Das Problem ist ja nun wirklich, dass man nur ganz speziell für einen bestimmten "Arbeitgeber" bzw. Arbeitsbereich ausgebildet wird. Wenn das dann aus irgendwelchen Gründen nicht hinhaut, kann man sich eben nicht in einem Bereich mit anderem Tätigkeitsschwerpunkt bewerben.
Wenn ich daran denke, wieviele verschiedene Möglichkeiten meinem Mitbewohner (Mathematiker) nach dem Diplom offenstanden. Der hatte Angebote aus Versicherungen und tausenden anderen Bereichen und hat sich erstmal dafür entschieden irgendeine mathematische Modellierung für Bioinformatiker zu machen, war also sehr nah an der Forschung dran. Er könnte aber auch in die Industrie gehen, den öffentlichen Dienst hatte er auch erwogen damals. Einfach so viele verschiedene Bereiche, wo man sich eben auch umorientieren kann, was ein Lehrer nicht (wirklich) kann, weil man mit seiner Ausbildung sehr eindimensional festgelegt ist und jedem richtigen Absolventen der akademischen Fächer unterlegen ist auf dem Papier. Von den fehlenden Praktika usw. mal ganz abgesehen.
Als Lehrer hat man soweit ich das sehe meist nur die Möglichkeit sich unter Wert neu zu orientieren und das ist natürlich frustrierend.
Deshalb finde ich es auch total wichtig, dass man einen Thread über die wenigen, brauchbaren Exit-Strategien anlegt. Die Burnoutquote in unserem Beruf ist im Vergleich riesig, was neben den schlechten Arbeitsbedingungen auch damit zusammenhängt, dass man fast auswegslos gefangen ist, weil man als Lehrer ausserhalb des Elfenbeinturms Schule nichts oder zumindest nicht viel wert ist.
Ich wette, wenn man die im Lehrerberuf wirklich gut vorhandene Möglichkeit in Teilzeit zu gehen stärker beschränken würde, würde ein nicht zu verachtender Prozentsatz der Lehrerschaft dienstunfähig. Vielleicht würde man dann an höhrer Stelle darüber nachdenken, dass man als Lehrer auch noch Alternativen braucht.
Beiträge von Firelilly
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Außerdem ist Umgang mit Menschen etwas, was man schwerlich akademisch lernt. Es gibt so viele [lexicon='Pädagogik',''][/lexicon] Dozenten, die sich mit Studien und dergleichen beschäftigen, aber nicht einmal in der Lage sind angemessen small talk zu führen, Leute zu begeistern oder einfach ein Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen zu zeigen.
Das ist bei Lehrern doch genauso, die Fähigkeit zum Umgang mit Jugendlichen kommt zu 90% aus der Persönlichkeit und den im Laufe der Kindheit und Jugend (!) erlernten Fähigkeiten der sozialen Interaktion, maximal zu 10% aus dem Studium oder Seminaren zur [lexicon='Pädagogik',''][/lexicon].Ich behaupte sogar, dass ein sozial eingestelltes Mädchen, das in der Großfamilie aufwuchs und sich um seine Geschwister kümmerte, viele pädagogische Kompetenzen hat, die man gar nicht in einer Ausbildung vermitteln kann.
Das einzige, wofür man als Lehrer wirklich studieren muss, das ist das Fachwissen, das besonders am Gymnasium eine Rolle spielt. Ohne ein Studium der Biologie und Chemie könnte ich den Job einfach nicht machen. Ohne ein [lexicon='Pädagogik',''][/lexicon] Seminar besucht zu haben würde ich mich genauso Jugendlichen gegenübern verhalten wie jetzt auch.
Erzieher im Kindergarten hingegen haben hingegen keine tiefgreifenden Fachinhalte zu verstehen. Da reicht es leicht und locker eine kurze Ausbildung zu machen, da hat ein Studium absolut nichts zu suchen. Auch benötigt man nicht die intelligentesten Menschen in dem Beruf (beim Lehrer natürlich auch nicht, aber da schon deutlich mehr!), sondern einfach pragmatische Menschen, die mit Kindern umgehen können.
Es geht hier um Kindergarten, da wird den Kindern kein hochtrabendes Zeug vermittelt.
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Vorbereitungszeit bekommen die doch.
Gleichzeitig zählt jeder Sch... als Mehrarbeit.
