Zunächst einmal: Du machst genau das richtige: Du schreibst die Lehrerin an, mit der Bitte um einen Gesprächstermin.
Das erste Mal eine Klasse 1 ist hart - da lernt man als Lehrerin gaaanz viel
(was man traurigerweise weder im Studium noch im Ref gelernt hat). Ich habe aktuell meine 4. erste Klasse und inzwischen habe ich ein System, was scheinbar einigermaßen läuft - bei den meisten Kindern.
Das A & O ist es wirklich, sich Zeit zum eintragen der Hausaufgaben zu nehmen. Ich habe für diesen Durchgang erstmals ein einheitliches HA-Heft für alle Kinder gekauft. DAS erleichtert es schon. (Die Bitte an die Eltern, das Datum immer vorneweg einzutragen - nunja. Bei einigen steht es.) Ich habe ein Farbsystem, welches ich den Eltern auf dem 1. Elternabend mitgeteilt hat. Wenn sich auch die Fachlehrer daran halten, dann klappt es (die Mathelehrerin fing jetzt an, Mathedinge in orange aufzuschreiben - was wieder zu Chaos führte - also: Mitteilung an die Mathelehrerin doch bitte weiterhin blau zu nehmen). Ich kontrolliere täglich bei JEDEM kind, ob die HA notiert sind. Das kostet 10-15 MInuten Zeit am Ende des Tages. Das weiß ich und plane sie mit ein.
Lösungsansatz: Wenn das bei euch nicht läuft, könntest du bitten, dass sie das HA-Heft immer unterzeichnet und kontrolliert, ob alles aufgeschrieben ist.
Selbstständiges Arbeiten verlange ich von meinen Kindern auch - die arbeiten in ihren Arbeitsheften selbstständig, das kann durchaus auch schonmal an einem Tag 60 oder mehr Minuten sein. Genau DAS haben wir aber zu Beginn kleinschrittig eingeübt.
WhatsApp-Gruppe: Finde ich ganz und gar unnötig. Das was die Kinder nicht mehr wissen, wissen sie nicht mehr. Dann muss die Lehrerin besser erklären oder notieren. Weiß das Kind nicht was HA ist und du kannst es auch nicht entziffern- Mitteilung an die Lehrerin.
Bei Arbeitsblättern ohne Aufgabe gehe ich stark davon aus, dass a) die Kinder die Aufgabenstellung schon ganz oft gemacht haben oder die Lehrerin es erklärt hat (auch wenn sich einzelne Kinder manchmal schon mittags nicht mehr daran erinnern ;-)).
Zu den negativen Aussagen: Da würde ich die Lehrern ganz direkt drauf ansprechen, was sie denn in ihrem Unterricht tut, um positives Verhalten zu fördern: Übt sie leises Arbeitsverhalten ein? Übt sie selbstständiges Arbeiten / Aufräumen / Material holen etc.?
Es ist ein großer Schritt zwischen Kindergarten und Schule: Im Kindergarten wird noch keine Selbstständigkeit erwartet, einige Kindergärten bahnen sie an, andere nicht. Da können die Kleinen doch nicht plötzlich von heute auf morgen selbstständig sein?!
Deine Schilderungen hören sich für mich an, als ob die Lehrerin ein wenig überfordert mit der Situation ist. Es kann doch nicht sein, dass nahezu alls Kinder negatives Feedback bekommen (oder deren Eltern). Selbstständigkeit und selbstständiges Arbeiten muss man trainieren, das ist kein Selbstläufer.
Aber wie schon zu Beginn geschrieben: Sprich, so wie du es geplant hast, mit der Lehrerin!