt im Minimum bei tausend Euro für die Woche an. Man bedenke die ganze Vorbereitung so einer Fahrt noch dazu.

    Leider gibt es in SLH nur einen Weg um dieser Frechheit zu entgehen.

    Edit: Oh richtig, selbst wenn die Lehrerkonferenz beschlösse (richtiger Konjunktiv?!), dass die Fahrten reduziert würden. Die Schulkonferenz würde sagen "nöööööö, ihr fahrt schön lange auf Fahrt und ihr organisiert uns mal schön ein rundum Programm!"

    Wenn für „das Land“ die Klassenfahrten tatsächlich wichtig wären, sorgte es für eine angemessene personelle Ausstattung und sonstigen Bedingungen, so dass gefahren würde.

    Schleswig-Holstein kehrt sich einen feuchten Dreck um die Bedingungen und personelle Ausstattung und erhebt es trotzdem zur Dienstpflicht auf Klassenfahrt zu fahren. Naja, dafür hat man uns auch das Weihnachtsgeld gestrichen, klingt fair!

    Ich bin so glücklich über unsere Schule: Klassenfahrten machen nur die Klassen und Lehrer, die es wolle

    Und ich hasse meine Schule und mein Bundesland, weil wir genötigt werden auf Klassenfahrt zu fahren.

    Eine solche Fahrt mit den absurden Dienstzeiten, der Unterbringung, der Versorgung ist für alle ein derartiger Eingriff in das Privatleben, dass man sich von vorne bis hinten nicht wundern muss, dass da Leute kein Bock drauf haben.

    Man legt die Klassenfahrten bei uns extra vor Ferien, damit man danach in den Ferien krank ist und nicht nach einer Klassenfahrt zwei Wochen ausfällt. Die machen das schon sehr geschickt hier.

    Klassenfahrten, oder zumindest die Organisation und Durchführung durch Lehrkräfte, gehören abgeschafft. Wir sind doch keine Animateure oder Reiseveranstalter.

    Sollen doch Erlebnispädagogen oder andere externe Kräfte dafür eingesetzt werden. Die frei werdende Zeit könnten Lehrkräfte prima nutzen um die Chemiesammlung aufzuräumen, Curricula zu schreiben oder eine anderen tausend Zusatzaufgaben neben dem Unterrichten durchzuführen.

    So ist es in NRW auch. Die Klassenfahrten gehören ja zum Schulprogramm und als Klassenlehrer muss man dann mit.

    So ist es in SLH auch und weiterhin kommt hinzu, dass Teilzeitkräfte in keiner Form eine Entlastung oder Aufstockung bekommen. Der Dienstherr in SLH ist richtigehend kriminell. Zum Glück sind ein paar seiner Vergehen mittlerweile vor dem Bundesverfasssungsgericht gelandet (z.B. die unrechtmäßige Unterschlagung tausender zehntausender Euro Weihnachtsgeld (pro Lehrkraft !) seit 2008.

    Die Aufstockung stand vor ein paar Jahren mal zur Diskussion. Das hat sich der Kanton aber ganz fix wieder anders überlegt, als die Gewerkschaft drohte, dass dann sicher keine Telzeitkräfte mehr auf Schulreise gehen. Da wäre fast niemand mehr übrig geblieben, da bei uns nur wenige KuK wirklich 100 % arbeiten (mein Pensum beträgt offiziell auch nur 86 %).

    Also lasst euch einfach nicht jeden Scheiss gefallen!

    Leicht gesagt! Wenn in Schleswig-Holstein eine Teilzeitkraft die Klassenfahrt verweigert, weil es keinerlei Aufstockung (und keinerlei Abbummeln der Überstunden, oder auch nur irgendetwas gibt wie z.B. einen längeren Turnus, bis man wieder dran ist) gibt, dann gibt es ein Disziplinarverfahren, weil es auch für Teilzeitkräft (z.B. bei 50% Stelle) Dienstpflicht ist.

    Gefallen lassen muss man sich das in Schleswig-Holstein also.

    Disclaimer: Das folgende ist keine Aufforderung zu einem Dienstvergehen, aber die einzige Chance als Teilzeitkraft einer Klassenfahrt zu entgehen ist in SLH, wenn einen in dem Zeitraum zufällig eine Krankheit trifft. Der Dienstherr in Schleswig-Holstein lässt sich nicht lumpen, der quetscht die verbeamteten Lehrkräfte bis auf den letzten Tropfen Blut aus.

    Schade für diejenigen, die nach München versetzt werden, es sich aber gar nicht leisten können oder wollen, dort zu wohnen.