Langwierige Elternabende... springt ja ggf. ein freier Tag bei raus also streckt man den schonmal um ne Stunde, wenn man eh Arbeiten muss.
BEP-Sitzungen. Für Lehrer allesamt unbezahlte Mehrarbeit - für Erzieherinnen netter Plausch unter Kollegen, dafür Freistellung vom Gruppendienst in dieser Zeit.
"Echte" Pausen.
Erzieherin 13 (oder 14? Welche laufende Nummer auch immer): Nein, wir bleiben nur 30 Minuten auf dem Spielplatz, denn wir laufen noch 20 Minuten in den Kiga und in 25 Minuten fängt meine Pause an, da muss ich pünktlich zurück sein, sonst fällt die ja aus...
Hier sind auch Abschiedsgeschenke fder Schulanfänger üblich. Es wurde dann nach Ideen gefragt. Ich dachte naiverweise, die Erz. sagen, neue Bastelperlen, Lego,... wäre toll. Weit gefehlt: EIne neue Kaffeemaschine fürs Teamzimmer wurde gewünscht, die alte Saeco war kaputt und man hätte gerne eine Jura.

Ganz ehrlich, das kann man doch den Erzieherinnen nicht vorwerfen. Mein Ex in der Wirtschaft hat auch Mehrarbeit geleistet und in die Zeit zählte auch, wenn er länger im Büro blieb und von der Zeit eben einen Teil mit Plausch mit dem Kollegen verbracht hat. Das ist in vielen anderen Berufen als dem Lehrerberuf so.
Das Problem am Lehrerberuf ist eben, die Elternabende werden auch (oft) unnötig in die Länge gezogen und sind eigentlich Mehrarbeit, aber der Dienstherr behauptet es handele sich gar nicht um Mehrarbeit sondern Dienstpflicht, die angeblich mit den Ferien abgegolten sei (Blankocheck).Dass die Erzieherinnen darauf achten ihre ihnen zustehenden Pausenzeiten einzuhalten ist nur legitim. Sollten auch Lehrer mal mehr darauf achten, wenn sie dann wieder 6 Stunden am Stück unterrichten und danach noch in irgendwelche Konferenzen müssen. Man muss auch auf seine Gesundheit achten.
Hmm, das mit der Kaffeemaschine nenne ich einfach klug. Bei Lehrern ist ja eher das Gegenteil die Rede, da kaufen sich die Lehrer vom eigenen Geld Material zur Verbesserung des Unterrichts. Warum aber nicht auch mal an sich denken? Ausserdem, mit einem besseren Kaffee arbeitet man vllt motivierter. Mich würde so etwas vllt auch mehr motivieren

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Wir wurden in der Zeit der Berufspraktika für Vertretung als Statt-Stunde eingesetzt und sollten auch noch die Schüler besuchen .... sollten.
Bei uns wird das nun alles noch genauer verzeichnet.
Wie soll man denn Schüler im Praktikum besuchen? Muss ich mir dafür ein Auto kaufen oder wird mir eines zur Verfügung gestellt? Glaube kaum, dass das alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, schon gar nicht in angemessener Zeit. Bei so etwas weigere ich mich strikt.
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Das ist ja eine ziemliche Frechheit. Klar fallen für einen Wandertag mal wenige Stunden aus, an denen man dann nicht beschäftigt ist. Dafür macht man aber auch mal selber mal einen Wandertag, bei dem man oft viel mehr Stunden verbringt, als man eigentlich Unterricht hätte!
Dafür kriegt man dann keine Plusstunden? Dreist. Gerade letztens habe ich an einem Tag, an dem ich nur 4 Stunden hätte, den gesamten Vormittag + einen Teil des Nachmittags als Begleitung auf einem Ausflug verbracht.Es gehört eben genauso zum Ablauf eines Schulbetriebs, dass man Elternabende und Ausflüge macht, wie, dass eben Klassen mal nicht da sind, weil sie einen Ausflug haben oder nach dem Abi nicht mehr da sind. Warum wird das eine als Dienstpflicht gesehen und man für das andere auch noch bestraft, obwohl es eben auch zum Schulbetrieb gehört?
Ganz ehrlich, sollte in SLH auch so eine Regelung kommen, dann kann man
sich darauf verlassen, dass ich in Zukunft drastisch alles Engagement
reduziere und Dienst nach Vorschrift mache. Kann ja wohl irgendwie nicht sein, dass man bei
unverschuldetem Ausfall auch noch Minusstunden angerechnet bekommt und für
Mehrleistung aber nichts bekommt.
