Beiträge von Firelilly

    Ich werde nicht dafür bezahlt meine Gesundheit zu gefährden. Ich werde vielmehr für 1800 Stunden im Jahr bezahlt an der ich meine Arbeitsleistung zur Verfügung stelle. Und wenn wir eine Krisensituation haben, dann können wir nicht noch mehr aus den Lehrkräften raus quetschen. Dann muss, bildlich gesprochen, die Kundschaft auch Mal mit Butterbroten statt ganzer Mahlzeiten zufrieden sein.

    Ich bin voll bei dir. Aber gerade der erste Satz "Ich werde nicht dafür bezahlt meine Gesundheit zu gefährden." wird eventuell bald nicht mehr der Wahrheit entsprechen. Was man mit uns vorhat ist genau das, man wird uns in den Einsatz schicken und, über unsere abzuleistenden Stunden, zusätzlich unsere Gesundheit gefährden. Und uns weiterhin ganz normal bezahlen.

    Ich weiß, jetzt wird wieder kommen "Aber Firelilly, es ist doch noch gar nichts beschlossen, du machst wieder alle vorher panisch, die wollen doch nur ganz vernünftig schrittweise öffnen".

    Aber wenn es doch so kommt, dass man 2m Sicherheitsabstand (der eigentlich viel zu wenig ist, 8m laut einigen Studien!) nicht einhalten kann?

    Dann hat sich niemand vorher gewehrt und denkt dann, ach, hätte ich doch damals auf diese Firelilly gehört, die hat schon mehrere Woche im Voraus den Teufel an die Wand gemalt, und verdammt, sie hatte recht. Nun ists zu spät, hätten wir doch mal als Lehrer massenhaft Protestbriefe geschrieben, hätten wir doch mal publik gemacht, dass man einen Präsenzunterricht für undurchführbar hält, ohne, dass man massiv gegen die Sicherheitsbedingungen (die beispielsweise in der Wirtschaft gelten) verstößt.

    Es ist immer leicht, pragmatisch zu sein, wenn man glaubt, nicht unmittelbar betroffen zu sein. Es mag für dich nicht zutreffend sein (ich kenne dich ja nicht), es ist mir in den letzten Wochen aber aufgefallen.

    Viele hier im Forum haben zero Empathie und können sich nicht in Menschen reinversetzen, deren Gesundheit gefährdet ist.

    Man merkt, dass die Indoktrinationen des Referendariats auch immer noch gut nachwirken. Funktionieren um jeden Preis.

    Ich wünsche mir, dass man auch mehr über den Schutz der Lehrkräfte spricht.

    In der öffentlichen Wahrnehmung würden wir so auch eine größere Rolle spielen.

    Im Moment habe ich das Gefühl, dass es nur um die Kinder, deren Eltern, u.s.w. geht.

    Das Problem ist, dass sich für unsere Gesundheit einfach niemand interessiert. Wir müssen uns leider selber schützen, wir haben weder einen Dienstherren, der die Fürsorgepflicht sehr ernst nicht (nämlich nur in Ansätzen), noch eine Gewerkschaft, die sich einsetzt.

    Hat denn jemand von euch eine praktikable Idee, was gegen Schulöffnungen getan werden könnte?

    Das was ich vor Wochen schon schrieb und wo ich noch von euch im Forum abgebügelt wurde:

    Schreibt massenweise Beschwerdeemails ans Ministerium, Gewerkschaften und so weiter.

    Ich habe euch das vor Wochen schon gesagt, dass man rechtzeitig mit dem Widerstand anfangen muss. Aber es wollte (mal wieder) keiner hören.

    Bin heute aus dem Philologenverband ausgetreten und habe meine Gründe für den Austritt dargelegt.

    Wenn der Präsident des Dachverbands nicht ein Wort über unsere Gesundheit verliert, sondern darüber schwadroniert, dass er für die Einrichtung von Extrakursen zur Förderung von denen ist, die durch das online-teaching Nachteile hatten, dann ist es höchste Zeit.

    Ich wünschte da würden noch mehr mitmachen.

