Hallo Salzkristall,
leider gehöre ich nicht zu den feinfühligsten Menschen, tut mir Leid. Aber zumindest habe ich mir dein "Klagelied" vollständig durchgelesen. Ich glaube, ich kann dir sagen, was du falsch gemacht hast. Dazu einige Zitate aus deinem Eingangspost.
Corona ist Schuld.
Die bösen Mitschüler, die dich früher gemobbt haben, sind Schuld.
Erkenntnis, dass ich wahrscheinlich sexuell eher zum gleichen Geschlecht hingezogen sein könnte
Die bösen Menschen, die dich mobben werden, weil du homosexuell bist, sind Schuld.
die lange Studienzeit ergab sich eigentlich zwangsweise aus einem Fachwechsel, einem 1-jährigen Auslandsaufenthalt und einem Wechsel der Prüfungsordnung (da das alte Staatsexamen ja abgeschafft wurde).
Äußere Umstände sind Schuld.
spielen meine Eltern auch ihren Teil zu dieser verfahrenen und für mich so furchtbaren Situation bei
Deine Eltern sind Schuld.
Du zeigst mit dem Finger in jede Richtung. Corona, dumme Mitschüler bzw. Mitmenschen, Eltern, das "System". Wann zeigst du mal mit dem Finger auf dich? Komm aus dieser scheiß Opferrolle raus und bekomm dein Leben in den Griff!
Mach das Studium fertig. Zieh das Ref durch. Und dann bist du halt erstmal Lehrer. Irgendeinen Job muss man machen! Punkt. Es gibt dann immer noch 1001 Möglichkeit sich innerhalb des Lehrberufes zu verändern/sich weiterzuentwickeln. Wechsel der Schulform, Auslandsschuldienst, Sabbatjahr, "in die Verwaltung" gehen. Es verlangt keiner von dir, dass du grundsätzlich jeden Unterrichtsinhalt interessant findest, noch dass du dich in deiner Freizeit in eine Bibliothek einschließt um die herausragendsten Werke der deutschen Dichter und Denker zu verschlingen.
Was versprichst du dir denn von einer Ausbildung? Dass du dann nach 2,5 Jahren erneut feststellst, dass du Selbstzweifel und Versagensängste hast und auch diesen Job nicht ausüben willst/kannst?
Ich find es echt ganz schwer erträglich, wie jemand so sehr in Selbstmitleid versinken kann, dass er seit Jahrzehnten vollkommen gelähmt ist und nichts zu Potte bekommt.
Ich meine es echt nicht böse, aber du bist 30, keine 15. Übernimm die Verantwortung für dein Leben. Nur du kannst dich da hinbringen wo du hin möchtest.
Fang an Sport zu machen, ernähr dich gesund, stehe zu deiner Homosexualität (Stichwort: Coming-Out), melde dich bei GayParship an, suche dir ein Hobby, das dir Spaß macht. Ich kann einen Hund empfehlen. Ich finde, du hast jetzt genug Lebenszeit mit Selbstzweifeln vergeudet.
Tut mir Leid, wenn diese Worte hart klingen, aber wenn man sich an ein Forum wendet, muss man damit rechnen, dass man auch Antworten bekommt, die einem nicht gefallen. Ich hoffe, es rüttelt dich vielleicht auf und holt dich aus deiner Schockstarre.
Alles Gute auf jeden Fall!
MrsPace