In einem System, wo vieles auf dem Engagement der Lehrer basiert (auch ich habe zig Stunden für Tag der offenen Tür am WE aufgewendet) einem so noch ans Bein zu pinkeln ist echt dreist und gehört boykottiert.Auch würde ich in Zukunft Kollegen einfach sagen, dass ich gegen den Ausflug bin, weil die Stunden in meiner Klasse wichtig sind und ich nicht möchte, dass der Unterricht ausfällt. Ist nämlich auch irgendwie dreist, dass quasi ein Kollege, der einen Ausflug machen möchte damit aktiv in mein Stundenkonto eingreift.
Je mehr ich den Schulbetrieb kennenlerne, desto mehr kotzen mich die Regelungen an. -
Ich lasse mich grundsätzlich niemals hetzen und achte ganz dezidiert darauf, dass ich das auch körperlich umsetze. Ich werde niemals in Eile durch das Schulgebäude hetzen.
Prinzipiell total toll. Wenn allerdings die Schulleitung immer wieder daraufhinweist, dass das Kollegium nicht erst mit dem Stundenklingeln losschlendern soll, weil ja kostbare Unterrichtszeit verloren gehen könnte, dann entsteht einfach Eile.
Das sind so Formulierungen wie:"Aus meinem Büro kann ich auf dem Gang sehen, wer spät in die Stunden geht und früh wiederkommt. Ist manchmal ganz interessant.... *vielsagender Blick*"Auf Lebenszeit verbeamtet wäre es mir vermutlich nicht so wichtig, abe jetzt schwingt da einfach die Gefahr mit, dass man schlecht bewertet.
Dass es unter Umständen sehr wichtig wäre, den Kollegenaustausch in der Pause auch noch zwei Minuten der nächsten Stunde weiterzuführen, das interessiert die Schulleitung nicht. Dann solle man sich eben nach der Schule treffen um das zu besprechen. -
Also, unter der Woche bis mindestens 19 Uhr war bei mir auch normal bisher. Ich habe eine ähnliche Strategien: Freistunden, Lücken, etc nutzen um täglich ein paar Klausuren wegzukriegen, anders geht es nicht, wenn man einen freien Wochenendtag haben will.
Das Problem ist, dass mein Ex-Partner bei vergleichbarem Gehalt einfach deutlich mehr Zeit zur Verfügung hatte als ich. Zugegebenermaßen kam er unter der Woche später nach hause als ich (es wurde bei ihm meist 17.30 bis 18.00 Uhr), hatte dann aber den Abend immer komplett frei und musste nicht in Gedanken schon beim nächsten Tag sein. Auch war er nicht so ausgelaugt und müde wie ich am Abend. Und nein, es liegt nicht an mir, im Studium habe ich die Belastung auch locker gemeistert und konnte trotz Einhaltung der Regelstudienzeit mit sehr guten Noten abschließen, regelmässig Sport treiben und tanzen gehen. Ich bin an sich schon sehr arbeitssam und belastbar. Lehramtsfreundinnen von mir geht es auch so wie mir, welche von ihnen geht heute noch abends weg? Telefonate gehen meist darum, wie wenig Zeit man hat und was man noch alles machen muss. Telefoniere ich, was ich mittlerweile sehr ungern mache, mit denjenigen, die unsere Fächer auf Master studiert haben, höre ich immer, wie sie sich zum Cocktails trinken treffen, tanzen gehen oder Städtetouren am WE machen. Ich muss das dann immer absagen, denn dafür bin ich (und meine Lehramtsfreundinnen auch) einfach zu belastet und fertig, um das in der Regelmäßigkeit und Lockerheit zu machen. Es zerbrechen da also nicht nur Beziehungen, sondern auch Freundschaften benötigen Zeit zur Pflege.
Ein großes Problem finde ich, dass man immer so viel für den nächsten Tag planen und schon einmal im Kopf vordenken muss. In vielen anderen Berufen kann und muss man gar nicht so viel vorplanen, da fällt das Abschalten einfach deutlich leichter.