    Denn sowas schmerzt Verbände, wenn zahlende Mitglieder fehlen.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/l…19-241d818d60ae

    "26 Gelehrte hatten über die Ostertage in einem stundenlangen Diskussionsverfahren einen Konsens hergestellt, welche Empfehlungen sie der Regierung geben. Namhafte Wissenschaftler wie der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen Lars Feld, die Ethikerin Claudia Wiesemann, der Rechtsphilosoph Reinhard Merkel oder der Soziologe Armin Nassehi stimmten sich dafür in Telefonkonferenzen ab und entwickelten klare Maßstäbe, wie die neuen Freiheiten den Bürgern gegeben werden können."

    "Die Leopoldina-Forscher drängen stark darauf, die Schulen "sobald wie irgend möglich" wieder zu eröffnen. Denn das Lernen daheim würde die ohnehin bereits stark ausgeprägte soziale Ungleichheit in der Bildung weiter verschärfen."

    Wie zynisch ist das denn, diese tollen Gelehrten stimmten sich in Telefonkonferenzen ab und kommen dann zum Ergebnis, dass man die Schulen dringend wieder öffnen sollte.

    Diese verdammten Uhrensöhne. Wenn das alles so ungefährlich ist, dass man wieder Schulen öffnen kann, dann trefft euch doch auch direkt zu euren Diskussionen. Nein, schön aus der eigenen Sicherheit heraus die Lehrer an die Front schicken.

    Ich frage mich bei dem "Expertenpapier" aus NRW (zeitversetzter Unterricht wird vorgeschlagen) schon, wie es funktionieren soll. Den ganzen Tag in der Schule sein, dann noch Klausuren korrigieren? (Geht ja nicht nur ums Abi).

    Selbstverständlich wird vorausgesetzt, dass Lehrer da unbezahlte Überstunden machen. Es ist Corona-Krise, da sollen die sich mal nicht anstellen.

    Kein Wort von Gesundheitschutz für Lehrer, stattdessen spricht er von zusätzlichem Förderunterricht für die "Abgehängten" und Ausbau des Ganztagesunterrichts. Wer soll denn das leisten? Wenn ich nicht schon vor langen Jahren aus dem Philologenverband ausgetreten, wäre jetzt spätestens der Zeitpunkt gekommen, das zu machen.

    Ist er denn noch Verbandspräsident vom Philologenverband? Wenn ja, dann trete ich auch heute noch direkt aus. Ich dachte, dass er mal beim Philologenverband war, aber nun übergeordnet arbeitet? Wer kann das aufklären?

    Ich hatte dem ******** übrigens eine Mail geschrieben und ihm dargelegt, wie ich seine Position als Präsident des "Lehrer"verbandes sehe. Eine müde Antwort mit Verweis auf tolle Presseerklärungen.

    Vielleicht fühlt sich noch jemand bemüßig ihm mal zu erklären, dass er Präsident des Leher- und nicht des Schülerverbandes ist.


    OStD Heinz-Peter Meidinger

    öffentlich zugängliche E-Mail: MeidingerHP@rokodeg.de

    Na ja, es würden ja nur einzelne KuK gleichzeitig dort sein (da kann man sich ja absprechen) und wenn ich direkt von meinem Auto - also vom Parkplatz aus - in meinen Klassenraum gehe, meine "Unterrichtsstunde durchführe" und anschließend direkt zurück zum Auto, begegne ich ja niemandem, gell?!

    Wie, da würden nur einzelne KuK gleichzeitig da sein? Demnächst sitzen da wieder Schüler drin. Sachsen macht es vor.

    WENN Infektionsschutz bedeutet, dass die Abiturprüfungen nur in Kleingruppen ablaufen können. Warum hätte man überhaupt noch normale Klassen, die beschult werden würden (davor, parallel, danach?)?

    Ganz genau diese Frage ist es! Ich habe mir für SLH durchgelesen, wie da Abitur ablaufen soll. Sehr strikte Bedingungen, finde ich gut. Unter diesen Bedingungen halte ich es für machbar aus infektionstechnischer Sicht.

    Diese Bedingungen schließen aber folgich jeglichen, normalen Unterricht komplett aus. Kategorisch. Lest euch durch, wie das ablaufen soll. Der Aufwand für die Abiprüfungen (Aufgaben mit Handschuhen verteilen, Kleinstgruppen, Toiletten desinfizieren und viele weitere Dinge) bedarf stundenlanger Vor- und Nacharbeit. Das kann nur einmal gemacht werden, am Abiturtag.