    Es zeigt einfach mal wieder, dass man als Lehrer nun einmal nicht allzu gut verdient.

    Mit A12 gehörst du in München zum "Bodenpersonal", das den Laden am Laufen hält.

    Das ist doch in vielen Regionen, in denen Leute mit guten Berufen leben, so. Als Lehrer/in kann man doch eigentlich nur sehr ländlich wohnen, wenn man einen halbwegs passablen Lebensstandard haben möchte.

    Schade eigentlich, München ist eine schöne Stadt und in der Pampa wohnen sagt halt nicht jedem zu.

    Was definitv keine Entschuldigung darstellen soll! Ich meine nur, dass man sich selbst in den ersten Jahren meist einen eigenen, sehr individuellen Grundstock an Arbeitsmaterial erarbeitet.

    Ich erarbeite auch sehr viele hochwertige Materialen selber, das gehört ja eben auch zur Arbeitszeit.

    Wenn die erschöpft ist, dann muss der Prozess unterbrochen werden. Wenn die Pflichtstundenzahl so hoch ist, dass Unterricht nicht adäquat vorbereitet werden kann, muss der Dienstherr damit rechnen, dass die Qualität leidet.

    Keine Optionen sind:

    - unbezahlte Überstunden machen

    - durch eigenes Geld Materialien kaufen (*ist dann eine Option, wenn man dadurch Arbeitszeit einspart. In der Regel kaufen die KuK aber Material und arbeiten trotzdem zu viel. Also gar nicht erst kaufen um nicht in diese Falle zu tappen)

    Ich denke auch, dass die eigene Anschaffung die einfachste Lösung wäre. Es kann hilfreich sein, sich einen persönlichen Fundus anzulegen, wenn auch auf eigene Kosten. Immerhin verdienen wir auch genug Geld, da können wir vielleicht auch mal etwas investieren.

    Junge, Junge, wir haben sehr viele Jahre studiert um dann ein mäßiges Gehalt zu bekommen. Der Lehrerberuf wird nur durch den Beamtenstatus (Unkündbarkeit etc.) halbwegs attraktiv. Aus finanziellen Erwägungen lohnt es sich nicht den Beruf zu ergreifen.

    Und dann noch das eigene Geld ausgeben, damit der Unterricht besser wird? So abstruse Ideen hört man wirklich nur im Lehrerberuf.

    Demnächst fängt der Konditor an auf seinem eigenen Grundstück Erdbeeren anzubauen, weil die besser schmecken, und die dann in die Kuchen zu stecken. Ohne, dass er den Preis dafür anhebt natürlich, sondern so, dass er davon gar keinen zusätzlichen Gewinn, sondern nur Zusatzkosten und Zusatzarbeit hat.

    Im Falle des Konditors könnte man vllt sogar damit rechnen, dass die besonders leckeren Kuchen vllt sogar mehr Kunden anziehen, was ihm dann langfristig doch zu Gute käme.... aber der Konditor würde Dir trotzdem den Vogel zeigen für den Vorschlag, denn es ist ein klares Minusgeschäft.

    Hier im Forum könntest Du allerdings ein paar likes bekommen für den Vorschlag Material anzuschaffen, das stimmt wohl. Lehrer machen sowas und finden sowas toll!

    Freunde aus der freien Wirtschaft schütteln ungläubig den Kopf, wenn ich ihnen davon erzähle. Die sagen zum Chef, was sie benötigen, um ihre Arbeit zu erledigen, und es es wird ohne weiteres angeschafft...

    Willkommen im Lehrerberuf. Wenn ich von den Bedingungen erzähle bekomme ich auch ständig ungläubige Gesichter zu sehen.

    Hast du schonmal versucht, das Material gebraucht zu kaufen?

    Mach das nicht! Nicht einen Cent aus privaten Mitteln einsetzen. Ich habe das bislang so durchgezogen.

    Ich wollte das Lehrerhandbuch zu unserem Schulbuch haben, da hieß es, es steht eines in der Lehrerbibliothek oder ich müsse mir das "von meinem eigenen Geld anschaffen".

    Ich habe das gesamte Lehrerhandbuch in der Schule kopiert. Die dafür verwendete Arbeitsstunde habe ich wieder reingeholt, indem ich in der Woche in mehreren Klassen eine Dokumentation reingeschoben habe anstatt Unterricht vorzubereiten. Wenn der Dienstherr es möchte, dass ich in meiner Arbeitszeit am Kopierer stehe anstatt Unterricht vorzubereiten, dann ist es so.