Auch hatte mein Ex-Partner eben, bis auf ganz extreme Ausnahmen, jedes Wochenende zwei volle Tage frei (siehe Zitat oben), während ich massivste Probleme hatte mir überhaupt einen (!) Tag freizuschaufeln. Das geht ja anscheinend uns allen so, dass man keine zwei freien Tage pro Woche hat. So anstrengend in der Wirtschaft die Arbeit eben auch ist, die meisten Arbeitnehmer haben zumindest zwei Tage Wochenende, wo man sich erholen kann.
Die Arbeit von ihm war natürlich auch anspruchsvoll, das will ich nicht herunterspielen, aber er war auch oft in Sitzungen, von denen er aber meinte, dass er da auch mal entspannen und sich berieseln lassen kann. So würde ich auch gerne mental in Konferenzen verfahren, nur im Gegensatz zu ihm, bleibt die Arbeit eben liegen und muss dafür am WE oder am Abend unter der Woche erledigt werden. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Er sagte immer: "Tja, wenn mich die Firma dafür bezahlen will, dass ich da teilnehme, ists mir egal. Das ist einfach abgesessenes Geld." -
Ich korrigiere auch viel schon direkt während des Unterrichts; während die Kinder an ihren Sachen arbeiten. Das geht nach kurzer Anlaufzeit sogar schon bei Erstklässlern (und bei Vierklässlern sollte das erst recht möglich sein).
Du hast meinen vollen Neid!
So etwas ist bei mir an der Schule leider schwer möglich zu realisieren und dazu noch extrem verpönt.
Man wird schon schief angeschaut, wenn man in einer Lehrerkonferenz während einer mehr als unnötigen Laber- oder Diskussionsphase korrigiert, auch, wenn einen die gerade stundenlang bekakelten Inhalte nichts bringen, weil es um irgendwelche anderen Fachschaften oder Dinge geht, mit denen man konkret nichts zutun hat.
Lieber soll mal die Korrekturen oder Vorbereitungen nachts machen, anstatt die Zeit effizient zu nutzen. Wenn ich meinen SuS allerdings sagen würde:"Wie, ihr seid schon fertig? Na, dann setzt Euch mal 20 Minuten hin und starrt Löcher in die Luft", dann würde es heißen ich müsste ihnen "sinnvolle" Aufgaben geben, weil es ja nicht sein könnte, dass man die Zeit nicht effizient nutzt (Stichwort Binnendifferenzierung).Wenn die Schulleitung bei uns erfahren würde, dass man während des Unterrichts korrigiert, dann wäre aber mit Sicherheit die Hölle los.
Es wird ja schon ein Drama veranstaltet, wenn man SuS am Freitag mal fünf Minuten früher herauslässt, weil sie sehr gut mitgearbeitet haben und man das Stundenziel erreicht hat und es weder lohnt ein neues Thema anzufangen, noch die Erkenntnis der Stunde ein drittes Mal wiederholen zu lassen.
Man würde ja die 45 Minuten nicht bis zur letzten Minute auskosten, hätte seinen Unterricht schlecht geplant und würde signalisieren, dass Unterrichtszeit nichts wert sei. Und nein, es geht gar nicht um Aufsichtspflicht.Zum Glück habe ich das noch nicht am eigenen Leib erfahren müssen, aber so etwas wie im Zitat beschrieben funktioniert bei uns einfach nicht.
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Auch der Lehrerberuf ist nur ein Beruf. Man arbeitet, um sein Leben zu führen, nicht umgekehrt. Wenn man Lehrer vom Auto überfahren wird und dabei umkommt, dann geht die Schule ohne Pause weiter. Es geht auch ohne einen. Und so sollte man sein Leben auch organiseren.... Bei mir persönlich rangiert die Schule hinter meiner Frau und meinen Katzen zusammen mit meinen Hobbies an dritter Stelle. Und darüber habe ich kein schlechtes Gewissen.
Das ist eine tolle Einstellung. Leider ist dies, wenn man im Referendariat ist, oder wenn man noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet wurde, gar nicht so einfach umzusetzen. Der Druck ist einfach groß.
Wenn ich mich im Bekanntenkreis umhöre, dann ist der Lehrerberuf in den ersten Jahren (Ref + erste Jahre nach dem Ref) so mit der anstrengendste Beruf. So viele Beziehungen, wie im Referendariat und der Zeit danach in die Brüche gegangen sind, weil der Partner so gestresst war und zu wenig Zeit hatte, kenne ich sonst nicht.
Liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass man viele Referendare als Bekannte hat, aber eigentlich bilde ich mir ein einen großen Freundeskreis mit vielen Nichtlehrern zu haben.
