Beiträge von WillG

    Ich weiß nicht, ob du diesen Thread hier mitgelesen hast. Bislang hat noch Niemand ein Recht gefunden, um das verhindern zu können. Du wärest dann halt deinen Job los, wenn du dich der Dienstanweisung deines SL widersetzt.

    Ja, ich habe den ganzen Thread gelesen. Es wurden dir mehrere Möglichkeiten genannt, von Personalrat über Remonstration bis hin zur einfachen Verweigerung. Du suchst aber eine Möglichkeit, mit der du dich der Dienstanweisung widersetzen kannst, ohne dich mit deinem Schulleiter auseinander zu setzen. Das wird natürlich nicht funktionieren, sondern ist ein typischer Fall von "wasch mich, aber mach mich nicht nass".

    Und ja, die Verweigerung einer Dienstanweisung kann im Extremfall - und ich zweife, dass eine Videokonferenz, bei der man das Bild abgestellt hat einen Extremfall darstellt - zu disziplinarischen Konsequenzen führen. Nein, das wird nicht gleich die Beendigung des Dienstverhältnisses sein.

    Julia, also du noch im Ref wast, habe ich dir drüben auf referendar.de dringend empfohlen, dich ins Schul- und Dienstrecht einzulesen. Damals meintest du, du hättest im Referendariatsstress dazu keine Zeit. Jetzt bist du aus dem Ref raus, also wiederhole ich meine Empfehlung: Lies dich ins Schul- und Dienstrecht ein. Du kannst ja deine schlaflosen Nächte dazu nutzen. Und das ist kein zynischer Kommentar: Wenn du erstmal verstehst, wie weitreichend deine Rechte sind und wie wenig der Schulleiter dir wirklich kann, wenn du gut informiert und aufgestellt bist, wirst du deutlich besser schlafen!

    Es ist nicht das gute Recht der SuS. Während einer Pandemie ist eine Einwilligung nicht notwendig. Weder auf Seiten der Lehrer, noch auf Seiten der Schüler

    Jetzt mal unabhängig davon, wo das in dieser Form vom Dienstherrn postuliert wird und ob diese Rechtauffassung vor einem Gericht standhalten würde:

    Ich persönlich beanspruche für mich das Recht am eigenen Bild und an meiner Stimme. Wenn mein Dienstherr mir Videokonferenzen mit Bild und Ton vorschreiben würde (!), würde ich mich mit allen Mitteln wehren und sollte das scheitern, hätte ich immer noch das Gefühl, dass meine Persönlichkeitsrechte verletzt würden. Dasselbe Recht gestehe ich selbstverständlich meinen Schülern zu. Genauso wenig wie ich dazu verdonnert werden möchte, mein Gesicht zu zeigen und meine Stimme online hören zu lassen, werde ich meine Schüler dazu zwingen - ganz unabhängig von der Rechtslage.

    Ich habe im Frühjahr keine Videokonferenzen gemacht. Das hatte verschiedene Gründe, einer davon war aber, dass ich ein alternative Konzept für meinen Distanzunterricht entwickelt habe, bei dem Videokonferenzen nicht nötig gewesen wäre - wenn es denn funktioniert hätte. Das hat es aber nur so mäßig, weshalb ich für die jetzigen Schulschließungen regelmäßige Videokonferenzen in mein Konzept integriert habe, etwa eine kurze (ca. 30min) pro Woche pro Lerngruppe. Das war meine Entscheidung.

    Jetzt kam von unserer Schulleitung der Hinweis, dass die Eltern und Schüler einwilligen müssen. Dass ich das übersehen habe, ist natürlich doof von mir gewesen, aber gut. Und, lo and behold, in jeder Lerngruppe gibt eine Reihe von Schülern, die nicht einwilligen. Das ist okay, das ist ihr gutes Recht, aber ich werde natürlich meinen Unterricht nicht so planen, dass eine Gruppe von Schülern - aus welchen Gründen auch immer - generell nicht daran teilhaben kann. Weder will ich diese Schüler benachteiligen, noch will ich mir die doppelte Arbeit machen, indem ich für diese Schüler Alternativangebote mache.

    Dann gibt es eben keine Videokonferenzen. Ich sehe auch wenig Sinn darin, eine Konferenz oder ein Lehrvideo zu machen, bei dem ich monologisieren. Der Vorteil der VK wäre für mich, dass sich die Schüler austauschen können, bei BBB sogar in Gruppenräumen, und ich direkt Feedback geben könnte.

    Das einzige, was mich daran ärgert, ist dass es in den Medien immer so dargestellt wird, als wären wir zu doof oder zu faul oder zu technophob, um Videokonferenzen durchzuführen. Es scheitert einfach an sehr komplexen Rahmenbedingungen.

