Sorry, aber jemand, für den LK Oberstufenstoff wirklich selbst so eine große Herausforderung zu sein scheint wie für dich ist vielleicht im Lehrberuf gar nicht so schlecht aufgehoben, gerade was die Bezahlung angeht. Ich muss bei solchen Äußerungen von KollegInnen immer schmunzeln, der Begriff "weltfremd" ist ja schon gefallen.
Der LK Oberstufenstoff ist mit Sicherheit keine Herausforderung. Aber sagmal brauchst Du für eine Oberstufenklausur inklusive Konzeption und Korrektur des Klassenatzes genauso viel Zeit wie für einen Test in der Unterstufe?
Musst Du Absätze, die die SuS in Physik LK über Modelle zur elektromagnetischen Strahlung schreiben und dabei immer wieder kleine Fehler machen, nur einmal durchlesen und zack ist klar, wieviele Punkte es dafür gibt? Siehst du sofort den Fehler, wenn SuS im Physik-LK einen anderen Rechenansatz haben, oder musst du da vielleicht mal auf Fehlersuche gehen?
Ich habe mein Diplom mit summa cum laude abgeschlossen und lasse mir eines nicht sagen, und zwar, dass ich fachlich nicht auf der Höhe bin.
Das ist leider die absolut falsche Kritik an mir.
Aber selbst ich (und ja, es gibt bei uns viele KuK die fachlich nicht sehr stark sind) brauche viel Zeit für Oberstufenklausuren. Das suchen von Kontexten, das vorbereiten eines Erwartungshorizonts usw.
Das ist fucking anstrengend und man muss da ganz anders konzentriert sein, als wenn ich einen Test oder Unterricht für die 5. Klasse zum Thema Säugetiere mache. Der Unterschied im Zeitaufwand ist gigantisch. Und auch in der erforderlichen Konzentration sind das Welten.
Vielleicht bin ich ja doch fachlich nicht so gut, dass ich eine Oberstufenklausur nicht nebenher korrigieren und abhaken kann, während der Fernseher läuft, während ich das bei Unterstufe locker hinbekomme.
Aber anscheinend will das ja niemand wahr haben.
Bittet doch eure Schulleitung mal euch ein Halbjahr fast nur Oberstufe unterrichten zu lassen und berichtet davon, wie easy Oberstufenunterricht ist, da man ja fachlich alles überblickt. Dann wirst du feststellen, dass es bei der Anstrengung gar nicht darum geht, dass man das fachlich nicht überblickt.