Diese Phasen, wo man absolut keine Zeit hat (Prüfungen im Ref, erstes Jahr bei voller Stelle) gibt es einfach nirgendwo sonst. Die einzige, die bei uns genauso belastet ist, ist eine Freundin die nun Assistenzärztin ist. Alle anderen haben irgendwie genug Zeit zum Leben. -
Ich kann MarlboroMan84 da schon verstehen. Auch mich stört es gewaltig, dass mit der Arbeitszeit und -belastung der Lehrer so gedankenlos umgegangen wird.
Zu meiner Situation: Als Berufsanfänger mit voller Stelle muss ich mit jeder Minute haushalten. Möchte ich meine 26 Stunden auch nur irgendwie halbwegs sinnvoll vorbereiten, so muss ich mich direkt nach der Schule an der Schreibtisch setzen können.
Arbeiten in der Schule ist aus den oft genannten Rahmenbedingungen nahezu nicht möglich. Wenn mir dann "freie" (also für Vorbereitung, Korrekturen, Nachbereitung dringend benötigte!) Nachmittage genommen werden, weil ich stundenlang auf Fachkonferenzen warte, dann bekomme ich massive Probleme.
Ich kann die Zeit auch nicht "vorarbeiten", denn mein Wochenende ist schon komplett mit Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen in dem Maß belastet, dass ein Mehr zu Gesundheitsschäden (ja, wirklich, ich benötige auch etwas Ausgleich!) führen würde.
Die Belastung, die Lehrer im Gesamten gesehen zu einer überdurchschnittlich psychisch angeschlagenen, kranken Berufsgruppe macht, wird durch so ein ineffizientes Zeitmanagement stark verstärkt.Ich denke also, dass eine Regelung zugunsten der Lehrer und zuungunsten der Eltern durchaus zu erwägen ist. Immerhin würde das sicherstellen, dass ich am nächsten Tag nicht übermüdet vor der Klasse stehe und vielleicht sogar einen Versuch mit den Schülern durchführen kann oder ein strukturiertes Arbeitsblatt liefere, weil ich eben nicht unnötige Stunden in der Schule verbrannt habe.
Ich glaube auch, dass, wenn man die Arbeitszeit der Lehrer genauer erfassen und auch danach bezahlen müsste, der Dienstherr es tunlichst vermeiden würde so zeitineffizient zu sein. Er könnte es sich schlicht nicht leisten ein paar Akademiker ein paar Stunden in eine ineffiziente Warteschleife zu stecken, diese dafür zu bezahlen und dann die liegengebliebene Arbeit nachts (Unterrichtsvorbereitung) auch noch zu bezahlen.
Aber so, wo man über die Zeit der Lehrer ungehemmt verfügen kann, weil man einen PAuschalbetrag zahlt und meint, damit sei alles abgegolten und man könne über Lehrer verfügen, wie man wollte, ist es halt ein Leichtes. Betrifft jetzt nicht nur Fachkonferenzen, sondern den Umgang mit der Zeit der Lehrer allgemein. Stichwort: Dienstverpflichtung -
Natürlich ist der Ehrgeiz der Eltern dort zum Teil übertrieben. Dennoch glaube ich, dass ein wenig mehr Eliteförderung der deutschen Wirtschaft und damit unserer aller Wohlstand gut tun würde. Wenn ich sehe, dass in Schleswig-Holstein nun das Gymnasium durchs Hintertürchen abgeschafft wird, fürchte ich um die Zukunft des Landes. Dadurch, dass durch Inklusion und die verstärkte Aufnahme von Schülern, die zum Teil eher auf die damalige Hauptschule gehören würden, das durchschnittliche Leistungsvermögen der Schüler drastisch sinkt, passt sich automatisch auch der Anspruch an. Die Folge ist eine Noteninflation für die SuS, die damals einfach ein 2er Abitur gemacht hätten und nun mit 1,x rausgehen.
Das Problem ist auch, dass wirklich intelligente SuS nicht mehr so wie früher gefördert werden, weil das Tempo und das Niveau sich der Mehrheit anpasst. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass nur noch ein Bruchteil der SuS eine Gymnasialempfehlung hat. Der Rest eben nicht, und das aus sehr gutem Grund. Trotzdem gibt es immer wieder Kollegen, die schwache SuS in der Unterstufe auf Biegen und Brechen fördern und an der Schule halten wollen. Wenn man mit Nachhilfe (!) und Lernen in der 5. und 6. Klasse einer 4er Zeugnis hat, dann sollte man frühzeitig die Schule wechseln. Aber selbst Lehrer beraten da zum Teil anders.