    Ich hatte irgendwo gelesen, dass es ggf. möglich ist, vom Beamten- ins Angestelltenverhältnis zu wechseln und sich aus dieser Stelle heraus beurlauben zu lassen, um den Anspruch auf eine Planstelle nach einer Beurlaubung zu wahren.

    Ich frage mich gerade, ob man als Angestellter denn so viel einfacher an eine Beurlaubung kommt als Beamte. Ich kenne mich ehrlich gesagt bei Angestellten nicht so aus, weil wir kaum welche im Kollegium haben, aber irgendwie würde mich das überraschen.

    Abgesehen von allen datenschutzrechtlichen Fragestellungen muss man - so wie gingergirl das andeutet - durchaus auch die Frage stellen, in welchem Umfang die pädagogische Freiheit im landeseigenen Schulgesetz festgeschrieben ist. Und darauf aufbauend die Frage, in welchem Umfang die Dienstvorgestzten überhaupt direkt auf meine Unterrichtsgestaltung einwirken können.

    Im Prinzip ist Methoden- und Medienwahl im Präsenzunterricht ja auch meine eigene Entscheidung

    Ich würde ganz naiv ein Schreiben an die übergeordnete Behörde richten - schön brav auf dem Dienstweg, also über den Schreibtisch des Schulleiters - mit der Bitte um Auskunft ob sich so eine Veranstaltung angesichts des Inzidenzwerts mit den vor Ort geltenden Coronaverordnungen vereinbaren lässt. Dann würde ich abwarten, was passiert, also ob der Schulleiter vielleicht selbst nochmal nachdenkt, bevor er den Schrieb weiterleitet, oder ob was vom MB/Schulamt/wieauchimmerdasdingbeieuchheißt kommt.

    Und das würde ich auch machen, wenn ich selbst in Coronaverordnung schon gefunden hätte, dass es formal erlaubt ist. Der Vergleich mit den Rodlern ist nämlich gar nicht schlecht.

    Naja, ich habe an der Uni Weizenbier kennen gelernt. Manchmal gab es in der Mensa Weißwurscht, dazu süßer Senf, Brezn und a Weißbier....kannte ich alles vorher nicht.

    Bei uns gab es sogar einen Bierautomaten in der Cafete, aus dem man sich das Flaschenbier auch ziehen konnte, wenn die Cafete eigentlich geschlossen war. Hach, ich hab gern studiert ;)

    Ich werde so einen Automaten mal bei der nächsten Personalversammlung fürs Lehrerzimmer anregen.

    Ich bin zu müde und ausgebrannt, um das rechtlich auszufechten oder zu widerlegen.. Ich bin krank.

    Dafür habt ihr einen Personalrat. Hat der sich nicht eingeschaltet?

    Sonst schreib doch einfach eine Anfrage an das Schulamt, ob das der Sinn der Verordnung (oder in welcher Form das bei euch auch immer ankam) ist, dass ihr Kontakt zueinander habt und An- und Abreise in Kauf nehmt. Auf dem Dienstweg, über den Schreitisch deiner Schulleitung natürlich.

    Das ist ein formloser Zweizeiler, das schasst du noch! Nur Mut, du hast es fast geschafft!

    Der Sinn des harten Lockdowns ist es, die Kontakte soweit wie möglich herunterzufahren.

    Die Firmen wurden gebeten, Betriebsferien zu ermöglich, wo immer möglich.

    Wäre es nicht kontraproduktiv, wenn ihr in die Schule müsst, euch unter umständen trefft, nur damit...hm, ihr nicht zu Hause seid?

    Genau so ist es. Als bei uns zum ersten Mal im Raum stand, dass die Präsenzpflicht für Schüler aufgehoben wird, standen wir als PR sofort beim Schulleiter, um uns die Zusage abzuholen, dass die Kollegen natürlich nicht für Fleißaufgaben in die Schule bestellt werden. Ich meine, die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten fordern die Betriebe dazu auf, wo möglich Home Office zu ermöglichen, da macht es keinen Sinn, gerade jetzt mit Konferenzen und Aufräumaktionen etc. anzufangen, die Präsenz in der Schule - inkl. An- und Abreise - erfordern. Unser Schulleiter war da zum Glück ganz unserer Meinung, sonst hätten wir uns aber mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen gestellt - inkl. offizielle Anfrage beim MB bzw. beim KM.

    Notbetreuung etc. wäre natürlich eine andere Sache gewesen.

