Wie so oft wird dieses Thema nur aus Sicht der Gymnasialschüler und -lehrer diskutiert. Die schwachen Kinder werden wieder einmal ausgeblendet. Aus MS-Lehrer-Sicht kann ich nur müde darüber lächeln, ich bin es gewohnt. Ich kann nur sagen, ich wäre froh, wenn die Kinder, die in der 5. Klasse zu mir kommen, drei Sachen beherrschen:
- lesen
- einigermaßen leserlich schreiben
- die Grundrechenarten bei zumindest einfachen Aufgaben beherrschen
Leider sind diese drei Kompetenzen bei zahlreichen unserer Schüler nicht mehr vorhanden. Die Schuld schiebe ich jedoch nicht den GS-Lehrkräften zu, sondern dem "System", der den Elternwillen über alles stellt, nicht selten zum Schaden des Kindes. Viele Inhalte des GS-Lehrplans sind zudem für die Schwachen nicht zu schaffen und irgendwann klinken diese sich verständlicherweise aus. Vom Übertritts-Druck, den viele Eltern auf die GS-Lehrer ausüben, will ich gar nicht reden. Förderung und Lernzieldifferenzierung werden von den Eltern abgelehnt, durchfallen kann man auch nicht, sodass manche Kinder 4 Jahre durchgezogen werden und am Ende nicht nur nichts können, sondern auch schwer frustriert sind. Die haben ihr Scheitern längst verinnerlicht.
Irgendwo "da oben" (bei Lehrplangestaltern, in den Schulämtern, den Regierungen? - ich weiß es nicht) wurde offensichtlich vergessen, dass in der GRUNDschule GRUNDlagen gelegt werden sollen.