Die Folge ist, dass die wirklich intelligenten, leistungsmotivierten SuS am heutigen Gymnasium ihr Potential einfach nicht mehr ausschöpfen können.
Deshalb kann ich mir vorstellen, dass elitärere Einrichtungen in Zukunft mehr Zulauf bekommen. Ich kann es also zum Teil nachvollziehen, wenn Eltern ihre Kinder dort hinschicken. -
mal ne andere Frage: was machst du, wenn du bis zur Lehrprobe nicht 10-15 Regenwürmer auftreiben kannst?
Als Tipp: Regenwürmer gibt es im Angelladen oder bei http://futtertier24.de/. Es dauert beim Online-Versand ca. 2-3 Tage.
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Verglichen mit meiner Schulzeit (ca. 1994-2002) hat das Niveau dann aber wieder extrem (!!!) nachgelassen. Wir durften in Mathematik noch sehr viel beweisen, haben uns mit komplexen Zahlen beschäftigt, in Chemie Orbitalmodelle gehabt, in Biologie die Lotka-Volterra Regeln mit Differentialgleichungen beschrieben und so weiter. Auch die Mendelgenetik wird heute viel oberflächlicher gestriffen. Tausende Beispiele.
Wenn ich meine alten Hefte durchschaue kann ich einen Bruchteil der Aufgaben nehmen, da die meisten einfach zu komplex für das heutige Niveau sind.Die Ansprüche an die Kinder sind gestiegen.
Zumindest im Vergleich zu meiner Schulzeit ab Ende der 70er. Und ich kann es verifizieren - meine Familie hat meine alten Schulsachen aufbewahrt.
Und natürlich gabs bei mir damals auch keine Hilfe der Eltern. Dafür konnte ich am Ender der ersten Klasse Sätze lesen wie "Fu ruft Uta. Hallo Fu."
Meine Kinder haben am Ende von Klasse 1 die erste Klassenlektüre gelesen. -
Mathematik und Physik können echt interessant sein, wahnsinn!
Mich würde einmal interessieren, wie der logische Zusammenhang ist, dass man aus der Anzahl der Stöße die Nachkommastellen von Pi berechnen kann. Mir ist der theoretische Versuchsaufbau klar, ideal elastischer Stoß und keine Reibungsverluste. Doch wieso verhält sich die Anzahl der Stöße exakt so, dass die Nachkommastellen von Pi herauskommen? Es kann ja nicht daran liegen, dass Kugeln verwendet werden, wo dann Pi wegen des Kreisumfangs auftritt, oder? Das Ganze müsste doch mit einem anderen Körper (z.B. Würfel) unter den Bedingungen auch funktionieren, da es nur auf die Masse ankommt? Wieso taucht in diesem Naturgesetz also Pi auf?
Vielleicht kann mich ein Physiker / Mathematiker mal aufklären, finde das mega spannend! -
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Alle Jahre wieder
die gleichen unreflektierten Vorhaltungen. Der Streik als
Arbeitskampfmittel stammt aus der Wirtschaft, aus der Produktion. Seine
Wirksamkeit und Schärfe ergibt sich aus dem schnellen Profitverlust der
Arbeitgeber. Wir sind hier aber leider im öffentlich finanzierten
Bildungssektor. Wir erwirtschaften keinen Profit, dessen Verlust unserem
AG weh tun könnte, wenn wir die Arbeit niederlegen. Das kann man sehr
gut am Streik der Erzieherinnen 2009 sehen. Die haben nämlich im
Gegensatz zu uns einen sehr hohen Organisationsgrad. Dennoch haben sie
fast ein ganzes Quartal streiken müssen, um von AG-Seite überhaupt eine
Reaktion zu bekommen.Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Eltern allein schon gehörig Aufruhr machen würden, wenn auch nur eine komplette Woche der Unterricht ausfallen würde wegen Streiks. Und das Ganze kann man dann eben ausdehnen bis die Forderungen erfüllt werden.
Da viele Eltern berufstätig sind, müssten sie für teuer Geld Kinderbetreuung nehmen. Da gäbe es mit Sicherheit einen massiven Aufschrei. Ich wette es würden sogar einige Eltern den Staat verklagen dafür. Ich glaube, dass unser Dienstherr dadurch unter so massiven Handlungsdruck geraten würde, dass da relativ schnell eine Einigung erzielt würde.