    In der Schule anrufen und mitteilen, dass ich mich "verspäte", weil das Auto nicht tut... Gut, das könnte ich zwar, aber vermutlich würde meine Verspätung dann mehrere Unterrichsstunden umfassen, weil der Weg mit dem ÖPNV von meinem Wohnort zu der Stadt, in dem meine Schule liegt, doch etwas "abenteuerlich" ist und von meinem Haus bis zur Schule mind. 1,5 Stunden dauert (mit dem Auto ca. 40 Minuten) ;) .

    Ja und? Dann ist das eben so. Ich sehe das Problem nicht.

    Und du kannst eben nicht immer davon ausgehen, dass jeder x-beliebige Kollege Lust darauf hat, sich zu rechtfertigen, dass oder warum er dich nicht mitnehmen kann oder will. Vielleicht genießt er einfach die 40 Minuten alone time, die er im Auto hat.

    "Vertretungsbereitschaft" gibt es bei uns nicht!

    Das ist aber nicht dein Problem. Das ist Problem des Schulleiters, der dafür bezahlt wird, dass es sein Problem ist.

    Sei es nun Sonntag abends (da erreichte mich vor vielen Jahren um 21 Uhr der Anruf eines Kollegen, der mir mitteilte, dass die Frau eines anderen Kollegen, die ebenfalls bei uns an der Schule tätig war, plötzlich verstorben sei

    Selbstverständlich zählt so etwas als Notfall. Und ja, da fände ich auch einen Anruf gerechtfertigt.

    auch da bekam ich schon mal einen Anruf einer Kollegin, der gerade das Auto "verreckt" war und die nun dringend nach einer Mitfahrgelegenheit suchte

    Das wiederum fällt für mich in die Kategorie, dass ich bei befreundeten KollegInnnen da auch anrufen würde. Bei KollegInnen, mit denen ich weniger zu tun hätte, wohl eher nicht. Ich weiß ja nicht, wie viel Stress ich ihnen damit machen, vielleicht haben sie Kinder, die sie versorgen müssen oder andere Verpflichtungen. Dann ruf ich halt stattdessen in der Schule an und teile mit, dass ich mich verspäte. Kein Grund, KollegInnen zu belästigen, mit denen ich nicht befreundet bin.

    EDIT:
    Vielleicht zur Erklärung, warum ich so vehement auf meiner Sicht beharre: Wir regen uns immer wieder darüber auf, wie sorglos von Seiten des Dienstherren mit unserer Arbeitszeit umgegangen wird. Umso wichtiger ist es, dass wir selbst hier deutlich sensibler sind und eben Themen wie work-life-balance oder Psychogygiene nicht mit ironischem Unterton kleinreden.

    Wenn ich z.B. spontan Montag früh eine Vertretungsstunde abhalten soll (und ich im Normalfall erst viel später in der Schule wäre), würde ich mir einen Anruf spätestens (wenn es nicht schon früher geht!) am Sonntag-Abend WÜNSCHEN. Auf gar keinen Fall will ich solch einen Anruf Montag früh vor dem Aufstehen bekommen - wenn ich mich (als ausgemachter Langschläfer) darauf einstelle, eigentlich erst eine oder zwei Stunden später aufzustehen.

    So ein Anruf würde mich auch Montagmorgen vor dem Aufstehen nicht erreichen. Ich bin doch nicht im Bereitschaftsdienst und muss auf Absprung bereit stehen, weder am Abend noch am frühen Morgen. Und nein, meine Arbeitszeit beginnt nicht um 8 Uhr, wenn ich eigentlich erst um 10 Uhr Unterricht habe - ich muss also da auch nicht erreichbar sein. Solange wir keinen Arbeitsplatz an der Schule haben, gibt es keine Präsenzpflicht und damit ist es meine Entscheidung, wie ich meine Zeit einteile. Und es ist das Problem der Schulleitung, wie sie Montagmorgen die Vertretungsstunde füllt - zur Not halt mit einer Vertretungsbereitschaft, die entsprechend im Deputat angerechnet ist.

    Mein Mann in einer Führungsposition

    Oben habe ich eine Ausnahme für Schulleitung definiert. Der "normale" Lehrer dürfte kaum mit einer Führungsposition vergleichbar sein.

    Na, dann werd doch mal konkret. Wir reden ja auch ganz speziell vom Sonntagabend. Was wäre denn so eine Angelegenheit, die kein Notfall ist und nicht bis Montag warten könnte?

    Notabene: Ich gehe hier von Kollegen aus, mit denen ich nicht in einem freundschaftlichen Verhältnis stehe. Dass ich einen Kollgen, mit dem ich öfter mal ein Bier trinken gehe, auch am Sonntagabend kurz mal anrufen kann, um ihn zu bitten, mir Material XY mitzubringen oder meine Aufsicht in der großen Pause zu übernehmen, ist da eine andere Frage.