    Es gibt nur die Möglichkeit folgende Farce zu veranstalten: das Abitur unter Sicherheitsbedingungen stattfinden zu lassen, und diese danach direkt über Bord zu werfen. Dann kann man an normalen Unterricht denken. Sonst nicht.

    Mein Beileid zu dieser Nachbarin. Ganz ehrlich, wer so drauf ist wie die, der wird doch auch in vielerlei anderer Hinsicht mega ätzend sein. Du schreibst, dass ihr manchmal Smalltalk haltet. Ist dir da schon aufgefallen, wie die drauf ist?

    Solche Menschen meide ich total. Wenn das Nachbarn sind, schön die Hecke hochziehen. Das sind einfach Menschen, mit denen ich absolut nicht kann. Das lasse ich die spüren, ob Nachbarin oder nicht.

    Ich schließe mich Kris an, Respekt, dass du so höflich geblieben bist.

    Eine Freundin von mir hatte angeblich mal eine Bärlauchvergiftung, vllt. war es ja das Maiglöckchen.

    Mhm, liegt nahe. An Bärlauch kann man sich eigentlich nicht vergiften.

    Generell muss man bei solchen Waldsammelaktionen vorsichtig sein. Von Pilzen lasse ich da z.B. generell die Finger, nicht einmal wegen der schwierigen Bestimmbarkeit, sondern auch, weil man herausgefunden hat, dass auch in den vermeintlich gesunden Pilzen doch einige cancerogene Stoffe enthalten sind. Pilze sind nicht so ohne und sollten wenn, dann selten gegessen werden.

    Nunja, und der Fuchsbandwurm bzw. seine Eier lauern auch.

    Aber Bärlauchpesto esse ich trotzdem gerne, gut abgewaschene Blätter, versteht sich.

    Und ja, die Ärzte sind da dann sparsam, wenn sie froh sind, dass die Kids wieder beschult werden, das ist aber auch normal.

    Ein Arzt, der den Lehrern eine AU nicht ausstellt, weil er sich davon erhofft, dass sein Kind deshalb vermutlich eher wieder beschult wird, ist so "normal" wie ein Lehrer, der die Schüler durch eine Prüfung fallen lässt, weil er sich davon erhofft, dass sein eigener Sohn dadurch bessere Chancen bei der Vergabe von NC begrenzten Studienplätzen hat.

    Beides ist mega asoziales Verhalten und hoffentlich alles andere als normal. Findet das noch jemand hier normal?

    Ich muss ganz ehrlich sagen Fraggles, dass du das den Ärzten unterstellst ist krass, aber was wirklich unterste Schublade ist, ist, dass du das normal findest!

    In der Freiburger Klinik für Psychosomatik sind viele Lehrer. Was sicherlich - auch - mit dem Berufsbild und - risiko zu tun hat.

    Trotzdem ist es eben auch ein Privileg, dass man im Burnout-Fall z. B. ein Jahr aussteigen kann, bei voller Besoldung.

    Also der Beitrag verdient eigentlich eine Sperrung. Psychosomatische Beschwerden bedeutet, dass psychische Probleme sich körperlich manifestieren. Das ist ein anerkanntes Krankheitsbild und zurecht gibt es psychosomatische Kliniken. Tiefste Verachtung psychischer Krankheiten lese ich hier heraus. Du bist einer der Gründe dafür, warum psychische Erkrankungen auch heute noch stigmatisiert werden.

    Wo ich dir allerings recht gebe ist, dass das Berufsbild zu solchen Erkrankungen wie Burnout führt. Gerade, weil es ein Berufsrisiko ist, ist es mehr als angebracht, dass man da abgesichert ist!

    Genauso wie Lehrer gegen Burnout sollten Ärzte finanziell abgesichert sein, wenn sie sich eine Krankheit wie Hepatitis, eine HIV Infektion oder sonst etwas, was ein Berufsrisiko ist, zuziehen. Oder ein Lackierer, der an Krebs erkrankt, weil er jahrelang Lösungsmitteldämpfe eingeatmet hat.

    Ich unterrichte wohl zu lehrerzentriert - was nicht selten vorkommt wohl, hatte zu oft "eingegriffen", die Schüler zu wenig "machen" lassen. Ich hatte ja final ein Plakat erarbeiten lassen, da wollte ich einfach sichergehen, dass alles stimmte und hatte daher zu oft "eingegriffen".