Einer der Gründe, warum es nicht funktioniert ist, dass den Lehrerberuf leider überdurchschnittlich viele Gutmenschen ergreifen, die ein schlechtes Gewissen bekämen wegen der Konsequenzen, die es für die Kinder und Eltern bedeutet.
Kurzum, der Streik im Lehrerberuf würde hervorragend funktionieren, wenn alle nur mitmachten. Stellt Euch doch einmal vor über längere Zeit fände kein Unterricht statt, was das für Konsequenzen fürs Abitur und auf lange Sicht für die ganze Wirtschaft hätte. Deutschlandweit mehrere Jahrgänge, die, weil der Dienstherr nicht einlenken will, ein Quartal keinen Unterricht bekommen? Die Klagewelle, dass "mein Kind kein Medizin studieren kann, weil ihm ein viertel Jahr Unterricht fehlte und er deshalb das Abitur mit schlechteren Noten abschloss" und so weiter.
Der Druck unter den der Dienstherr käme wäre enorm, aber es scheitert daran, dass die Lehrerschaft zu masochistisch, zu gutmenschlich und vielleicht auch zu ängstlich und zu faul ist. Dabei sind wir in so einer gesellschaftlich wichtigen Schlüsselposition und haben theoretisch so viel Macht, stattdessen sind wir die (auch noch studierte!) Berufsgruppe, die sich am wenigsten gegen Ausbeutung und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen wehrt. -
Scheint in S-H wirklich mager zu sein, ich habe nur dies hier gefunden:
http://www.gew-tarifrunde.de/Binaries/Bi…r2_2015_Web.pdf
Aber evtl. fragst du mal auf der Facebookseite.
Hallo Susannea,
danke für den Link. Das ist schon einmal interessant, allerdings suche ich eher einen direkten Aufruf zum Streik am Dienstag. So wie ich unser Kollegium kenne bekommt das sonst niemand mit und vor allem glaube ich, dass sonst wirklich gar niemand streikt.
Und dann heißt es bestimmt wieder: "Die Forderungen können ja so wichtig nicht gewesen sein, wenn man nicht mal bereit ist dafür zu streiken".
Und ja, Du hast recht, in SH ist jeglicher Widerstand, der zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen führen könnte, marginal. Generell kommt es mir von meiner Schule im Speziellen so vor, als würden die alles mit sich machen lassen. Es kommt wohl auch nicht von ungefähr, dass die Bezahlung in SH so gering und die Stundenzahl (25,5) so hoch ist. Es wehrt sich ja niemand bei irgendetwas. Traurig.
Bei Personalratswahlen wird immer händeringend überhaupt ein Kandidat gesucht, weil das niemand machem möchte. Dabei wird in Gesprächen deutlich wie unzufrieden alle sind und der Langzeiterkranktenstand ist hoch wie nie (bei über der Hälfte weiß man, dass es Burnout und ähnliche, berufsbedingte Probleme sind!).
Vielleicht sollte ich mich mal im Personalrat engagieren? Aber als Neuling? -
Du kannst das Thema im Lehrerzimmer verbreiten, die Informationen der GEW auslegen, vor allem dich weigern, eine angestellte Lehrkraft zu vertreten (!!) und mit den Schülern darüber sprechen, warum Frau X und Herr Y fehlen.
Du kannst in die GEW eintreten (da kommt nämlich das Streikgeld und die Rechtsberatung für die Streikenden und die ganze Organisaton der Maßnahmen her), und dich da engagieren...
Hallo Meike, danke für die Info. Ich würde gerne das Thema im Lehrerzimmer verbreiten und die Information der GEW auslegen. Am liebsten wäre mir, wenn ich z.B. auch eine DIN-A-4 Seite mit Aufruf zum Streik bei uns ans schwarze Brett hängen könnte. Wir haben da so einen Bereich, wo sich Lehrer gegenseitig informieren. Hat die GEW da ein Musterexemplar, was man ausdrucken könnte? Ich habe da jetzt nicht direkt so etwas gefunden.