    Es gibt einfach Situationen, in denen es sinnvoller ist, nicht erst am Montagmorgen informiert zu sein. Immerhin arbeiten wir im Team. Zumindest sollte das so sein.

    Trotzdem sehe ich jetzt für den Feld-Wald-und-Wiesen-Lehrer auch nicht unbedingt, was dringend am Sonntagabend besprochen werden muss, auch wenn es nur "mal" ist - meinetwegen mit Ausnahmen während der Pandemie, dann aber von der Größenordnung "Schulschließungen" etc.

    Vertretungen, Klausuraufsichten oder Infos zu Schülern etc. zählen da definitiv nicht dazu - wenn es nicht buchstäblich um Leben und Tod geht.

    Zu Emails: Wir haben an unserer Schule die Vereinbarung, dass Emails als "gelesen" angenommen werden können, wenn davon ausgegangen werden kann, dass eine Kollege Zugriff auf einen Dienstrechner hatte, wenn er also stundeplanmäßig an der Schule anwesend war. Manchmal haben Kollegen, die am Abend oder am Sonntag ihre Mails abrufen einen längeren zeitlichen Vorlauf, um sich auf besondere Situationen einstellen zu können, aber niemand sollte davon ausgehen, dass diese Infos bei allen angekommen ist.

    Ich stimme O. Meier hier zu 90% zu. Im Schulbetrieb gibt es einfach nur sehr, sehr selten Situationen, in denen eine sofortige Info relevant ist. Da ich an einer Schule arbeite, wo dies ernst genommen wird, würde ich auch am Sonntagabend ans Telefon gehen, wenn mein Chef anruft, weil das so absolut außergewöhnlich wäre, dass ich davon ausgehen würde, dass wirklich etwas Schwerwiegendes den Anruf notwendig macht. Hätte ich Kollegen, die so übergriffig sind, dass wiederholt Bagatellen zu solchen Anrufen führen, würde ich es konsequent verweigern, ans Telefon zu gehen, egal wer dann anruft.

    Anders sieht die Sache natürlich aus, wenn man mit bestimmten Aufgaben betraut ist, die dies vielleicht rechtfertigen: Schulleitungsaufgaben, Personalvertretung etc. Aber auch da muss man das für sich sehr genau abklären.

    Ich zitiere mal Bolzbold

    kl. gr. frosch

    Und ganz abgesehen davon sehe ich nicht, dass du irgendwelche Argumente oder gar Belege angeführt hast. Du hast nur Behauptungen in die Welt gesetzt. Ach ne, sorry, du hast nicht nur das gemacht, du hast sie irgendwo kopiert und mit einer unzureichenden Quellenangabe versehen.

    Auf dem Level kann ich auch spielen.

    Joe Biden hat nur eine knappe Woche nach seiner Wahl einen Impfstoff gegen Corona organisieren können.
    Joe Biden konnte ein zutiefst zerrissenes Land hinter sich einen.

    Joe Biden hat mit einem Schlag Misogynie und Rassimus in den USA beendet.

    Joe Biden hat die amerikanische Demokratie gerettet.

    Joe Biden gibt Milliarden Menschen auf der Welt neue Hoffnung.

    Und, bevor du anfängst, DaVinci, nein, ich glaube das nicht wirklich. Aber diese fünf Behauptungen entsprechen in ihrer Mischung aus Viertelwahrheiten, unlauteren Verzerrungen und Übertreibungen so ziemlich genau deiner ganzen Liste. Und bevor du nicht Beweise und Belege für deine Behauptungen bringst, sehe ich keinen Anlass, in irgendeiner Form argumentativ darauf zu reagieren. Auf die Ebene von Populismus lasse ich mich nicht herab.

    Die junge Frau Ocasio-Cortez macht einen vielversprechenden Eindruck.

    Ich glaube, das kommt nur uns in Deutschland/Europa so vor. Für Amerika - und das meine ich in keiner Weise als USA-Bashing - steht sie viel zu weit links, um in einem zwei-Parteien-System, bei dem die Wahl des Präsidenten von den Wechselwählerm abhängt, die genau zwischen den Parteien steht, eine echte Chance zu haben.

    So zerrissen, wie die Demokraten gerade innerparteilich sind, würde sie noch nicht mal durch die Primaries kommen, um Kandidatin zu werden. Das mag sich innerhalb der nächsten 15 Jahre ändern, aber für die Wechselwähler, wird sie immer zu "sozialistisch" (im Sinne des amerikanischen Verständnisses des Begriffs) sein.

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