    Und ja, das Lehrerhandbuch zu kopieren verbessert die Arbeitsabläufe in dem Fach für kommende Jahre, es war also eine sinvolle "Investition" auch, wenn da eben ein paar Klassen mal Dödelunterricht bekamen.

    So kann man an ganz vielen Stellen verfahren. Ich würde dem Dienstherren, der seiner angemessen Alimentierungspflicht nicht nachkommt, nicht einen Cent schenken.


    Ich habe es mal ausgerechnet, mir schuldet der Dienstherr über 20 000 Euro!!!!

    https://dbbsh.de/weihnachtsgeld/index.php?link=calculator

    Wer kritisch-neugierige Rückfragen zum Sinn und Zweck des Unterrichtsstoffs stellt, ist also nicht gymnasial-tauglich?

    Es gibt einen großen Unterschied zwischen neugieriger Rückfrage, wo etwas Anwendung findet, und der lamentierenden Nachfrage, wozu man denn so etwas überhaupt brauche. Das hört man allein schon am enthusiastisch neugierigem, bzw. genervt gelangweilten Tonfall und der Mimik bei der Fragestellung.

    Wenn mich einer der chemiebegeisterten SuS fragt, was man für Stoffe mit diesem Syntheseweg alles herstellen kann, dann ist das eine neugierige Rückfrage und die zeugt davon, dass jemand Interesse hat und richtig ist.

    Leider gibt es SuS die eben nicht lernwillig sind. Ich hatte für viele Fächer auch nicht die Motivation wie für meine Naturwissenschaften, dennoch habe ich sofort verstanden, dass Latein eine Sprache ist, mit der man sehr viel über andere Sprachen und Sprachstruktur an sich erfahren kann.

    Auch ist mir sofort klar, dass es wichtig ist ein hohes Sprachniveau in Englisch zu erreichen.

    Ich wollte generell Dinge lernen.

    Nach Sinn und Zweck zu fragen ist (nicht immer, aber seeeeehr oft!) ein Symptom dessen, dass jemand gar kein intrinsisches Interesse am Lernen und Selbstoptimierung hat.

    Leider fehlt schon jungen Leuten manchmal dieser Drang, sich die Welt zu erschließen. Oder er geht verloren, weil ... ja, warum eigentlich?

    Das stimmt so nicht für alle, ich habe auch sehr viele intrinsisch motivierte SuS, die genau wie ich damals, Interesse daran haben Dinge über die Welt zu lernen. Genau diese SuS gehören ans Gymnasium und sollten auf ein Studium vorbereitet werden.

    Der Punkt ist einfach, dass auf den Gymnasien leider auch sehr viel SuS sind, die dort nicht hingehören bzw. das Gymnasium ist leider nicht mehr die Schulform, die sich um genau die oben beschriebenen SuS kümmern soll. Es ist eine Art Auffangbecken geworden.

    Die SuS die fragen "Warum soll ich das lernen? Warum brauche ich das?" sollten auf eine andere Schulform.

    Mindestens 50% aller SuS bei uns sollten lieber in eine Schulform, wo man wirklich konkret auf den Alltag in Ausbildungsberufen vorbereitet.

    Wer in Mathe von der Beweisführung nicht fasziniert ist, sondern fragt "Wozu brauch ich das?" ist besser aufgehoben Mathematik auf dem Niveau von Prozentrechnung zu lernen, danach eine Ausbildung zu machen und mich später bei z.B. einem Job als Verkäufer/in zu fragen "Darf es sonst noch etwas sein?". Dann ist diese Person während ihrer Schulzeit beruhigt Dinge zu lernen, die man auch wirklich braucht und ist eben nicht mehr an einer Schulform, in der ihre Fragen den Unterricht, der für lernwillige und lernfähige SuS ursprünglich mal gedacht war, ausbremsen.

    Ich finde die hier schon einmal verlinkte Karikatur: https://www.smbc-comics.com/comic/why-i-co…-a-math-teacher

    zeigt ganz deutlich, wie oft wir mit SuS am Gymnasium konfrontiert sind, die eigentlich besser was mit ihren Händen statt ihrem Kopf machen sollten. Leider ist, obwohl eine Goldgrube, Handwerk nicht so angesehen, wie es sein müsste.

    Anstatt Leute, die vielleicht mit ihren Händen tolle Dinge schaffen könnten, entsprechend schulisch darauf vorzubereiten versucht man diese zu Kopfarbeitern zu machen, wofür sie im übertragenen Sinne zwei linke Hände haben.

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