    Da unterrichtest du, nach meiner Meinung, instinktiv schon vollkommen richtig. Leider ist es momentan en vogue, dass man als Lehrer wenig eingreifen soll. Ich meine klar ist, dass man SuS zugesteht Fehler zu machen. Aber ich finde, dass man auch korrigierend eingreifen muss und eben lenken muss.

    Du tust gut daran, wenn du deinen Stil vorerst ein bisschen änderst, damit das Seminar zufrieden ist.

    Sobald die Prüfungen rum sind kannst du deinen eigenen Stil dann machen. So habe ich das gemacht und bin sehr gut damit gefahren. Ich unterrichte jetzt deutlich anders, als ich es im Ref hätte machen "dürfen".

    Am Aufbau der Stunde und an der Methodik hatten sie eher wenig zu meckern. Mir war der Punkt Lehrerpersönlichkeit noch wichtig, da waren sie auch sehr zufrieden.

    Das klingt doch schon einmal gut, Glückwunsch!

    Ich saufe nur gerade ab in Arbeit - ich habe das Gefühl, Online-Unterricht ist doppelt so anstrengend wie der offline. Tausend Fragen jedes Mal einzeln beantworten, was man vorher einmal in der Klasse sagte.

    Ja, geht mir auch so. Anscheinend geht es vielen im Forum hier auch so, die andere Hälfte stellt es dar, als wäre Online-Unterricht ein Privileg, weil man viel frei hat. Ich finde man muss seine Material viel mehr aufs Selbstlernen ausrichten, das erfodert viele Anpassungen und Kommentierungen.

    Ich denke mal, damit will er sagen, dass die Ärzte froh sind, wenn ihre Kinder in der Schule sind. Vermute ich.

    Ah, Fraggles ist ein er? Dachte immer, es ist eine sie.

    Aber wenn du recht hast, dann würde Fraggles den Ärzten doch unterstellen eine AU nicht nach medizinischen Gesichtspunkten auszustellen, sondern Lehrern welche zu verweigern, weil sie ihre Kinder in die Schule schicken wollen?

    Die Ärzte werden - zu Recht - nicht mehr mit AUs um sich werfen.

    Die Zeiten sind vorbei.

    Die haben, wie mein Freund z. B., auch Kinder.

    Was ich auch vollkommen richtig finde.

    Im Gegenteil, die ausgestellten AU werden rapide steigen.

    Was hat denn Kinder haben mit dem Ausstellen von AU zutun, kannst du das mal erläutern?

    Also ist auch sicher, dass die Aerosole infizieren können? Ist es weniger wahrscheinlich durch die Wolken von Aerosolen als durch direkten näheren Kontakt angesteckt zu werden oder sind beide Ansteckungswege praktisch gleich?

    Nein, sicher ist es nicht. Ob sich jemand infiziert hängt davon ab, ob die Viren die verschiedenen Barrieren des Immunsystems überwinden können um zu einer erfolgreichen Reproduktion in unseren Zellen zu gelangen. Es kann sein, dass das unspezfizische Immunsystem kleinere Virenmengen bereits abhält, bevor das spezifische Immunsystem gefordert ist.

    Man kann nur sicher sagen, je mehr Viren man aufnimmt, desto wahrscheinlicher wird eine Infektion.

    Es macht dabei auch einen Unterschied, wo das Virus hingelangt. Kriege ich einen Tropfen auf normaler Haut ab, weniger bedenklich.

    Sind aber Schleimhäute betroffen sieht es schon schlechter aus. Sind sie ausgetrocknet oder noch feucht? Atme ich Tropfen direkt ein durch die Nase, oder durch den Mund in die Lunge ein?

    In einem Tropfen von wenigen Micrometer Durchmesser sind vermutlich weniger Viren als in größeren Tropfen. Dementsprechend könnte es sein, dass so ein Aerosol (je nachdem wieviele Viren drin sind, was sicher auch von Erkranktem zu Erkranktem unterschiedlich ist) eventuell nicht infektiös ist, wenn ich davon wenig einatme. Könnte aber auch sein, dass das Hinterherjoggen dazu führt, dass man mit jedem Atemzug das Aerosol der Vorderfrau einatmet

    und sich so die Virenlast summiert, bis es zur Infektion kommt.

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