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Welche Möglichkeit habe ich, wenn ich verbeamtet bin, diesen Streik in irgendeiner Form zu unterstützen ohne gegen das Streikverbot zu verstoßen? Ich finde es mehr als angebracht, dass die GEW endlich zu drastischeren Maßnahmen aufruft, denn so kann es mit dem Lehrerberuf nicht mehr weitergehen. Ich möchte mich den Angestellten solidarisch zeigen und möchte dennoch nicht gegen geltendes Recht verstoßen. Vielleicht kann mir jemand von den erfahreneren Kolleginnen und Kollegen einen Rat geben!
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Ich kenne da sogar erstaunlich (persönlich finde ich sogar: erschütternd) viele, die so ein Modell favorisieren (ganz daheim bleiben oder Teilzeit mit so wenig Stunden wie möglich).
Wenn ich einen Partner hätte, der mich finanziell voll versorgt, würde ich auch lieber Hausarbeit machen anstatt arbeiten zu gehen. Ich kann
während des Bügelns prima Musik hören und ich kann beim Putzen vortrefflich tagträumen oder Dinge planen.
Als Lehrer muss ich bei der Arbeit in und nach der Schule immer hochkonzentriert sein und das schlaucht. Auch bleibt, ich sah das bei meinen Eltern früher, als Hausfrau immer noch genug Zeit für Hobbies, Gespräche mit den Nachbarn und Selbstverwirklichung sei es durch Lesen, Basteln oder Sport.
Während mein Vater als Vollzeitlehrer in der Regel unter der Woche einfach nur todmüde war und nicht einmal Zeit hatte so viel zu lesen, wie er eigentlich gerne wollte, geschweige denn regelmässig zum Sport zu gehen, so konnte meine Mutter neben aller Hausarbeit noch ein Hobbystudium (Psychologie) durchführen, regelmässig sporteln und hatte eigentlich immer genug Zeit. Meine Mutter hat sogar eigene Bücher geschrieben neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau, war lange Zeit Oberligaspielerin während mein Vater zu mir sagte, als ich den Lehrberuf ergreifen wollte:
"Such Dir lieber etwas mit geregelten Arbeitszeiten. Ich habe aus Zeitmangel nie die Dinge verwirklichen können, die ich gerne gemacht hätte."
Jetzt wo ich Lehrer bin verstehe ich das. Als ich noch Schüler war und im Kadertraining, da ist meine Mutter mit mir vor der Schule oftmals eine Runde mitgejoggt. Mein Vater hatte dazu schlicht und einach keine Zeit und Kraft, weil der natürlich 6 Stunden unterrichten musste. Meine Mutter hat sich danach einfach noch einmal ne Stunde hingelegt und dann entspannt die Hausarbeit begonnen. Es mag sein, dass es alles auch für sie stressiger war, als wir kleine Kinder waren, aber sobald wir selbstständiger waren war es entspannt. Das hat sie selbst gesagt und das war auch immer mein Eindruck.
Für mich ist es auch kein Wunder, warum so viele Lehrer bei uns im Lehrerzimmer nur halbe Stellen haben. Und, warum diejenigen die Vollzeitstellen haben so dick oder Kettenraucher sind. Irgendwie muss der Streß ja kompensiert werden.
Ich sehe es an meinem Sportverein: Wir haben Lehrer und Leute aus anderen Berufen. Diejenigen, die am Freitag Abend beim Punktspiel jammern, dass sie danach eigentlich keine Zeit für ein Bier haben weil sie am WE noch so viel zu arbeiten haben und dementsprechend sich nicht erlauben können bis spät in die Nacht wegzubleiben sind (wir) Lehrer.Ich kann also jeden und jede verstehen, die lieber gut bezahlt den Haushalt machen anstatt sich in der Arbeit zu stressen und aufzureiben. Ich wünschte mir so sehr ich könnte auch mal einfach mich morgens, nachdem ich das Frühstück gemacht habe, noch einmal für ne Stunde oder zwei hinlegen. Oder ich könnte bei strahlendem Sonnenschein auf den Markt radeln und da einkaufen.
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Ich habe heute einen Wandertag mit meiner Klasse veranstaltet, dabei sind für mich Kosten angefallen:
- Parkgebühr am Bahnhof
- Bahntickets
- Leihgebühr von Schlittschuhen
Wir kriegen das nicht vom Dienstherren ersetzt.
Kann man das Geld dann nicht aus der Klassenkasse nehmen und so auf die SuS umlegen? Kann doch nicht sein, dass Du für einen Wandertag auch noch draufzahlst.
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