Beiträge von Karl-Dieter

    Und die meisten LAA hätten sich zumindest zu meiner Zeit nicht getraut, gegen solche Formulierungen Widerspruch einzulegen. Die LAA lernen während des Refs seltsamerweise häufig nur ihre Pflichten kennen, aber über ihre Rechte wird ihnen wenig erzählt.

    Von einem Akademiker kann man allerdings auch erwarten, dass er sich selbst mal in die Thematik einarbeitet. Da gibt es nämlich zig Heftchen usw der Verbände zu.

    Warum wird das immer so (bewusst?) missverstanden?Die Regelung besagt, dass ich keine Hausaufgabe einsammeln und eine Note drunterschreiben darf. Denn die Hausaufgabe könnte ja auch die große Schwester erledigt haben, was ja nicht nachprüfbar ist.
    Wenn aber ein Schüler keine Hausaufgaben macht, ist das in einem Bereich der SoMi eine nichterbrachte Leistung. Das kann ich sehr wohl in die SoMi-Note einfließen lassen.

    Aber wir reden hier von der Sek. II.

    Weil auch in der Sek. I das von dir geschilderte Verhalten nicht erlaubt ist. Das wird schon richtig verstanden, du missverstehst es.

    Nicht wirklich. Er hat es verlagert auf sein Kerngeschäft, nämlich anständigen Unterricht zu machen.
    Und so würde ich das auch formulieren:

    "Referendar XY engagiert sich außerordentlich im Unterricht und kann sich gegenüber (sinnfreien) Zusatzaufgaben abgrenzen. Er läuft daher nicht Gefahr, überfordert zu sein."
    ...oder so ähnlich..

    Würde so ein Satz im Schulleitergutachten stehen, was ja bei Bewerbungen auch häufig mitgeschickt wird, könnte er jeden Job vergessen.

    Bei solchen Äußerungen würde ich denken die bekommen im Studium alles in den Hintern und sind noch nie arbeiten gegangen

    Das hat mehrere Ursachen. Manche sind tatsächlich massiv überlastet, haben keine Arbeitsorganisation, oder eine schwierige Schule, schwierige Kollegen (gibt es alles), oder der von dir genannten Grund.

    Gerade sowas wie mal ne Vertretung zu übernehmen gehört doch auch zum Alltag eines Lehrers, würde ich denken

    Ja. Vertretung ist aber häufiger eher eine Unsitte der Schule, dass man Referendare exorbitant für Vertretungen einteilt, weil die in der Regel auch sehr viel Springstunden haben.

    Das war ein Beispiel dafür, woran man die Zuverlässigkeit eines Referendars erkennen kann (bzw. ein Indiz), ohne jetzt konkret irgendwelche Listen mit Kompetenzen irgendwo abzuhaken.

    Für den Fall: Gibt ja auch keine unmittelbaren Konsequenzen, aber ist halt ein Baustein für ein nicht so perfektes Gutachten.

    Wir wissen doch alle, dass es StRef oder LAA gibt, bei denen denkt man "Ja, die machen einen super Job" und dann gibt es welche, bei denen denkt man "Hmm, okaaay".

    Und das kann man nicht immer so unbedingt an einzelnen Punkten festmachen, in dem Fall des/der Fragestellers geht es doch um anscheinend um Letzteres. Nur muss man das hier irgendwie in ein Gutachten gießen, was ich persönlich auch mehr als fair finde.

    Ich bekomme auch immer einen Anfall, wenn ich z.B. sage, "Ich möchte eine Woche vor dem UB eine fertige Stundenplanung haben, damit wir noch mal drüber sprechen können. Einen Tag vorher bringt mir das nichts". und dann kommt vor dem Besuchstag um 23:59 Uhr ne Mail mit der Stundenplanung, als wenn das irgendwie die Abgabefrist einer Examensarbeit ist. Sowas machen nämlich in 99% der Fälle immer die Schlunz-Referendare. Und die haben dann auch generell Probleme.

    Wer nie Hausaufgaben macht, erbringt eben in einem Bereich ebenfalls keine Leistung.

    In NRW ist es für die Primarstufe und Sekundarstufe I eindeutig geregelt: Hausaufgaben werden nicht benotet ([lexicon='BASS',''][/lexicon] 12-63 Nr. 3)

    Für die S II kann ich dazu nichts sagen, bin kein S2-Lehrer. Ich persönlich bin auch absolut dagegen, hier irgendwelche Verrenkungen zu machen, um die dann doch irgendwie zu bewerten. Ich bekomme eh schon Krätze, wenn ich sehe, wie manche Kollegen Noten berechnen (Nebenfach: "Deine SoMi-Note ist 2, der Test ist 4, also auf dem Zeugnis bekommst du eine 3").

    Was anderes ist es, wenn die Hausaufgaben zwingend für den weiteren Unterrichtsverlauf notwendig sind, dann erfolgt ja keine Mitarbeit, zwangsläufig nicht, und das kann man dann wieder benoten. Wenn die Schüler dann aber in der Stunde die Hausaufgaben nachmachen und dann wieder mitarbeiten, ist es wieder was anderes.

    Unabhängig davon: Diese Unsitte, etwas im Unterricht nicht Geschafftes zuhause als Hausaufgabe aufzugeben, ist auch nicht erlaubt.

    An der Gesamtschule geht das. Da hat man regelmäßig solche Kandidaten. Die Statistik (=genügend Eigengewächse in die Oberstufe bringen) muss ja stimmen

    Komisch, ist bei uns nicht so. Für die Statistik sieht es nämlich genauso beknackt aus, wenn die Abbrecherquote und/oder Durchfallquote bei Eigengewächsen exorbitant hoch ist.

    Die Konzentrationsspanne ist sehr kurz, es ist extrem schwierig Einzelarbeitsphasen einzuhalten.


    Zu dieser Sache: Das muss aber auch nicht mit den Schülern zu tun haben. Ich habe momentan eine 5. Klasse, die ist auch nicht unbedingt leistungsstark, aber die können auch mal 30 Min alleine arbeiten, auch die schwierigeren Schüler. Ob und wie erfolgreich sie da arbeiten, das ist ne andere Sache, aber sie schaffen es so lange still zu sein.

    Hier würde ich eher bei dir selbst gucken, bist du hier konsequent genug? Wer in dem Alter in der Einzelarbeitsphase quasselt, den würde ich persönlich nach der zweiten Verwarnung vor die Tür setzen und für die Stunde eine 6 aufschreiben. Fertig. Und auch wenn es angeblich nur die Frage nach dem Radiergummi ist.

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